Handgreiflicher Ehenann

    • (1) 20.11.16 - 18:50
      xoxoxoxoxo

      Hallo,
      erst mal muss ich ausholen. Meinen Mann lernte ich über andere Freunde vor circa drei Jahren kennen, allerdings sehr flüchtig. Wir hatten einen gemeinsamen Freundeskreis. Ich war in einer Beziehung, er auch. Das brach auseinander, wir trafen uns und verliebten uns.

      Ich lebte damals in einer WG mit einer Ziege, und zog, statt in eine eigene Wohnung, direkt zu ihm. Es war impulsiv und nicht besonders gut durchdacht, aber damals war ich tatsächlich am Ende. Es war viel vorgefallen. Ich gab meinen Job auf. Meine Familie. Und zog ohne Führerschein, (war ja nie nötig, weil ich eigentlich aus der Großstadt komme) in die absolute Einöde. Einen Job fand ich nicht, weil hier beinahe alles vom Handwerk durchzogen ist, und ich aus dem Büro komme. Mein Konto wurde geschlossen, nachdem ich meine Ersparnisse aufgebraucht hatte und war fortan komplett von ihm abhängig. Ich war sehr unglücklich über die Entwicklung, aber entschied mich dann dazu, mit ihm ein Kind zu bekommen. Es folgten ein paar schöne Monate, bis wir Opfer einer fiesen Überschwemmung wurden und all unsere Sachen zwischenlagern mussten, damals war ich im neunten Monat schwanger. Knall auf Fall mussten wir nebenbei renovieren, den Umzug managen und der Geburtstermin nahte.

      Allerdings wirkte keine Einleitung, nichts. Und es wurde zu einem Kaiserschnitt. Ich lag nach dem Kaiserschnitt in einer maroden, halb fertigen Wohnung, allein mit Baby, denn er musste ja arbeiten. Keine Freunde, keine Familie in der Nähe, nur meine Mutter, die jeden Tag mit mir telefoniert.

      Ich komme zurecht. Ich liebe mein Baby, der Haushalt funktioniert, aber die Einsamkeit macht mir zu schaffen. Jeden Tag blicke ich aus dem Fenster und frage mich, wie ich hier glücklich werden soll, und was ich mir dabei gedacht habe. Mein Mann arbeitet jeden Tag bis 18 Uhr und kümmert sich eher halbherzig um die Kleine. Er hatte hier schon übers Wochenende einen Freund zu Besuch, geht seinen Hobbys nach und ich - ja, sitze hier alleine.

      Er fragte mich, ob er ins Kino gehen könne - ich sagte, dass muss er selber wissen, er ist ein erwachsener Mann. Aber ihm gefiel nicht, wie ich dabei schaue - und ich sage, dass ich mich fühle wie in einem Gefängnis, und er rastet aus, drückt mich an die Wand, drückt meine Unterarme fest zu und schlägt anschließend mit der Faust gegen den Türrahmen und sagt, dass er mich so gern schlagen würde - und ich weine, er verlässt die Wohnung und geht ins Kino. Ich sitze hier allein, Baby schläft. Meine Mutter rief eben an, ich erzählte, was passiert ist, und sie weint beinahe und sagt, ich soll kommen, meine Sachen packen, das Baby mitnehmen. Ich sitze hier, und denke nach. Fühle mich leer. Allein. Ist das übertrieben? Bin ich nicht selber schuld? Was war ich auch so dumm, mich so abhängig von einem Mann zu machen. Sieht er das denn nicht, wie sehr ich mich angepasst habe für ihn? Ich habe immer noch kein eigenes Konto. Keinen Führerschein. Kein Auto. Aber Haushaltsgeld habe ich hier liegen, mit dem könnte ich morgen tatsächlich in einen Zug steigen, erst mal bei meiner Mutter unterkommen...

      Das war übrigens nicht das erste Mal, dass er so ausflippt. Und gefühlt wird es jedes Mal heftiger. Bitte, mag jemand Trost spenden? Habt ihr eine Idee? Ich habe Tränen in den Augen und es tut mir so leid für mein kleines Purzel...

