Hält mein Freund mich nur hin ...

    • (1) 14.11.16 - 12:04

      Ich habe vor 2,5 Jahren meinen Freund kennengelernt. Wir waren zu dem Zeitpunkt beide ein halbes Jahr geschieden. Es passte perfekt. Wir hatten beide 2 Kinder im selben Alter und verstanden uns sehr gut. Am Anfang waren natürlich die Expartner noch viel Thema, aber das verblasste mit der Zeit. Als wir uns kennenlernten steckte er gerade im Hausbau in seinem Heimatdorf 200km entfernt und es war klar, dass er dort 1Jahr später hinziehen würde. Für mich war auch klar, dass ich in der Großstadt bleiben wollte. Durch seinen Job im Vertrieb konnten wir uns aber regelmässig sehen und für ihn war es auch sehr praktisch zwei Wohnorte zu haben. Da in seinem jetzigen Job einige Probleme aufgetaucht sind, hat er sich etwas Neues gesucht. Idee war, dass ich ein Haus in meiner jetzigen Stadt kaufe, er sein Haus behält und er sich einen Job bei mir in der Nähe sucht. Er hat sich dann auch verschiedentlich beworben, aber nur Absagen erhalten. Die einzige Zusage ist ein Job in der Nähe seines Hauses, so dass wir uns jetzt nur noch alle 2 Wochenenden sehen können. Ich werde jetzt mit meinen Kids alleine in das gekaufte Haus einziehen. Er redet zwar immer davon, dass er bestimmt in ein paar Jahren die Chance bekommt bei der Firma sein Gebiet zu wechseln, aber mittlerweile habe ich das Gefühl, ich werde nur vertröstet. Sein Haus wollte er eh nie wirklich aufgeben und welch Zufall, dass es jetzt gerade mit einem Job dort in der Nähe geklappt hat. Auch hat er sich nicht weiter bemüht doch noch einen anderen Job zu finden, nachdem er die Zusage hatte. OK, er hatte sehr viel Urlaub und Energie in die Bewerbungen gesteckt und war es jetzt leid, weiterzusuchen. Obwohl er mich überall in seine Familie und Freundeskreis integriert, Urlaubspläne mit den Kindern macht, mit mir Alt werden möchte, fehlt mir das Engagement für eine gemeinsame Zukunft. Als ich über die neue Jobsituation mit Unverständnis reagiert habe, kam von ihm keine Gefühlsregung. Ich höre immer nur von ihm, wir schaffen das schon. Ich habe keine Lust ständig mit Dir darüber zu diskutieren. Er äussert sich grundsätzlich nicht über seine Gefühle. Auch mein Haus, was ja unser Haus werden soll, ist in seinem Freundeskreis ganz klar mein Haus. OK, ich habe es auch finanziert, was die Situation nicht ganz einfach macht. Manchmal überrascht er mich aber schon. Als ich Magen-Darm-Grippe hatte, hat er alles stehen und liegen lassen und ist zu mir gefahren, um sich um mich zu kümmern. Manchmal sagt er auch bei seinen Freunden, dass er hofft, dass sich sein Job in meine Richtung verlagert. Spreche ich ihn aber konkret auf die Zukunft an, kommt nichts. Er wüsste auch nicht, wie es weitergeht. Er wolle aber mit mir zusammenleben. Was will er denn? War ich gut genug mit ihm seine Ehe aufzuarbeiten, ihm einen zweiten Wohnsitz für seinen Job zu geben und jetzt startet er in ein neues Leben und ich werde auf Raten abgesägt? Oder reagiere ich hier zu sensibel? Irgendwie fühle ich mich in der Beziehung so nicht mehr wohl.

      • Du willst anscheinend, dass dein Freund schnellstmöglich zu dir zieht. Er hat anscheinend auch einige Bemühungen auf sich genommen, nur leider in deiner Nähe keinen akzeptablen Job gefunden. Was soll er denn machen? Geld verdienen muss er, denn er hat ein Haus zu halten und Unterhaltszahlungen an der Backe.

        Er kann sich wohl kaum aus der Probezeit heraus direkt wieder woanders bewerben, wie sieht das denn im Lebenslauf aus? Je nachdem was er beruflich macht, wäre es schon gut, wenn er zwei Jahre in der Firma wäre, bevor er sich wieder bewirbt.

