Stress wegen Arbeitszeit

    • (1) 27.10.16 - 20:25

      Hallo,
      Ich habe eine Vollzeitstelle und außerdem noch jeden Tag fast 2 Stunden Fahrtzeit.
      Mein Mann ist mit meinem" Pensum" nicht einverstanden, er selbst hat flexiblere Arbeitszeiten , kann im Homeoffice arbeiten und hat auch weniger Stunden. ( 35 Stunden Woche, ich 42 Stunden Woche )
      Ich gehe morgens um halb acht aus dem Haus und komme abends zwischen 18.30 und 19.30 Uhr nach Hause.
      Er meckert dauernd, dass meine Arbeitszeiten zu lang sind, ich kaum Zeit für die Kinder und den Haushalt hätte, dass er gerne die Putzfrau abschaffen würde und ich das wieder machen soll.
      Es gäbe ja in der Woche nie was Warmes zu essen, stimmt, aber die Kinder bekommen in der Schule Mittagessen .
      Außerdem wirft er mir immer wieder vor die Kinder zu vernachlässigen, keine andere Frau die er kennt, hätte so wenig Zeit mit ihren Kindern bzw würde so viel arbeiten bei so " schlechten" Arbeitszeiten.
      Wenn ich darauf sage, dass meine Arbeitszeiten aber bei vielen Männern durchaus usus sind, sagt er, das sei was anderes. ..bei Männern wäre das ja normal, aber als Mutter müsse man schon mehr für und mit den Kindern machen. ..
      Welche Arbeitszeiten sind denn schon normal?

      Wie lange arbeitet ihr bzw. Eure Partner?
      Akzeptiert ihr die beruflich bedingte Abwesenheit eures Partners bzw umgekehrt?

      Hängt die Akzeptanz auch davon ab, ob die Familie finanziell auf den Job angewiesen ist oder ist es so, dass wenn man es nicht unbedingt muss, man auf jeden Fall weniger arbeiten sollte, um mehr zu Hause zu sein?
      Und gilt das gleichermaßen für Männer und Frauen oder ist es immer noch automatisch so dass frau weniger arbeiten sollte und dem Mann die längeren Arbeitszeiten eher zugestanden werden müssen?

      Oder anders: ist es für Frauen üblich, wegen der Familie Teilzeit zu arbeiten und Männern wird das eher nicht" zugemutet?

      Bei uns arbeiten beide Vollzeit. Mein Mann hat eine 36 Stunden Woche, ich 40 (bin im Moment im Erziehungsjahr). Verdienen tun wir etwas gleich, ich etwas mehr, sind aber auch auf das Geld angewiesen.

      Aber selbst wenn nicht würde ich auf jedenfall arbeiten wollen. Ich mag meinen Job und die Leute auf Arbeit, außerdem rede ich gerne auch mal über was anderes als über Windeln und Schulprobleme. Ein bisschen geistige Herausforderung brauche ich, sonst gehe ich ein.

      Mein Mann arbeitet in Schichten und ist daher gefühlt sehr viel mehr daheim als ich.

      Mein Mann hatte schon überlegt Hausmann zu werden bevor wir uns das Haus gekauft haben. Dann wäre er bei den Kindern daheim geblieben und ich wäre der Alleinverdiener gewesen.

      Dein Mann ist da wohl noch sehr im klassischen Rollenbild, aber bei vielen ist es heute anders. Wenn du dich mit deinem Job wohl fühlst und alles unter einen Hut bekommst ist es doch ok. Es Ist doch dein Leben, noch dazu sollte man nie abhängig von jemanden sein, man weiß ja nie was noch alles passiert...

    • Mein Mann arbeitet Vollzeit (40 std zur Zeit) und wenn ich wieder arbeiten würde dann nur noch in Teilzeit. Hat bei uns mehrere Gründe (er verdient viel mehr als ich, ihm ist der Job wichtiger usw).

