kein Leben mit einem Workaholic

    • (1) 24.10.16 - 11:53
      verzweifelt....

      Hallo....

      Ich bin nun fast 2 Jahre verheiratet. Wir haben einen wundervollen Sohn. Wir hatten auch mal eine sehr glückliche Beziehung die ich so unglaublich zu schätzen wusste. Jeden Tag haben wir uns mit Kleinigkeiten gezeigt, wie achtsam wir zueinander sind. Ich konnte mein Glück überhaupt nicht fassen.
      Er hat einen tollen Job. Er macht ihm so viel Spaß und er geht total drin auf. Ist das nicht toll? Glück in der liebe und jeden Tag Lust und Freude am Job! Natürlich hat das auch gewissen Nachteile. Er hat jeden tag 10 Std plus gearbeitet. Das war für mich aber nicht so tragisch es geht halt teilweise nicht anders. Ich unterstütze ihn wo ich nur kann und begleite ihn auch zu gewissen terminen. Umso schöner war unsere Paarzeit denn diese habe wie jede Sekunde genossen und genutzt.

      Leider hat sich gefühlt einfach alles geändert. Schleichend aber trotzdem irgendwie total rasant. Ich habe das Gefühl ich existiere nur noch als mama von... Ich bin keine Frau mehr von... Paarzeit, was ist das? Gezeigt bekommen, dass man geliebt wird , kenn ich leider nicht mehr. An allererster stelle steht er und sein Job. Dann kommt 30 Stockwerke lang nichts mehr und dann steht mein Sohn und ich wobei ich mir gar nicht mehr sicher bin ob ich in der Aufzählung tatsächlich vorkomme. Er verletzt mich wo er nur kann und versteht dann die Welt nicht mehr so ala "ich wusste nicht das dir das weh tut". Ich rede heulend und verzweifelt seid Monaten mit ihm. Erkläre wie ich mich fühle. Sage ihm auch, dass ich Angst habe, dass er irgendwann tot umfällt. Er nimmt sehr regelmäßig ibu gegen Kopfschmerzen. Aber dafür hat er natürlich eine plausible ausrede. Mit der Arbeit hat das natürlich nichts zu tun. Ich hab so angst um ihn. Ich liebe ihn so sehr aber nun bin ich an einem Punkt angekommen, an dem mir klar wurde, dass ich nicht so leben kann und will. Immer hinter der Arbeit an zustehen. Keine Priorität in seinem Leben zu sein und vor allem dass unser Sohn keine wirkliche Priorität hat. Ich habe ihm vor 2 Wochen meinen Ring vor die Füße geschmissen und in meiner Verzweiflung die ehe beendet. Er nahm mich nicht ernst sodass ich am Freitag nochmals darauf einging und ihm ganz ruhig erklärte warum ich so Handel wie ich Handel und das ich ihn trotzdem liebe aber nicht glaube, dass er erkennt, dass seine Prioritäten mit einer familie nicht zu vereinen sind. Dann war ich von Samstag morgen bis gestern mittag unterwegs bei starlight express. Ich hoffte, dass mein gesagtes vom Freitag vielleicht doch was in ihm bewegt. Leider nein. Nun trägt auch er keinen Ring mehr. Das verletzte mich zu tiefste weil die Hoffnung , dass er vielleicht doch was für unsere Familie tut, damit ausgeschlossen ist. Ich fragte ihn, was sein leben lebenswert macht. Er antwortete, unser Kind. Im nächsten satz kam dann "aber die Arbeit steht an erster stelle". Er arbeitet quasi immer entweder auf der Arbeit oder von zu hause aus mit dem Handy. Im Urlaub einfach immer. Die Arbeit ist immer im Kopf und es bleibt kein Raum für unsere Familie. Er schafft es nicht, mal einen Sonntag nur mit uns zu sein. Immer Handy Handy Handy. Sogar auf dem Klo.

      Es ist wie bei einem Alkoholiker. Solange er nicht erkennt, dass da was schief läuft, kann ihm nicht geholfen werden. Egal was ich sage, er hat massiv Argumente für die Arbeit und das ich nur quatsch erzähle und dramatisiere. Er lässt uns gehen ohne zu versuchen uns zu halten. Es gibt offensichtlich keine Rettung für uns. Ach übrigens findet er keine Erklärungen oder Argumente für unsere Familie.

