Krise Ü 40

    • (1) 22.10.16 - 12:59

      Hallo liebe Community,
      Ich habe mich neu hier registriert umd hoffe auf Input.
      Es gibt mehrere Baustellen, die insbesondere mich belasten und dadurch auch meine Beziehung und meinen Mann selbst auch.

      Wir haben zwei Mädchen, 14 und 7 und haben bis vor 1,5 Jahren an einem dritten Kind gebastelt.
      Insgesamt haben wir es fast 4 Jahre probiert, ich hatte zwei Fehlgeburten und kurz nach meinem 40. kamen mir Zweifel ob der Kinderwunsch noch realisierbar ist.
      Kurz: wir haben längere Zeit immer wieder gesprochen, über unsere Vorstellungen von der Zukunft und dind dann zu dem Ergebnis gekommen, den Kinderwunsch aufzugeben, auch weil wir uns zu alt gefühlt haben und beide nicht mit Mitte 50 Anfang 60 noch ein pubertierendes Kind schaffen würden.

      Es ist mir schwer gefallen, damit abzuschließen, aber wir waren uns ja einig und die Gründe waren ja da.
      Vor 6 Monaten musste dann meine Gebärmutter entfernt werden und seitdem bin ich wieder so unsicher und hadere mit der Tatsache, dass ich nun definitiv unfruchtbar bin...
      Die OP war nicht ohne und ich habe 2 Monate gebraucht um rein körperlich wieder fit zu werden.
      Psychisch habe ich zu knappsen.
      Warum?
      Erstens nagt der Kinderwunsch doch noch an mir und die Tatsache, dass ich nun keine Gebärmutter mehr habe, macht das Ganze so endgültig. ..ich fühle mich um die freiwillige Entscheidung gegen ein weiteres Kind betrogen.
      Mein Mann versteht mich nicht , ich möchte auch keinen Sex mehr, vor der OP hatte ich ständig schlimme Blutungen, da war also ein Grund vorhanden. ..jetzt sind die Blutungen kein Thema mehr , was echt eine gute Erfahrung ist, aber ich möchte nicht mehr von meinem Mann angefasst werden.
      Wir hatten jetzt seit über 1 Jahr keinen Sex mehr.
      Ich sehe keinen Sinn mehr darin,wozu Sex wenn ich eh nicht mehr schwanger werden kann?
      Dazu kommt, ich habe 10 kg zugenommen, ich esse ständig Süßigkeit, viel Schokolade, Chips und habe mich bis vor wenigen Wochen kaum bewegt. Ich fühle mich unattraktiv und nehme es meinem Körper übel, dass ich zwei Fehlgeburten hatte. ..so die Familienplanung abzuschließen, ist einfach sch.
      ..
      Jetzt habe ich allerdings wieder mit Laufen angefangen. Meine Ernährung bekomme ich aber nicht in den Griff...
      Sorry dass es so viel geworden ist.
      Was sagt Ihr dazu?
      Ach ja, eine Therapie mache ich seit 3 Monaten. ..

      • Hallo, ich bin jetzt vielleicht ein bisschen hart. Aber vielleicht solltest Du mal den Blick darauf werfen, was Du hast und nicht darauf, was Du nicht hast. Du hast einen Mann und 2 gesunde Kinder. Ihr seid noch eine Familie, wenn Du so weitermachst, dass Du den Sex verweigerst, dann denke ich, dass über früh oder lang Deine Ehe und auch Eure Familie den Bach runter gehen wird. Wie wird es Dir dann ergehen. Ja, es ist schlimm, wenn man eine Fehlgeburt hat, ich hatte eine stille Geburt. Aber man muss doch auch mal sehen, was man alles im Leben Schönes hat. Ich finde Dich sehr selbstmitleidig. Trauern ja, aber in Selbstmitleid versinken, Nein, das geht nicht. Mach weiter so, dann ist alles kaputt.

