Darf ein Urologe das machen?

    • (1) 25.10.16 - 13:29
      echtsauer

      Hallo ihr lieben,

      mir ist das ein bisschen unangenehm, da ich denke das es sowas nicht so oft in der art gibt bzw darüber gesprochen wird.
      Ich bin allein stehend und habe eine riesen kinderwunsch aber leider keinen passenden partner.
      Da meine biologische uhr langsam am ticken ist und ich beruflich wie auch unter anderen umständen mir ein kind leisten kann habe ich mich wochen bzw monate lang auf die suche nach einem samenspender gemacht.

      Gesucht - gefunden. Gesundheitszeugnis und andere tests gesehen, alles paletti. Wir probieren es jetzt schon etliche monate und es will einfach nicht klappen (bechermethode). Ich habe dann bei einem urologen angerufen bzgl. eines spermiogramms und habe der arzthelferin am telefon alles erklärt.

      Sie meinte das wäre kein problem, ich könne die probe vorbeibringen (zeitrahmen) hat sie mir nicht genannt. Sie würde dann keine akte anlegen, mein versichertenkärtchen nehmen und ich müsse das spermiogramm dann privat uzahlen (50 euro). Alles kein thema gewesen, war dann gestern die Probe vorbei bringen. Die Probe wurde um 7 Uhr gewonnen und um halb 9 konnt ich erst in der praxis sein (stau -.-).

      Hatte den becher die ganze zeit in meinem ausschnitt und konnte es somit körperwarm halten. Die arzthelferin meinte ich könne um 14 uhr mittags anrufen wegen dem ergbenis. Habe dann angerufen und dann meinte sie ich müsse vorbeikommen und mit dem arzt selbst sprechen. Das kam mir dann schon komisch vor. Naja ich bin dann mittags noch hingefahren und wartete dann im arztzimmer auf den urologen.

      Er saß dann vor mir und ich habe ihm nochmals alles geschildert usw.
      Dann sitzt er da mit dem ergebnis und sagt ganz trocken: ich habe hier das ergebnis vom spermiogramm aber das werde ich Ihnen nicht aushändigen.
      Mein gesichtsausdruck dann erst mal :-[
      Er möchte den Spender selbst vor sich sitzen haben. Da sagte ich ihm das es ein annonymer Spender ist und er das nicht möchte, ich habe das spermiogramm aus eigener Tasche gezahlt und ich hätte jetzt auch gerne das Ergebnis.

      Das Ende vom lied, ich bekomme das ergbnis nicht ausgehändigt. Das macht mich sowas von wütend. Jetzt habe ich 50 euro gezahlt für nichts, ich komme mir so schikaniert vor von diesem Arzt.

      Darf er das machen? Kann ich mich irgendwie dagegen wehren oder war das jetzt

      alles umsonst?

      Ich habe mich auch erkundigt, samenspenden sind in deutschland erlaubt nur eizellspenden nicht.

      Bin dann vor zur arzthelferin und fragte sie ob sie nicht wenigstens sagen kann ob es positiv oder negativ ist. Sie schaute mich dann nur an und meinte: auf gut deutsch, es ist beschissen da wird nichts funktionieren.

      Wenn das wirklich so ist, war dann einfach die zeitspanne von der "entnahme" bis zur untersuchung zu lange?

      Ich hoffe ihr könnt mir helfen #winke

      Lg echtsauer

      P.S sry wenn das im falschen forum gelandet ist, wusste nicht wohin und wollte gern annonym bleiben wie der samenspender ;-)

      • (2) 25.10.16 - 13:35

        Ne halbe Stunde sagt die Kinderwunschklinik. Also war evtl. der Stau das Problem.

        Da das Sperma nicht von Dir stammen kann, halte ich es aus datenschutzrechtlichen Gründen schon für richtig, dass Dir das Ergebnis nicht ausgehändigt worden ist. Allerdings hätte man Dir vorab sagen müssen, dass das Ergebnis nicht an Dich, sondern an den Mann geht.