      Ich bin so traurig, wütend und verletzt weil ich ihn trotz allem liebe und gehofft habe, dass wir das gemeinsam wieder hinbekommen aber da von seiner Seite null Bereitschaft kommt, muss ich aufgeben.

      Und auf einmal stehe ich ganz bewusst ganz alleine da.

      Ich weiß gar nicht ob es tipps geben kann. Ich weiß einfach nicht wie ich damit klar kommen soll...

      • Hallo,

        Tut mir wirklich Leid, in welcher miesen Situation du dich da befindest. Wirklichen Rat hab ich leider nicht, aber könnte es vielleicht sein, dass eine andere Frau dahinter steckt? Z.B eine Kollegin?

        Freunde meiner Eltern hatten eine ähnlich Situation: Die Frau war 12h am Tag beruflich unterwegs, auch ständig auf Reisen. Paarzeit fand gar keine mehr statt bis sie dann irgendwann verkündete, dass sie schon länger was mit dem Kollegen am laufen hat, und ihren Mann nun verlässt.

        Dieser Gedanke kommt mir nur, weil es ja schon komisch ist, dass eure Beziehung deinen Mann nicht zu interessieren scheint. Ich kenne einige Arbeitstiere, die haben tatsaechlich angefangen, auf den Partner einzugehen als es hoechste Eisenbahn wurde.

        Ich weiss, das hilft dir nicht wirklich weiter, aber vielleicht sprichtst du ja einfach noch mal mit ihm und fragst ihn, ob es eine andere gibt.

        Alles Gute!

        • (3) 24.10.16 - 12:15

          Danke für deine Antwort.

          Sicher kam mir der Gedanke auch schon. Und ich hätte auch gewusst um wen es geht. Tatsächlich kann ich das aber ausschließen. Es dreht sich um keine andere Frau.

          Es fing auch alles erst an, als er intern umgezogen ist und ein wenig mehr Verantwortung bekommen hat. Er hat quasi einen Scheiterhaufen übernommen den er so schnell wie möglich in griff und neu aufbauen wollte. Damit begann das Drama.

      (4) 24.10.16 - 12:21

      Hallo,

      nach nur zwei Jahren?

      Mhh wie alt ist denn der Kleine?

      Du bist wütend, traurig und das alles hast du ihm deutlich gezeigt.

      Es gibt Männer, die finden das extrem unanttraktiv, wenn Frauen dann bitten, leiden und betteln und den Mann versuchen wieder mehr zum Familieleben zu bekehren.

      Keine Frage, du hast ja durchaus recht und wenn man eine Familie hat, sollte man die auch nicht links liegen lassen.

      Du fokusierst dich zu sehr auf deinen Mann.

      Erstmal musst du jetzt für dich entscheiden, was du genau willst und erwartest.

      Ring dramatisch vor die Füsse werfen ist was anderes, als klar zu formulieren, was man erwartet - sofern dies realistisch ist.

      Blend mal deinen Mann komplett aus . es geht mal jetzt nur um dich!

      Geh zum Frisör, kauf dir was Nettes und geh mit deinen Leuten mal aus.

      Den Kurzen gib halt mal ein paar Stunden zur Oma.
      Am Anfang wird dir das wohl nicht so gefallen .

      Hast du gute Freunde, dann heule dich bei denen aus - das sollten die ab können.Wenn es wirkliche Freunde sind, hören die auch zu und halten sich sonst eher bedeckt.

      Hast du einen Job? Wenn ja, hast du etwas Ablenkung. Wenn nicht suche dir einen.

      Ich vermute dein Selbstbewußtsein ist derzeit auch nicht auf Rekordniveau.
      Bau das auf. Eine strahlende selbstbewußte Frau, wirkt deutlich attraktiver und bei manchen Männern wird man dann auch wieder begehrenswerter.

      Ob man diese Ringgeschichten nun überbewerten oder sonst wie bewerten kann, vermag ich aus der Ferne nicht zu sagen. Du wirfst die Brocken hin und dein Mann kontert halt.

