Er hat seine Ausbildung nicht bestanden

    • (1) 20.10.16 - 13:52
      Heute mal anonym

      Hallo zusammen,

      heute schreibe ich mal anonym. Es geht um meinen Mann. Er hat von 2009 bis 2012 eine Ausbildung gemacht. Wenige Monate bevor er seine Prüfungen hatte musste sein Ausbildungsbetrieb schließen. Er von dort ein Arbeitszeugnis erhalten, in dem die Situation erklärt ist. Daraufhin fand er einen anderen Betrieb, in dem er seine Ausbildung hätte beenden können, wurde aber in der Probezeit gekündigt. Ich muss dazu sagen, dass er zu dem Zeitpunkt mit Depressionen zu kämpfen hatte. Er wurde aber zur Prüfung so oder so zugelassen, ob mit Betrieb oder ohne. Die schriftliche Prüfung hat er damals auch bestanden. Zur mündlichen ist er nicht erschienen, angeblich, weil er den falschen Termin im Kopf hatte und daher einen Tag zu spät hingegangen ist... Das glaube ich bis heute nicht.

      Daraufhin war er aufgrund der Depressionen etwas länger als ein Jahr arbeitslos. Ich war in der Zeit im Ausland und studierte dort. Es war eine harte Zeit, für uns beide, und hat unsere Beziehung sehr auf die Probe gestellt. Vor allem mich, denn ich konnte nicht gut mit seinen Depressionen umgehen. Als ich wieder zurück in Deutschland war, habe ich ihn ewig drängen müssen, dass er sich endlich vernünftig bewirbt und habe seine kompletten Bewerbungsunterlagen überarbeitet. Und siehe da: er wurde auf einmal auch zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Seit Ende 2013 arbeitet er fest angestellt in seinem Ausbildungsberuf und ist glücklich dort.

      Nun kommt es aber: Die versäumte Prüfung von der IHK hätte er im Dezember 2013 nachholen sollen. Hat er auch, aber auch da ist er anscheinend nur zur schriftlichen Prüfung erschienen. Ich habe es die ganze Zeit geahnt, da er nie ein Zeugnis von der IHK bekommen hat. Nun wollte er heute (auf mein ewiges Drängen hin) zur IHK fahren (er hat heute frei) und sein Zeugnis dort angeblich abholen. Er hat die ganze letzte Nacht nicht geschlafen, war total übermüdet und konnte sich kaum wach halten. Da sagte ich ihm, dass ich ihn so sicher nicht fahren lassen würde und dachte mir schon, dass er absichtlich nicht geschlafen hat, um übermüdet zu sein, damit ich ihn nicht fahren lasse. Hat sein Ziel ja auch erreicht... Habe ihn dann ins Schlafzimmer geschickt, damit er schläft. Tut er jetzt noch.

      In der Zwischenzeit habe ich der IHK eine Mail geschrieben und denen gesagt, dass mein Mann gerne morgen sein Zeugnis abholen kommen möchte und ob wir so reinkommen können oder lieber einen Termin vereinbaren sollten. Daraufhin kam die Antwort, dass mein Mann bei der Nachholprüfung wieder nur zur schriftlichen, nicht aber zur mündlichen Prüfung erschienen sei. Ich war so sauer!!! Andererseits habe ich es mir schon denken können...

      Ich kann einfach nicht verstehen, wieso er mich in dieser Angelegenheit so anlügt. Er ist sonst nicht der Typ, der lügt. Und ich merke es ihm ja auch an. Er ist bei verwaltungstechnischen Angelegenheiten nicht so der verantwortungsbewusste Typ. Meist muss ich alles übernehmen: Übersicht über die Finanzen (zumindest gibt er fast gar kein Geld aus), Beantragung neuer Ausweise, Autokauf, Kitaanmeldung unseres Kindes etc. Nein, er ist nicht sehr jung, sondern 30 Jahre alt!

      Im Grunde habe ich kein Problem damit, dass ich alles übernehme in der Hinsicht. Das mache ich sogar gerne. Aber ich mache mir in Bezug auf seine berufliche Zukunft sorgen. Er muss jeden Tag 45 Minuten zur Arbeit fahren und auch wieder zurück. Er verdient sehr wenig in dem Job. Und wenn er sich mal hier in der Gegend bewerben würde (es gibt Stellen, die perfekt zu ihm passen und wo er mit dem Fahrrad hinfahren oder sogar zu Fuß hingehen könnte), wie soll er das machen ohne das Abschlusszeugnis?!