        Du verlierst meiner Ansicht nach ein bisschen die Perspektive FÜR deinen Freund. Er hat ebenfalls eine nervenaufreibende Scheidung hinter sich, muss sich zwischen (neuer!!!) Arbeit, Haushalt, Kindern und seiner "neuen Familie" aufteilen. Er bemüht sich mittels zeitaufwändiger Bewerbungen wirklich zu dir zu ziehen und ist im Bedarfsfall SOFORT für dich da - was willst du denn noch?

        Zaubern kann er halt leider nicht...

        • (3) 14.11.16 - 12:24

          Hallo,
          er hat sein langfristiges Ziel gut definiert. Beim mittelfristigen Ziel schwimmt er. Hier muss er (und vielleicht auch du?) konkreter werden und sagen, wie man sich die Beziehung in den nächsten 2-5 Jahren vorstellt.

          Mir scheint, er bezieht nicht klar Stellung. Vielleicht bevorzugt er, dass er innerhalb der nächsten Jahre, so lang die Kinder noch jung sind (?), allein wohnen bleibt. Es wäre besser, die Wünsche und Vorstellungen konkret auszusprechen.

          LG

          • (4) 14.11.16 - 12:29

            Ja, mir fehlt das langfristige Ziel. Ich kann gut alleine leben und freue mich sogar weiter meine Freiheiten zu geniessen und mein Haus nach meinen Wünschen einzurichten. Mich nervt einfach, dass er nie mal über seine Gefühle spricht und kurzfristig ständig mit neuen Ideen um die Ecke kommt.
            Erst wollte er gemeinsames Haus in meiner Stadt, dann sprach er mal davon, dass er halbtags arbeitet und ich Vollzeit, dann wollte er einen seiner Söhne zu uns holen und jetzt bleibt er erstmal in seinem Haus und macht dort einen Job. Für mich ist das sehr anstrengend und ich erbitte mir zumindest das Recht mal auf Gefühlsebene darüber zu reden. Das erträgt er aber nicht.

            • (5) 14.11.16 - 12:37

              So ein hin und her kenne ich auch. Ich bin ein Mensch, der aus meiner Sicht #schein ERST etwas ausspricht, wenn ich es wirklich ernst meine. Daher komme ich mit solchen Schnellschüssen und Schwankungen auch nicht gut zurecht.

              • (6) 14.11.16 - 12:41

                Ich zweifle in solchen Momenten dann gerne an der Ernsthaftigkeit der Beziehung. Ihm sind seine Schnellschüsse leider auch gar nicht bewusst. Mir macht das Angst, dass er eine Beziehung plötzlich genauso schnell beendet, weil ihm gerade was Neues einfällt.

    (9) 14.11.16 - 15:08

    Möglicherweise ist er generell jemand, der eine Situation als gegeben hinnimmt, wenn er sie nicht ändern kann und damit dann auch nicht darüber sprechen muss. Es gab bei Dir in der Region keinen geeigneten Job - also nimmt man, was man kriegt. Fertig. Sich darüber zu unterhalten ärgert einen nur dauernd, dass es nicht geklappt hat.

    Ich führe seit vier Jahren eine Wochenendbeziehung über 200 km und sehe kein Ende, obwohl geplant war, dass wir 2016 zusammenziehen. Hat nicht geklappt, übrigens auch wegen des Jobs. Jetzt bleibt halt erst einmal alles, wie es ist. ;-)

    Was mir bitter aufstossen würde, ist, dass Du deine bisherige Wohnung für ihn aufgegeben hast und für eine gemeinsame Zukunft nun alleine ein Haus bzw dessen Finanzierung an der Backe hast. Und dass er aber nicht Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um das Haus mit dir gemeinsam zu bewohnen (und nicht nur als Absteige zu benutzen).

    Da würde ich mir veräppelt und im Stich gelassen vorkommen. Unter diesen Bedingungen hättest du das Haus ja anscheinend nicht gekauft. Zahlt er wenigstens einen Anteil, wenn er regelmässig dort wohnt?

