Partner finden ohne Freundeskreis

    • (1) 01.12.16 - 10:48
      ungesellig?

      Hallo miteinander, ich such mal euren Rat. Ich bin Mitte 40, seit 5 Jahren von meinem Mann getrennt, wir waren 18 Jahre verheiratet.
      Nun kommt langsam wieder die Zeit wo ich mir eine Beziehung wünsche... In den letzten Jahren hatte ich nur unverbindliche Bekanntschaften. Ich merke aber, dass die Partnerfindung etwas erschwert wird durch meine, ich nenne es mal "Ungeselligkeit".
      Es ist nicht so, dass keine Bindungen zu Menschen haben kann, ich verstehe mich nach wie vor mit meinem Ex gut, bin auch familiär angebunden, allerdings in meinen gewünschten Dosierungen (dazu komme ich gleich...!), habe eine erwachsene Tochter, nehme auch an ihrem Leben teil.

      Der Punkt ist nur, ich habe nicht viele Freunde, genau genommen: nur paar sehr, sehr lose Bekannte, mit denen ich mich ganz selten mal treffe. Und das macht die meisten Männer bereits beim Kennenlernen stutzig.
      Ich habe deswegen nicht viele Freunde, weil ich einfach gerne Dinge alleine mache. Ich bin zwar durchaus sozial kompetent, weiß mich zu benehmen und bin kommunikativ. Aber ich habe kein Interesse an Freundschaften.

      In der Vergangenheit hatte ich durchaus Freundschaften gehabt, auch enge. Wie das Leben so spielt, verlor man sich manchmal aus den Augen, oder die Freundschaften gingen aus anderen Gründen in die Brüche.
      Mittlerweile brauche ich keine Freunde mehr. Sie fehlen mir einfach nicht. Freundschaften geben mir auch oft nichts, da ich früher viele Treffen mit Freunden als sehr anstrengend erlebt habe. Und ich habe gerne mittlerweile meine Ruhe. Vielleicht ein Beispiel hierzu: Als die Trennung von meinem Mann erfolgte, teilte ich dies einer Freundin mit und auch, dass es mir nicht gutgehe. Ihre erste Reaktion war: "Oh nein! - Übrigens, ich erfuhr gestern, meine Mutter hatte Krebs". Woraufhin mein erster Gedanke war: "Oh nein. Mir geht es selber nicht gut, nun soll/muss ich mich um dich kümmern, weil Krebs nun einmal schlimmer ist". Nicht nett, vielleicht, ich weiß, aber ehrlich gesagt, so habe ich alle Freundschaften nun einmal erlebt, immer mit dem Appell an mich, mich zu kümmern. Und das kann/will ich nicht mehr leisten. Ich finde mein Leben jetzt gut so, wie es ist.

      Dies aber potenziellen Männern zu erklären, ist schwierig. Mir scheint, dass die Anzahl der Freunde wichtig geworden ist, ein Maß für Beziehungsfähigkeit. Was mir unfair erscheint, denn ich müsste meinen mir genehmen Zustand der Ungeselligkeit opfern, um zu beweisen, beziehungsfähig zu sein, und dann auch einen Partner zu finden.

      Was ich auch noch sagen sollte, ist, dass ich keinerlei Probleme damit hätte, einen zukünftigen Partner mit einem großen Freundeskreis zu haben, solange mein Wunsch nach Intimität und Privatheit gewahrt bleibt.

      Was könnt ihr mir raten, was ich vielleicht nicht sehe?

      • (2) 01.12.16 - 11:18

        Ich kann das grundsätzlich nachvollziehen und habe auch manchmal das Gefühl, mich für meine eher ungesellige Art rechtfertigen zu müssen. Und vielleicht hat das Thema durch Facebook und andere Netzwerke an Bedeutung gewonnen, auch zahlenmäßig.