      Oh, und mir fällt gerade ein, dass ich damals in mühseeliger Arbeit seine Steuererklärung für 2014 gemacht habe (da waren wir noch nicht verheiratet). Er sollte sie persönlich beim Finanzamt abgeben. Er sagte, er habe das gemacht. Wir hörten ewig nichts vom Finanzamt. Als ich dann unsere gemeinsame Steuererklärung für 2015 verschickt habe mit dem Hinweis, dass wir noch keine Infos zu der meines Mannes aus 2014 hätten, wurde mir mitgeteilt, dass ihnen leider nichts dergleichen vorläge. Auch da bin ich mir sicher, dass er nichts abgegeben hat.

      Ich verstehe es einfach nicht! Er hatte den Wisch, er hat ihn mitgenommen. Laut Wiso Steuerprogramm hätte er rund 500 Euro zurückgekriegt. Ich hatte eine Menge Arbeit mit seinen Unterlagen. Und er bringt sie nicht hin, erzählt mir aber, er hätte es gemacht und schwört das sogar bei unserer Tochter?!

      Ich bin einfach sehr enttäuscht und fühle mich hintergangen. Er weiß, dass ich mich bei diesem Thema echt beschissen fühle. So oft habe ich ihm gesagt: Sag mir doch einfach wenn du es nicht gemacht hast. Es wird sowieso rauskommen! Sprich mit mir darüber, lass uns eine Lösung finden. Vielleicht hat er ja immer noch Depressionen. Manchmal wirkt er noch so, aber lange nicht so wie damals.

      Sorry, es ist lang geworden. Weiß auch nicht, was ich von euch will. Musste das aber mal loswerden. Vielleicht hat einer von euch einen Rat. Und bitte kein: "Trenn dich!". Er ist ein wunderbarer Mann und ein klasse Vater. Nur bei solchen Sachen hakt es bei ihm leider :-(.

      • Du willst in nicht verlassen weil es ansonsten passt, ist deine Sache ich könnte das auf Dauer nicht.

        Nun ja du weißt ja woran du bist deswegen würde ich ihn in bestimmten Bereichen schlicht Kontrollieren.
        Frei nach dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

        Wenn er sich beschwert ruhig darauf verweisen das er so oft gelogen hat und es deswegen nicht anders verdient hat.

        >> Und bitte kein: "Trenn dich!". Er ist ein wunderbarer Mann und ein klasse Vater. Nur bei solchen Sachen hakt es bei ihm leider.

        Wenn "Trenn dich!" keine Option ist, dann bleibt nur der Versuch etwas zu ändern. Und wenn das nicht klappt die Frage "Will ich den Mann auch so?"

        Hallo,

        ich habe mir deinen langen Text durchgelesen und mein erster Gedanke war: sein Verhalten ist einfach kindisch, er betreibt Vogel-Strauss-Politik. Wenn er etwas nicht machen will, lügt er dich einfach an und macht es trotzdem nicht. Inwieweit das mit seinen Depressionen zu tun hat, weiß ich natürlich nicht.

        Fest steht, dass er aufgrund des fehlenden IHK-Abschlusses immer Nachteile bei eventuell späteren Bewerbungen haben wird. Er kann ja kein Facharbeiter-Zeugnis nachweisen. Das wiederum wird sicher Einfluss auf die Bezahlung (Hilfskraft = geringerer Lohn) haben.
        Vielleicht solltest du ihm das einmal drastisch vor Augen führen und ihn motivieren, die mündliche Prüfung doch noch abzulegen, falls das überhaupt noch möglich sein sollte.
        In finanziellen Dingen würde ich mich überhaupt nicht mehr auf ihn verlassen und zukünftig alles selbst regeln, was ich erledigt haben will.

        Die Frage ist allerdings, ob du das weiterhin so mitmachen möchtest. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe sieht für mich anders aus. Für mich wirst du aufgrund seines Verhaltens irgendwie in die Rolle der "Mutti" deines Partners gedrängt.
        Ich persönlich könnte ihm da leider überhaupt nicht mehr vertrauen, auch wenn er sonst der liebste und beste Mann und Papa ist. Bei mir würde immer ein unangenehmes Gefühl in der Bauchgegend vorherrschen, welche diesbezügliche Hiobsbotschaft als nächstes eintrifft.

        LG

        Nici

      • Er ist psychisch krank.

        Genau das, was du da beschreibst, ist symptomatisch für Menschen mit Depressionen.

        Er wird möglicherweise unter großen Versagensängsten leiden.

        Dein momentanes Verhalten trägt nicht dazu bei, dass es besser wird. Eher im Gegenteil, da er sich von dir kontrolliert und beobachtet fühlt. Du bedrängst ihn zu sehr.

        Andererseits, und da wird es wirklich wichtig, dass du Nachforschungen angestellt hast: Nur so weisst du jetzt genau, dass er noch nicht durch ist mit seiner Depression.