        • (3) 25.10.16 - 13:37

          Ja dann hätte mir das die arzthelferin doch bitte vorher sagen können.
          Aber dann frage ich mich, wie das andere alleinstehende frauen bzw lesbische paare machen.

          Das ärgert mich jetzt so dermaßen.

          • (5) 27.10.16 - 09:35

            Hallo!

            Ich kenne mich damit nicht aus. Aber was die Arzthelferin gesagt hat ist unter aller Sau. Das gehört zu Datenschutz.

            Komische Praxis.

            Gabi

      (6) 25.10.16 - 13:38

      Hallo erstmal,

      das darf er nicht nur, sondern er muss es sogar. Aus Gründen der Schweigepflicht darf ein Arzt nur den Patienten informieren. Das ist in diesem Fall der anonyme Mann. Du könntest dir diese ganze Geschichte ja auch ausgedacht haben um zu erfahren ob dein Ehemann, Freund, Affäre, Postbote etc. Zeugungsfähig ist. Das du 50 Euro für nichts bezahlt hast ist natürlich schade aber leider Pech. Viel Glück weiterhin mit dem Kinderwunsch.

      Gruß Mark

    (8) 25.10.16 - 13:45

    wären die Spermien in richtig guter Qualität, dann hätte der Stau bei richtiger Temperatur nicht viel ausmachen können. die Zeitspanne ist entscheidend, wenn die Qualität an sich schon nicht so gut ist und man ein ganz genaues Bild braucht (um beispielsweise weitere Behandlungsmethoden zu klären).

    ich weiß nicht, wie es andere lesbische Paare machen... als Alleinstehende ist es vielleicht in Belgien leichter? und dann mit einer Qualität, die richtig gut ist...

    lg

    • (9) 25.10.16 - 13:52

      ... wenigstens war die Arzthelferin so nett und hat dir den Hinweis gegeben ... vielleicht auch aus schlechtem Gewissen, weil sie die Probe und das Geld für den Test nie hätte abnehmen dürfen?

      echt unschön...

Hallo!

Lass dir doch vom Spender eine Vollmacht geben. Vielleicht hilft das!

Lg Sportskanone

(16) 25.10.16 - 14:51

Das Problem an der Sache ist die ärztliche Schweigepflicht. Patientendaten dürfen nur mit schriftlichem Einverständnis des Patienten selbst weiter gegeben werden. Dazu gehört auch in diesem Fall das Ergebnis der Spermienprobe. Der Arzt hat sich also korrekt verhalten, hier tut sich nur die Frage auf, ob er schon von Anfang an vorhatte, das Geld zu nehmen, aber Dir das Ergebnis nicht mitzuteilen. Hier wirst Du keine Aussicht auf Erstattung haben, dazu hättest Du nämlich vorher mit ihm selbst sprechen müssen (was nach Deinem Bericht nie erfolgt ist).

Was Du jetzt tun kannst ist, dem Spender mitteilen, dass Du gerne ein Spermiogramm von ihm hättest. Was Du keinesfalls tun solltest ist, ihm sagen, dass Du schon heimlich hast eins machen lassen und dann auch noch illegal (!) von der Arzthelferin gesteckt bekommen hast, wie das Ergebnis war. Das kann die Dame ihren Job und ihre gesamte berufliche Karriere kosten!

  • (17) 25.10.16 - 15:01

    Von dem spermiogramm wusste der Spender Bescheid, er musste mir ja eine Probe vorbei bringen im becher. Der urologe meinte, er wolle keinen Namen wissen und auch kein versichertenkärtchen haben, er möchte nur diesen Mann auf seinem Stuhl sitzen sehen. Aber ganz ehrlich da könnte ich ja einen x beliebigen Mann nehmen und sagen das ist der Spender. Mensch, ist doch alles blöd, ich möchte doch so gerne Mama werden.

    Denkst du mit diesem schriftlichen Einverständnis würde es gehen? Was für Dokumente noch einfügen?

