Vertrauen nach Affäre ...

    • (1) 11.10.16 - 14:01
      kommt-es-zurück

      Hallo miteinander,

      kurz zur Vorgeschichte: mein Mann hatte eine Affäre (ca. 15 Monate) - diese hat er vor gut einem Jahr, nachdem es aufflog, beendet. Wir sind noch zusammen, waren in Eheberatung, gingen ca. 9 Monate durch Höhen und Tiefen, haben alles "lang und breit" beredet und ich würde sagen, seit einigen Monaten fühlt es sich wirklich wieder gut und richtig an.
      Dennoch merke ich aktuell, daß ich ein Problem damit habe, ihm zu vertrauen. Ich war vor dieser Affäre keine eifersüchtige Ehefrau, ganz und gar nicht, hatte ihm ABSOLUT vertraut.

      Er war am Wochenende allein zu einer Geburtstagsfeier, ich hatte mir zuhause einen gemütlichen Fernseh-Couchabend gemacht und so gegen Mitternacht fing ich innerlich i-wie an, auf ihn zu warten... dachte "nun könnte er bald kommen". Ich ging ins Bett um ca. 0.30 Uhr, konnte aber nicht einschlafen und je weiter die Zeit fortschritt, desto mehr zog sich buchstäblich mein Magen zusammen. Er kam ca. um 1:15 Uhr heim.

      Nun fahre ich kommendes Wochenende alleine weg für 3 Tage. Das letzte Mal war ich vor 2 Jahren alleine übers Wochende weg und habe dann im Nachhinein erfahren, daß er damals zur ANDEREN gefahren ist... also einen NAchmittag mit ihr, bei ihr zuhause verbracht hatte (sie hatte die Kinder "ausgelagert" ihr Mann war arbeiten). Und mein Problem ist nun, daß ich mit wahnsinnig zwiegespaltenen Gefühlen in dieses Wochenende gehe. Ich werde mitfahren, aber ich habe wirklich momentan Magenschmerzen, weil ich einerseits zurückdenken muß, was er damals tat, als ich das letzte Mal weg war, bzw. mir anderseits denke: "Hat er wohl für die sturmfreien Tage schon was geplant?" ... "Würde ich es wieder nicht checken, wenn er mich betrügt?"...
      Mein KOpf sagt mir zwar, daß es Unsinn ist, denn er hat mir ja gut genug bewiesen, daß ich nicht extra wegfahren muß dazu, sondern dass eine Affäre auch "laufen" kann, während ich zuhause bin.

      Ich komme irgendwie nicht klar damit, was in mir gerade "abgeht".

      MIr war immer klar: "wenn ich davon krank werde, dann ist die Ehe zu Ende"... und nun frage ich mich, ob ich mich verrückt mache, Ob ich ihm wohl jemals wieder vollends vertrauen werde?

      Was ist das für ein Quatsch?

      Er hatte 15 Monate eine Affäre und diese vermutlich direkt unter ihren Augen begonnen. Außerdem wird sie in den 15 Monaten nicht dauerhaft verreist gewesen sein (oder ihr Mann). Wenn es nach deiner Denke sowieso keinen Unterschied macht, dann kann sich sich genauso gut ein schönes WE machen - bleibt sich unterm Strich dann ja gleich - und anschließend die Ehe als beendet erklären.

      • (10) 11.10.16 - 15:01

        hallo,
        es steht ihr frei zu fahren. sie wird es sicher nicht genießen können=kopfkino, du verstehst? kann man sich das Geld auch sparen für so einen trip.

        ich habe das alles durch, vergiß es.

        • (11) 11.10.16 - 15:17
          kommt-es-zurück

          Ich werde definitiv fahren!

          Und ich bin mir auch ziemlich sicher, daß ich die Zeit, durch viel Ablenkung von einigen Freundinnen, dort einigermaßen gut genießen kann.

          Aber keine Ahnung wie es mir danach ergeht, jetzt, vorher, geht es mir nicht besonders gut.

          Und ich weiß es ist absoluter Schwachsinn, zu denken, jemand würde nicht fremdgehen, weil sein Partner auf ein Wochenende verzichtet.

          Die Unbeschwertheit, mit der ich früher in solch ein Wochenende ging, ist dahin!

          Nö......verstehe ich nur bedingt. Kopfkino kann sie zuhause und sonstwo haben. Bei 15 Monaten Affäre gab es zig Situationen, die bei ihr etwas antriggern könnten. Er wird ihr genügend Geschichten aufgetischt haben, wo er sich dann aber anderweitig vergnügt hat. Das ist ein grundsätzliches Problem und kein geografisches.

    (13) 11.10.16 - 15:17
    keine Fremdgängerin

    ... hm, bevor ich nicht wegfahren würde aus den genannten Gründen, würde ich lieber die Beziehung beenden.
    Ich kann doch jetzt nicht mein Leben auf ihn aufpassen und mein Leben dabei vergessen und so unglücklich werden.
    Ich würde fahren und dann entscheiden, wie ich weiterleben möchte: entweder brauche ich noch Maßnahmen, damit das Vertrauen mit seiner Hilfe gestärkt wird oder es braucht Zeit oder es ist besser, zu gehen...

    Ich kann mir vorstellen, dass die Gründe des Fremdgehens entscheidend sind. Gab es nämlich ein Problem in der Beziehung, einen Auslöser für das Fremdgehen und ist durch die Therapie/Beratung alles aufgedeckt und so weit verarbeitet, dass die Nähe heute stärker ist als jemals zuvor, dann wird die Beziehung für beide zu wertvoll als das man diese nicht schützen wollen würde. Dann hätte ich vielleicht Bauchschmerzen wegen der Erinnerung - aber etwas in mir gibt es auch, was mich bisschen beruhigen kann.
    Hat dieser Prozess - statt zu mehr Nähe - nur dazu geführt, dass man die Entscheidung zu bleiben oder zu gehen nur eherausgezögert wurde und ein paar Freundlichkeiten oberflächlich auf den Schmerz gepinselt wurden... dann hat das Festhalten an der Beziehung keinen Sinn.

    so meine Meinung...

    lg

    • (14) 11.10.16 - 15:24

      Danke! Deine Worte treffen in vielem zu. Natürlich gab es sowas wie "auslöser" für diese Affäre. Wir waren fast 20 Jahre verheiratet, die Kinder in einem Alter wo sie anfingen ihre eigenen Wege zu gehen und dabei war einiges als Paar "auf der Strecke geblieben". Auf der anderen Seite war da diese Frau, die ihm gleichzeitig eine gute Freundin war und ihn sehr umwarb. Ich denke, irgendeinen Grund für eine Affäre gibt es wohl immer.

      Ja, wir sind uns definitiv näher, als wir uns dies in den letzten Jahren waren. Wir führen Gespräche, deren Intensivität es vorher (meist) nicht gab. Wir haben ein erfüllendes Sexleben.

      Dennoch läuft da in mir etwas ab...

      • (15) 11.10.16 - 15:29

        ja, das ist aber auch verständlich, dass da der alte Film wieder angetriggert wird. Da würde es mir nicht anders gehen!

        sag's ihm, fahr weg, genieß die Zeit...
        und schau, wie es sich danach anfühlt.

        ich hoffe, du kannst die Zeit geniessen, unbeschwert und fröhlich!
        lg

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