        Ich würde vermuten, dass er noch in Behandlung gehört. In irgendeiner Form. Psychotherapie oder so etwas.

        Das Ding ist aber, diese Einsicht muss von ihm kommen. Du kannst Gespräche mit ihm führen, die aber nicht so anfangen: "Warum hast du mich so sehr angelogen, du hast das alles gar nicht gemacht, ich habe mich informiert, du kannst das jetzt nicht abstreiten!"
        Sondern eher "Ich mache mir Sorgen um dich."
        Damit er erkennt, dass es Hilfe gibt und damit klar ist, du willst ihn dabei unterstützen. Wenn du das denn willst, aber das denke ich schon.

        Verstehst du? Das wird ein weiter Weg, vielleicht blockt er ab und du rennst erst einmal gegen eine Wand. Aber ich denke, da liegt der Hund eigentlich begraben - seine Erkrankung ist nicht ausgeheilt.

        Alles Gute euch

        White

        • (6) 20.10.16 - 14:48

          Das ist durchaus logisch. Denn als er noch "offiziell" depressiv war, also zu Zeiten seiner Arbeitslosigkeit, da hat er ebenfalls gelogen, z.B. Gesagt, er habe den Antrag auf alg gestellt, hatte er aber gar nicht... Das habe ich alles von meiner Schwiegermutter erfahren, denn ich war damals ja im Ausland. Habe ihm schon oft gesagt, dass er manchmal noch depressiv wirkt und ich mir Sorgen um ihn mache. Er bestreitet das aber immer :-(. Du hast Recht, es muss von ihm kommen, aber da kommt leider nichts. Er weiß auch noch nicht, dass ich das mit der ihk weiß. Wenn ich es ihm sagen würde, dann wäre seine Reaktion garantiert, dass er sagt, die von der ihk würden lügen oder hätten was durcheinander gebracht...

          • Wie kam es denn dazu, dass er offiziell depressiv war und dann nicht mehr?

            Depressionen sind nicht selten eine chronische Angelegenheit, die einen ein Leben lang begleiten können. Es gibt auch Varianten, bei denen es auf und ab geht.

            Wobei sein Verhalten nicht zwingend depressiv sein muss. Depressionen sind oft Begleiterscheinungen anderer psychische Erkrankungen, z.B. einer Persönlichkeitstörung.

            • (8) 20.10.16 - 15:05

              Er hat damals Medikamente bekommen, wodurch es ihm besser ging. Als er dann den Job Ende 2013 angefangen hat, hat er sie selber abgesetzt. Es ging ihm deutlich besser und wir waren alle total happy. Er erzählte mir von dem Absetzen erst ein paar Wochen später was. Die folgenden zwei Jahre liefen viel besser. Es machte keinen Anschein mehr einer Depression. Aber ich denke jetzt auch, dass die wohl doch noch drin steckt. Oder doch eine Persönlichkeitsstörung. Die Psychologin damals hat aber keine festgestellt...

              • (9) 20.10.16 - 16:04

                Das Label ist nicht so wichtig.

                Hat er nur Antidepressiva bekommen? Gerade bei leichten und mittelschweren Depressionen ist die Psychotherapie wichtig.

                Da wäre nämlich zu klären, warum er der Prüfung ausgewichen ist, insbesondere da er ja sonst keine Symptome hattr.

                Ist er innSachen Ausbildung jetzt nicht draußen? Er ist nun anscheinend 3 mal nicht angetreten. Gibt es da nicht auch die Grenze von 2 Wiederholungen?

                • (10) 20.10.16 - 18:26
                  Danke für die Antwort

                  Er war damals nicht in Behandlung, sondern hat nur die Medikamente bekommen.

                  Im Grunde hat er offiziell nicht den Titel seines Ausbildungsberufs. 2012 und 2013 ist er ja jeweils zur schriftlichen Prüfung gegangen, die er auch beide Male bestanden hat. Aber beide Male ist er nicht zur mündlichen Prüfung gegangen. Die Stelle jetzt (in seinem Ausbildungsberuf) hat er seit November 2013 inne und auch unbefristet. Festangestellt, Vollzeit. Die hat er damals bekommen. Im Bewerbungsgespräch im Oktober 2013 hat er damals gesagt, dass er zwei Monate später die Ausbildungsprüfung hätte (wo er ja nur zur schriftlichen gegangen ist). Danach hat bei ihm im Betrieb kein Hahn mehr danach gekräht, ob er nun bestanden habe oder nicht. Niemand hat nachgefragt, wie die Prüfung war...

