Entscheidungshilfe gesucht!

    • (1) 23.10.16 - 13:44
      Nullkommanichts

      Hallo ihr Lieben,

      Ich stehe vor so einigen wichtigen Entscheidungen. Und gerade weiss ich weder welches der richtige Weg ist, noch wie ich ansetzen soll. Die Zeit liegt mir im Nacken und verursacht zusätzlichen Druck.

      Nun erstmal zur Situation:

      Ich lebe mit meinen 3 Kindern alleine. Die Zwillinge sind 7 Jahre alt und mein "älterer Sohn" wird im nächsten Jahr 10 Jahre alt. Meine Tochter hat eine Sinnesbehinderung. In unserer Stadt oder näheren Umgebung gibt es leider keine für Sie geeignete Schule, welche aber für Ihre weitere Entwicklung von enormen Vorteil wäre..alleine schon der Selbständigkeit wegen.
      Nun wurden sie vorerst in eine Regelschule eingeschult aber das Optimum ist es leider nicht.

      Die nächste geeignete Schule liegt 1.5 Stunden von hier entfernt. Sprich ein Umzug wäre erforderlich. Internat kommt für mich absolut nicht in Frage.

      Doch wie soll sich das alles gestalten? Mein ältester Sohn würde jetzt nach der 4. Klasse ohnehin die Schule wechseln. Das wäre der Vorteil..

      Aber nun zu der Problematik: ich wäre in dieser Umgebung völlig auf mich alleine gestellt, keine Familie in der Nähe, nichts..Meine Tochter muss des Öfteren ins Krankenhaus..Was mache ich während dieser Zeit mit meinen anderen beiden Kindern?

      Wie finde ich auf die schnelle eine geeignete Wohnung barierrefrei und organisiere dann dementsprechend einen Umzug?

      Oder doch damit warten bis die 4 Grundschuljahre um sind? Dann sind die Kinder etwas älter.. Aber je älter die Kinder desto schwieriger dann eben auch ein Umzug während der Pubertät, wenn sich gerade Freunde etc festigen.

      Könnt ihr mir einen Rat geben wo ich ansetzen soll? Ich sehe gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht..

      • Was heißt 1,5 Stunden entfernt? Mit öffentlichen Verkehrsmittel oder mit dem Auto?
        Besteht nicht die Möglichkeit, dass deine Tochter abgeholt und gebracht wird? Müsste doch die Krankenkasse bezahlen. 3 Stunden Fahrzeit, ist schon sehr lange. Hinzu kommt, dass sie keine Möglichkeit hat, sich nach der Schule zu verabreden.

        Hast du dich schon mal erkundigt, ob die Krankenkasse die Fahrkosten übernimmt?
        Schau mal bei Google unter "Beförderung behinderter Schüler".

        • (3) 23.10.16 - 16:14
          Nullkommanichts

          Das würden 1.5 Stunden mit dem Auto bedeuten an reiner Fahrzeit..Das wären also 3 Stunden am Tag. Dies würde ich ihr nicht zumuten wollen ebenso bezahlt das in diesem Umfang auch keine Krankenkasse mehr.

      Unter den Umständen, die Du beschreibst, scheint die Wahl zu sein: Alle machen Einbußen zugunsten der Tochter ODER die Tochter wird schulisch nicht optimal betreut, dafür passt aber das familiäre Umfeld und die Hilfen für Dich.

      Stimmt das so?

      Da wäre für mich ganz klar, dass ich bleiben würde, wo ich bin und versuchen würde, die Tochter auf andere Arten zu fördern. Es hilft letzten Endes auch ihr nichts, wenn Du Dich zerreissen musst, alle umziehen müssen, Familie, Freunde und damit Unterstützung verlieren.

      Du willst sicher nur das Beste für Deine Tochter, wo sie eh schon gehandicapt ist. Verständlich! Es klingt aber nicht so, als würde die Gesamtsituation dadurch besser oder gleich bleiben und damit musst Du andere Wege finden.

      • (5) 23.10.16 - 18:54
        Nullkommanichts

        Danke für deine ausführliche Antwort. Im Prinzip würden meine Jungs gerade noch gerne mit Begeisterung umziehen. Die Möglichkeiten für die Zukunft sind hier auch einfach stark begrenzt.

        Und für meine Tochter gibt es natürlich auch noch andere Förderungen. Aber das deckt nicht alles ab und im Prinzip ist damit unser kompletter Alltag abgedeckt da ich dafür sorgen muss das sie erstmal in allen gefördert wird da es die Regelschule nicht abdecken kann..Es wird irgendwann zum Spießroutenlauf. Und das wird mit steigendem Alter sicherlich nicht einfacher oder besser.. Das wäre dort natürlich alles mit der Schule abgedeckt.

    Hallo

    Und wenn du vielleicht nur die halbe Strecke wegziehen würdest und dann mit Hilfe der Krankenkasse irgendwas organisierst? Oder wie wäre es mit einer Schulbegleitung? Wäre das möglich/sinnvoll? Vielleicht schafft ihr die Grundschulzeit dann an eurem Wohnort und zieht um, sobald deine Töchter die Schule wechseln? Wäre für euren Sohn allerdings vermutlich auch doof... Aber vielleicht wäre das erstmal eine Hilfe...

    Ich würde mich da einfach mal beraten lassen...

    LG

  • Wer unterstützt dich denn immoment?
    1,5 Stunden sind ja nicht ewig lang, da kann 'die Hilfe' doch trotzdem kommen?

    • (8) 23.10.16 - 18:50

      Das sind hauptsächlich meine Eltern..Wenn hier Not am Mann hat kann ich die Jungs schnell mal bei ihnen übernachten oder betreuen lassen. Sie sind aber beruflich stark eingebunden und könnten somit nicht einfach 1.5 Stunden Autofahrt die Kinder betreuen.