    • Da habe ich mich wiederum gefragt, warum sie erst das Haus kauft, bevor er einen (sicheren) Job hat. Das hätte ich nie gemacht, sondern sogar noch die Probezeit bei der neuen Arbeitsstelle abgewartet. #kratz

      • Ja, das war wirklich voreilig. Hoffentlich ist es nun kein finanzielles Desaster....

        • Nein, es war von Anfang an geplant, dass es mein Haus ist und ich es auch alleine finanziere. Ich habe einen sehr guten Job und verdiene wesentlich mehr als er.

          • (14) 14.11.16 - 19:27

            Aber hättest Du das neue Haus auch gekauft, wenn er nicht gesagt hätte, er zieht mit ein?

            • (15) 14.11.16 - 19:46

              Ich weiß nicht? Muss jetzt mit der Situation irgendwie klar kommen. Meine Kinder freuen sich so sehr und irgendwie will ich nach all den Entäuschungen der letzten Jahre wieder mein eigenes Zuhause. Den Traum von der glücklichen Familie habe ich erstmal ausgeträumt. Sollte wohl nicht mein Lebensplan sein ????

              • (16) 14.11.16 - 19:51

                Ach komm jetzt. Der Mann lässt alles liegen und stehen und kommt angerauscht, um Dich zu pflegen. DAS ist Liebe!

                Er will das Ganze schon mit Dir. Er kann nur irgendwie den Plan nicht so ohne Weiteres umsetzen, einfach weil er ja bei Dir keinen Job bekommt.

                Jetzt beruhig Dich mal und glaub wieder an Eure Liebe. Und vielleicht kannst Du im neuen Jahr das Thema nochmal anbringen und ihm bei weiteren Bewerbungen in Deiner Region helfen?

(17) 14.11.16 - 17:25

Am besten versuchst Du das jetzt jeden Abend mit Ihm bis ins letzte Detail ausdiskutieren. Vielleicht noch mit einer Terminplanung - Tagesgenau selbstverständlich.

Oder...Du hörst auf, auf Deinem Besen um Deinen Typen herumzureiten und freust Dich mal zur Abwechslung darüber, was für ein schönes Leben Du hast und das Du nochmal einen tollen Mann gefunden hast, den Du gerne in Deinem Leben hast...

(18) 14.11.16 - 19:59

Hallo,

die Beziehung entspricht jetzt nicht ganz Deinen Zukunftsvorstellungen, aber er eben einen Job in seiner Nähe und nciht in Deiner Nähe bekommen. Immerhin hat er Pflichten, wie Unterhalt für seine Kinder, zu leisten. Was soll er tun? Er hat das Recht in der Nähe seiner Kinder zu bleiben, genau wie Du. Du verlangst mehr von ihm, was er leisten kann. Du hast Deine Kinder bei Dir. Und er? Du bist krank geworden, er ist sofort gekommen. Einiges ist schiefgelaufen, aber entweder arrangiert Ihr Euch damit und lebt erstmal in einer Fernbeziehung oder Du mußt es beenden, wenn es nicht mehr Deinen Vorstellungen entspricht und keine gemeinsame Basis ist.

LG
Lana

(19) 14.11.16 - 20:45

Ich finde dich etwas selbstgerecht.

Er war schon beim Hausbau, als ihr euch kennen gelernt habt. Da stand fest, dass er irgendwann dort einzieht. DU willst auf jeden Fall in deiner Stadt wohnen bleiben und wolltest ein Haus kaufen, was du auch umgesetzt hast. Er hat sich um einen Job bemüht, würde für dich in deine Stadt ziehen, sein extra neu gebautes Haus aufgibt und vermietet o. ä., würde seine Kinder zurück lassen etc. Und dann moserst du noch, dass er dir zu wenig Konkretes anbietet, während du nicht einen Schritt in seine Richtung machst??

Ich würde mir an deiner Stelle jemand anderen bei dir um die Ecke suchen. Anscheinend genügt die Zuneigung bei dir nicht, um noch zu warten bis sich ein adäquater Job in deiner Nähe findet. Ihr habt unterschiedliche Prioritäten. Bei ihm muss die Kohle reinkommen. Er hat Unterhalt zu zahlen und die neue Hütte. Da muss man den Job nehmen, der zumindest weitestgehend passt. Er kann noch froh sein, dass er wenigstens in der Nöhe seines Hauses etwas gefunden hat. Das Glück haben auch nicht alle AN.

