Paartherapie !?

    • (1) 10.11.16 - 15:58

      In gefühlt jedem zweiten Beitrag wird hier im Forum momentan zu so einer Therapie geraten.....egal wie schwerwiegend, seltsam, oberflächlich oder kaum nachvollziehbar die Probleme auch sind....die Lösung scheint immer die Paartherapie zu sein....die wird es schon irgendwie richten....und sei es mit dem Vorschlaghammer und Gebeten.

      Nicht nur dass es mir meist in solchen Antworten vorkommt, als würde man einem tödlich verwundeten Soldaten versuchen mit den Worten "das wird schon wieder" die letzten Minuten seines Lebens noch auf irgendeine Form erträglich zu machen, bzw. damit eigentlich nur seine eigene Hilflosigkeit sehr deutlich zum Ausdruck bringt, ist es dazu noch so, dass ich niemanden kenne, bei dem so eine "Therapie" wirklich funktioniert hat......gar niemanden !

      Mich würde nun mal interessieren, ob es hier evtl. Leute gibt, denen so eine "Therapie" tatsächlich (!!) geholfen hat....nicht nur kurzfristig als letztes Aufbäumen bei dem man sich bis an die Bruchgrenze verbiegt bevor man sich bewusst wird, dass es doch nicht klappt, sondern bei denen es wirklich heftig in der Beziehung "gerummst" hat, die vor dem endgültigen Aus standen, und die dank solch einer "Therapie" noch heute mit dem Partner zusammen sind.

      (4) 10.11.16 - 16:28

      Es wundert mich nicht, dass du niemanden kennst, bei dem eine Paartherapie erfolgreich war. Zum einen gehen Paare damit nicht unbedingt gerne hausieren, zum anderen dürften alle, die dich persönlich kennen, wissen, was du von, von dir kindisch-albern "Püschologen" genannt, hältst.
      Der größte Fehler ist es, erst dann dorthin zu gehen, wenn es heftig "gerummst" hat, wenn man bereits kurz vor dem endgültigen Aus steht.

      Niemand macht einem Arzt einen Vorwurf, der einem Schwerstkranken nicht mehr helfen kann, weil dieser zu spät Hilfe gesucht hat. Wäre dieser Kranke eher gekommen, gibt es zwar keine Garantie der Gesundung, aber die Möglichkeit hätte bestanden.
      So ist es bei der Paartherapie auch, handelt man erst, wenn der Karren vor die Wand gesetzt wurde, darf man keine wunder erwarten.

      • Das stimmt alles was Du das sagst.......mir geht es tatsächlich nur darum, ob jemandem dadurch geholfen wurde oder nicht....und es muss sich ja niemand outen.....und auch ist es nichts persönliches, nur reine Neugierde meinerseits....nicht mehr und nicht weniger.....das zur Ergänzung.

        PS: Plüschologen...korrekt.....gut aufgepasst ! *lächelt*

        (6) 10.11.16 - 20:59

        Ja, man kennt seine Meinung über diese "Püschologen", aber ich verwette meinen Ar***, dass wenn, er mehr Paare kennt die ihm erzählen würden das sie eine Paartherapie gemacht haben als manch anderem hier.
        Ich sag ungern etwas nettes über ihn , weil ich eine Eigenart an ihm überhaupt nicht mag und diese mich immer wieder nervt weil ich denke, dass er das nicht nötig hat, aber ok...egal...dennoch, ansonsten, wenn man ihn lange genug liest erkennt man das er mehr EQ, Einfühlungsvermögen und PiPaPo hat als die Meisten hier und ich denke im realen Leben wissen die Menschen das verdammt gut zu schätzen und sehen das auch....

    Hallo,

    Ich kann nicht aus Erfahrung sprechen, aber möchte doch meine Meinung da lassen:

    Eine paartherapie wird bei einer komplett zerütteten Beziehung nichts mehr ausrichten können. Da bin ich voll bei dir.

    Solange aber Gefühle vorhanden sind, aber es durch die eigene Unzufriedenheit, mangelnde/schlechte Kommunikation, vernachlässigte Bedürfnisse, etc zu Problemen kommt, könnte ich mir vorstellen, dass eine dritte neutrale Person den Blick für den anderen und die Beziehung wieder öffnen und/oder ändern kann.

    LG Nane

    • <<<könnte ich mir vorstellen, dass eine dritte neutrale Person den Blick für den anderen >>>

      DAS auf jeden Fall.....nahestehende Personen, Freunde.....etc.

      Aber jemand der das auf professioneller Basis tut, ohne die Person wirklich zu kennen?

      Und das würde mich nun interessieren, ob hier jemand (gerne auch in grau/anonym) hier schon positives zu berichten hat.

      "Aber jemand der das auf professioneller Basis tut, ohne die Person wirklich zu kennen?"

      Doch, genau deshalb ist es oft hilfreich. Eine "professionelle" Person, die das Paar nicht persönlich kennt, hat zum einen kein eigenes Bild von den Personen und zum zweiten -was das Wichtigste ist- wertet sie nicht. Kann sie auch gar nicht, weil sie eben niemanden persönlich kennt. Es ist oft hilfreich, weil sie von außen gucken kann. Freunde und Familie sind Teil des Systems und niemals neutral, u.a. von der schwierigen Situation selber betroffen.

Hallo,

ich war zusammen mit meinem Mann in einer "Eheberatung" (so würde ich es mal nennen)... Das ging über einen Zeitraum von einem halben Jahr in nicht regelmäßigen Abständen... Therapie ist vlt. nochmal was anderes.

Ich sehe es so: Helfen kann da im Endeffekt KEINER, dass man sich wieder näherkommt oder mehr liebt als zuvor. Der Therapeut kann lediglich versuchen, die Sichtweisen, in denen sich die Partner festgefahren haben, evtl. von einer anderen Seite zu beleuchten... und das kann dann für den Einzelnen hilfreich sein, indem man eine Situation plötzlich aus einer anderen Perspektive betrachtet. Oftmals ist ja wirklich so, daß, wenn man sich erst Mal mitten in verfahrenen Situationen befindet, überhaupt nicht mehr die nötige Sichtweise, wie ein Außenstehender, hat. Und da kann eine dritte Person wirklich gute Anstöße geben.

Ich merke das bsp.weise ja oftmals an mir selber: Jemand hat ein Problem, sei es in der Kindererziehung, Umgang mit Pupertierenden etc. Von außen betrachtet erkenne ich da oftmals ziemlich klar das Problem... bin ich hingegen mitten in dieser Spirale, fehlte mir oftmals diese Sicht "von außen".

Hoffe, ich konnte es einigermaßen verständlich rüberbringen.

LG

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