Stress wegen Arbeitszeit

Hallo,
Ich habe eine Vollzeitstelle und außerdem noch jeden Tag fast 2 Stunden Fahrtzeit.
Mein Mann ist mit meinem" Pensum" nicht einverstanden, er selbst hat flexiblere Arbeitszeiten , kann im Homeoffice arbeiten und hat auch weniger Stunden. ( 35 Stunden Woche, ich 42 Stunden Woche )
Ich gehe morgens um halb acht aus dem Haus und komme abends zwischen 18.30 und 19.30 Uhr nach Hause.
Er meckert dauernd, dass meine Arbeitszeiten zu lang sind, ich kaum Zeit für die Kinder und den Haushalt hätte, dass er gerne die Putzfrau abschaffen würde und ich das wieder machen soll.
Es gäbe ja in der Woche nie was Warmes zu essen, stimmt, aber die Kinder bekommen in der Schule Mittagessen .
Außerdem wirft er mir immer wieder vor die Kinder zu vernachlässigen, keine andere Frau die er kennt, hätte so wenig Zeit mit ihren Kindern bzw würde so viel arbeiten bei so " schlechten" Arbeitszeiten.
Wenn ich darauf sage, dass meine Arbeitszeiten aber bei vielen Männern durchaus usus sind, sagt er, das sei was anderes. ..bei Männern wäre das ja normal, aber als Mutter müsse man schon mehr für und mit den Kindern machen. ..
Welche Arbeitszeiten sind denn schon normal?

Wie lange arbeitet ihr bzw. Eure Partner?
Akzeptiert ihr die beruflich bedingte Abwesenheit eures Partners bzw umgekehrt?

Hängt die Akzeptanz auch davon ab, ob die Familie finanziell auf den Job angewiesen ist oder ist es so, dass wenn man es nicht unbedingt muss, man auf jeden Fall weniger arbeiten sollte, um mehr zu Hause zu sein?
Und gilt das gleichermaßen für Männer und Frauen oder ist es immer noch automatisch so dass frau weniger arbeiten sollte und dem Mann die längeren Arbeitszeiten eher zugestanden werden müssen?

Oder anders: ist es für Frauen üblich, wegen der Familie Teilzeit zu arbeiten und Männern wird das eher nicht" zugemutet?

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Hallo,

warum kocht dein Mann nicht, wenn er weniger arbeitet als du?

Mich würde dieses unberechtigte Gemeckere nerven.

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Wahrscheinlich gibt's dann nur noch tk Pizza und auf Dauer schmeckt ihm die nicht :-)

Meiner macht echt sehr sehr viel, aber beim kochen ist et eine Niete. "wie viel davon?" - "nach Gefühl!" uns schon ist et am verzweifeln. :-D

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Bei uns arbeiten beide Vollzeit. Mein Mann hat eine 36 Stunden Woche, ich 40 (bin im Moment im Erziehungsjahr). Verdienen tun wir etwas gleich, ich etwas mehr, sind aber auch auf das Geld angewiesen.

Aber selbst wenn nicht würde ich auf jedenfall arbeiten wollen. Ich mag meinen Job und die Leute auf Arbeit, außerdem rede ich gerne auch mal über was anderes als über Windeln und Schulprobleme. Ein bisschen geistige Herausforderung brauche ich, sonst gehe ich ein.

Mein Mann arbeitet in Schichten und ist daher gefühlt sehr viel mehr daheim als ich.

Mein Mann hatte schon überlegt Hausmann zu werden bevor wir uns das Haus gekauft haben. Dann wäre er bei den Kindern daheim geblieben und ich wäre der Alleinverdiener gewesen.

Dein Mann ist da wohl noch sehr im klassischen Rollenbild, aber bei vielen ist es heute anders. Wenn du dich mit deinem Job wohl fühlst und alles unter einen Hut bekommst ist es doch ok. Es Ist doch dein Leben, noch dazu sollte man nie abhängig von jemanden sein, man weiß ja nie was noch alles passiert...

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Mein Mann arbeitet Vollzeit (40 std zur Zeit) und wenn ich wieder arbeiten würde dann nur noch in Teilzeit. Hat bei uns mehrere Gründe (er verdient viel mehr als ich, ihm ist der Job wichtiger usw).

Also ich gebe zu...wenn er jeden Tag von 07:30 - 19:30 aus dem Haus wäre, hätte ich mir wahrscheinlich keine Kinder mit ihm vorstellen können. Ich weiß klingt jetzt doof, aber so hätten wir quasi nie Familienzeit unter der Woche. Aber das weiß man ja bevor man Kinder bekommt und wurde bei uns auch durchgesprochen. Irgendjemand sollte für die Kinder da sein ja, aber das muss nicht Zwangsläufig die Mutter sein.

