Trennung - es tut immer noch so weh, bei uns beiden. Wieso?

    • (1) 10.11.16 - 13:54
      verwirrt-und-unglücklich

      Mein Mann und ich haben uns nach knapp 15 Jahren Beziehung / Ehe getrennt.

      Die Trennung verläuft wegen der Kinder freundschaftlich.

      Wir sehen uns wegen der Kinder auch regelmäßig.

      Ab und zu machen wir mit den Kindern gemeinsame Ausflüge, aber wir haben den Kindern ganz klar gesagt, dass wir trotzdem getrennt bleiben. Sie sind schon älter und verstehen das.

      Anlässe wie Weihnachten oder Geburtstage werden gemeinsam gefeiert.

      Früher haben wir täglich gestritten. Seit der Trennung verstehen wir uns sehr gut.

      Aber obwohl wir schon über 1 Jahr getrennt leben: Es hört nicht auf weh zu tun.

      Wenn ich bei ihm bin, um die Kinder zu bringen, tut es sehr weh, ich sehe seine Wohnung, sehe, wie er sich sein Leben ohne mich aufgebaut hat und ich freue mich, dass er klar kommt, aber es tut weh.

      Er betritt meine Wohnung garnicht mehr, Kinderübergabe findet an der haustür statt. Er sagt, er kann es nicht, es tut ihm ebenfalls weh da geht es ihm genau wie mir.

      In der Woche will er nicht mit den Kindern telefonieren oder sie kurz sehen, da er danach immer völlig down sei.

      Wenn er am WE die Kinder hatte, will er am Montag Abend nicht nach Hause, seine leere Wohnung wäre sehr schlimm für ihn.

      Er hat Schuldgefühle den Kindern gegenüber und weint oft, sagt er.

      Es steht aber nicht zur Diskussion, dass wir wieder zusammen kommen.

      Wir würden wieder streiten, wenn wir zusammen wohnen.

      Ausserdem habe ich jemanden kennen gelernt, den ich sehr gerne habe und mir eine Beziehung vorstellen kann und auch insgeheim wünsche.

      Wenn ich dann meinen Ex sehe, bin ich mir garnicht mehr so sicher. Ich habe ihn immer noch so gern.

      Er bricht jetzt alle Zelte ab und reduziert den Kontakt zu mir auf ein Minimum, weil es immer wieder alte Wunden aufreissen würde.

      Warum tut es mit jedem Monat der vergeht mehr weh?

      Warum bin ich mir so unsicher mit meinen Gefühlen, obwohl alles klar ist und mein Verstand auch sagt, dass ich mit meinem Ex keine Zukunft habe.

      Was ist nur los mit mir?!

      Ich bin sonst so eine starke Frau, stehe mit meinen beiden Beinen betonfest im Leben und organisiere meinen Alltag ohne Probleme.

      Aber diese Trennung wirft mich von Monat zu Monat mehr aus der Bahn.

      Und das obwohl ich sogar jemanden kennen gelernt habe, und er ist kein Ersatz oder so.

      Er kam in mein Leben und es fühlte sich sofort toll an. Meine Kinder lieben ihn und wünschen sich, dass ich ihn heirate, sie fragen schon oft und möchten, dass ich wieder glücklich bin ...
      Sie lieben natürlich auch ihren Vater, sagen aber "Auch wenn du C. heiratest, papa bleibt für immer unser papa!" und das stimmt natürlich auch.

      Bin ganz durcheinander ....

      • Hallo,

        gut finde ich, dass ihr euch wie Du schreibst, in Freundschaft getrennt habt. Der Kontakt funktioniert. Die Beziehung wieder aufleben zu lassen kommt für Dich nicht in Frage.

        Du hast Dir ein neues Leben aufgebaut, kommst zurecht. Hast einen tollen Mann kennengelernt.
        Dein Mann ist alleine und leidet mehr oder weniger.

        Würde es Dir genauso schlecht gehen, wäre er ebenfalls wieder liiert? Hast Du irgendwie Schuldgefühle, dass Du besser klar kommst als Dein Ex?

        Viele Grüße

        • (3) 10.11.16 - 14:49
          verwirrt-und-unglücklich

          Noch bin ich in keiner Beziehung. Ich bin mit meinem neuen Bekannten gut befreundet.

          Mehr noch nicht.

          Ich weiß, dass er sich auch mit Frauen trifft, was mich auch freut, denn ich würde ihn gerne glüccklich sehen.

          Er kommt gut klar, hat sich neue Hobbys gesucht, ist viel unterwegs.

          Manchmal bin ich schon fast etwas "neidisch", denn in der Woche habe ich immer die Kinder und kann nie rausgehen, was ich doch etwas vermisse .....

          Schuldgefühle habe ich nicht, es ist eher Enttäuschung, dass wir es nicht geschafft haben und unseren Kindern keine Familie mehr bieten können. Diese Schuldgefühle hat er auch.

      Oben schreibst du, dass du dir eine Beziehung mit dem Mann wünschst und weiter unten redest du davon, dass deine Kinder ihn schon so toll finden und du ihn heiraten willst.

      Führt ihr denn nun schon eine Beziehung?

      Ansonsten kann es auch einfach daran liegen, dass ein Jahr im Vergleich zu 15 Jahre Beziehung einfach mal nichts ist.

      Miteinander befreundet zu sein ist nicht immer von Vorteil, denn dieser "Hass" den man manchmal auf seinen Ex-Partner verspürt, gehört auch ganz klar zum Lösungsprozess.

      Den habt ihr aber nicht, im Gegenteil, versteht ihr euch jetzt wieder besser und streitet nicht mehr, das läßt einen vergessen, dass es schlechte Zeiten gab und damit tut es länger weh.

    • Hallo,

      vielleicht willst du das nun gar nicht hören:

      Ich glaube, ihr seid beide noch längst nicht voneinander los. Trennung/Abschied tut natürlich immer auch weh, das ist klar und wenn man dann eine gemeinsame Familie gegründet hat verbindet das natürlich i-wie auf Dauer - etwas wird wohl immer bleiben.

      Dennoch: Wenn ihr es nun doch nochmal miteinander versuchen würdet... mittlerweile werdet ihr auch wissen, bzw. hinzugelernt haben, worauf ihr besser achten müsst, was sich evtl. verändern sollte... usw.

      Ist wirklich völlig abgeschlossen zwischen euch?
      LG

      An negativer Kommunikation in einer Beziehung kann man sehr gut arbeiten. An mangelnder Liebe nicht. Und Liebe gibt es bei Euch anscheinend noch mehr als genug.

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