                  Ob er sie nochmal wiederholen kann, weiß ich nicht. Normalerweise muss man sich dafür spätestens ein Jahr nach Nichtbestehen anmelden. Habe aber auch gelesen, dass man teilweise Prüfungen machen kann wenn man seit der Gesamtdauer einer Ausbildungszeit (3 Jahre in seinem Fall) plus 2 jahre Festanstellung im entsprechend Beruf, also wenn man insgesamt 5 Jahre Arbeitserfahrung in seinem Job hat, auch die Prüfung machen darf, selbst ohne Ausbildung. Das würde bei ihm ja hinkommen, da er nun insgesamt 6 Jahre in dem Beruf tätig ist.

                  Die Frage ist nur, wie ich ihn dazu kriege, dass er die Prüfung nochmal macht...

      Sorry, aber für mich fällt dein Mann in die Kategorie "armer Wicht ohne Weitsicht".

      Er verbaut sich systematisch sein eigenes Leben und offensichtlich ohne Not. Er scheint ja nicht dumm zu sein, sonst hätte er nicht zweimal die schriftliche Prüfung gepackt. Die mündliche ist m.E. in der Regel leichter, zumindest habe ich das im Studium so empfunden.

      Am meisten würde mich aber auf die Palme bringen, dass er mich gezielt und systematisch anlügt bzw. so Spiele treibt, wie nicht schlafen zu gehen, um das Abholen des Zeugnisses zu umgehen. DAS zeigt mir, dass er sehr wohl organisiert und planvoll denken kann. Seine Betrügereien sind strukturiert und durchdacht, also ist das keine generelle Schwäche von ihm.

      Kann der die mündliche Prüfung noch nachholen?
      Ich würde ihm da klar die Pistole auf die Brust setzen und mir sogar den Tag freinehmen, um mit ihm dahinzufahren und ihn bis vor die Tür vom Prüfungsraum begleiten. Klingt kindisch, aber wenn er das so braucht. Du willst dich nicht trennen, also musst du das auch im Interesse von DIR und DEINEM Kind so machen.

      Hallo,

      dass Du Dich von Deinem Mann nicht trennen willst, kann ich irgendwo verstehen, wenn Du ihn liebst, aber es muss sich irgendwas in seinem Verhalten ändern, sonst wirst Du ewig Jammerposts bei Urbia schreiben ....

      Ich denke, Dein Mann hat ein grundsätzliches Problem, auf Leute zuzugehen, mit Leuten zu reden. So steckt er den Kopf in den Sand und wartet, dass es (was auch immer) vorbeigeht. Entweder ihr schafft das zu zweit, oder er muss sich Hilfe bei einem Psychologen suchen. Wenn Du auf ihn eindrischst, wird er zu machen, red mit ihm und frag ihn, ganz liebevoll, was er für ein Problem hat, zur mündlichen Prüfung zu gehen und wie er sich das beim nächsten Male vorstellt. Es gibt Therapien und Kurse gegen Prüfungsangst, man muss das Problem aber anpacken.

      Das mit der Steuererklärung habe ich nicht ganz verstanden, irgendwo muss sie doch noch sein. Wieso lässt Du sie nicht von Deinem Mann unterschreiben und schmeißt sie beim Finanzamt in den Briefkasten, die Verjährungsfrist ist doch noch lange nicht abgelaufen.

      • (13) 20.10.16 - 18:02

        Danke dir. Ja, Ich denke auch, dass er Probleme mit dem mündlichen hat. Er ruft auch niemals irgendwo an. Wobei... er spricht lieber mit jemandem face to face als anzurufen... Er arbeitet in einem Job, in dem er viel mit Leuten zu tun hat und reden muss, auch auf die zugehen. Damit hat er dort gar kein Problem, habe ihn schon oft dabei erlebt. Ich denke, es ist vielleicht wirklich die Prüfungssituation.

        Das mit der Steuererklärung 2014 war so, dass ich ihm die fertig gemacht habe, ausgedruckt, er hat sie unterschrieben und sollte mit dem Auto zum Finanzamt fahren und sie dort persönlich abgeben. Als ich dann wenige Monate später die Steuererklärung für uns beide (wir hatten zwischenzeitlich geheiratet) für 2015 fertig gemacht habe, habe ich diese per Post geschickt und im Anschreiben nachgefragt, wie der Stand der Steuererklärung meines Mannes von 2014 wäre, da wir dazu noch nichts gehört hatten. Habe auch seine Identifikationsnummer angegeben und seinen Geburtsnamen, sodass die da beim Finanzamt nicht durcheinander kommen... Daraufhin kam dann ein Wisch von denen, dass sie unsere Erklärung von 2015 erhalten haben und prüfen, dass aber von 2014 von meinem Mann nichts vorläge :-(. Ich meine, klar, dann sowas mal passieren, aber es ist doch seltsam, dass das ausgerechnet bei ihm passiert.

        • Hallo!