(9) 23.10.16 - 18:38

Dadurch das sie erblindet ist, gibt es nur spezielle Blindenschulen die sie fördern können. Zum einen das erlernen der Brailleschrift und vielleicht noch viel wichtiger, soziales Umfeld (Umgang mit anderen blinden Menschen) sowie die Förderung der bestmöglichen Selbstständigkeit. Das alles kann ihr hier im momentanen Umfeld niemand bieten. Aber irgendwann ist der Zug eben abgefahren. Die Kinder erlernen das meiste ja während diesen Alters. Und wenn ich doch die 4 Jahre abwarte ist mein ältester Sohn 14 Jahre alt und er müsste mitten in der Schullaufbahn die Schule erneut wechseln.

Auf halber Strecke wäre das Problem das gleiche. Meine Familie lebt hier und ist auch beruflich stark eingebunden.

Ich weiss momentan einfach nicht welches der richtige Weg ist und die Entscheidung fällt enorm Schwer. Fakt ist das sie hier keine Zukunft hat, das sagt mir auch jeder Pädagoge das sie dort die bestmögliche Förderung bekommen würde. Die Frage die sich stellt ist nur nach dem Zeitpunkt!

  • Unter den gegebenen Umständen würde ich umziehen, denn die optimale Förderung deiner Tochter halte ich enorm wichtig für Ihre Zukunft! Die brauch sie jetzt, von anfang an! Und nicht erst in 4 Jahren.

    Schau im Vorfeld was es am neuen Wohnort für Hilfen/Angebote gibt. Vielleicht auch sowas wie eine leihoma? Deine kinder werden immer älter und selbständiger und können bald eine zeitlang alleine zuhause bleiben und brauchen keine rund um Betreuung.

Ich würde nicht umziehen, wenn das abgesehen von der schulischen Situation für das betroffene Kind für alle eine Verschlechterung bedeuten würde. Insbesondere, wenn du damit auf Schlag dein gesamtes Netzwerk verlierst.

Gibt es keine Möglichkeit, dass ein Sonderpädagoge mit Schwerpunkt Sehbehinderungen sie in ihrem Schulalltag begleitet, bis sie ggf. später doch mal auf ein spezialisiertes Internat wechselt, wenn sie älter ist? Welche Möglichkeiten bietet das Schulamt, welche Unterstützungen können Netzwerke fär Sehbehinderte bieten?

Für mich pers. wäre der Wegzug ins Unbekannte der allerletzte Ausweg.

LG Küstenkönigin

  • (12) 23.10.16 - 18:59

    Leider ist nicht viel mit Unterstützung zu rechnen. Es kommt zwar eine Pädagogin aus dem Bereich Förderung Sehen, dss wird sich auf einmal im Monat erstrecken, was aber nicht ausreichend ist und leider auch nicht mehr im Umfang bewilligt wird. Sie raten mir allesamt meine Tochter in eine geeignete Schule unterzubringen. Nur weiss ich eben nicht wie ich das alleine bewerkstelligen könnte.. Ich habe das Gefühl mich zerreißen zu müssen und muss mich den ganzen Kritiken stellen. Aber ich muss eben alles abwägen.

Hallo!

Ich würde wohl zur Blindenschule ziehen. Gerade das Lesen und Schreiben sind ja eine absolute Schlüsselkompetenz, und wenn da Jahre verloren gehen würde es echt schwer, das wieder aufzuholen. noch dazu brauchst Du ja unendlich viel zeit um sie von einer Förderung zur nächsten zu bringen, wirklich arbeiten kannst Du da ja auch nicht - ist sie dagegen auf einer Ganztagsschule und ihre Brüder im normalen Hort, dann hättest Du viel Zeit.

In Sachen zusätzlicher Betreuung: die Kinder sind ja schon recht groß. Sie können ja jetzt schon kurzzeitig alleine bleiben, und in ein paar Jahren brauchen sie schon gar keinen Babysitter mehr. Wenn Dann wirklich mal was sein sollte, wo Du über Nacht Betreuung brauchst, dann kannst Du die Kinder die 2x im Monat auch mit dem Auto zu Deinen Eltern bringen.

Sonst kannst Du auch eng mit dem Jugendamt zusammen arbeiten, gerade bei krankenhausaufenthalten gäbe es die Möglichkeit einer Unterbringung in einer Kurzzeitpflegefamilie. Da kann man auch eine "feste" Familie suchen, mit der man auch so Kontakt halten kann, wo Deine Jungs immer hin können, wenn mit ihrer Schwester was ist. Klar, das sind keine Verwandten, aber wenn Deine Eltern beruflich so sehr eingespannt sind, ist das ja auch nicht immer optimal, oder?

In Sachen Wohnungssuche: Frag beim VdK, beim Blindeninstitut, bei Seniorenberatungsstellen etc. nach. Es muss ja auch nicht von heute auf Morgen gehen, wenn es jetzt noch ein halbes Jahr dauert, dann geht ja nur ein Schuljahr verloren. Besser als vier Jahre.

  • So schön hätte ich es nicht schreiben können, sehe es aber genauso. Was ist mit dem Vater der Kinder?

    Alles Gute für Euch!

    • (15) 23.10.16 - 21:30

      Da besteht leider wenig Kontakt zudem hat er seine eigene Familie..Ich kann mich nicht darauf verlassen und muss dies selbst bewerkstelligen. Ich würde den Schritt schon gerne wagen. Habe nur eine Menge Angst davor am Ende dort zu sehen und weder ein noch aus zu wissen. Ich muss mich zuvor in jedem Punkt abgesichert wissen damit das funktionieren kann.

      Viele Grüsse

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