        Allerdings ist es doch wurscht, was die Vielzahl der Männer denkt - du musst doch "einfach" nur solche finden, denen es ähnlich geht wie dir. Und die gibt's doch nach wie vor, selbst wenn Extrovertierte naturgemäß mehr Aufmerksamkeit erzeugen und man somit ihre Anzahl überschätzt.

        Insofern ist die eigentliche Frage doch nicht, was die Masse denkt oder auch nicht, sondern wo du möglichst ungesellige Menschen findest. Dummerweise meiden die natürlich aufgrund ihrer Ungeselligkeit grundsätzlich größere Menschenansammlungen.

        Was ich mir aber vorstellen könnte, wären Veranstaltungen, die über bestimmte Themen laufen, also nicht Kneipe, sondern Volkshochschule, Lesezirkel, philosophisches Café etc. Und eigentlich auch Online-Dating-Plattformen. Also auf, es gibt noch mehr Introvertierte!

        <<<Was könnt ihr mir raten, was ich vielleicht nicht sehe? >>>

        Ich kann ehrlich gesagt nichts "falsches" an Deiner Art zu leben-, und die Dinge zu sehen erkennen.

        Auch kommt es grundsätzlich erst mal gar nicht auf die Menge der Freunde an, sondern auf die Art der Beziehung zu ihnen.... und da ist von der Anzahl her in meinen Augen weniger oftmals mehr !

        Viele Leute gehen mit dem Wort "Freund" sehr sorglos um......für mich ist das aber ähnlich wie mit den Worten "ich liebe Dich"......das sollte man auch nicht sorglos benutzen, ohne es wirklich zu fühlen......insofern habe ich rel. viele Bekannte, aber sehr wenig Freunde.

        Auch hast Du keinen Grund Dich für Deinen way of life "rechtfertigen" zu müssen.

        Eine Beziehung bedeutet nicht, sich vollkommen anpassen zu müssen, sondern jemanden zu finden wo in den grundlegendsten Dingen einfach alles stimmig ist.

        Einige Menschen sind nun mal einfach so ausgeglichen, und mit sich selbst im reinen, dass Bestätigungen von aussen gar nicht nötig sind.

        Manchmal fühlt man sich aber in bestimmten Situationen trotzdem ein wenig alleine, wenn das Bett mal wieder viel zu groß ist, oder einem niemand die Pommes klaut, wenn man in der Stadt bummeln war, und sich einen Snack organisiert hat, und die Pärchen an einem vorbei schlendern.

        Mr. Right wartet irgendwo auf Dich.....irgendwann rennst Du ihn sicher irgendwo um wenn Du gar nicht damit rechnest. :-)

        LG
        Tomm

        • (4) 02.12.16 - 11:18

          Vielen Dank für diesen wirklich sehr lieben und einfühlsamen Text... Ich denke, du hast gut verstanden, was in mir vorgeht.

      ich verstehe das Problem ehrlich gesagt nicht so richtig... Potentielle Partner messen Dich und Deine Beziehungsfähigkeit an der Anzahl Deiner Freunde???

      Wie das? Mich hat noch nie jemand gefragt, wie viele Freunde ich habe oder sowas #kratz

      Wieso macht die Männer das beim Kennenlernen schon stutzig? Wie erzählst Du das denn?

      Ich habe auch nicht viele Freunde, dafür dann ein paar Echte, sehr lange Freundschaften, die wiederum wohnen teilweise weit weg, also da finden auch keine abendlichen Treffen oder so statt. das hat noch niemanden irgendwie verstört....

      lichtchen

      (6) 01.12.16 - 13:27

      Hallo!

      Du sprichst mir aus dem Herzen was das Thema Freundschaften angeht. Ich habe auch keinen "Freundeskreis". Klar gibt es Menschen, die man öfters trifft ab je nach Mensch kann man über manche Dinge reden über andere nicht und im Wesentlichen kenne ich keinen Menschen mit dem ich mich bei ernsthaften Problemen offen beratschlagen könnte, wo ich durch Diskussion zu einem Handlungsergebnis käme. - Außer mit meinem Mann.