Ob man grundsätzlich weniger arbeiten sollte wenn man es sich leisten kann, muss jede Familie für sich entscheiden. Ich kenne viele da verdient der Mann einfach mehr, da gab es nie eine Diskussion wer wenn überhaupt Teilzeit arbeitet.

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Wir hatten das vorher auch besprochen und es war auch vor den Kindern schon klar, dass ich Karriere machen möchte.
Auch dass ich selbst wenig Zeit für die Kinder haben würde war für uns beide nie ein Grund, keine Kinder zu bekommen.

Anfangs war ich sogar oft wochenlang in der Welt unterwegs und er allein mit den Kindern.
Und das war als Kind 1 noch ein Baby war.
Als Tochter 2 kam bin ich nach 6 Wochen für 2 Monate in Nahost gewesen.
Das war nie ein Problem und alles vorher so besprochen.

Ich wollte als die Kinder älter wurden selbst etwas mehr Präsenz zeigen, da die Kinder ja dann doch mehr die Eltern als Ansprechpartner brauchen.
Daher habe ich dann die Reisetätigkeit stark runter geschraubt und bin schon 200 Prozent mehr zu Hause als früher.

Ich komme jeden Abend nsch Hause, bin insgesamt aufs Jahr noch höchsten 8 Wochen weg und bin auch Sonntags zu Hause.
Es ist mir einfach unverständlich warum er auf einmal so kommt.

Und erklären kann oder will er es nicht.
Es belastet unsere Beziehung und ich merke dass ich mit ihm nicht mehr klar komme.

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Also wenn das von Anfang an klar war und es auch so angesprochen war, ist seine Reaktion und sein Verhalten absolut nicht ok.

Vllt, bekommt er viele blöde Kommentare von Kollegen weil du Karriere machst und kommt damit nicht klar? Das ist dann eventuell etwas das er schlecht erklären kann. Aber auch das ist kein Grund dich so unter Druck zu setzen und zu versuchen dir ein schlechtes Gewissen zu machen.

Wenn man mit ihm nicht reden kann natürlich schwer...meinst du ein ernstes Gespräch auf neutralem Boden (Restaurant oder einfach nicht zu Hause) könnte etwas bringen? Ihm klarmachen wie belastend diese Situation ist und das es so nicht weiter geht.

Ach ja,..die Idee mit der Putzfrau finde ich ganz unabhängig davon nicht schlecht. Das nimmt ja doch noch etwas Druck raus und entlastet wenn beide Vollzeit arbeiten.

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1.: Wie alt sind die Kinder? Hast Du bei denen den Eindruck, dass sie Dich "vermissen"?

2.: Die Putzfrau soll abgeschafft werden und Du sollst das "wieder" machen? Wieso? Wenn er doch zu Hause ist, kann er doch die Putzfrau abschaffen und das selbst machen?!

3.: Könnt Ihr Deinen täglichen Arbeitsweg verkürzen?

Ich ziehe den Hut vor Frauen, die eine Familie haben und Karriere machen. Ich hab überlegt, ob ich "trotzdem" schreibe. Und hab mich geschämt, dass 2016 in einem der reichsten Länder der Welt Familie und Karriere für Frauen immer noch ein Widerspruch zu sein scheinen. Wenn es klappen soll, dann muss der Partner das absolut unterstützen, genau wie Männern vielfach völlig selbstverständlich von ihren Partnerinnen der Rücken freigehalten wird damit sie Karriere machen können.

Es gibt ja den Spruch "hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die ihn stützt". Und die Erweiterung "und hinter jeder erfolgreichen Frau stehen drei Männer die versuchen, sie zurückzuhalten".

Auch wenn Ihr wohl vorab alles besprochen habt ud Euch einig gewesen seid, dass Du Karriere macht, scheint er aktuell mit der Rollenverteilung unzufrieden zu sein. Hat sich in seinem Umfeld etwas verändert, so dass ihm das jetzt unangenehm ist? Einen Lösungvorschlag, der sich nicht vor allem darauf stützt, dass er seine Einstellung (wieder) verändert, hab ich leider nicht. Aber ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr über Eure jeweiligen Bedürfnisse reden könnt (und zwar über die tiefliegenden, nicht über "die Putzfrau soll weg, mach Du das wieder!")