        LG Leah

        • Ich finde deine Worte gar nicht so hart.
          Ich selbst habe mir ähnliche Gedanken auch schon gemacht.

          So selbstbemitleidend kenne ich mich auch nicht.
          Ich denke, ich muss nach vorne schauen und gleichzeitig sehen was ich jetzt gerade brauche.
          Mein Mann kann mir da nur wenig helfen.
          Es reicht schon, wenn er keinen Druck ausübt, das tut er auch nicht.
          Irgendwie bin ich wohl in eine Krise geraten, und ich hoffe mein Mann steht weiterhin zu mir auch wenn es im Moment nicht so gut läuft.
          Mein Körper ist mir fremd und ich mag mich im Moment nicht. .. daran muss ich selbst was ändern.
          Danke dir.

      Hallo,

      mir tut es sehr leid, dass du mehrere Fehlgeburten hattest und eure Familienplanung auf diesem Wege zum Abschluss kam.

      Ich kann mir vorstellen, wie schwer das alles im Zusammenhang zu verkraften sein muss.

      Auch, dass es ganz seltsam sein muss, Sex zu haben, der nie wieder seine biologische Bestimmung erfüllen wird.

      Ich kann leider nicht groß helfen, aber ich hoffe für dich, dass die Therapie dich auch und vor allem dabei unterstützen wird, um dein verlorenes Organ zu trauern. So ganz im Reinen scheinst du ja nicht mit der Entscheidung zu sein, die getroffen wurde. Ganz zu schweigen von den psychischen und körperlichen Folgen.

      Eine Gebärmutterentfernung ist eben (unter Umständen) eine riesige und sehr, sehr belastende Sache, die von Ärzten viel weniger leichtfertig angeraten werden sollte.

      Die Gefühle, die du nun hast, sind völlig normal und ich drücke dir die Daumen, dass du alles gut ver- und aufarbeiten kannst.

      "Jetzt habe ich allerdings wieder mit Laufen angefangen"

      Damit wäre ich an deiner Stelle aber sehr vorsichtig. Du hast im Unterbauch eine ganz andere Beschaffenheit nun. Ich würde mich zuerst ganz, ganz gründlich um meinen Beckenboden und im wahrsten Sinne um die innere Mitte kümmern, bevor du solch belastende Sportarten angehst.

      LG

      • Lieben Dank auch an dich.
        Ich mache gezielt Beckenbodengymnastik, das werde ich auch beibehalten.

        Teilweise hab ich es schleifen lassen, wozu noch hab ich mich gefragt. ..
        Ich muss aufpassen, nicht in eine Depression abzurutschen.

        Ich neige dazu, ich hatte in der Pubertät und auch in den Schwangerschaften bzw.in den ersten Jahren nach den Geburten damit zu kämpfen. .. und jetzt ist wieder so ein Einschnitt.
        Ich werde meinen Gynäkologen auch mal bitten, einen Hormonstatus zu machen, denn ob ich in den Wechseljahren bin, merke ich aufgrund der nicht mehr vorhandenen Blutungen ja gar nicht...
        Du hast es gut gesagt: ich muss mich um mich kümmern, ein neues Körpergefühl entwickeln. ..
        Wie weiß ich noch nicht, es gibt viele Baustellen.

        Ich bin durcheinander und irgendwie wie gelähmt, aber ich muss mich bewegen sonst ändert sich nichts. ..

    *Was sagt Ihr dazu?*

    Man kann sein Leben -trotz "Niederlagen" oder Krisen meistern oder in Selbstmitleid verfließen.

    Mit Letzterem tut man sich und seinem direkten Umfeld nichts Gutes. Ich denke jeder Mensch hat Krisen oder schwere Zeiten. Die Frage ist wie man damit umgeht. Tiefschläge waren für mich immer Ansporn und ich bin gestärkt da raus gekommen.