      • Eine Idee? Ja klar. Du fährst morgen zu deiner Mutter!

        Trost - naja... eine undurchdachte Aktion ok. Aber ja, irgendwie hast du dich selber reingeritten. Sehenden Auges. Wie alt bist du? Dass er gewalttätig wird geht natürlich gar nicht. Lass dir das nicht bitten - geh auf jeden Fall zum Arzt und lass blaue flecke etc dokumentieren.

        Ich wünsche dir die Kraft, dich zu trennen. Für dich und vor allem für das Baby!

        • (3) 20.11.16 - 19:09

          Meine Mutter ist nur leider auch recht labil, mein Vater ist verstorben, das hat sie nie so richtig verkraftet. Aber sie ist nicht gewalttätig, aber keine Dauerlösung.

          Blaue Flecken gibt es keine zu dokumentieren, aber schmerzhaft war es schon, wie er mich gepackt hat. Ich weiß, dass es naiv und lächerlich klingt, aber vielleicht reagiere ich überzogen?

    (6) 20.11.16 - 19:04

    Du Arme...

    ähnliches habe ich durch, damals aber zum Glück noch ohne Kind...und mit gemeinsamen Konto, welches er leer räumte...es häuften sich Schulden an.

    Ich ging arbeiten, er hat das Geld auf den Kopf gehauen. Er ging mit Freunden aus, ich saß daheim. wollte ich mal fort hat er mich eingesperrt. Aus einer Handgreiflichkeit wurde mehr. Es war die Hölle...gehen wollte ich nicht, weil man eine Ehe nicht einfach wegwirft.

    Ich habe 2 wirklich, wirklich schlimme Jahre gebraucht, bis ich den Absprung geschafft habe und zu meiner Mutter zog.

    Das ist jetzt 15 Jahre her und heute sage ich mir, du hättest eher gehen sollen. Denn ein Leben, war das damals nicht, es war schrecklich.

    Du Liebe, geh zu deinen Eltern gewinne Abstand und überlege ob Ruhe, ob ein Neuanfang mit Paartherapie und neuen Voraussetzungen in Frage kommt

    LG

  • (7) 20.11.16 - 19:07

    Mach das was Deine Mutter sagt, eine andere Idee gibt es nicht.

    Alles Gute.

    Kind nehmen, zu Eltern fahren, abschließen mit dem Kapitel! Was meinst du wie arm dein Purzel dran ist mit einem prügelnden Vater #augen Was anderes kann man dazu nicht sagen. #aha

    Achja und bevor du sagst ich wüsste nicht wie schwer das ist.... ich hab das alles schon durch. Es wird schlimmer und irgendwann landet man im Krankenhaus. Also, Baby mitnehmen und weg! Ansonsten musst du abwarten bis er dich verprügelt, aber dann darfst du nicht jammern #schwitz

    Hallo,

    fühl dich unbekannterweise gedrückt.
    Wie auch immer, was auch immer....NIEMAND hat das Recht, dich anzupacken!!! Oder ganz und gar zu schlagen!
    Wenn er sagt, er würde dich gern schlagen, wird er es auch irgendwann tun!
    Nimm Deine 7 Sachen und mach Dich aus dem Staub, warte nicht bis es schlimmer wird. So wie Du schreibst, war das wohl keine Ausnahme.
    Auch wenn die Situation jetzt für dich auswegslos scheint, ist sie das aber nicht. Es gibt immer einen Weg. Und wirklich kein Mann auf dieser Welt ist es wert, sich das anzutun. Damit tust du deinem Kind auch keinen Gefallen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft, damit es wieder vorwärts für Dich geht.

    Hallo!

    Das vernünftigste ist es wirklich, wenn Du zu Deiner Mutter gehst.

