Gerade alles zu viel?!

    • (1) 12.10.16 - 03:50
      Fridda

      Hallo und gute Nacht,

      ich kann gerade vor lauter Grübelei nicht schlafen und muss hier mal meine Gedanken ordnen. Vielleicht könnt Ihr mir ja helfen.

      Also mein Mann und ich sind mit unserer momentanen Lebenssituation nicht ganz zufrieden und wollen etwas ändern.

      Wir würden gerne in einer anderen Stadt leben und mein Mann würde sich beruflich gerne verändern, was ja prima passen würde.

      Nun ist es so dass wir zwei Kleinkinder zuhause haben und ich erst seit einem Jahr Vollzeit nach dem studium eingestiegen bin (öD). Mein Mann arbeitet 35 std als Ingenieur. So haben wir uns sehr gut organisiert, was Kinder und Berufstätigkeit angeht. Er dreht jedoch regelmäßig am Rad, wenn man etwas nicht so rund läuft. Zum Beispiel sind die Kinder gerade krank, wir teilen uns mit den Kinderkranktagen super auf, was in unseren Stellen momentan gut geht. Keiner unserer Chefs "meckert" was das angeht oder macht Druck. Mein Mann fühlt sich aber selber so unter Druck gesetzt und zweifelt dann gleich an dem Vorhaben sich einen neuen Job zu suchen.

      Er meinte er könnte sich unter solchen Umständen nicht beruflich verändern (wir haben keine Familie hier, die uns helfen könnte) Ich hab das Gefühl ihm wird das Zuviel. Also er ist sehr sicherheitsliebend und allein der Gedanken daran, sich 50 km weiter einen neuen Job zu suchen plus Umzug plus Ungewissheit ob der neue Arbeitsgeber ihn als "Vater, der sich zuhause ebenso einbringt" akzeptiert, stresst ihn ungemein.

      Hier fühlt er sich aber auch nicht mehr wohl, ebenso macht ihm seine jetzige Arbeit keinen Spaß mehr.

      Hat er recht? Ist es wirklich so schwierig als Familie mit zwei Vollzeit-Arbeitenden in einer neuen Stadt mit Kindergartenkindern und neuen Jobs Fuß zu fassen?

      Wir machen das andere Familien? Erst sucht sich der eine eine neue Stelle und wenn die Probezeit vorbei ist der andere und die Familie zieht nach? Aber wie geht das wenn pendeln kaum möglich ist (von hier in die "neue" stadt wären es mehr als eine Stunde Fahrtzeit pro Weg, das würde meinen Mann sehr belasten).

      Ach ich weiß gerade nicht wie ich meinem Mann Mut machen kann, dass das schon alles wird. Er ist in der hinsicht so ängstlich und unsicher, ich hingegen denke eher "man kann ja mal probieren".
      Habt ihr Anregungen? Oder seh ich das alles zu locker?

      Ich könnte mir auch vorstellen, weniger Stunden zu arbeiten. Allerdings würde ich mir dann ebenso in der neuen Stadt einen Job suchen. Er ist der Gutverdiener bei uns, weswegen es alles an seinem
      Job hängt, was ihn zusätzlich unter Druck setzt. Eigentlich würde er gerne eine größere Fortbildung machen um sich etwas umzuorientieren. Das wäre nun aber doch etwas viel auf einmal ... zudem wurde gestern bei ihm Arthrose diagnostiziert, das zieht ihn total runter. Und wir haben noch den (eigentlich unkomplizierten) Verkauf einer kleinen Firma aus einer Erbsache am laufen, welcher sich hinzieht, da noch verhandelt wird. Ich hab das Gefühl er bräuchte alles nacheinander, also Verkauf der Firma, dann Fortbildung, dann neuer Job, dann neue Stadt usw. Das wäre ideal, geht aber nunmal so nicht, da wir uns langsam niederlassen wollen, wir fühlen uns hier nicht wohl und haben das Gefühl nicht angekommen zu sein.

      Ich denke mir, dann müssen wir ein paar Monate Stress hinnehmen, ihm scheint das alles Zuviel zu sein, will aber wie gesagt auch unbedingt etwas verändern.

      Jetzt ist das doch ganz schön lange geworden, hoffentlich nicht zu verworren.

