Vergangenheit

    • (1) 27.11.16 - 17:39
      adventszeit

      Hallo und einen schönen 1 Advent! #kerze

      Zur Zeit habe ich ein psychisches Problem was meine Partnerschaft sehr belastet! Ich möchte euch davon erzählen da es nicht viele Menschen gibt mit denen ich darüber sprechen kann. Ich habe mit 15 ein Kind bekommen. Ein Mädchen was jetzt 9 Jahre alt ist. Ich bin also 24. Meine Mutter hatte damals das Sorgerecht bis ich 18 geworden war aber weil ich selbst noch 3 kleinere Geschwister hatte war sie damit überfordert und ihr Freund hatte damit auch ein Problem und so kam es dass mein Baby mit 2 Jahren in eine Pflegefamilie gekommen ist. Ich war auch schon ausgezogen und wollte das Thema eigentlich nur verdrängen und nichts damit zu tun haben. Ich habe mit 19 meinen jetzigen Freund kennen gelernt und wir sind direkt zusammen gezogen. Mit 22 haben wir einen Sohn bekommen. Im Februar war ich wieder geplant schwanger und wir haben uns sehr gefreut aber leider habe ich das Baby in der 18 SSW verloren. Es war auch ein Mädchen wie mein erstes Kind. Das hat mich komplett aus der Bahn geworfen und mir ging es sehr mies. Ich habe mir eingeredet das war eine Strafe Gottes weil ich mein erstes Mädchen weg gegeben habe. Von dem Gedanken kann ich mich nicht befreien. Seitdem versuchen wir wieder schwanger zu werden aber es klappt einfach nicht. Und ich möchte so gerne meine große Tochter sehen und treffen. Ich habe so Sehnsucht nach ihr zu sehen wie es ihr geht und was sie macht. Doch mein Mann möchte das nicht. Er sagt das wäre nicht gut für mich, für uns und für sie. Ich hatte seit sie 2 war keinen Kontakt mehr mit ihr. Und er denkt ich sollte nicht meinen Seelenfrieden davon abhängig machen ob ich sie sehe oder nicht. Er kann mich nicht verstehen weil ich vorher nie den Wunsch danach hatte. Doch ich denke diese FG hat etwas in mir verändert. Ist das so ungewöhnlich dass sich Gefühle ändern? Ich überlege jetzt hinter seinem Rücken Kontakt zu ihr aufzunehmen. Es ist nicht sein Kind, es geht ihn nichts an. Meine Freundin sagt das wäre ein Vertrauensbruch. Doch was soll ich tun wenn er mich nicht unterstützt und nicht versteht wie es mir geht? Ist es egoistisch nach so vielen Jahren Kontakt zu ihr aufzunehmen nur weil es mir nicht gut geht? Und ich Sehnsucht nach ihr habe? Ich möchte nichts falsch machen und sie traumatisieren. Sie hat bestimmt eine neue Mutter. Was soll ich nur tun? Was würdet ihr mir raten?

      Danke sehr wer bis hierhin gelesen hat!

      • (2) 27.11.16 - 17:59

        Hallo,

        puh, da schleppst du ja ganz schön was mit dir rum... Ich würde mir an deiner Stelle professionelle Hilfe suchen - um das Ganze zu verarbeiten und dann - ggf. neue Schritte zu planen. Ich würde meinem Freund ganz klar machen, dass dir das Wiederaufnehmen des Kontaktes mit deiner Tochter wichtig ist - und ja, es ist tatsächlich erst einmal DEINE Sache und natürlich die des Kindes, dass darf man eben auch nicht vergessen, und umso wichtiger ist es, dass das Ganze professionell begleitet wird, damit das Kind nicht traumatisiert wird - das ist das allerwichtigste überhaupt.

        Während Schwangerschaft und Geburt kommt es häufig vor, dass weggedrückte Gefühle/Situationen wieder hochkommen, umso heftiger muss es sein, wenn das Kind dann tot zur Welt kommt.

        Wichtig finde ich, dass du dir überlegst, was du dir von dem Treffen erhoffst und wie du die Rolle des großen Kindes künftig in deinem Leben siehst.

        Wenn ich so drüber nachdenke, weiß ich nicht, ob das Kind ohne Kontakt zur leiblichen Mutter nicht besser dran ist, insbesondere vor dem Hintergrund, dass du ja jetzt ein Kind hast, welches bei dir leben darf - stelle ich mir ziemlich traumatisch vor - für das große Kind.

        Der Wunsch sie zu sehen ist legitim und nachvollziehbar, zumal du ja selbst ein Kind warst, als sie geboren wurde. Trotzdem sollte im Vordergrund stehen, ob es IHR mit oder ohne Kontakt zu dir besser geht oder nicht - und das musst du respektieren. Dich mit ihr zu treffen, damit es DIR besser geht finde ich nicht in Ordnung, auch wenn es nachvollziehbar ist.