      Also ich gebe zu...wenn er jeden Tag von 07:30 - 19:30 aus dem Haus wäre, hätte ich mir wahrscheinlich keine Kinder mit ihm vorstellen können. Ich weiß klingt jetzt doof, aber so hätten wir quasi nie Familienzeit unter der Woche. Aber das weiß man ja bevor man Kinder bekommt und wurde bei uns auch durchgesprochen. Irgendjemand sollte für die Kinder da sein ja, aber das muss nicht Zwangsläufig die Mutter sein.

      Ob man grundsätzlich weniger arbeiten sollte wenn man es sich leisten kann, muss jede Familie für sich entscheiden. Ich kenne viele da verdient der Mann einfach mehr, da gab es nie eine Diskussion wer wenn überhaupt Teilzeit arbeitet.

      • Wir hatten das vorher auch besprochen und es war auch vor den Kindern schon klar, dass ich Karriere machen möchte.
        Auch dass ich selbst wenig Zeit für die Kinder haben würde war für uns beide nie ein Grund, keine Kinder zu bekommen.

        Anfangs war ich sogar oft wochenlang in der Welt unterwegs und er allein mit den Kindern.
        Und das war als Kind 1 noch ein Baby war.
        Als Tochter 2 kam bin ich nach 6 Wochen für 2 Monate in Nahost gewesen.
        Das war nie ein Problem und alles vorher so besprochen.

        Ich wollte als die Kinder älter wurden selbst etwas mehr Präsenz zeigen, da die Kinder ja dann doch mehr die Eltern als Ansprechpartner brauchen.
        Daher habe ich dann die Reisetätigkeit stark runter geschraubt und bin schon 200 Prozent mehr zu Hause als früher.

        Ich komme jeden Abend nsch Hause, bin insgesamt aufs Jahr noch höchsten 8 Wochen weg und bin auch Sonntags zu Hause.
        Es ist mir einfach unverständlich warum er auf einmal so kommt.

        Und erklären kann oder will er es nicht.
        Es belastet unsere Beziehung und ich merke dass ich mit ihm nicht mehr klar komme.

        • Also wenn das von Anfang an klar war und es auch so angesprochen war, ist seine Reaktion und sein Verhalten absolut nicht ok.

          Vllt, bekommt er viele blöde Kommentare von Kollegen weil du Karriere machst und kommt damit nicht klar? Das ist dann eventuell etwas das er schlecht erklären kann. Aber auch das ist kein Grund dich so unter Druck zu setzen und zu versuchen dir ein schlechtes Gewissen zu machen.

          Wenn man mit ihm nicht reden kann natürlich schwer...meinst du ein ernstes Gespräch auf neutralem Boden (Restaurant oder einfach nicht zu Hause) könnte etwas bringen? Ihm klarmachen wie belastend diese Situation ist und das es so nicht weiter geht.

          Ach ja,..die Idee mit der Putzfrau finde ich ganz unabhängig davon nicht schlecht. Das nimmt ja doch noch etwas Druck raus und entlastet wenn beide Vollzeit arbeiten.

        <<<<<Und erklären kann oder will er es nicht.<<<<

        Hm, mir ist beim Lesen so durch den Kopf geschossen: Kann es sein, dass er deine Gefühlskälte gegenüber den Kindern nicht mehr "ertragen" kann?

        Weißt du, viele Frauen schreiben hier manchmal in den Foren, dass ihre Männer sich in die Arbeit vergraben und kaum Zeit mit den Kindern verbringen. Bei euch sind die Rollen vertauscht. Vielleicht kann er es einfach nicht mehr mit ansehen, wie du die Familie vernächlässigst. Ich mein, es gehört schon ne Menge Gefühlskälte dazu, ein sechs Wochen altes Baby für 2 Monate zu verlassen, nur um seinen eigenen Egoismus durchzusetzen. Wenn man Familie hat, sollte man (Mann und Frau) seine eigenen Bedürfnisse für eine gewisse Zeit zurückschrauben. Sonst braucht man sich keine Familie "zulegen".

        Ich wäre ziemlich sauer, wenn mein Mann uns so behandeln würde. Er auch, wenn ich so handeln würde.

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