      Dein Mann will laut deiner Schilderung nichts ändern. Dann änder du was!

      Einfach machen......entweder er lenkt dann ein oder eben nicht.

      Ich kann dir nur raten nun in aller Ruhe dein zukünftiges Leben zu planen und dazu gehört er erstmal nicht.
      Wenn möglich, würde dir zu einer Auszeit raten und mal die familie/Freunde besuchen und den Gatten dann schmoren lassen.

      Was anderes fällt mir dazu sonst auch nicht ein

      LG

    • (5) 24.10.16 - 12:53

      ... mit reden hast du es versucht - und nichts erreicht.
      jetzt ist die Frage, ob du es schaffst, deine Hoffnungen zu begraben und in Handlung überzugehen.
      ich vermute, dass sich dann erst etwas bewegen wird - allerdings gibt es dann immer zwei Richtungen. Mach dich unabhängig innerlich und schau dann, wie sich alles entwickelt.

      Du kannst ihn nicht ändern. Und mit zureden, mit oder ohne Tränen, mit Erklärungen erreichst du ihn nicht - zumindest jetzt nicht.

      Ich würde ihm keine Vorwürfe mehr machen, keine Erklärungen liefern, ... mich dein Ding mit deinem Sohn. Und entweder er berappelt sich oder ihr findet eine neue Partnerschaftliche Ebene - oder nicht... aber dann sitzt du nicht mehr in der lähmenden, hoffenden Warteposition.

      liebe grüße und alles Gute!

      • (6) 24.10.16 - 13:19

        Ich mache ihm gar keine Vorwürfe mehr. Ich habe Freitag und gestern extrem ruhig mit ihm gesprochen. Ich habe verstanden was mit ihm los ist und ich wäre jederzeit bereit ihm zu helfen und in kleinen Schritten zurück zu finden. Aber solange er nicht sieht , dass das nicht gesund ist und vor allem nicht normal kann ich einfach überhaupt nichts tun. Gerade Bach dem gestrigen Gespräch glaube ich überhaupt nicht mehr das er aufwachen wird. Dieser Job ist sein Lebensinhalt geworden. Für ihn existiert kein Privatleben mehr stört ihn aber auch überhaupt nicht "das ist doch meine freie Entscheidung " hat er gesagt.
        Er erzählt mir seid Monaten, dass er wieder ins fitnessstudio möchte. Ich antworte immer das er sich anmelden soll. Macht er nicht. Dann müsste er ja früher Feierabend machen das es sich noch lohnt hinzugehen.

        • (7) 24.10.16 - 13:27

          du musst mir nicht erklären, wo und wie er immer weiter sein Ding macht. das habe ich schon verstanden.
          hör auf zu reden und tu etwas: mach dein Ding.

          er hängt in seiner Schleife "job" - und du hängst in der Schleife "bedauern, hoffen, erklären und klagen"... und beide bewegt ihr euch nicht.
          wie lange möchtest du das noch machen?

          • (8) 24.10.16 - 13:32

            Ich will das gar nicht mehr deshalb hab ich ja die Trennung ausgesprochen. Ich habe ihm gestern auch gesagt, dass er Bitte gehen soll damit ich zur ruhe komme. Seine schweigsame Art wenn er daheim ist macht mich innerlich wahnsinnig.
            Ich bin ja nun auch schon dabei umzuplanen um arbeiten und meinen Sohn besser unter einen Hut zu bringen. Ich hab ja gestern verstanden, dass Einsicht in diesem Leben nicht mehr zu erwarten ist. Leider

            • (9) 24.10.16 - 13:34

              ja... das tut scheiße weh, die Einsicht!
              das tut mir leid.

              geht er denn?

              gut, dass du umplanst, dann kannst du wieder ein Leben leben ohne ständig zu hoffen, dass vielleicht doch etwas von ihm kommt! das kostet nur Nerven und Kraft...

              • (10) 24.10.16 - 13:48

                Ich bin mir sehr sicher das er geht. Bleibt lediglich die frage wann er es tut. Er wird wohl nicht nur mal ne Woche zu einem Kumpel gehen ich denke er sucht sich gleich eine neue Wohnung.