      Liebe Grüße
      Fridda

      • <<Und wir haben noch den (eigentlich unkomplizierten) Verkauf einer kleinen Firma aus einer Erbsache am laufen, welcher sich hinzieht, da noch verhandelt wird. Ich hab das Gefühl er bräuchte alles nacheinander, also Verkauf der Firma, dann Fortbildung, dann neuer Job, dann neue Stadt usw. <<

        Über welche Zeitspanne reden wir hier? Wenn es überschaubar ist, würde ich das genau so machen. Alles andere klingt ein wenig überstürzt.

        Gruss
        agostea

        • (3) 12.10.16 - 08:30

          Der Verkauf hätte schon vor anderthalb Jahren durch sein können. Das zehrt auch irgendwie an den Nerven. Ich denke und hoffe dass dies bis Ende des Jahres durch ist.

          Nacheinander geht ja schlecht. Wir könnten den Verkauf abwarten. Alles andere muss parallel laufen. Ab Zusage muss man ja einiges planen (Wohnung/Kita/mein Jobwechsel) usw.

          • Naja, mit dem Erlös liesse sich ja wahrscheinlich was anfangen? Eventuell Zeit zu überbrücken, falls es Jobtechnisch nicht gleich bei euch beiden zeitgleich hinhaut.

            Auf jeden Fall würde ich den Verkauf d. Firma abwarten und dann beginnen, zu planen.

            Wenn die Stadt schon feststeht, dort schon mal nach freien Kindergartenplätzen schauen und parallel den Arbeitsmarkt durchforsten.

      (5) 12.10.16 - 07:17

      Hallo,

      also ich kann seine Bedenken ehrlich gesagt nur bedingt nachvollziehen.

      Erst würde ich mal raten, eure "Baustellen" zu unterscheiden und dann kann man eines nach dem anderen, bzw. manches auch parallel angehen. Der Verkauf der Firma etwa sollte nebenher laufen, egal ob er hier oder dort arbeitet, oder Fortbildung macht.

      Eine Stunde einfachen Fahrtweg finde ich nicht schlimm, zumal es dann ja nur vorübergehend für ein paar Monate wäre. Das müsste doch machbar sein. Ich hab mich beim Lesen eher gefragt: ob er wieder einen 35-Stunden-Job findet, bei dem er zusätzlich "Gutverdiener" bleibt und aber nicht zu sehr gestreßt ist? Einen Job finden, dürfte wohl nicht das Problem sein und auch wenn dieser nicht passt, muß es doch möglich sein, sich nochmals umzuorientieren. Der derzeitige Arbeitsmarkt ist doch dafür eher positiv.

      Und auch an deiner Stelle würde ich eben Augen und Ohren offen halten, mich nach etwas Neuem umzusehen. Kannst du eine Versetzung in diese andere Stadt beantragen (da ja öD)?
      Jeder von euch sollte für sich die Sache mit der neuen Arbeitsstelle angehen. Und wenn sich da Tore öffnen, dann könnt ihr euch nach einer neuen Bleibe umsehen - außer ihr habt eine Stadt in Aussicht, wo bezahlbare Wohnungen absolute Mangelware sind (wie etwa München) - dann evtl. erst mal die Fühler nach Wohnung ausstrecken.

      Wie hat er das mit dieser Fortbildung geplant. Soll das neben dem Job laufen, oder möchte er sich dafür beruflich freistellen lassen? Wenn nebenher, dann wäre es wohl sinnvoll, diese eben jetzt gleich zu machen (solange ihr noch hier wohnt) oder erst wenn ihr umgezogen seid.

      Kann evtl. einer von euch vorübergehend auf Teilzeit umstellen?

      Die Diagnose "Arthrose" finde ich nun nicht soo schlimm - ist er denn dadurch stark beeinträchtigt, hat er arge Schmerzen? Oftmals hängt ja körperliches und seelisches Wohlbefinden eng zusammen.

      Das sind die Fragen, die sich mir stellen. Dann sollte man beginnen, bsp.weise mit der Jobsuche zu beginnen - man schließt im LEben nicht nur Türen, es öffnen sich dafür andere!
      Euere Probleme sind normal " so ist das Leben" - mit einer Diagnose "Krebs" würde da vieles nochmal ganz anders aussehen.

      LG

      • (6) 12.10.16 - 08:46

        Hallo,
        Ich sehe es genauso wie du. Das sind "Probleme" die ja nun mal auftreten im Leben. Ich denke man kann nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen um mal weiter zu kommen.