    Kein mann schlägt seine neue Flamme beim 1. Date Grün und Blau. Es fängt immer gut an, der Mann ist toll, trägt die Frau auf Händen. Oftmals suchen diese Männer gezielt Frauen, die gerade in einer schwierigen Situation stecken - und diese Männer sind sehr dafür, die Beziehung schnell zu vertiefen.

    Zusammen ziehen, auch wenn Du dann kein Geld mehr verdienst sondern komplett von ihm abhängig bist, gemeinsame Kinder - da sind diese Männer schnell für zu haben. Alles, was die Frau abhängig macht finden sie gut.

    Und in dieser Phase steckst Du schon mitten drin. Du hast keine Arbeit, keine Freunde, kein Auto, bist weit weg von der Familie, und alle Kontakte die Du früher mal hattest haben schon ewig nichts mehr von Dir gehört.

    Und jetzt erhöht er den Druck. Es reicht schon, dass Du nicht allzu glücklich reagierst, wenn er ohne Dich ins Kino geht - und schon wird er übergriffig. Wenn das nächste Mal Du deutlicher sagst, dass Du etwas nicht möchtest, dann kann es durchaus sein, dass er zuschlägt.

    Bitte schnapp Dir sofort das Haushaltsgeld und verstecke es. Suche ein paar Gehaltszettel von Deinem Mann und eventuelle Kontoauszüge. Pack ein paar Sachen zusammen und hau gleich Morgen früh ab.

    Es gilt da ganz klar: Wehre den Anfängen.

    Wenn ihm wirklich etwas an Dir liegt, kann er sich dann immer noch wieder annähern. Aber vorher ab zu Deiner Mutter.

    Du musst da ja nicht bleiben, Du kannst Dir immer noch eine eigene Wohnung für Dich und Deine Tochter suchen, einen Krippenplatz, Arbeit. Bis dahin hast Du Anspruch auf ALG2, Wohngeld, Unterhalt. Ihr werdet klar kommen, keine Sorge.

    Aber erst mal: Hau ab. Ganz dringend.

    Du hast mit einer ziege zusammen gewohnt?

    Du hast den besten Trost der Welt: deine Mutter. Sie hält zu dir und erwartet dich. Lass dir nichts anmerken, packe morgen früh alles Nötige, Kleidung, Geld, Wertsachen, Pässe, ein paar Fotos - und ziehe erst mal zu deiner Mutter. Alles Weitere wird sich später finden.

    Alles Gute und handele morgen früh. Um die Mittagszeit solltest du weg sein.

    FLÜCHTE SO SCHNELL DU KANNST - irgendwann schlägt er "richtig" zu - und dann?

    Bist Du überhaupt noch eine Partnerin für ihn? Kein Konto, kein Auto, kein Führerschein - bettelst Du um 5 Euro, wenn Du Dir Tampons kaufen musst? Geht's noch? Ich habe keine Ahnung, wie eine moderne junge Frau in Deutschland sowas mitmacht.
    Dein Purzel tut mir auch SEHR leid - aber nur solange, es mit einem solchen Vater aufwachsen muss.
    Ich weiß, wovon ich schreibe, war 2 1/2 Jahre mit sowas verheiratet. Und jeder Tag war zuviel.
    LG Moni

    Denk über die Zukunft deines Kindes nach.. eine Kreuz unglückliche Mama und einem Papa der Angst macht....

    Auch dein Kind wird mal älter und kommt in die Phase wo es nicht nur lieb ist, was macht Papa dann?

    Du bist 25 Jahre alt... und du hast Verantwortung!
    Die Entscheidung wäre für mich schon gefallen.

    Und deiner Mama kann deine Anwesenheit auch gut tun, gerade wenn man so einen Verlust hatte dann hat man gerne das eigene Kind plus Enkel in der nahen Umgebung.

    Ich kann nur hoffen du tust das richtige und steigst in den nächsten Zug nach hause.

    Hallo,

    schau mal, wo es in Deiner Nähe ein Frauenhaus gibt, dann packst Du Deine Sachen, nimmst Dein Kind und verlässt Deinen Mann.

    LG und alles Gute!

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