      Die Frage war: wie komme ich an einen Partner, ohne Freundeskreis.

      Wie bist Du an Deinen ersten Mann gekommen? Wie habt ihr Euch kennengelernt? Ich denke so wird es in etwa auch beim nächsten sein. Es geht um das tägliche Umfeld in dem Du Dich bewegst und Dir Menschen über den Weg laufen. Beruf, "Hobby" (Sport - eher nicht, gemeinsame Veranstaltung, (Koch-)Kurs, Bücherei, etc.) Ich meine irgendwas musst Du ja mit dem Menschen mal oberflächlich teilen können und es ergibt sich dann halt auch mehr.

      Sonst würde vielleicht auch so eine Partnerbörse neuerdings in Betracht kommen, obwohl ich da SEHR skeptisch wäre.

      LG, I

      • (7) 02.12.16 - 11:31

        Meinen Mann lernte ich damals im Studium kennen. Meine Hobbys an sich sind auch gar nicht so introvertiert, ich lerne da schon Menschen kennen. Nur belasse ich es insgesamt bei oberflächlichen Kontakten, in Bezug auf Freundschaftsentwicklungen, das ein oder andere Date ergab sich schon hieraus. Vielleicht aufgrund meiner Hobbys empfinden die Männer es als gefühlte Diskrepanz, dass ich dann eben auf die Fragen nach Freundschaften erkläre, keine zu haben. Der typische Bücherwurm bin ich nicht...

    Ich finde es sehr seltsam, dass ein potentieller Partner Dich an der Zahl Deiner Freunde misst. Das hat doch überhaupt nichts miteinander zu tun.

    • (9) 02.12.16 - 11:20

      Dazu nur grundsätzlich, die Fragen ergeben sich einfach so und werfen dann entsprechende Rückfragen auf, wenn ich ehrlich verneine, keinen Freundeskreis zu haben.

(10) 01.12.16 - 15:04

Hallo, ich hab nach der Trennung im Freundeskreis stark aussortiert, geblieben sind wenig sehr wichtige Menschen für mich und einige sehr gute Bekannte. Da ich im Job sehr viel unter Menschen bin, reicht mir das auch, zudem dann auch noch die Nachbarschaft.... so viel Zeit habe ich doch gar nicht mehr. Vielleicht macht das auch die Soziale Netzwerke, wo man sich anonym, wo man sich austauschen kann und Rat einholt, das mache ich auch....trotzdem schätze ich das direkte Gespräch, Ratschlag, eine Umarmung von einem wirklichen Freund .

ABER ich gebe zu, Menschen, die nicht mal einen Freund haben, sind mir auch suspekt, eigenbrötlerisch, weiß nicht, wie ich das besser beschreiben soll. Fiktiv, wenn ich Jemanden kennen lernen würde, der keinerlei Freunde hat bzw. braucht. "müßte" ich so alles kompensieren, verstehst Du.

Aber jeder Mensch ist anders.wenn Du so zufrieden bist.

LG Joana

  • (11) 02.12.16 - 11:22

    Ich verstehe das schon, aber für mich bestehen emotionale Unterschiede zwischen Beziehungspartnern, Familie, usw.
    Bei mir muss niemand etwas kompensieren, da es mir so, wie ich lebe, gefällt; nur eine Beziehung würde ich mir mittlerweile schon wieder wünschen.

(12) 01.12.16 - 15:25

Hallo,

also ich erkenne nun nicht wirklich einen Zusammenhang zwischen deiner "Ungeselligkeit" (wie du es nennst) und der bisher erfolglosen Partnersuche.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß es wirklich allen Männern wichtig ist, wieviele Freundschaften eine Frau pflegt.

