Ich wünsche 2. Kind, er nicht

    • (1) 16.10.16 - 13:10

      Hallo ihr Lieben,

      wie schon bestimmt ganz viele vor mir habe ich ein Problem, welches mir nahezu unlösbar erscheint.

      Ich fange mal von vorn an. Mein Mann und ich waren uns immer einig, dass wir zwei Kinder möchten. Als unsere Tochter vor fast 5 Jahren auf die Welt kam, war das auch immer noch so. Zumindest sagte das mein Mann. Es gab vor etwas 2,5 Jahren eine Phase, wo es meinem Mann nicht so gut ging. Also haben wir unsere Pläne mit dem 2. Kind eine Weile verschoben. Er sagte nach wie vor, dass er noch ein Kind möchte, aber noch ein wenig warten möchte.

      Das war für mich absolut nachvollziehbar und verständlich.

      Wir warteten also...Es geht ihm seit 1,5 Jahren wieder prima und wir genossen erst mal die schöne Zeit. Vor einigen Wochen sagte er dann, er möchte momentan noch nicht, aber er wisse nicht wie das in 2-3 Monaten aussehe.

      Freitag Abend eröffnete er mir, er habe sich das nun überlegt und er möchte kein weiteres Kind. Finanziell sei es mit einem Kind besser und über kurz oder lang müssten wir dann ja umziehen (was aber eigentlich sowieso geplant ist). Unsere Tochter sei doch ein glückliches Einzelkind (was ich nur zum Teil so sehe, weil sie sich sehnlichst ein Geschwisterchen wünscht). Er fühle sich zu alt für noch ein Kind (er ist 34!)
      Als ich sagte, dass sich unsere Familie für mich einfach noch nicht komplett anfühlt und ich mir sehr ein 2. Kind wünsche, argumentierte er aus meiner Sicht etwas unfair: Mir würde meine Tochter wohl nicht reichen, sei mir nicht gut genug.

      Seit Freitag könnte ich ständig heulen, ich bin völlig überrannt von seiner Meinung und meinen Gefühlen.

      Aus meiner Sicht gibt es keine vernünftige Lösung.

      Kein Kind - bin ich unglücklich
      noch ein Kind - steht er nicht hinter (und hoffe, das alles gut wird - zu hohes Risiko)
      trennen - egoistisch und unfair meiner Tochter gegenüber, zumal ich ihn ja liebe
      Zusammen bleiben - ich werde es ihm ewig vorwerfen

      Ich weiß, dass ich glücklich sein muss, ein gesundes Kind zu haben. Ich weiß es, aber mein Herz blutet, wenn ich nur daran denke, dass ich nicht nochmal schwanger sein werde....
      Ich habe keine Ahnung wie ich damit umgehen soll...

      Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie ging es bei euch weiter? Wie seid ihr damit umgegangen?

      Liebe Grüße

      • (2) 16.10.16 - 13:21

        Beschissene Situation.

        - Als Frau mit (ebenfalls weiterem) Kinderwunsch verstehe ich Dich total und kann Dir nur dazu raten irgendwie mit ihm weiterzureden und -argumentieren. Je älter das erste Kind wird, desto weniger würde ich jedoch selbst dazu raten. Also besser wäre es wirklich gestern als heute, aber gut... Immerhin besser morgen als übermorgen.

        - Als alleinerziehende Langzeitsinglemutter würde ich Dir dazu raten Deinen Kopf zu waschen und Die, man muss es hinsichtlich der heutigen Welt einfach so sagen, vernünftige Entscheidung Deines Mannes den du liebst, der Dich liebt, der sich um Euer Kind kümmert und sorgt zu akzeptieren und zu sehen, wie viel Glück Du eigentlich hast eine funktionierende (JAKPOT) Ehe zu führen.

        • Was soll eigentlich der Schwachsinn? "je älter das erste Kind wird, desto weniger würde ich selbst dazu raten...."

          Es spielt in keinster Weise eine Rolle wie alt das erste Kind ist oder nicht. Wenn man nicht gerade den Traum von zwei toll spielenden fast gleichalten Kindern hat dann spielt es in keinster Weise eine Rolle. Man bekommt ein kind weil man es sich wünscht, weil man noch einen Menschen beim aufwachsen begleiten möchte und nicht weil man dem erst geborenen ein geschwisterchen schenken möchte.