                • (11) 24.10.16 - 14:05

                  ganz schöner Mist, oder? das konntest du nicht erahnen, dass er so arbeitswütig sein Ding auslebt...
                  du kannst ihm da nicht helfen... wie du schon selbst geschrieben hast.
                  wenn du es versuchen würdest, immer und immer wieder, würdest du in eine Co-Abhängigkeit rutschen . und das wäre für euch als Familie total besch... schade!

                  ich wünsche dir viel Kraft und viele nette Kontakte, die helfen und euch unterstützen...
                  #blume

    (12) 24.10.16 - 13:21

    Ich weiss auch nicht hört sich blöd an.
    Wenn du auf seiner lebensliste samt kind nicht auftauchst stört es ihn natürlich nicht wenn du weg bist.
    Zumindest kurzfristig.

    Ich würde ne Auszeit vorschlagen ganz ehrlich.

    Kann nach hinten los gehen aber was im einzelnen hast du zu verlieren?

    Vllt. Wacht er auf?!

    Ich habe früher auch sehr viel gearbeitet so an die 14h am tag...
    Da ist mein ganzes Leben an mir vorbei gegangen und ich hatte keine nerven mehr, ausser für den job.
    Hab dann aber nen anderen job angenommen.

    Arbeitest du?

    • (13) 24.10.16 - 13:27

      Ich bin bis April noch in elternzeit. Ich habe ihm gestern gesagt, dass es wohl besser wäre, wenn er zumindest vorübergehend geht damit ich zur ruhe kommen kann. Denn wenn er zu hause ist tut er so als sei alles normal. Gespräche gibt es von ihm aus nicht. Das macht mich innerlich wahnsinnig. Ich denke aber auch zu wissen, dass wenn er geht er auch nie wieder zurück kommt. Denn dann kann er noch mehr arbeiten und auch samstags. Er kann bis mitten in die Nacht arbeiten ohne das es irgend jemanden interessiert. Ich glaube auch, dass er nicht mehr lange hier ist.

      • (14) 24.10.16 - 19:20

        Das tut mir echt leid für dich.
        Es ist schlimm wenn ein partner sich so verändert oder eben nicht mitwächst. Lass ihn ziehen wenn du so nicht weiter machen kannst.

        Du bist ja so nicht glücklich (wäre niemand).

        Ich habe mich auch vom kv meiner tochter getrennt. Es war ne harte zeit aber die beste Entscheidung die ich je getroffen habe.
        Die Gründe waren ähnlich. Also ich habe mir eine Veränderung gewünscht (das hier zu schreiben ist zu lang) weil unser zusammenleben so nicht funktioniert hat und es kam keine Veränderung.

        Zig mal die pistole auf die brust. Aber hat alles nix genützt.

        Ps: die Veränderung kam bis heute nicht.
        Ich bin aber sehr glücklich mit meinem leben, habe in den 6 jahren mich komplett weiter entwickelt---> er nicht.
        Jetzt kämpft die nächste mit ihm.

Bei dem Satz das ihm seine Arbeit wichtiger ist als sein kind, hätte ich mein kind genommen und wäre gegangen. Von so einem Mann wird man nie etwas erwarten zu haben und so einen Vater würde ich meinem Kind nicht zumuten. Er wird älter und merken das er seinem Vater nicht wichtig ist.

Ich weiß nicht, ob dir das irgendwie weiter hilft... Ich möchte dir nur mal eine Geschichte von einem Kollegen von mir erzählen. Auch Workaholic, von morgens früh bis abends spät, samstags, sonntags... Urlaub - was ist das? Er war verheiratet, zwei Jungs.... Seine Frau hat jahrelang gebeten, mal einen Familienurlaub zu machen. Gemeinsam Sachen zu unternehmen. Wenn er mitgekommen ist, dann nur mit Laptop, und er ist grundsätzlich früher nach Hause zurück. Irgendwann hat sie es aufgegeben und ihr ding mit den Jungs durchgezogen. Und eines Tages hat er festgestellt, was er all die Jahre verpasst hat, und als Dank seine Frau und seine Söhne verlassen und sie durch eine jüngere ersetzt, mit deren kleinen Kindern er jetzt in den Urlaub fährt und all die Sachen macht, die er bei seiner eigenen Familie immer abgelehnt hat. Was für ein Schlag ins Gesicht.

