Ehemann macht nichts richtig

    • (1) 31.10.16 - 13:30

      Guten Tag erstmal, kann sein, dass das hier jetzt ein Auskotzthreat wird, aber ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich bin verheiratet seit 11 Jahren und wir haben zwei wundervolle Töchter. Ich bin voll berufstätig, meine Frau einen Tag die Woche. Haus gekauft vor 10 Jahren, das übliche halt. Soviel erstmal zum familiären Hintergrund.
      Jetzt ist es so, dass meine Frau ständig was zu meckern hat. Ich mache nun wirklich nicht alles richtig, aber in ihren Augen eben mal gar nichts. Wenn ich anfange, zu diskutieren, heißt es: "ständig musst du streiten und nimmst keine Kritik an" Und die Gespräche eskalierten äußerst schnell, da wird gleich alles in Frage gestellt oder einfach mal dichtgemacht (dann von beiden Seiten). Also wehre ich mich schon gar nicht mehr, kostet einfach zu viel Kraft.
      Beispiel heute: meine Frau war eine Woche weg auf Seminar, ich habe dafür extra eine Woche frei genommen, um die Kinder zu versorgen (viele Fahrdienste (Schule, Musikschule, Sport, etc)). Haushalt gemacht, gekocht, Wäsche, alles erledigt. Vielfach sogar Sachen erledigt, die wir sonst nicht hinbekommen (Keller aufgeräumt, gesaugt, Auto repariert, mehr Wäsche erledigt als hinzugekommen ist (Familien mit Kindern mögen sich denken, was das heißt ????). Küche wär auch in besserem Zustand als wenn beide da sind (die mache ich sonst auch zu mindestens 50%).

      Auf jeden Fall ist sie seit heute wieder da und das erste, worauf sie mich anspricht ist, wie das Waschbecken aussieht (nun ja, da wurden gestern Abend Zähne geputzt von den Kindern, das sieht sonst auch mal so aus. Als nächstes, warum der Eingang nicht gefegt ist und warum das Auto dreckig wäre. Dass ich die Fenster geputzt habe (was bei ihr alle Jubeljahre vorkommt, wenn es nicht die Putzfrau macht), Gärten aufgeräumt, Schnittgut weggebracht, die Wohnung also in einem wesentlich besseren Zustand ist, als wenn sie noch zusätzlich da wäre, das wird nicht gesehen.
      Letztens wollte ich ihr eine Freude machen und habe ihr völlig verdrecktes Auto gesaugt, gewischt, Scheiben gemacht, steht sie da und schaut es sich an und findet wie ein Feldwebel beim Stubendurchgang die Stelle, die ich mit dem Staubsauger vergessen habe (vorn unter dem Beifahrersitz).

      Frage: wie kommt man so jemandem bei? Pauschalaussage wie "schieß sie in den Wind" oder " hau mal auf den Tisch" helfen mir aber auch nicht. Siehe oben, das führt nur zur Eskalation.

      • Hallo,

        holla, na da geht es ja richtig ab bei euch zu Hause, wenn man nur Kritik bekommt, ist das wirklich nicht die feine Art, aber ganz ehrlich, hast du ihr das mal genau so gesagt, wie du das hier aufgeschrieben hast ?

        Ich denke wenn du ihr das so vor den Augen hältst, dann wird sie vielleicht wach und sieht was du in der Woche geleistet hast ?

        Lg

      Ich an deiner Stelle würde mit ihr in einer ruhigen Minute in völlig gelassenem Ton mal darüber sprechen und genau das ansprechen, was du hier aufgeschrieben hast. Vielleicht kannst du ihr deinen Thread auch einfach ausdrucken und zum Lesen geben.

      Leider erlebt man es immer wieder, dass viele Frauen nicht das Gute sehen, das ihre Männer tun. Viele Männer gehen arbeiten, bekommen direkt danach die Kinder aufgedrückt, sollen noch den Haushalt mit erledigen oder haben "Sonderaufgaben", wie Steuererklärung, Reifenwechsel, Gartenarbeit, Einkäufe, Papierkram, Getränke holen, etc. Trotzdem sollen sie auch noch rücksichtsvolle Ehemänner sein, die ihrer Frau den ganzen Tag sagen, wie gut sie aussieht und wie sehr sie sie lieben.