        Nur er stellt so super hohe Ansprüche an andere und vor allem an sich. Er würde am liebsten noch mal eben (ironie) einen Master nebenbei machen. Also nebenberuflich. Aber die Zeit wollen wir hier und er nicht in der Firma absitzen. Der nächste Job soll möglichst perfekt sein und möglichst "für immer" sein. Er macht nicht gerne halbe Sachen, dementsprechend will er keinen übergangsjob. Es ist anstrengend, weil ich da anders denke und den Ehrgeiz nicht so habe. Er will so vielen auf einmal, scheint aber der Belastung nicht so richtig stand zu halten. Es ist natürlich schwierig bis unmöglich nochmal einen Vertrag über 35 std zu bekommen, vor allem in der Branche. Am liebsten hätte er gerne Reisetätigkeiten. Das ist natürlich schwierig wenn ich weiter Vollzeit arbeite. Gleichzeitig hat er ein schlechtes Gewissen unseren Kindern gegenüber. Ich will zwar nicht Karriere in dem Sinne machen, aber zuhause bleiben sicherlich auch nicht. Das möchte er ja in dem Sinne ebensowenig. Also er will viel scheint aber etwas überfordert mit der Umsetzung. Oder wie soll ich das interpretieren? Er wirkt immer gleich so gestresst, wenn neue Herausforderungen auf ihn zukommen. Komischerweise ist er im Job super souverän.

        Das gleich mit der Krankheit. Natürlich ist Arthrose was ganz blödes. Aber nach meinen (laienhaften) begriffen nicht der Weltuntergang. Ihn zieht so etwas so stark runter.

        • (7) 12.10.16 - 10:35

          Da wird dein Mann wohl noch ein Stück weit hinzu lernen müssen im Laufe seines Lebens, dass eben nix absolute Sicherheit birgt, bzw. wird er lernen müssen, das Glas nicht immer nur halbleer, sondern einfach mal halbvoll zu betrachten.

          Hört sich ein bisschen nach "verzogener Prinz" an, dem seine Eltern soweit es ging die Wege ebneten - ist jetzt absolut nicht bös gemeint und i-wie machen das ja doch viele Eltern (man will ja das Beste).

          Ich würde ihm wohl versuchen klarzumachen, daß seine Jammerei und Gedankenkrämerei ihm zu viel Energie raubt, die er besser damit einsetzen soll einfach das Ein oder Andere aktiv anzugehen.

    (8) 12.10.16 - 07:31

    guten morgen :-)

    du denkst für ihn, du machst für ihn, du hältst für ihn richtig was du meinst....naja, ich würde sagen, du bist nicht seine mutter, er ist nicht dein drittes kind.

    auch wenn jemand sicherheiten liebt und gerne zweifelt, muss er aber auch lernen zu wissen was er möchte und manchmal muss dann was geändert werden, das ist ganz einfach so.

    mir ist klar das du ihm wege erleichtern möchtest, normal, aber wenn man dich hier so liest, erkennt man wieviel du meinst es läge in deiner verantwortung das alles gut läuft und diesen denke wirst du irgendwann bitter bereuen.

    er will, er möchte, und das alles eiiiigentlich...und du?du meinst, du denkst, du machst...iSO funktioniert das auf dauer niemals.

    die "probleme" die ihr habt sind völlig normal, die hat jeder mal irgendwie...schlimm nur wenn man so ein problem daraus macht, denn dann wird es ein problem.

    genau wie mit der arthrose.ich habe selber auch arthrose und kenne auch einige, aber mit einer vernünftigen ernährung bzw. einfach mal einiges weglassen bekommt man das ganz gut in den griff.

    du lässt dich zu sehr beeindrucken/vereinnehmen von seinen zweifel und denke.
    ist ähnlich wie bei alkoholiker, spielsüchtigen usw....der eine lebt seine sucht aus ( auch wenn er evtl. nichts dafür kann ), der andere macht und tut....und letztere bleibt meist auf der strecke....

    umso mehr man den ball flach hält, desto mehr bekommt man ihn mit voller wucht irgendwann zurück...

    verständnis ist immer gut, zuviel ist der tod für alles...

    (9) 12.10.16 - 09:12

    hallo,

    grundsätzlich würde ich an eurer Stelle davon ausgehen, dass ihr beide Recht habt. Jeder Mensch ist anders, hat andere Bedürfnisse (Sicherheit - Abenteuer, vorhersagbare Abläufe - spontane Entscheidungen, etc).