Ich glaub dir, dass es grad eine richtig beschissene Zeit ist für dich, und es tut mir Leid, dass es mit euch nicht so funktioniert hat wie du es dir gewünscht hast. Aber bestimmt hast du für dich und dein Kind die richtige Entscheidung getroffen. Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft!

Ich erlaube mir mal, als Mann zu antworten, der die Situation ähnlich kennt.

Wir hatten damals gerade einen Notarvertrag für unser gemeinsames Haus unterschrieben. Einige Wochen später wurde meine Frau schwanger. Die Finanzierung war eigentlich auf 2 Gehälter abgestellt. Es war zwar mittelfristig ein Kind geplant, aber nicht so schnell und es war auch durchgerechnet, dass es mit 1 Gehalt eng wird, aber noch machbar ist, wenn ich dann hoffentlich auch beruflich aufgestiegen bin.

Kennst Du den Hinkelstein von Obelix aus Asterix? Diesen Hinkelstein habe ich ab da jahrelang auf meinem Rücken gespürt.

Meine Frau hat mir auch schnell klar gemacht, dass sie 3 Jahre Elternzeit ausnutzen will und zu Hause bleiben möchte. Ich rackerte, ich schuftete fast bis zum umfallen. Ich gebe zu, es hat mir auch Spaß gemacht. Ich habe viel Anerkennung und Wertschätzung bekommen und bin tatsächlich Stück für Stück die Karriereleiter aufgestiegen. Der finanzielle Druck, den ich dennoch über Jahre verspürte... unglaublich. Es kam noch ein 2. Kind dazu. 6 Jahre habe ich finanziell alles alleine gestemmt. Meine Frau verdiente keinen Euro dazu.

Zu Hause bekam ich jedoch auch nur Vorwürfe... Ähnlich wie Du sie hier formulierst. Meine Frau hat mich damals zum Sündenbock gemacht, obwohl sie unsere finanzielle Situation wusste und auch gern zu Hause geblieben ist. Meine Frau hat 6 Jahre nur die Kinder gehütet und nichts für sich gemacht. Die Kinder waren ihre Arbeit und ihr Hobby zugleich und Kinder machen nun mal -gerade wenn sie jung und unselbständig sind- nicht nur glücklich. Das war das eigentliche Problem und nicht dass ich relativ oft lange gearbeitet habe. Ich war lediglich der Blitzableiter.

Meine Frau hätte mir gern auch sicherlich gern mal alles vor die Füße geworfen und ich umgekehrt auch. Warum wir es bis heute nicht gemacht haben ist die Tatsache, dass es danach nicht besser gewesen wäre. Das war uns immer beiden klar.

Inzwischen sind unsere Kinder im Studium bzw. kurz vor dem Abitur und ich bin heute stolz darauf, dass wir trotz aller Schwierigkeiten immer durchgehalten haben.

Schaue mal auf Dich. Was tust Du für Dich? Es ist m.E. von vielen Müttern der Fehler, dass sie sich 24 h am Tag aufs Kind konzentrieren und sich selbst keinen Spaß gönnen und dann eifersüchtig werden, wenn sie sehen, wie sich der Mann selbst verwirklicht.

  • (18) 26.10.16 - 23:46

    Sich selbst verwirklichen ist doch gar nicht das Problem der te. Der Mann, der Zeit für die Familie hatte, wurde zu einem Mann, dem die Familie egal wurde. Familie bedeutet, für einander da sein, sich für sie zeit nehmen und sie als wichtig zu erachten. Ein Job ist ein Job, aber wirklich glücklich macht es auf Dauer niemandem, viel Geld zu verdienen, wenn man das mit keinem teilen kann. Wenn man niemanden hat, mit dem man sich darüber freuen kann und nur arbeitet. Man arbeitet um zu leben aber man lebt nicht um zu arbeiten. Der Mann der te arbeitet lieber rund um die Uhr ohne Freizeit und ohne sich Zeit nehmen zu WOLLEN fürdie Menschen, die ihn lieben. So funktioniert Familie aber nicht. Man muss sich Zeit für sie nehmen wenn man sie liebt. Man WILL sich Zeit für die Menschen nehmen, die man liebt. Er scheint das weder zu wollen noch interessiert es ihn. Und das ist das Problem- nicht der drang nach Selbstverwirklichung.