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"Ich ziehe den Hut vor Frauen, die eine Familie haben und Karriere machen"

und ich ziehe den Hut vor Frauen, die eine Familie haben und Vollzeit arbeiten müssen, damit das Lebenseinkommen trotz oder mit Mann gesichert ist und die sich nicht jahrelang auf gemütlichen 20-Stunden-Stellen ausruhen können.

Denn die, die Vollzeit arbeiten müssen, sind ja doppelt die Gearschten - vernachlässigen ihre Kinder und machen trotzdem nicht zwangsläufig Karriere...

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Hallo,

ich kann euch beide verstehen.

Als Mama von drei Kindern (16, 3, 2) konnte ich sowohl die Erfahrung im schnellen Wiedereinstieg in den Beruf machen als auch Erfahrung als Hausfrau und Mutter sammeln. Bei meinem ersten Sohn bin ich auch sofort wieder arbeiten gegangen und es war für mich selbstverständlich dass mein heutiger Ex-Mann und ich uns die Betreuung teilen. Es war ebenfalls abgesprochen, dass er erstmal etwas zurücksteckt und ich Karriere mache. Damals war ich allerdings noch sehr jung und habe wenig an meine Familie und mehr an mich selbst gedacht. Wohl in der Annahme, dass wenn ich mehr Geld mit nach Hause bringe, ich meiner Familie Gutes tue. Aus heutiger Sicht bereue ich es, dass ich zu gewissen Anlässen oder Zeiten einfach nicht greifbar war für meinen Sohn. Irgendwann hatte ich es kapiert, dass es nicht nur um den eigenen Job gehen darf und habe mein Pensum von 60 auf 35 heruntergeschraubt. Zu spät, wie ich heute denke. Denn meine Ehe ist in die Brüche gegangen und mein großer Sohn hat eine deutlich engere Bindung zu meinem Ex-Mann als zu mir.
Hätte mir das damals ganz am Anfang jemand gesagt, dann hätte ich demjenigen nicht geglaubt bzw . als Gegner von Gleichberechtigung abgetan und belächelt.

Vielleicht bemerkt dein Mann einfach, dass es euch nicht gut tut als Familie. Evtl. bedauert er es, dass du nicht genügend Zeit für die Familie hast.

Seit vier Jahren bin ich erneut verheiratet, habe zwei kleine Kinder mit ihm. Dieses Mal mache ich es anders...seit beide auf der Welt sind bin ich Hausfrau und Mutter (und das nicht weil ich keinen Job kriegen oder weniger Gehalt bekommen würde).

Ob ich wieder arbeiten gehen werde, weiß ich nicht da mein Mann selbst immer bis 19 Uhr unterwegs ist. Nun sehe ich, wie wenig mein Mann von den Kindern mitbekommt und wie wichtig seine Arbeit für ihn ist.

Zu deiner Frage wegen der Teilzeit.....nun ja....am sinnvollsten wäre es wohl, wenn Frauen und Männer sich die Arbeit als auch das Familienleben teilen würden und beide keine über 40 Std. arbeiten müssten. Eine Arbeitszeit von 30 Stunden für beide wäre dabei denkbar, aber wohl kaum umsetzbar in unserer heutigen Gesellschaft.

Die Sache mit dem "Putzfrau weglassen" halte ich für etwas ungünstig ausgedrückt, aber niemand ist perfekt ;-).

Ich bin mir sicher, dass wo ein Wille ist, auch ein Weg ist und ihr einen für euch finden werdet.

Viele Grüße

#winke

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Ich habe die anderen Antworten nicht gelesen, das vorab.

Was üblich ist, oder eben auch nicht, kann dir egal sein. Wichtig ist, dass ihr beide hinter eurer Entscheidung bzw. Lebensführung steht und euch einig seid. Da müsst ihr einen Kompromiss finden.
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dass jemand für die Kinder da sein sollte und wir dafür kürzer treten. Der sichere Hafen nach Kiga, Schule und dergleichen ist uns wichtig, zwei Stunden zwischen Feierabend und Schlafenszeit finden wir für Kinder zu wenig.

Ich bin zuhause, kümmere mich um unsere 3 Kinder, Haus, Hof, Behörden und Finanzen, die Arbeitszeiten meiner Frau sind deinen sehr ähnlich. Das war unsere Individuelle Entscheidung, die Außenwirkung war uns dabei gleichgültig und ist es bis heute. Allerdings verteufel ich auch niemanden, der es anders macht, es ist eben alles höchst individuell.

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Wie lange wir arbeiten, wie die Verteilung bei uns ist und ob das für uns akzeptabel ist, spielt für euch und euer "Problem" doch gar keine Rolle...