          • (4) 16.10.16 - 15:53

            Ehm, im Sinne von "der Partner will keine weiteren Kinder mehr"! Darum geht es hier doch... Und dann macht es durchaus Sinn nicht irgendwann nochmal von vorne anzufangen und das Ganze zumindest in einem Wisch abzuschließen wenn das erste Kind eh 'noch klein' ist. Der Mann will immerhin (jetzt schon) keine weiteren Kinder mehr. Und das verstärkt sich nur noch mehr je älter und selbstständiger das Erste bereits ist. Nochmal anfangen will selbst ich nicht. Ich gebe mir noch ein paar Jahre und dann lege ich meinen weiteren Kiwu bei Seite.

            Das Thema und die Antworten immer in einem seheneuen bitte.

          • Das Alter unserer Tochter spielt keine Rolle. Der Abstand sollte nie so gering sein. Wir waren uns einig, dass sie schon ein wenig selbstständig sein soll :-)
            Einen Traum von gleichaltrig miteinander spielenden Kindern gab es nie, geht ja oft auch nach hinten los.
            Ich wünsche mir einfach ein Geschwisterchen für meine Motte, die eine wundervolle große Schwester wäre.

            Momentan bin ich sehr durcheinander. Darüber ist mein Mann auch sehr erschrocken. Er hat wohl nicht damit gerechnet, dass für mich so eine Welt zusammen bricht. Ich habe wahnsinnige Angst, dass er bei seiner Meinung bleibt.

            • Hi,

              ich würd das nicht so schön reden. Ich habe drei Kinder. Einen Sohn (10). Eine Tochter (7) in der Mitte, von der ich auch ausgegangen bin, sie ist eine tolle große Schwester. Nun, leider sieht sie es anders, wenn der Kleine (3) ihre Basteleien oder Lego auseinandernimmt. Wenn er ihr an den Haaren zieht. Wenn sie ihn mit raus nehmen "muss", wenn er mit ihr draußen spielen möchte. ....

              Ich könnte noch tausend weitere Geschichten erzählen. Im Grunde zanken sich unsere Kinder die meiste Zeit. #zitter Unabhängig von Alter und Geschlecht ...

              Jetzt bist Du dran ... Warum genau brauch Deine Tochter ein Geschwisterchen? #schein Ich verstehe Deinen Mann sehr gut. Ich würde auch nicht mehr "von vorn" anfangen wollen, wenn Eure Große so selbstständig ist. Wir haben unser drittes Kind bekommen, da war mein Mann 33 ;-) ... er fühlte sich auch schon (fast) zu alt.

              Ich wünsch Dir alles Gute.
              VG A.

              • Um das mal klar zu stellen: Ich bin keine von den Müttern, die sich das schön redet und denkt, dass zwei Kinder immer wundervoll miteinander harmonieren. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es auch Streit geben wird. Das gehört dazu.

                Trotz allem wäre meine Tochter eine wundervolle Schwester und mein Kinderwunsch ist nicht weniger, weil es Streit geben könnte...

                Wir wollten immer warten bis sie etwas selbstständiger ist. Das von Vorne anfangen ist nicht mal Teil der Argumention meines Mannes. Darum geht es ihm nicht mal.

                Warum sie ein Geschwisterchen braucht? Weil ich es mir wünsche und sie es sich wünscht - und nein: Ich habe ihr den Wunsch nicht eingeredet. (Damit fing sie selbst vor zwei Jahren an, als es in ihrem Freundeskreis Geschwisterchen gab. )
                Weil ein Leben mit Geschwistern viel aufregender ist. Ich war lange Einzelkind bis dann meine Schwester auf die Welt kam - da war ich 11. Ab da war zu Hause endlich etwas mehr los, als nur mit den Eltern. Es war einfach schöner.

                Es wird zu diesem Thema immer unterschiedliche Meinungen geben. Mich würde dennoch am meisten interessieren wie andere in meiner Situation damit umgegangen sind.

                Denn was soll ich machen? Mein Kinderwunsch ist eine tiefe Sehnsucht.

                • Dennoch vielen Dank für deine Antwort. Verschiedene Sichtweisen zu hören, ist auch gut.

                  Ich würde dieses Gefühl in mir drin sehr gern abstellen. Dann wäre dieses Problem vom Tisch. Aber ich habe noch keinen Weg gefunden. Leider.