    • (19) 27.10.16 - 11:56
      verzweifelt....

      Du hast mich verstanden. Danke schon mal dafür.
      Viele Sätze die du geschrieben hast, habe ich genau so auch meinem Mann gesagt.

      Ich bin mir so unsicher ob er es nicht verstehen will oder kann. Aber ich tendiere zu kann.
      Er kommt jeden abend zwischen 19:30 und 20 Uhr heim. Zu sagen haben wir uns nichts.

      Er hat kein Bedürfnis zu reden. Es kommt kein Satz wie z.b. "ich will die Trennung nicht " oder " ihr seid mir wichtig"
      Es passiert einfach nichts.

      Meine Mutter fragte mich nun was mit Weihnachten und sylvester ist.

      Wir werden ohne ihn sein und das will ich auch so. Es tut mir zwar jetzt schon unendlich weh aber vielleicht versteht er dann wie einsam er geworden ist. Das er einfach niemanden mehr hat. Weil er einfach ALLES für die Arbeit schleifen lassen hat. Freunde? Ja die hatte er auch einmal.

      Ich habe jetzt nochmal mit seinem Trauzeugen gesprochen und ihn auf ihn angesetzt. Vielleicht kommt er als Familienvater an ihn ran. Leider habe ich aber auch da nicht viel Hoffnung.

      Ich bin bereit alles für unsere Familie zu tun und ihm zu helfen. Solange dafür keine Bereitschaft seinerseits kommt sind wie aber als Familie nicht zu retten.

      (20) 27.10.16 - 17:20

      Es gehören immer 2 dazu.

      Die Darstellung ist sehr einseitig und ich würde gerne mal den Kommentar des Mannes dazu hören.

      Ich weiß von was ich rede. Ich war auch immer der "Schuldige". Dass meine Frau auf der anderen Seite sich "nur" um die Kinder kümmern musste und mit den Jahren finanziell völlig abgesichert war, 3 x im Jahr in Urlaub gefahren ist, hat sie nicht gesehen. Aus ihrer Sicht war ich ja "nur" arbeiten.

      Ich glaube, auch nicht, dass der Mann -aus dem was geschrieben wird- alles richtig macht. Letztlich kann man sich jedoch nur eine Meinung bilden, wenn man alle Fakten kennt.

      Jeder hat da sicherlich seine eigene Ansicht, wie Familie funktioniert. Manchmal kommt (leider) auch die Familie mal zu kurz. Das ging mir auch so. Es gab Zeiten oder Projekte, da ging auch bei mir die Arbeit vor. Ohne Arbeit kein Geld, ohne Geld keine Familieversorgung. Meine Frau hat das damals auch manchmal nicht verstehen wollen.

      Letztlich kommt man immer mal an den Punkt der Waage. Auf der einen Seite, was hat man und auf der anderen Seite, was verliert man und dann muss man entscheiden.

      • (21) 27.10.16 - 18:45

        Kein Problem ich schreib dir seine Sicht der Dinge mit ein paar Beispielen vom "alltag" und seine Sätze aus unserem letzten Gespräch.

        Aber vorher zu meiner Situation. Ich gehe in meiner Rolle als Mutter und Hausfrau total auf. Im April 17 fange ich wieder 30 std an zu arbeiten. Mir fehlt arbeiten gehen aber nicht, ich brauche das nicht um michi zu verwirklichen.

        Nun zu ihm als er noch nicht den Ort der Arbeit gewechselt hat.

        - er kam gegen 18:30 heim hat ein Kaffee getrunken, den kleinen gefüttert ubd ins Bett gebracht und hat Händchen gehalten bis er schlief ( ich habe das weder erwartet noch verlangt) seine Aussage war immer: das ist die einzige Zeit unter der Woche die ich mit meinem Sohn habe das genieße ich sehr. Danach haben wir gegessen, gequatscht und uns auf die Couch gelegt und gekuschelt. Paarzeit nur wir zwei allein OHNE HANDY!!!