Ich arbeite 30 Std. pro Woche, unser Kind ist 3 Jahre alt und ich bin während der Woche mit dem Kind alleine. Deswegen kann und möchte ich derzeit nicht Vollzeit arbeiten. Ja, ich halte meinem Mann den Rücken frei und finde das ok so. Allerdings habe ich den Anspruch, auch mal wieder Vollzeit arbeiten zu können.

Dennoch finde ich das Verhalten deines Mannes inakzeptabel. Es macht mir ein bisschen den Eindruck, als wolle er sich kleinhalten. Es passt ihm anscheinend einfach nicht, dass du beruflich erfolgreich bist und mehr arbeitest (vielleicht auch erfolgreicher bist) als er! Viele Männer scheinen damit ein Problem zu haben.

Wieso in Dreiteufels Namen sollst du weniger arbeiten und die Putzfrau abschaffen??? Mit deiner Stundenzahl ermöglichst du finanziell die Putzfrau. Wenn du weniger arbeitest, dann habt ihr weniger Geld zur Verfügung und könnt dann an der Putzfrau sparen - das Ergebnis ist aber doch das Gleiche.

Er hat kein warmes Essen auf dem Tisch? Kann der arme Mann etwa nicht kochen? Was ist das für ein Chauvi, der erwartet, dass ihm seine Frau abends eine warme Mahlzeit hinstellt? Ich würde ihm die Nummern der Lieferdienste hinlegen.

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... für uns gilt, dass die Arbeit emotional erfüllt (nicht immer), weswegen jeder so viel arbeitet, wie es für ihn wichtig ist und dass man darin gut ist (Vertiefung von Erfahrungen und Wissen beispielsweise).
Und im Moment suchen wir beide, wie viel geht und wie ruckelt sich das Privatleben ein, welches uns beiden auch wichtig ist.

Die Argumentation mit warmen Mittagessen und Putzfrau klingt für mich eher nach dem Wunsch nach Betreuung für deinen Mann... er kann ja auch kochen...

jeden Tag zwei Stunden Fahrtzeit plus den 42 Arbeitsstunden finde ich schon eine Leistung. wenn du dafür das Wochenende richtig frei hättest und emotional nicht weiter in deinem Beruf hängst und am Sonntag nicht schon Neues vorbereiten musst, dann finde ich: lieber weniger Zeit und die dafür intensiv mit der Familie verbringen. Sich Zeit nehmen, zuzuhören, Zeit haben zu erzählen... das trägt meiner Meinung nach mehr, als Eltern die körperlich anwesend sind aber nicht emotional und mit ihrer Aufmerksamkeit.

Die Rabenmutter-Argumentation finde ich - ehrlich gesagt - anmaßend... das solltest du eher mit dir und mit den Kindern besprechen. Je nach Alter wollen die sich eh lieber abnabeln und mit Freunden was unternehmen... Und Kinder können schon verstehen, dass ihr arbeitet, damit der Alltag so funktioniert.

ich glaube, er kommt nicht damit zurecht, dass bei euch die Rollen bisschen vertauscht sind.

lg

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Hallo,

erlich gesagt kann ich deinen Mann verstehen #kratz und ich hätte an deiner Stelle gegenüber den Kindern ein total schlechtes Gewissen , es bleibt überhaupt keine Zeit fürs Familienleben...und ich Frage mich dann auch wozu hat man Kinder wenn mann irgendwie kein Bock drauf hat...mit denen Zeit zuverbringen....lieber 100,-Euro weniger in der Tasche aber glückliche Kinder ;-)

Ich gehe übrigends arbeiten , 4 Tage die Woche aber so das ich spätestens 16.00 Uhr Feierabend habe um meine Kinder von Kindergarten ,Schule abzuholen ...es sei denn mein Mann hat frei dann bin ich auch mal etwas länger weg.

Wenn das noch wichtig ist wir haben drei Kinder #verliebt

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Grmpf. Einige Erwartungshaltungen Deines Mannes sind schon haarig, so wie Du sie formulierst (vor allem: die Putzfrau und Du kannst wieder putzen... äh? Nur Du?)

Das meiste ist glaube ich aber schon gesagt, und darum lösche ich jetzt auch meinen langen Text wieder und verlinke nur auf diesen Artikel: http://bruellen.blogspot.de/2014/10/ich-hab-die-nase-voll.html

Wir wären froh über ne 100%-Stelle, über mehr Geld in der Tasche, nicht drüber nachdenken, ob man der Putzfrau wegen Geldmangel kündigt oder gleich die ganze Wohnung, nicht über Altersarmut grübeln muss...

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Das sollte eine Antwort an die TE sein, sorry!