        Auch glaube ich dass du einiges selbst aufzuarbeiten hast, denn das du so früh Kinder bekommen hast, macht auf mich den Eindruck, als wolltest du dringendst ein heiles Familienleben für dich aufbauen - um möglicherweise etwas zu kompensieren, das du selbs vermisst hast.

        In diesem Sinne alles Gute für euch.

        • (3) 27.11.16 - 18:07

          Ich möchte das natürlich nicht nur einmalig haben das Treffen sondern dass wir auch regelmäßig Kontakt haben. Dass ich an ihrem Leben teilnehmen kann und sie an unserem. Das hat viele Gründe warum ich so früh schwanger war aber ich wollte natürlich nicht absichtlich schon so früh ein Kind. Das war ein Verhütungsfehler. Beziehungsweise hatten wir völlig dumm überhaupt nicht verhütet und gedacht es wird nichts passieren.

      >>>Ist es egoistisch nach so vielen Jahren Kontakt zu ihr aufzunehmen nur weil es mir nicht gut geht?<<<

      Ja, total egoistisch.

      Dass deine Tochter zu einer Pflegefamilie gekommen ist, ist dir nicht vorzuwerfen, du hattest offensichtlich nicht die Kraft, das zu verhindern.

      Aber dann hast du das Kind 7!!! Jahre aus deinem Leben verbannt. Jetzt geht es dir nach deiner Fehlgeburt schlecht und plötzlich bricht bei dir die große Sehnsucht aus? Was erwartest du?

      Wenn es dir wirklich ernst ist, Kontakt zu deiner Tochter aufzunehmen, solltest du dir vorher gut überlegen, ob du bereit bist, auf dauer etwas dafür zu tun oder ob es nicht nur eine sentimentale Gefühlsaufwallung ist.
      Gut, wie das ablaufen könnte, kann dir das Jugendamt behilflich sein.

      Siehst du im übrigendie Parallele:
      Den Mann deiner Mutter hat dein Kind gestört -----> Kind musste weg
      Deinen Mann möchte nicht, dass due Kontakt aufnimmst ---> wie soll dann ein "normaler" Umgang funktionieren?

      • (5) 27.11.16 - 18:10

        Er macht sich Sorgen wie es für alle weiter gehen würde. Wie es für sie ist, für mich und für unsere Familie. Weil es mir jetzt schon nicht gut geht und er denkt vielleicht geht es mir nach einem Treffen noch schlechter. Aber er ist nicht vergleichbar mit dem Freund von meiner Mutter. Der war einfach nur schlimm. Ich denke nicht dass es nur wegen der FG ist. Es wurde dadurch ausgelöst aber ich möchte schon dauerhaft Kontakt zu ihr haben und in ihrem Leben vorkommen.

    Tja, hier gab es neulich schon mal einen Thread, in dem eine junge Frau sich in einer stabilen Beziehung neue Kinder gemacht hat, und sich um die aus der Vergangenheit nicht gekümmert hat.

    Dein Kind hat keine neue Mutter. Sie hat eine Pflegemutter, wenn Du nicht einer Adoption zugestimmt hast. Ob es ihr gut tut, mit Dir Kontakt zu haben, kann vermutlich hier keiner beurteilen.

    Vielleicht leidet sie drunter, dass Du Dir eine neue Familie zugelegt und sie augenscheinlich vergessen hast. Vielleicht fragt sie sich, warum ihre leibliche Mutter sich gar nciht mehr meldet. Am besten, Du besprichst mal beim zuständigen Jugendamt, ob und wie Du wieder Kontakt aufnehmen kannst.

    Das Verhalten Deines Partners finde ich furchtbar. Dir den Kontakt mit Deinem eigenen Kind verbieten wollen. Wovor hat er denn Angst? Dass Du sie zu Euch nehmen willst?

    • (7) 27.11.16 - 18:12

      Ich war sehr jung als ich sie bekommen habe und es hat lange gedauert bis ich so weit war zu sagen jetzt bin ich erwachsen und kann mich um ein Kind kümmern. Er will es nicht verbieten. Doch er macht sich Sorgen was es für alle bedeuten kann. Auch für sie. Für uns und für mich.

HI,
ich finde du hast mit 24 Jahren schon enorm viel durch und ich bezweifle, dass du bei diesem Tempo und deiner Jugendlichkeit Zeit hattest das mit deiner ersten Tochter entsprechend zu verarbeiten und kann mir gut vorstellen, dass dich diese Fehlgeburt aus der Bahn wirft.

Außerdem musst du ja evtl. auch gegen den Wunsch oder gar Willen deines Mannes handeln, der meint, entscheiden zu dürfen, was dir gut tut und was nicht. Das kostet natürlich Kraft und erfordert Mut.
Mit 15 Jahren ein Kind zu bekommen und mit ansehen zu müssen, wie die Menschen, denen man vertraut daran scheitern, hat dich sicherlich auch traumatisiert. Ich würde mir professionelle Hilfe suchen und mit Fachleuten bzgl. deiner Tochter sprechen, wer auch immer da zuständig sein mag, damit du möglichst besonnen agieren kannst, zu ihrem und zu deinem Wohl.