An seiner Stelle hätte ich dich schon in den Wind geschossen. Nach 2,5 Jahren schon so ein Aufriss, während langjährige Paare manchmal jahrelang eine Fernbeziehung leben MÜSSEN (und ich weiß, wovon ich spreche), weil sich in der Nähe gerade nichts geeignetes findet.

Ihr habt ein großes Luxusproblem mit euren 2 Behausungen, die keiner aufgeben will. Du bist in der besseren Position, weil du GAR NICHTS aufgeben musst und nur wie Queen Mum auf den Auserwählten warten musst

  • (20) 14.11.16 - 21:14

    Mir geht es doch gar nicht um die Fernbeziehung, sondern um die offene Kommunikation über die Zukunft. Ich habe mir letztes Jahr sogar überlegt in seine Nähe zu ziehen, aber für mich gibt es dort keine Jobperspektive und auch die Kinderbetreuung ist wesentlich schlechter. Ausserdem bin ich erst vor 3 Jahren mit meinen Kids aus dem Ausland zurück nach Deutschland gezogen und wollte sie nicht schon wieder umsiedeln. Ich habe als Mutter schließlich auch eine Verantwortung meinen Kindern gegenüber. Ich wünsche mir einfach ein Gespräch, wie wir die Fernbeziehung ausgestalten wollen und wer welche Erwartungen in die Zeit hat. Ich finde es muss auch Platz sein über Befürchtungen und Ängste zu sprechen und auch mal sagen zu dürfen, dass man traurig über die Situation ist. Heute richtet sich unser Terminplan sehr nach seinen Terminen. Er gibt vor, wann wir uns sehen und wann nicht und das finde ich einfach nicht OK. Ich habe auch mein Leben, das ich mir gerade Mühsam wieder am aufbauen bin.

    • Natürlich darfst du sagen, dass dich die Situation traurig macht, aber es ändert sich nichts daran. Entweder du kannst damit umgehen oder eben nicht. Ich frage mich nur was du über die Zukunft besprechen willst, ich denke das die Zukunft klar ist, er würde bestimmt zu dir ziehen wenn er einen geeigneten Job bei dir findet. Aber wie hier schon gesagt wurde war er bereits mitten im Haudbau als ihr zusammen gekommen seid. Das gibt man nicht einfach auf.

      Du hast Verantwortung für deine Kinder, er aber auch für seine. Du kannst nicht zu ihm ziehen weil es dort keinen Job für dich gibt, dass selbe Problem hat er nun. Dann weisst du doch Wie er sich fühlt. Und was soll er dir auf Gefühls Ebene sagen? Das er dich liebt und es doof ist, dass ihr jetzt nicht zusammen leben könnt? Das die gemeinsamen treffen sich nach ihm richten, ist das so schlimm? Du könntest ja auch sagen sorry aber dann kann ich nicht.

      Er kommt sogar zu dir weil du Magen Darm hast?

      Wärst du ihm egal hätte er sagen können, dass er sich nicht anstecken will und du dich melden sollst wenn du wieder fit bist.

      Ernsthaft , du hast da einen tollen Partner. Deine Situation ist enttäuschend und das ist verständlich, dennoch siehe was du für einen Verantwortungsbewussten Partner da hast dem grundlegende Dinge wie Job und Kinder wichtig sind. Das findet man nicht mehr so schnell. Viele leben zusammen und können sich nicht als Familie fühlen, weil manchen Partnern eben diese Verantwortungsbewusstsein fehlt.

      Genieße trotz allem eure liebe

      • (22) 15.11.16 - 11:47

        <<<er würde bestimmt zu dir ziehen wenn er einen geeigneten Job bei dir findet.<<<

        Bestimmt?BESTIMMT?

        Ehrlich gesagt halte ich das für schönes Gerede...BlaBla...mehr nicht.

        Ich bezweifel sehr stark, nach dem was die TE erzählt und auch so, dass er ernsthaft nach einem Job in der Nähe gesucht hat, zumindest nicht so wie manche das hier annehmen ( möchten).

        Er wird nicht von dort weggehen...

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