    • (18) 25.10.16 - 15:11

      Warum will denn der Spender nicht selbst zum Urologen gehen und holt das Ergebnis ab? Das lässt sich doch unkomplizierter organisieren, als jetzt wieder einen Umweg zu gehen. Vor Allem wenn der Arzt schon sagt, er braucht gar keinen Namen o.ä. sondern nur den Mann dazu. Ob er diese schriftliche Einverständniserklärung akzeptiert muss er Dir selbst sagen, aber dazu gehört auf jeden Fall die Kopie des Personalausweises, ansonsten bringt die Unterschrift ja nichts. Und dann ist es schon wieder nicht anonym.

      Außerdem wird ein zweites Spermiogramm nötig sein, um das Ergebnis des ersten Tests zu bestätigen. Also i.d.R. nach einer gewissen Zeit, in der der Mann Tipps bekommt, wie er die Spermienqualität verbessern kann. Er will ja anscheinend auch ein Baby oder zumindest bei der Zeugung behilflich sein, da wird ihn das Ergebnis auch schockiert haben, oder?

      • (19) 25.10.16 - 15:16

        Ja schockiert hat ihn das ergebnis, wobei wir ja nicht 100% wissen ob wirklich die Zeitspanne zu lange war. Dann werde ich nochmal mit dem Arzt telefonieren ob das bzgl der Vollmacht + Kopie des Personalausweises geht. Wenn nicht muss der Spender halt wirklich in den sauren Apfel beissen und selbst zum urologen gehen.

        • Wäre Sperma bei halbwegs moderater Lagerung innerhalb Stunden in so schlechtem Zustand wie Eure Probe, wäre die Welt nicht überbevölkert.
          Dass man (oder Frau) Spermaproben allerdings bei Körpertemperatur lagern soll, ist mir neu, ich kenne das eher mit Kühlboxen und dann hält Sperma über Tage.

          • (21) 25.10.16 - 16:26

            Ich habe mich im Internet informiert und da stand auf mehreren Seiten das man das sperma körperwarm halten soll, mh. Naja ist ja jetzt auch nicht mehr relevant. Ich hoffe das ich mit euren Tipps weiterkomme, vielen Dank an alle die mir geantwortet haben.

            Das spermaprben immer körperwarm zur Praxis gebracht werden müssen stimmt schon.

(23) 25.10.16 - 17:18

Hallo!

In Sachen ärztlicher Schweigepflicht hatte der Urologe völlig recht, und vielleicht wäre das Gespräch mit dem Arzt auch etwas taktvoller bezüglich eines zukünftigen Kinderwunsches verlaufen, als Deine Info an den Bekannten.

Es ist ja schon ein relatives Brett, wenn man erfährt, dass man keine Kinder bekommen kann, bzw. nur mit recht invasiven Methoden wie ICSI.

Der lange Transportweg hat nur beeinflusst, wie beweglich die vorhandenen Spermien waren, aber nicht die Anzahl der Spermien an sich. Also wenn in der ganzen probe kaum 100.000 Spermien waren, ist es jetzt auch schon wurst, ob die gut oder schlecht beweglich waren, das sind schlicht und ergreifend so wenige, dass die Aussichten auf eine erfolgreiche Befruchtung nicht eben rosig sind. Waren es 100.000.000 intakte Spermien, dann kann die Beweglichkeit was ausmachen, aber es ist recht unwahrscheinlich, dass da alle schon hinüber waren bei Körperwarmem Transport.

Du solltest dir denke ich einen anderen Spender suchen denn wenn das spermiogramm so schlecht war das die Arzthelferin es quasi ausschließt das er ein kind zeugen kann dann wird sich dieses spermiogramm auch unter "perfekten" voraussetzungen (z. B. In der Praxis gewinnen oder innerhalb kurzer Zeit hin bringen) nicht so sehr zum positiven verändern!

Gerade bei einem samenspender mit Bechermethode sollte das spermiogramm einfach normal (also gut) sein.

Alles Gute

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