Alles Gute!

Vlg tina

  • (9) 27.11.16 - 18:21

    Ich frage mich auch ob ich über den Willen von meinem Freund darüber entscheiden kann das alles anzuleiern. Ich möchte ihn nicht vor den Kopf stoßen denn es betrifft auch uns als Familie.

Hallo
Ich habe selbst 2 Mädchen. Ich würde verrecken mit dem Wissen sie wären weg und ohne mich.

Also ein ganz Klares ja. Such Deine Tochter. Du bist ihre Mutter. Viel Glück und Erfolg.

Hallo,

mach es bitte nur, wenn du dir ganz sicher bist, dass du auf die Bedürfnisse des Kindes dauerhaft eingehen kannst.

Eine Pflegefamilie "tickt" mitunter ganz anders als du. Das Kind hat dort hoffentlich Wurzeln und Werte gefunden, die nicht deinen entsprechen. Du solltest dich professionell beraten lassen, wie man so etwas macht, ohne das Geflecht Pflegefamilie - Kind zu stören. Das Kind wird auch an dich denken und sollte auf keinen Fall einem Loyalitätskonflikt ausgesetzt sein.

Auch musst du damit rechnen, dass das Kind Gedanken in die Richtung entwickelt "warum hat sie mich nicht behalten, aber das andere Kind?". Kinder suchen oft die Schuld bei sich - also such da wirklich Hilfe, dass es deinem Kind auch nach der Kontaktaufnahme noch gut geht.

Wir hatten so einen Fall mit einer "Azubine" in der Arbeit - die wurde aus einem Drogenhaushalt geholt, als sie klein war und kam in eine sehr solide Familie. Jahre später meldete sich die Mutter und war "clean", stellte alles in Frage, stellte der Jugendlichen in Aussicht, dass sie mit 18 zu ihr ziehen könnte und dass man alles "nachholen" könnte. Es wurde der Kompromiss gefunden, dass sie jedes zweite Wochenende bei ihrer leiblichen Mutter verbringen könnte - es gab plötzlich Resentiments gegen die Pflegefamilie, dort natürlich große Enttäuschung ... irgendwie verursachte das eine Entfremdung. Dann lernte die Mutter neue Leute kennen, zog nach Berlin und hat sich nie mehr gemeldet. Das hat unserer Azubine total den Boden unter den Füßen weggezogen. Unterm Strich war es also sehr negativ, was der Kontakt gebracht hat.

GLG
Miss Mary

Hallo adventszeit,

du hast schon viel erlebt. Du hast relativ früh ein Kind bekommen( ist nicht böse gemein). Leider hattest du zu wenig Unterstützung um dein Kind über die Jahre bei dir zu haben. Mit 2 Jahren ist deine Kind in eine Pflegefamilie gekommen. Ich gehe davon aus, das es die meiste Zeit davon in der gleichen Pflegefamilie ist. In dieser Zeit wird dein Kind eine Bindung zu den Pflegeeltern aufgebaut haben. Für die meisten Pflegekinder sind die Pflegeeltern Mama und Papa, obwohl viele Pflegekinder wissen das es nicht ihre leiblichen Eltern sind.

Ich kann deinen Wunsch verstehen das du wieder Kontakt mit deiner Tochter haben möchtest. Wichtig ist aber das dieser Kontakt langfristig vorbereitet wird und nicht zur Überförderung deiner Tochter führt. Überstürzt du die Kontaktaufnahme kann es zu ungeahnten Folgen für deine Tochter kommen. Deine Tochter wird sich daran erinnern können das sie erst in einer anderen Umgebung gelebt hat. Ich vermute, das sie ihre Pflegefamilie als ihre Familie ansieht. Wenn der Kontakt jetzt zu schnell aufgenommen wird kann es sein das Tochter völlig den Halt verliert.

Versuch ganz langsam und auf offiziellem Weg den Kontakt anzubahnen. So hart es sich für dich anhört. Das Wohl des Kindes sollte im Vordergrund stehen. Versuch es auch zu akzeptieren wenn ein Kontakt abgelehnt wird oder wenn im Laufe der Zeit entschieden wird das deine Tochter auf Dauer bei den Pflegeeltern bleiben soll.

MfG Blaue-Rose

Das mit seiner ältesten Tochter ist sehr unglücklich gelaufen, da hätte es sicher andere Möglichkeiten gegeben, das lässt sich jetzt aber nicht mehr ändern.

Der Verlust des Babys ist schrecklich, aber ich kann deinen Mann durchaus verstehen.

Ich würde vorschlagen, dass du das Thema insgesamt mit einem Therapeuten aufarbeitest und angehst. Bevor du deine Tochter kontaktierst.

Alles Gute für dich.

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