      Das alles ist auch gar nicht sarkastisch gemeint. Für die Männer ist der Anspruch heutzutage schon sehr hoch meiner Ansicht nach.

      Du musst wirklich mit deiner Frau sprechen. Du kannst ihr ja sagen, dass du alles das, was sie im Alltag meistert, anerkennst. Dennoch kannst auch du dieses Pensum bewerkstelligen, erledigst dank deines Urlaubes noch ein paar Dinge "nebenbei" und findest es dann unangemessen, dass sie anstatt des Lobes nur Gemecker übrig hat. Das ist sehr nachvollziehbar und ich bin sicher, wenn du ihr das ruhig erklärst, muss sie das verstehen können.

      • Genau so ist es leider. Man wird fast täglich auf der Arbeit angerufen, wann man denn nun fertig wäre, es gäbe noch dies und jenes zu erledigen. Und die Steuererklärung soll am besten abends von 9 bis 12 gemacht werden #aerger

    Dreh den Spiess mal eine Woche um.

    Alternativ: Lächeln ist die beste Art Zähne zu zeigen.....ich würde mich eher fragen, ob es das Wert ist sich darüber überhaupt aufzuregen.

  • (7) 31.10.16 - 14:08

    Das Problem, dass Du ansprichst, ist aber ein häufiges. Wir sind zwar alle ach so emanzipiert und teilen uns die Arbeit weniger ungleichmäßig als unsere Eltern, aber in Sachen Haus und übrigens auch Kind wissen es ziemlich viele Frauen dann doch so ziemlich alles besser und meinen, das durch entsprechende Kritik auch noch einmal klarstellen zu müssen. Und je besser Du es machst, desto mehr muss sie sich anstrengen, noch Fehler zu finden - das ist bestimmt auch frustrierend ;-)

    Ein Bekannter meinte dazu mal, wenn er etwas macht und dann wird eh nur gemeckert, dann lässt er es halt bleiben. Dann wird zwar auch gemeckert, nämlich weil er nichts macht, aber wenigstens hat er dann nicht die Arbeit ;-) Allerdings muss man dafür auch entsprechend schmerzbefreit sein (was ich auch nicht bin).

    Aber vielleicht wäre es bei manchen Punkten wirklich mal ein Anfang, bestimmte Sachen (wie z.B. den Autoputz) einfach mal nicht mehr zu machen, wenn der Partner es eh besser kann.

    (8) 31.10.16 - 14:21

    spontan würde ich mit Übertreibung reagieren und sagen "ja, was soll der Mist, das klappt nicht, das wurde nicht ordentlich gemacht, warum ist noch ein Blättchen Salat im Komposteimer? Was soll diese Schlamperei??"

    dann würde ich fragen, was ihr wichtiger ist: eine gute Beziehung, eine Familie, die auch Spaß hat - oder ausschließlich ein einwandfrei-sauberes Haus in ihrem Sinne? wie viel Prozent für die Familie und das Beziehungsleben und wie viel Prozent für ...

    und ich würde meckerfreie Zonen einrichten. in diesen Zeit-Zonen kannst du dich entspannen und sie kann üben, dass Dinge anders laufen, wenn sie sie nicht selbst nicht in die Hand nimmt, und das zu akzeptieren.

    meckern macht nicht schöner...

    und bei uns helfen manchmal Auszeiten in Form von Essen gehen oder sonst ausgehen, dann haben wir frei von den vielen, nicht-enden-wollenden Haus- und Gartenarbeiten. sonst würde ich hier verrückt werden. es ist einfach zu viel zu tun. Und mehr Personal als eine Putzfrau, die einmal die Woche kommt, wollen und können wir uns meistens nicht leisten.
    lg

    • Meckerfreie Zonen klingt gut. Allerdings ist es oftmals auch weniger als ein Dauergemecker, sondern hier und da einfach ein Satz. Und dann kann ich manchmal auch nicht anders als mit den Augen rollen, Stress vorprogrammiert.

      • (10) 31.10.16 - 19:45

        dann könnt ihr ja mal eine Zeit ausmachen, wo ihr es beide merken würdet, 10-14 Tage z.B. oder erst mal eine Woche?

Klingt für mich nach extremer Unzufriedenheit.

Du bist einfach nur der Prügelknabe, irgendwo muss der Unmut schließlich hin und da bietet sich nun mal der Gatte an.