          Arbeit ist "anders". Ich hasse es auch privat, irgendwo anrufen zu müssen - wenn ich aber in meiner beruflichen Funktion irgendwo anrufen muss, dann ist das was anderes. Da rufe ich ja als Sekretärin an, nicht als ich selbst.

          Wenn dem Finanzamt die Steuererklärung 2014 nicht vorliegt, dann soltest Du jetzt eine weitere Ausfertigung ausdrucken (vermutlich ist die Datei ja noch auf irgendeinem Speichermedium, und Du musst Dir die Arbeit kein zweites Mal komplett machen), lässt sie unterschreiben und schickst sie selbst ab. 500 Euro für Euch.

          • (16) 21.10.16 - 07:02

            Leider war unser PC zwischenzeitlich komplett hinüber. Er zwar wieder von einem Fachmann gerichtet werden, die Daten aber nicht gerettet werden. Die ganze Arbeit kommt also doch wieder auf mich zu :-(

    Hallo!

    Also für mich klingt das wegen der Ausbildung so, das er Angst vor der mündlichen Prüfung hat und sich da einfach nicht überwinden kann. Er bekommt es also nicht gebacken.

    Das Andere....hmm.....er scheint nicht in der Lage zu sein selber sein Leben zu gestalten. Du bist da und hilfst ihm, übernimmst das alles. Das er noch nicht mal in der Lage ist einen Brief in den Briefkasten zu schmeißen lässt schon sehr tief blicken.
    Da er wohl unter Depressionen leidet macht es da nicht einfacher. Die Frage sie sich mir stellt: War er schon immer so? Ich meine ein so unselbstständigen Menschen sucht man sich doch nicht als Partner aus.....
    Daher glaube ich das da mehr hinter steckt, er wirklich ernsthaft krank ist. Ob das jetzt die Depression ist, oder etwas anders kann dir hier auch keiner sagen. War er mal in Therapie? Denn in dieser Richtung würde ich mal ansetzen, wenn man das Gefühl hat das er sowas nicht mit voller Absicht macht. Noch eine Möglichkeit ist das er sich mal komplett durchchecken lassen sollte. Also mal zum Arzt geht. Vielleicht stimmt da was nicht. Gerade wenn es um so ein komisches Verhalten geht. Vielleicht vergisst er viel, hat kurze Aussetzer usw.

    Ein Vielleicht bringt dich nicht weiter. Ihr braucht da mal eine vernünftige Antwort darauf WARUM er so ist wie er ist und ob man daran arbeiten kann oder nicht.
    Wenn er das nicht will, dann kann man ihm einfach nicht helfen und du musst wissen ob du so weiter leben möchtest oder nicht.

    LG Sonja

    (18) 20.10.16 - 17:44

    Ich hatte auch mal so ein Exemplar - beruflich war aber bei ihm soweit alles im Grünen.

    Außer das er so eine Sklavenseele war/ist, die gegenüber dem Chef so ziemlich alles schluckt und dann daheim eine Palastrevolution veranstaltet hatte

    Allerdings habe ich seine schriftliche Meisterarbeit geschrieben #schein
    Ich glaube der hat in seinem ganzen Leben keinen tag als Meister gearbeitet, weil er die Verantwortung nicht übernehmen wollte und er ist auch nur zur Meisterschule gegangen, weil ein Freund ihn bequatscht hatte, der nicht allein da hocken wollte.

    Hätte ich den nicht in den Hintern getreten, wäre der wohl auch nicht zur Nachprüfung erschienen. Der ist nämlich auch erstmal durch gefallen, weil Lernen ja doof war und das Kneipenleben am Ort interessanter.

    Der war außer als Fachidiot für nichts zu gebrauchen und ich habe wie du, so ziemlich alles erledigt.
    Anfangs war er auch ein netter Kerl und super Vater. Im Laufe der Jahre wandelte sich das aber immer mehr, weil er meinte seine Defizite ausgleichen zu müssen und mich klein zu machen.
    Das war aber ein Prozess, welcher über Jahre ging und da dies schleichend geschah, war mir dies erst nicht so bewußt

    Wie bei dir, Finanzen, Behördengänge, Steuererklärungen eigentliches alles inkl. Erledigung des Haushaltes und sogar Öl und Luft am Auto kontollieren und beim TÜV vorführen. Einfach alles!

    Nicht mal eine Überweisung konnte er tätigen. Vor mir hat das entweder seine Ex oder Mutti erledigt, nach mir eine Freundin - nachdem sie bei ihm nicht landen konnte, erledigt dies heute unser Sohn.

    Irgendwer erledigt seine Angelegenheiten und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
    Solange irgendwer denen jemand alles abnimmt und alles regelt, sehen diese keinen Handlungsbedarf.