                  Liebe Grüße

                  • Du wirst diesen Wunsch nicht einfach abstellen können!
                    Wenn das so einfach wäre, hätte ich es bei einem Kind belassen ;-)

                    Wie alt bist Du denn? Könntest Du Dir vorstellen, noch etwas Zeit ins Land gehen zu lassen? Das die Möglichkeit besteht, dass Dein Mann seine Meinung ändert oder dass Du vielleicht irgendwann feststellst, dass Dein Wunsch nach einem weiteren Kind abklingt?

                    Meine Freundin war auch in Deiner Situation. Sie hat zwei Kinder (10, 7) und sie hätte gern noch ein drittes Kind gehabt. Ihr Mann war strikt dagegen. Sie hat seine Ansicht und seine Gründe akzeptiert, aber eine Weile zu knabbern gehabt ... heute, ein paar Jahre später kommt auch von ihr sehr deutlich: NEIN, kein Kind mehr (sie ist jetzt 38, ihr Mann 41) und es ist für alle gut so, wie es ist.

                    VG A.

                    • Ich bin 33, mein Mann 34 und unsere Motte wird bald 5.

                      Eigentlich war damals gedacht loszulegen, wenn unsere Maus 3 ist. Da es da aber meinem Mann nicht so gut ging, war es für mich auch kein Problem, noch ein wenig zu warten.

                      Für mich wäre es jetzt der perfekte Zeitpunkt.

                      Zu lange warten möchte ich auch nicht unbedingt, da er sich ja dann erst recht zu alt fühlt und der Altersabstand auch sehr groß wäre.

                      Eigentlich wollte ich immer 4 Kinder, wir einigten uns damals auf 2. Was für mich auch okay gewesen ist. Dummerweise hat er nun seine Meinung geändert.
                      Er schiebt es auf das Finanzielle und darauf, das wir ja dann über kurz oder lang umziehen müssten. Ein Umzug ist aber ohnehin geplant, sobald wir was größeres gefunden haben.
                      Und beim Punkt Finanzielles: Klaro, zwei Kinder sind schon teurer als ein Kind. Aber das zweite wäre ja nicht so teuer wie das erste, da schon unheimlich viel vorhanden ist. Man muss ja nicht alles neu kaufen. Abgesehen davon geht es uns wirklich nicht schlecht. Natürlich hätte man manchmal auch gern noch mehr Geld. Aber wir können überhaupt nicht klagen. Wir können uns jeden Monat einige Extras leisten und auch noch Geld sparen.

                      Ich habe einfach wahnsinnig Angst, dass ich ihm seine Entscheidung irgendwann vorhalten werde. Ich werde es sehr wahrscheinlich bereuen, kein weiteres Kind bekommen zu haben.

                      • (11) 17.10.16 - 13:17

                        Hast du vielleicht schonmal über eine gesprächstherapie nachgedacht? Vielleicht würde diese dir helfen damit besser umzugehen.

                        Vielleicht sind die Gründe die er dir nennt auch einfach nur vorgeschoben von ihm, weil er die nicht direkt sagen möchte dass er einfach kein Kind mehr will? Ich möchte auch definitiv keine mehr, habe aber das Glück das mein Partner es inzwischen akzeptiert. Eine Zeitlang könnte er das nicht und es war mit ein Grund warum wir länger getrennt waren.
                        Aber er wollte auch mit niemand anderem ein Kind sondern wenn mit mir. Aber das werde ich leider wirklich niemals wollen aus mehreren Gründen.

                        Er hat während der Trennung dann auch gemerkt, dass ich und unser Sohn ihm wichtiger sind als ein weiteres Kind, worüber ich sehr froh bin. Denn geliebt habe ich ihn trotzdem immer.

                        Welcher Wunsch ist bei dir größer? Der noch ein Kind zu haben oder der mit deinem Mann und deiner Tochter wenigstens zusammen eine Familie zu sein?

                        Weil du hast natürlich recht, dass du ihm das weiterhin vorwerfen könntest. Aber genauso kann es passieren das er die zuliebe nachgibt, aber damit unglücklich ist und das wiederum dir vorwerfen wird und vielleicht stehst du am Ende zwar mit deinem Kind da, aber ohne deinen Mann. Ist es die das wert?

                        Oder möchtest du sogar so sehr ein zweites Kind, dass du dich trennen würdest und dein Glück lieber mit jemand anderem versuchst, wenn dein Mann nunmal bei seiner Meinung bleibt?