Wie viel Zeit hat denn bei Euch jeder für sich und wie viel Zeit genießt Ihr beide denn gemeinsam als Paar (und damit meine ich nicht Abends zusammen auf der Couch hocken)?

  • Für sich ist wenig Zeit da. Ich bin froh, wenn ich abends um 9 oder 10 meine Ruhe habe manchmal. Zeit für Gemeinsamkeiten sind nahezu keine mehr. Wir haben auch keine Großeltern hier vor Ort und Babysitter gibt's auch nicht.
    U

    • Ich würde mal unterstellen dass genau da Euer Problem liegt.

      Bedauerlicherweise geben die meisten Eltern Ihr Recht auf "Paar sein" und auch auf Ihre persönlichen Bedürfnisse bei der Geburt direkt mit im Krankenhaus ab.

      Ihr seid nicht nur Eltern, wenn Ihr Eurer Beziehung keinen Raum gebt, dann kann das auf Dauer nicht gut gehen. So viele Paare lassen sich scheiden wenn die Kinder "aus dem Gröbsten raus" sind, weil sie sich selbst auf der Strecke der Erziehung verloren haben.

      Augenscheinlich ist Deine Frau an einem Punkt angelangt wo sie total gefrustet und unzufrieden ist. Den Grund sieht sie in Dir, was natürlich viel einfacher ist als sich mit den tatsächlichem Problem (nämlich ihre persönliche Unzufriedenheit) auseinanderzusetzen. Und Lösungen zu finden.

      Es gibt immer eine Möglichkeit seinen Alltag so zu organisieren, dass in einer Woche ALLEN Familienmitgliedern ein wenig Zeit für sich selbst eingeräumt werden kann. Gerade weil Ihr zu 2. seid, sollte es kein Problem dass jeder 1 Abend in der Woche für sich bekommt und der Andere sich um die Kinder kümmert.
      Da kann man dann zum Sport gehen, sich mit Freunden treffen, ins Kino gehen, etc.pp.

      Und dann müsst Ihr Euch noch Raum für Eure Paarzeit schaffen. Da muss dann eben ein bezahlter Babysitter her. Denk immer daran, eine Scheidung ist am Ende viel teurer als ein wenig externe Betreuung.

      Geht zusammen essen, spazieren, ins Kino zum Bowling, was auch immer.

      Hier bei Urbia kommen die Damen immer sehr schnell mit der "trenn Dich" Keule um die Ecke, bevor das passiert sollte man um der Liebe Willen die man (hoffentlich) mal für einander empfunden hat und (hoffentlich) immer noch empfindet lieber erst mal Arbeit in die Beziehung stecken und versuchen wieder zueinander zu finden.

      VG K.

(14) 31.10.16 - 14:59

#drache

Wenn Du weder auf den Tisch hauen oder ihr die Tür weisen möchtest, bleibt Dir wohl nichts anderes als darauf zu warten, daß aus Frau Mahlzahn ein goldener Drache der Weisheit wird.

Könnte sich noch etwas hinziehen - seufz.

(15) 31.10.16 - 15:30

Ich empfehle dir, dich in gewaltfreie Kommunikation einzulesen.

Damit kannst du über dich und deine Bedürfnisse und Wünsche sprechen oder, was mir persönlich im Moment noch sympathischer ist, auf die Bedürfnisse des anderen Empathie habe eingehen. Ich glaube, wenn man auf den anderen eine Zeitmangel Empathie habe eingeht, wird man diese Spirale aus Schuldzuweisungen durchbrechen. Keiner möchte den anderen die ganze Zeit runterputzen, wenn der immer empathisch auf dich eingeht.

Ich bin aber selber noch ganz am Anfang beim Erlernen von gewaltfreien Kommunikation. Finde es noch sehr schwierig, umzusetzen.

Beim Auto: "Du hast eine Stelle gefunden, die ich nicht sauber gemacht habe. Ärgerst du dich, dass ich die vergessen habe? Hättest du dich gerne besser auf mich verlassen wollen?" Als letztes müsste hier die Frage kommen nach dem, was sie sich wünscht. Vielleicht: "Möchtest du, dass ich diese Stelle jetzt sauge?"

Ich denke, ihr seid in einer ganz blöden Spirale aus Meckern gefangen, aber ihr könnt bestimmt lernen, euch wieder mehr wertzuschätzen und empathisch zu begegnen.

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