    Ich selber muss gestehen, das man nach und nach den Respekt vor so einem lebensunfähigen Menschen verliert -aber bei uns kamen noch weitere Defizite hinzu und der wurde mir derart peinlich.
    Denn er entwickelte so eine Art Minderwertigkeitskomplexe gerade gegenüber Akademikern und meinte, das er nicht so gut reden könnte, was auch stimmte und da gab es einige Fremdschämaktionen, bei welchen man sich dachte "Warum hat der Kerl jetzt nicht mal seinen Mund gehalten"

    Du hast immerhin das Glück, das er soweit ich lese nicht zu denen gehört, die dann eine Art Sozialneid entwickeln und sich dann abgehängt oder gar minderwertig fühlen.

    Auch der Alkoholkonsum pegelte sich auf eine tägliche Dosis ein und nach Familienfeiern war er oft voll , streitsüchtig und ging oftmals unter die Gürtellinie.

    Am nächsten Tag dann eher reuig oder wenn er mal wieder was verschlampt/vergessen hatte. das nimmt man einmal hin....dann wieder und wieder.
    Nur kommt irgendwann der tag, da fängst du an zu grübeln, ob es das wirklich war und ob du so weiter leben möchtest.

    Dein Mann ist ja kein Kind mehr und aufgrund seines Alters glaube ich nicht, das da groß was kommen wird. Ob er Leidensdruck hat, vermag ich nicht zu sagen.
    Im Grunde der klassische Versager, der dies auch zu 100 % selber verschuldet hat.

    Trennen willst du dich derzeit nicht, was ja o.k. ist. Er wird sich auch nicht trennen, solange du funktionierst!

    Er belügt dich und du sagst direkt, das er nicht der Typ ist, der lügt. kann es sein, das du dir was vormachst.

    Irgendwann kommt oder sollte man zu der Erkenntnis kommen, das man nicht immer das Verhalten seines Partner schön reden sollte, sondern den nackten Tatsachen ins Auge sehen sollte.

    Wenn das krankheitsbedingte Ursachen hat, muss er sich halt helfen lassen.

    Offensichtlich leidest du mehr unter der Situation als er. Er ändert daran aber nichts.

    Somit musst du entweder damit leben, das er so ist wie er ist und allein dafür sorgen, das die Familie funktioniert und alles geregelt wird oder Konsequenzen ziehen.

    Sei dir bewußt, das er ganz genau weiß das du dich auch irgendwann wieder ab regst und dann geht das schön alles wieder seinen Gang....bis du dich aufregst und wieder beruhigst und immer so weiter.

    Im Grunde kann ich dir gar nicht raten, wie du verfahren sollst.
    Das muss jeder für sich selber heraus finden.

    Bei mir war es halt so, das er dann noch ein unter anderem undankbares nörgeliges Exemplar wurde und mir war irgendwann meine eigene Lebensqualität nach 15 gemeinsamen Jahren wichtiger.
    Außerdem ist ihm auf einer Feier was raus gerutscht, was unverzeihlich war. Hat er widerrufen, aber dann noch bei anderer Gelegenheit jemand erzählt und ab da war ich mir sicher.

    Es gibt Dinge, die verzeiht man nie - egal wie lange dies zurück liegt. Kein Fremdgehen - eher noch schlimmer! Da war bei mir sofort das bisschen Liebe weg, was noch vorhanden war.

    Das einzige was ich zutiefst bereue, nicht früher gegangen zu sein.

    Seine Verhaltensmuster hat er bis heute nicht abgelegt. Jeglichen Schriftkram, Kündigungen, Bewerbungen, Bankwechsel oder Behördengänge erledigt eine Freundin (die wäre gern seine Partnerin geworden und hat sich dann 10 Jahre den Hintern für den aufgerissen und seine Problemchen erledigt) für ihn.

    Ob seine Neue dies auch macht, weiß ich nicht. Der war mit 27 Jahren so und heute mit 52 ist er in dieser Hinsicht kein Stück weiter.

    Ein Beziehung sollte man auf Augenhöhe führen. Damit meine ich jetzt nicht irgendwelche Standesdünkel pflegen, sondern es sollte eine gemeinsame Basis vorhanden und das Familienleben, sowie die Bewältigung des Alltags, wozu auch Finanzen und Behördengänge zählen sollte schon mehr oder weniger gemeinschaftlich erledigt werden.
    Bei euch sehe ich eine drastische Schieflage. Du bist engagiert und erfolgreich und er loosert so vor sich hin.
    Ich kenne Handwerker/Akademikerkonstellationen, die wunderbar funktionieren, weil beide in ihrem Bereich gut angekommen sind , sich weiter entwickeln und sich so gegenseitig respektieren.