        -am Wochenende hat er sich Viel mit dem Zwerg beschäftigt und wir haben als Familie was unternommen. Ab und an hat er MAL eine Mail beantwortet die wichtig war. Kein Problem. Ich habe immer sehr geschätzt was er für ein toller papa ist und ihm das auch gesagt.

        -wir sind in Urlaub gefahren und hatten eine tolle Zeit.

        -ich habe von Anfang an alles gemacht und mich um alles gekümmert denn ich bin ja nicht mehr arbeiten gegangen. Er sagte mir, dass er es zu schätzen weiß, dass er nichts machen muss und ich mache es auch sehr gerne.

        -es gab immer irgendwelche kleinen Nettigkeiten von ihm und auch von mir. Wir zeigten uns eben immer wieder dass wir uns lieben aber kein übertriebenes Maß.

        Zu jetzt:

        -er kommt ja erst spät heim. Ich: Fändest du es nicht auch mal schön, wenn du vielleicht 2x im Monat ein bisschen früher heim kommen würdest? So um 18 Uhr z.b.? Er: bringt doch nichts, der kleine schläft doch eh dann schon also hat er auch nichts von mir.

        - ich: was macht dein leben lebenswert? Er: der kleine Zwerg. Aber an erster Stelle steht die Arbeit.!

        - ich: merkst du eigentlich, dass du viel ibu wegen deiner Kopfschmerzen nimmst? Dein Körper zeigt dir in zwischen , dass er nicht mehr kann. Er: nee das liegt daran , dass ich nicht mehr ins Fitnessstudio gehe und ich hab mich nachts verlegen. Ich: dann geh doch 2x unter der Woche zum sport und 1x am Wochenende. Er: nee das wird zu spät das klappt nicht.

        - er geht in die Wanne oder sitzt ne Std auf der Toilette. Ich: warum arbeitest du denn? Entspann dich dich mal ein bisschen. Er: ist dich völlig egal ob ich arbeite oder in Facebook bin. Ich: Nein Facebook ist Freizeit. Er: macht kein Unterschied.

        - ich wollte dieses jahr Urlaub in Italien am Meer machen. Er hat x Gründe gesucht damit es nicht klappt. Nun waren wir 4! Tage im Allgäu und was hat er gemacht? Gearbeitet. Er kann mit uns nicht so weit weg weil er sich dann unwohl fühlt nicht greifbar für die Arbeit zu sein. Das war übrigens der einzige Urlaub.

        - ich: du wirst für 40 Std die Woche bezahlt nicht für 60 + und in deinem Urlaub sollst du anschalten. Dich erholen. Das dankt dir doch keiner. Jeder ruft ihn selbstverständlich im Urlaub an weil alle wissen das er sich sogar im Urlaub um alles kümmert. Er: das ist meine freie Entscheidung.

        - ich: ich habe angst, dass mich irgendwann die Firma anruft und mir sagt dass du einen Herzinfarkt hattest oder noch schlimmer tot bist. Es ist leider nicht unrealistisch. Er: so ein quatsch ist doch alles entspannt bei ihm.

        Verstehst du? Er ist in zwischen so tief drin in seiner Arbeitssucht dass er überhaupt keine klare Sicht mehr hat. Ich glaube es rührt aus seiner Kindheit. Er hat nie Bestätigung bekommen. Für nichts. Und jetzt ist er wichtig und jeder schreit nach ihm und deshalb fühlt er sich so gut. Er sagte mal : auf der Arbeit bin ich Wer. Wenn ich ihm erkläre was er zu hause ist und wie wichtig er für uns ist kommt es gar nicht an. Das was menschen außerhalb der Familie ihm damit geben ist wichtiger. Ich liebe ihn so sehr und ich würde ihm so gern helfen. Ich hab mich schon intensiv erkundigt wie wir das schaffen können. Aber ohne Einsicht schaffen wir gar nichts. Ich habe so angst um ihn. Es geht mir auch gar nicht darum dass er nur seine 40 std arbeitet und pünktlich heim kommt. Ich wusste dass es nun später wird und ich sagte ihm auch, dass ich ihn unterstütze und ihm den rücken frei halte. Es geht mir tatsächlich nur um seine Freizeit die er zum arbeiten nutzt. Zu mal es wirklich nicht notwendig ist. Kein Mensch beschwert sich wenn er Mails erst Montag morgen statt Sonntag abend beantwortet. Kunden wissen, dass sonntags nicht gearbeitet wird. Ich möchte dass er wieder was für sich tut. Sich entspannt. Freunde trifft. Und meinen Sohn und mich wieder wahr nimmt.