    Ich frage mich, was Du denkst, wie Dein Mann damit umgehen soll? 1 Jahr kein Sex. Ich hatte auch eine Zeit mit wenig bzw. gar keiner Lust. Ich habe in der Zeit wenig an meinen Mann gedacht, sondern bin einfach davon ausgegangen, dass er es zu akzeptieren hat. Ein großer Fehler von mir....

    Immerhin bist Du in Therapie. Ich hoffe für Dich, Deinen Mann, Deine Familie, dass es ein guter Therapeut/in ist.

  • Hey du,

    gut, dass du in Therapie bist. Auch ich denke, mit Selbstmitleid kommst du nicht weit. Eine Zeit lang Wunden lecken ist auch ok - aber irgendwann muss es dann auch wieder vorwärts gehen. Für deinen Mann und eure Tochter - aber auch für dich.

    Du gefällst die gerade nicht, ok. Vielleicht findet dein Mann es gar nicht so schlimm? Nicht immer sind ein paar Kilo zu viel unsexy...

    Hm... Das mit den Fehlgeburten ist schlimm, ja. Wurde denn eine körperliche Ursache bei dir festgestellt, dass du sauer auf deinen Körper bist? Ich hatte 4 Fehlgeburten bevor ich ein Kind austragen konnte, es war lange ungewiss, ob wir überhaupt Kinder bekommen können. Und zwar ohne feststellbare Ursache. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einfach "defekte Anlagen" waren ist groß, konnte aber nie bestätigt werden. Und jetzt mal ganz ernsthaft - hattest du bis zu dem Zeitpunkt nur Sex aus fortpflanzungstechnischen Gründen?

    Das mit dem Hormonstatus ist eine gute Idee -auch hieraus kann Lustlosigkeit entstehen. Aber versuche die Lustlosigkeit zu ergründen und lass deinen Mann teilhaben - auf Dauer geht ein Lustungleichgewicht nämlich nach hinten los.

    Zwecks der Ernährung würde ich mir auch professionelle Hilfe suchen. "Einfach nichts zu kaufen" ist zwar leicht geraten, aber nicht leicht umzusetzen und ist im Endeffekt ja ein Ausdruck deiner Unzufriedenheit.

    Ich wünsch dir alles Gute!

    Genauso versaut man sich das Leben- und das ist absolut nicht böse gemeint sondern nur etwas aufrüttelnd. Ich habe die gleiche OP hinter mir und meine Tochter auch - und es waren auch schwerwiegende Gründe.
    Du reduzierst Dein "Frau-Sein" und Sex haben nur auf's Kinderkriegen? Das ist zwar im Sinne der Uraltauslegung der Bibel - aber lebensfremd bis zum Gehtnichtmehr.
    Ich für meinen Teil war gottfroh, eeeeendlich unbesorgt mit meinem Mann Sex haben zu können, ohne Angst vor Schmerzen und Blutungen, ohne das ganze Gedöns rund um die Regel, was mir gründlich das Leben versaute.

    Entspann Dich endlich und hör auf mit der Frustfresserei. Genieß Deine zwei Töchter und Deine Partnerschaft - Dein Mann wird sich wohl schon selber leidtun, das muss auch nicht sein.
    Ist gut, dass Du in Therapie bist, denn sonst geht Deine Ehe und Dein Leben den Bach runter - und das "nur", weil dieses elende Teil, was einem nur Kummer gemacht hat, weg ist?
    Ganz sicher nicht.
    Soviele Frauen haben garkeine Kinder; Du hast zwei Töchter, bitte lass sie es nicht spüren, dass sie Dir nicht reichen.
    Alles Gute.
    LG Moni

    • Hi,
      Ich weiß, dass es mich nicht weiterbringt, etwas nachzutrauern, was nun mal nicht mehr da ist.
      Nicht falsch verstehen, meine Töchter " reichen " mir , ich bin froh, zwei Kinder zu haben.
      Bei mir vermischen sich verschiedene Dinge : die Fehlgeburten, die OP , die Trauer über den nicht erfüllten Kinderwunsch.
      Ich bin von Natur aus kein Steh auf Männchen, eher neige ich dazu, zu verzweifeln, ich muss sehr kämpfen, um mein Loch wieder zu verlassen, ich bin oft antriebslos und stecke den Kopf in den Sand.
      So wie du kann ich es noch nicht sehen.