    Partnerschaft bedeutet auch, das man sich auf seinen Partner verlassen kann. In jeglicher Hinsicht. das einer was besser kann, als der Andere, kann durchaus vorkommen. Das gleicht man ja anderweitig aus.

    Ich kenne euch nicht, aber eure Basis sind die Kinder. Womöglich ist er sonst auch ein netter Kerl, aber wenn es das schon war.....

    Solange von seiner Seite nicht der Wunsch besteht an der derzeitigen Situation zu arbeiten, wird das nichts. Dank dir läuft ja alles bestens und wenn du dich mal aufregst, bekommst du dich ja immer wieder ein.

    Warum, frage ich dich, sollte er sich ändern bzw. etwas an sich ändern?

    Es stört schließlich nicht nur dich. Genau da, fragt man sich, was man dem Partner eigentlich wert ist

    Ich wünsche dir alles Gute und das du einen Weg findest. Wie auch immer dieser sein wird

    Man merkt das die Antworten hier von Leuten kommen die schlicht keine ahnung von psyschichen Erkrankungen haben!

    Für mich hat dein mann Versagensängste, will sich dies aber nicht eingestehen bzw erst recht nicht vor dir. Er will vor dir nicht als Versager da stehen der nichts auf die Kette bekommt. Er ist jeweils zur schriftlichen Prüfung gegangen, dabei muss er sich was gedacht haben. Er hatte den Willen es zu schaffen. Die mündliche Prüfung war offenbar unüberwindbar für ihn.

    Der Gedanke vor mehreren Leuten "abliefern" zu müssen und vielleicht als großer depp da zu stehen war wohl so furchterregend das er nicht geschafft hat hin zu gehen. Dein "drängen" zu diesen und jenen verbessert die Situation nicht, im Gegenteil. Er verstrickt sich in lügen weil der Druck zu groß ist. Auch wenn die Dinge für dich einfach und selbstverständlich erscheinen, kann es für ihn aufgrund seiner Erkrankung sehr beschwerlich und unüberwindbar sein. Lieber meidet er die Situation und lügt danach weil er wohl nicht weiß wie er dir plausibel erklären soll warum er selbstverständliche Dinge nicht schafft. Jemand der nicht psyschich krank ist kann es meisstens auch ganz einfach nicht verstehen.

    • (20) 20.10.16 - 18:15

      Ja, ich habe ja auch nicht umsonst geschrieben, dass ich keine "Ratschläge" a la "Trenn dich" brauche. Mein Mann ist ein wundervoller Typ, der zwei Mal zur schriftlichen Prüfung, aber zwei Mal nicht zur mündlichen Prüfung gegangen ist. Ich denke auch, dass ich an dem Punkt ansetzen muss und hier noch etwas bzgl. seiner alten Depressionen im Argen liegt.

      Zwischenzeitlich habe ich mit ihm gesprochen, ihn gefragt, was ihn bedrückt. Wie ich ihm helfen kann. Dass ich mir Sorgen mache. Er hat es aber nicht gestanden, hat (wie ich vermutet habe) gemeint, das könne nicht sein. Die bei der ihk hätten was falsch gemacht. Er wäre bei der Prüfung gewesen.

      Ich frage mich nun was ich tun kann, um ihm zu helfen. Er sieht selber ja nicht ein, dass er Schwierigkeiten hat und würde entsprechend auch nicht zum Therapeuten gehen :-(.

      • (21) 20.10.16 - 18:56

        Mein Partner hat ebenfalls Depressionen. Wenn ich mir die Erzählungen seiner Familie anhöre, dann wohl schon seit seiner Jugend immer mal wieder. Zum Therapeuten wollte er nie gehen.

        Ich liebe den Mann sehr und habe ihm über viele Jahre einiges an Verantwortung abgenommen.

        Das hat uns ein "funktionieren" auf einem normalen Niveau ermöglicht. Allerdings wurde es für mich immer anstrengender. Ich fühlte mich ausgelaugt und konnte irgendwann nicht mehr.

        An diesem Punkt habe ich ihm gesagt: Ich liebe dich, aber ich kann nicht mehr die "Feuerwehr" für dich spielen. Er hat mir das sehr übel genommen und fühlte sich im Stich gelassen. In den nächsten Monaten sind einige Bereiche seines Lebens stark den Bach runter gegangen. Er hatte massiven Stress mit einigen Freunden und in der Arbeit. Schließlich hat er seinen Job verloren. Davor hatte ich immer mit viel Einsatz verhindert, dass es soweit kommt.

        Es war für ihn schrecklich und für mich auch. Ich habe mich mehrfach gefragt, ob ich noch als Partnerin tauge, wenn ich ihm nicht helfe. Er hat es mir nicht einfacher gemacht, da er dauernd von mir erwartete, dass ich jetzt endlich einspringe.