        • Dein Mann scheint ja noch ein Zacken schärfer zu sein, als ich je war und bin.

          Parallelen sehe ich jedoch. Meine Kindheit war auch gekennzeichnet mit fehlender Anerkennung und Wertschätzung, egal ob im Elternhaus, in der Schule oder im Freizeitbereich.

          Als ich dann in den Beruf eintrat stellte ich schnell fest, wie man mit etwas mehr Engagement und Präsenz relativ schnell Karriere machen und damit die sicherlich jedem Menschen gut tuende Anerkennung und Wertschätzung gewinnen kann.

          Dein Mann wandert, wenn er so weiter macht, auf einen burn out zu. Ich stand da auch mal kurz davor, konnte jedoch rechtzeitig die Reißleine ziehen, in dem ich dann auch entdeckt habe, dass ich auch einen Erholungsbedarf außerhalb des Berufes benötige. Daher habe ich dann auch noch das eine oder andere Hobby gepflegt, was zusätzlich zu Lasten der Familie ging. Ich habe jedoch versucht, zumindest am Wochenende zu Hause zu sein und nicht zu arbeiten und auch in unseren Urlauben war ich arbeitsmäßig nicht erreichbar.

          Immer einen gleichmäßigen Dreiklang zwischen Beruf, Familie und Hobby zu finden, ist jedoch schwer.

          Wichtig ist, dass Dein Mann das selbst erkennt. Manchmal hilft da (leider) nur ein großer Knall. Die Frau verlässt den Mann oder der oben beschriebene burn out tritt ein.

          Was kannst Du machen? Erst mal auf Dich selbst zu achten und Dich nicht nur auf Deine Mutterrolle konzentrieren. Das kam nämlich bei uns noch als Verstärker dazu. Denn wenn ich –auch mal früher zu Hause war- drehte sich unser Leben nur um Kinder, Kinder, Kinder, so dass ich dann teils auch keine Lust mehr hatte, früher nach Hause zu kommen. Inzwischen ist es uns auch gelungen, dass wir uns auch immer wieder Mal Paarzeit nehmen. Gut, inzwischen ist es bei uns auch leichter, da die Kinder größer sind. Aber auch bei kleinen Kinder ist das nicht ausgeschlossen. Man muss halt einen Babysitter organisieren. Gut ist auch, dass Du einen Dritten einschalten willst. Was der Partner sagt, geht nicht selten links ins Ohr rein und rechts gleich wieder heraus.

          Dein Mann muss jedoch selbst erkennen, dass er etwas ändern muss.

          • (23) 28.10.16 - 11:40

            Genau das ist es doch. Ich halte ihm den Spiegel bezüglich arbeiten vor und er hat gefühlt 1000 Argumente und ausreden dass das alles quatsch ist. Er sieht es nicht so. Wenn er ein wenig einsichtig wäre, könnten wie daran arbeiten. Wenn ich zu ihm sage, es gibt irgendwann einen großen knall und du bekommst aufgrund fehlender Erholung und Auszeit ein burn oft bzw Depressionen und danach wird es nie wieder so sein wie vorher (ich spreche aus erfahrung) dann belächelt er mich mit dem satz" so ein quatsch mir geht's super" und die Kopfschmerzen? Immer hat alles nichts mit der arbeitet tun. Der Trauzeuge hat, nachdem ich ihm alles erzählt habe, wieder nach dem fitnessstudio gefragt. Ob er mit kommt. Antwort keine zeit. Er fragt heute ob er zu ihm kommt auch da wird keine zeit die Antwort sein aber das macht nichts. Er kommt dann unangemeldet zu uns und ich geh dann ins bett. Wirklich Hoffnung dass das was bringt habe ich leider nicht.

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