    Anstatt jetzt zu fragen, wer Recht hat, bzw. wessen Strategie die richtigere ist, würde ich schauen, was gerade ist und wie ihr beide eine Lösung finden könnt, die euch beiden entspricht.

    Er braucht die Sicherheit - hat dafür weniger Stress, bedeutet: mehr Lebensenergie. Die Vorschreiberin schreibt, du machst dir seinen Kopf. Diesbezüglich gebe ich ihr Recht. Du kannst nicht für ihn planen.

    Mein Tipp: nimm den Druck raus. Überlege ganz offen zusammen, was für euch Sinn macht. Mein persönlich bestes Gefühl wäre: Altlasten beseitigen und orientieren, welche Fortbildung Sinn machen würde. Und im Kleinen, im Alltag kleine Änderungen herbei führen, etwas, was deine Abenteuerlust bisschen befriedet ohne dass ihr jetzt den Sprung ins kalte Wasser wagen müsst. Macht euch einen Zeitplan, was ihr innerhalb eines Jahres an Änderungen schaffen könnt, so dass es euch beide nicht stresst.
    lg

    (10) 12.10.16 - 12:24
    gleiches Tempo

    Dein Mann will viel, traut sich aber nichts. Der ideale Job fliegt einem nicht wie ein gebratenes Täubchen in den Mund und nicht jeder Job liegt zwei Kilometer vor der Haustür.
    Dich empfinde ich als drängend, du scheinst alles auf einmal zu wollen.
    Wie schon jemand schrieb, solltet ihr einen Schritt nach dem anderen machen, Verkauf des Betriebs über die Bühne bringen, dein Mann bewirbt sich, wechselt gegebenenfalls die Stelle, pendelt, bringt die Probezeit hinter sich während du dich auch bewirbst, Wohnungssuche, Umzug.

    (11) 12.10.16 - 15:11

    Wir würden gerne in einer anderen Stadt leben und mein Mann würde sich beruflich gerne verändern, was ja prima passen würde.

    Geht es um eine konkrete, andere Stadt oder wollt ihr grds. weg? Wenn ja warum? Ich persönlich finde zwei Vollzeit-Eltern mit zwei Kleinkindern schon unter gewohnten Arbeitsbedingungen super stressig - wenn ich mir vorstelle nebenbei noch Arbeittsuche, Umzug, Probezeit etc. zu organisieren - wäre mir in der Konstellation zu viel glaube ich.

    Er ist der Gutverdiener bei euch und er arbeitet schon ne Weile länger als du - kann schon verstehen dass er sich nicht unbedingt drum reißt... Klar verspürt er da mehr Druck.

    Euer Vorhaben andere Stadt anderer Job hört sich für mich nicht so richtig kompatibel an mit der derzeitigen Familiensituation. Warum habt ihr das nicht vor den Kindern gemacht?

    In der neuen Stadt kanns auch doof werden... Und falls es eine angesagte Großstadt werden soll - viel Spaß bei Wohnungs- oder Haussuche.

    • (12) 12.10.16 - 16:57

      Ja es soll eine bestimmte Stadt bzw. Region werden. Könnten uns aber auch vorstellen in meine Heimat zurückzugehen, was das Vorhaben jedoch nicht einfacher macht, da nochmal 300 km weiter weg. Die Stadt in der wir jetzt leben, ist durch verschiedene Lebensumstände "so passiert". Wir konnten vorher nichts an der Situation ändern bzw. wollten nicht da ich ungeplant schwanger geworden bin und eh schon von weiter weg hier her ziehen "musste". Mein Mann ist wegen der Arbeit hier. Nach drei Jahren haben wir jetzt das Gefühl entweder ändern wir jetzt was an der Wohnsituation oder gar nicht mehr, weil die Kinder ja auch irgendwann in die Schule kommen.

      Klar ist das stressig. Aber wie würdest du das denn machen? Wenn wir jetzt noch Jahre bleiben, sind die Kinder hier noch mehr verfestigt. Entweder wir schaffen jetzt "den Absprung" oder gar nicht mehr. Wir wollen uns ja auch irgendwie mal niedergelassen fühlen. Wir haben im Moment das Gefühl nicht angekommen zu sein und ja eh bald wieder gehen zu wollen. Das schlägt sich natürlich auch auf das soziale Umfeld hier nieder.

      In der neuen Stadt hätten wir unseren Freundeskreis, eine tolle Stadt. Aber wir versteifen uns auch nicht darauf. Hauptsache wir kommen bald mal irgendwo so richtig an :)

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