        Jetzt geht es ihm gerade so schlecht wie schon lange nicht mehr. ABER: Er ist jetzt zum ersten Mal in seinem Leben bereit eine Therapie zu machen. Aus eigener Motivation, weil er wirklich etwas ändern will und einen Anlass dazu hat. In wenigen Tagen hat er seinen ersten Termin.

        Ich weiß nicht, ob der Weg bis hierher der richtige war. Aber ich hoffe es sehr.

        • "Ich weiß nicht, ob der Weg bis hierher der richtige war."

          Definitiv. Denn jetzt kannst Du ihn unterstützen und es wird auch Wirkung zeigen. Vorausgesetzt, er findet den richtigen Therapeuten und bricht die Therapie nicht gleich ab, wenn es schwierig wird.

          Hallo

          So geht es mir auch gerade. Mein Mann hat aufgrund seiner Kindheit eine posttraumatische belastungsstörung und aufgrund dessen wollte er es sich immer wieder selbst beweisen und deshalb noch einen burnout dazu. Er ist selber Beamter auf Lebzeit und arbeitet mit Geld aber unsere finanzielle Lage nicht im Griff. Wir haben fünf Kinder und ich arbeite deshalb nur Teilzeit. Unsere Kinder haben alle Probleme. Wahrscheinlich vererbt. Jetzt war es letzte Woche so schlimm das mein Mann für fünf Tage in die Psychiatrie musste da es immer schlimmer wurde. Er wartet auf Übernahme der Stunden für die Therapie.

          Mein Mann ist bereit was zu ändern und ich bin zu der Erkenntnis gekommen das mir doch echt viel zugemutet wird und wir jetzt gleich einen Termin beim Arzt haben und eine Familienreha beantragen werden. Hier muss sich was ändern ansonsten bricht hier alles zusammen.

          Kind 1: Mobbing ( jetzt in Tagesklinik wegen ritzen)
          Kind2: Epilepsie ( lernbehindert ) auch jahrelang in ärztlicher Behandlung.
          Kind 3: gesund
          Kind 4: schlechter Schläfer von Geburt an und Verdacht auf ads ,braucht viel Unterstützung und wöchentlich Therapien wegen lese rechtschreib Schwäche.vorher Jahrelang ergo und Logo.
          Kind 5: schreikind und extrem fordernd.

          Ich 80 Prozent für den Haushalt zuständig und ich glaube mittlerweile das mein Mann und auch die Kinder wenn ich gehen würde Messis wären. Die können einfach keine Ordnung halten . Und ich kann das alles nicht mehr wuppen und will ich auch nicht.
          Ich habe damals den Kontakt zu meinen Schwiegereltern abgebrochen und habe meiner Schwiegermutter am letzten Donnerstag zu richtig zur Sau gemacht. Die redet garnicht mehr von ihrem Sohn oder mein Kind. Nein das ist dein Mann.

          Ich hatte selber schon einen burnout und es ging mir dank Therapie bis vor wenigen Wochen gut aber dank der letzten drei Wochen dauerstress lieg ich gerade platt im Bett.

          In der Familie bin ich jetzt allerdings diejenige die egoistisch ist und meinem Mann keine alleinige Reha gönne. Ich sehe es allerdings so das hier Ordnung einkehren muss und da müssen alle Familienmitglieder einbezogen werden.

          Ich drücke euch die Daumen .

          Lg

      Hallo

      Ich denke es schämt sich.

      Mein Mann hat keinen Führerschein . Was habe ich hier schon geflucht. Mittlerweile habe ich herausgefunden das mein Schwiegervater ständig stochbesoffen Auto gefahren ist und mein Mann deshalb Panik hat. Das erklärt auch warum er wenn er als Beifahrer mitfährt immer direkt schläft.

      Lg

Hallo!

Für mich klingt es, als ob er in manchen Situationen eine irrsinnige Angst hat. So wie bei jemandem mit einer Phobie vor Zahnarztbesuchen - nur sind es bei ihm eben irgendwie geartete Prüfungssituationen, wozu es auch schon reicht, einem Finanzbeamten gegenüber zu treten.

Ich gebe zu - ich habe in solchen Situationen auch Schiss. Und zwar ziemlich viel. Unbekannte Situationen sind mir echt ein Graus. Aber nachdem ich ansonsten psychisch gesund und seelisch stabil sind, reiße ich mich am Riemen, nehme was gegen meinen nervösen Magen und ziehe es durch.

Bei Deinem Mann siegt die Panik, er drückt sich drum, und am Ende ist es für ihn einfacher, Dich jahrelang anzulügen, statt dazu zu stehen.

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