                        Das sind fragen die kannst nur du dir beantworten und niemand anderes.

                        Deswegen würde ich wirklich vielleicht mal gucken nach einer gesprächstherapie für dich oder vielleicht eine paartherapie für euch beide, wo jemand neutrales euch vielleicht helfen kann eine Lösung zu finden.

                        Ich glaube die das dich das sehr belastet. Aber vielleicht belastet es deinen Mann genauso. Ihr müsst gucken wie ihr damit umgeht.

                        Nur einen Rat hätte ich noch für dich. Wenn du andauernd nur noch über das Thema redest ist es für deinen Mann auch nicht schön.
                        Mein Partner hat das auch kurz vor der Trennung gemacht und ich kam mir nur noch wie ein Brutkasten für ihn vor, der zum Kinderkriegen da ist. Als Mensch und als Frau die er lieben sollte habe ich mich nicht mehr gefühlt, weil er ständig damit anfing. Deswegen dann auch der schlussstrich erstmal, weil ich ihm diesen Wunsch nunmal niemals erfüllen werde. Bis er wie gesagt gemerkt hat, dass ich und unser Sohn und damit unsere Familie ihm wichtiger waren als ein weiteres Kind.

                        Ich hoffe ihr findet einen Weg für euch, womit ihr alle zurecht kommt und eines Tages auf euer Leben zurück schaut und trotzdem glücklich darüber seit wie es war.

      Rede nochmal mit ihm.

      Im Zweifelsfall mehr als einmal. Wobei es natürlich nicht zum Dauerthema für viele Jahre werden sollte. Daher besser jetzt gebündelt das Thema auf den Tisch bringen.

      Sag ihm bei Bedarf auch, dass ihr früher darüber geredet habt dass ihr zwei Kinder wollt. Und dass es nicht ok ist wenn einer in so einer wichtigen Entscheidung auf einmal komplett umschmeißt. Wenn das Argument "ist halt so" kommt, dann frag ihn wie es wäre wenn er auf einmal für immer auf etwas verzichten müsste was ihm wichtig ist (setzt da ein was er halt so mag: Hobby, Auto, bester Freund etc).

      Wenn er weiter als Argument bringt, dass dir ein Kind nicht reicht, warum nicht sagen: ja! Ich wollte immer mehr als ein Kind!

      Und: geteilte Liebe wird nicht geteilt sondern verdoppelt sich :-)

      Ich bin ja der Meinung, dass man die Anzahl der Kinder gemeinsam abstimmen muss. Aber ihr habt ja schon darüber geredet. Und abgestimmt. Nicht fair wenn er jetzt auf einmal eine Kehrtwende macht .....

      LG

      • Danke für deinen Beitrag.
        Er hat ja nun gemerkt wie sehr es mich mitnimmt.

        Da fragte er, ob er ein Kind zeugen soll, obwohl er das nicht so richtig will.
        Ich: Gegenfrage - soll ich für immer darauf verzichten, obwohl ich das nicht will?

        Daraufhin war er still. Ich sehe, dass die Situation für ihn auch nicht einfach ist. Er macht sich viele Gedanken...
        Ich habe ihm eben einen Link gesendet - da ging es darum, dass Familien mit zwei Kindern glücklicher sind und die Ehen weniger geschieden werden. Vielleicht ist es albern von mir, aber wenn meine Argumente nicht zählen, vielleicht ja Statistiken. ;-)

        Von ihm ist es eine reine Kopfentscheidung gepaart mit Angst.

        Warum ist es nur so kompliziert???

        "Sag ihm bei Bedarf auch, dass ihr früher darüber geredet habt dass ihr zwei Kinder wollt. Und dass es nicht ok ist wenn einer in so einer wichtigen Entscheidung auf einmal komplett umschmeißt. "

        Was für ein Käse #sorry
        Natürlich besteht eben grade bei so einer wichtigen Entscheidung die Möglichkeit seine Meinung zu ändern. Den Mann darauf festnageln zu wollen, weil er früher gesagt hat er möchte auch zwei Kinder, ist ziemlich daneben und wird wohl auch kaum zum Erfolg führen.

        • Natürlich hat er das Recht sich anders zu entscheiden. Aber genauso hat sie das Recht zu sagen, dass diese neue Entscheidung nicht ok ist!

          Also soll sie jetzt ducken und die Klappe halten?

          DAS ist Käse #sorry ;-)

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