(10) 22.10.16 - 18:44

Habe selbst keine Gebärmutter mehr und kann nur sagen. Toll. Es gibt mehr Sex als je zuvor. Habe Kinder und keinen Bedarf mehr.

Reiß Dich zusammen. Du tust Dir keinen Gefallen in Selbstmitleid zu verfallen. Warum nur Sex zu Kinderwunschzeiten? Dein armer Mann. Ehrlich.

Du hast Kinder. Sei dankbar. Reiss dich zusammen. Bewege Dich. Tue was für Dich und tue nicht als seist Du 80 und nix mehr zu retten.

Rette Deine Ehe mit mehr Selbstbewusstsein. Mach Diät. Kümmere Dich um Dich. Und das hilft Euch dann letzlich.

Und bitte. Schlafe mit Deinem Mann. Keine Gebärmutter ist keine Ausrede. Im Gegenteil.

  • (11) 23.10.16 - 14:07

    Ist das dein Ernst? Sex zu haben gegen den eigenen Willen??
    Man kann sich auch selbst vergewaltigen!!

    Und das soll dann die Partnerschaft verbessern??
    Auweia.

    Die Frau sei dem Manne untertan.

    Sie muss schön sein, dünn sein und ihrem Gatten sexuell verfügbar sein.

    Und wenn sie eine Lebenskrise hat und depressiv ist, dann soll sie sich gefälligst zusammenreißen, sonst versagt sie in ihren ehelichen Pflichten.

    • (12) 23.10.16 - 19:11
      Reissdichzusammen

      Sie bemitleidet sich. Sex gibts nicht mehr.
      Ja bitte. Tolle Ehe

      Sex gehört dazu. Soll sie nicht flennen wenn sie bald schreibt Ehemann ging fremd

      Daher Po in die Hand und dafür sorgen dass er es nicht tut.

(13) 23.10.16 - 00:32

Liebe Sollbruchstelle,
wurden dir auch die Eierstöcke entfernt? Falls ja, können deine Probleme auch ganz unmittelbar daran hängen: Mögliche Folgen einer Ovarektomie sind u.a. Depressionen/ Antriebslosigkeit, starke Gewichtszunahme (Adipositas), fehlende Libido (und noch einige weitere wie Migräne, Schwindel, Osteoporose, Haarausfall).
Normalerweise wird (bei Frauen ohne Brustkrebs und unter 50) mit einer Hormonbehandlung der Östrogen- und Progesteronmangel ausgeglichen. Könnten deine Probleme an einem nicht substituierten Hormonmangel liegen? Der könnte behoben werden!
Alles Gute

  • Diese Probleme können auch nach "nur" der Entfernung der Gebärmutter auftreten. Gerade über Gewichtsprobleme und hormonelle Probleme berichten viele Frauen nach dem Verlust der Gebärmutter. Es kann bei der Operation die Blutversorgung zu den Eierstöcken gestört werden.

    Es ist schön, wenn es für die Patientinnen die richtige Entscheidung war, aber diese Operation kann schwerwiegende Folgen haben.

    Ich drücke der TE alle Daumen, dass sie langfristig gut damit zurecht kommen wird.

Hallo,

das klingt alles nicht schön, was Du da schreibst, aber Du hast doch Familie und für die solltest Du auch da sein. Ich denke, ohne Hilfe, psychologische Hilfe, wirst Du Dein leben nicht wieder in den Griff bekommen. Bitte lass Dir helfen, Deiner Familie zuliebe.

LG

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