So wie du dich beschreibst, bin ich ein Stück weit wohl auch. Ich habe ein paar, wenige, gute Freundschaften und es gibt ein paar Freundschaften, mit denen ich hin und wieder was unternehme bzw. mich treffe. Mir wäre es, ähnlich wie dir, zu streßig einen großen Bekannten- oder Freundeskreis zu pflegen. Es gibt ja dennoch Kontakte, wie etwa Arbeitskollegen, Nachbarn, die wöchentliche Gymnastikgruppe, die ich besuche....
Mein Mann ist da sogar noch mehr "Einzelgänger", wobei er derjenige von uns beiden ist, der doch in Gesellschaft mehr Unterhaltungen führt.

Wenn es den Männern bisher so wichtig war, wieviele Freundschaften zu pflegst, bzw. wieviele Freunde du hast, dann hast du wahrscheinlich den richtigen einfach noch nicht getroffen.

LG

Ich kann dir nur raten, abzuwarten und Tee zu trinken. Irgendwann kommt vielleicht Mr. Right, der dich so nimmt wie du bist. Es gibt genug Leute wie du, man muss sie nur finden - oder sie finden dich.

Vielleicht ist eine lockere Beziehung was für dich? Also, wo man sich gern hat und sich respektiert, immer mal wieder was miteinander unternimmt, vielleicht auch Sex miteinander hat. Aber dieses ganze Partnerschaft-Gedöns hat man halt nicht. Einen passenden Gegenpart für solch eine Art Beziehung muss man auch erst einmal finden, aber ab einer gewissen Lebenssituation finde ich solche Partnerschaften gar nicht mal so verkehrt.

(14) 01.12.16 - 17:08

Mir ist aufgefallen, daß sich das was Du schreibst etwas gefühllos anhört. Vielleicht hast Du einen Teil Deiner Schwächen begraben und diese wollen wieder angeschaut werden.

Wenn man alleine lebt, fehlen ab und an ein paar Reibungspunkte, die einem diese blinden Flecken aufzeigen um daran wachsen/ sich daran weiter entwickeln zu können.

Bleib weiterhin offen, vllt. kannst Du Dir ein Bild vom zukünftigen Partner machen, welche Eigenschaften sollte er haben, wie soll das Zusammensein mit ihm sich für Dich anfühlen.
Damit würde zumindest ich arbeiten. Eine Vorstellung formuliert einen Wunsch, ein Ziel.
Das bringt Dir selbst mehr Klarheit und das strahlst Du dann auch aus.

Dann kann Dir der Richtige, beim Bäcker, im Aufzug, an der Tankstelle oder sonstwo begegnen.

LG
Marcus

(15) 02.12.16 - 08:07

Wieso kommt sowas überhaupt zur Sprache? Die Anzahl Freundschaften ist doch jetzt kein Thema, das sich beim ersten Date aufträngt.

Du kommst ein wenig kalt rüber. Vielleicht ist das Grund, warum die Männer die Flucht ergreifen?

lg thyme

  • (16) 02.12.16 - 11:15

    Kalt ja... wurde ja auch vom User Dhyan angemerkt. Wer mich kennt, also meine Familie, der weiß jedoch, dass ich genau das Gegenteil von "kalt" bin, weswegen ich mich nur schütze vor Menschen, die ihre Befindlichkeiten bei mir abladen wollen und mich noch mehr fordern, als ich zu leisten und zu geben die Kraft habe. Und es geht mir gut so, viel besser als früher.

    • (17) 05.12.16 - 13:10

      Hey,

      ich habe Deinen Text gelesen und habe direkt an meinen Freund gedacht.
      Er ist auch nicht gesellig... hat jahrelang keinen Alkohol getrunken und hat nur drei Freunde.
      Echte Freunde, wie er sagt. Keine Bekannte.
      Wir haben uns im Netz kennengelernt und wir haben viel geschrieben - u.a. auch über unsere Problematik der Extrovertiertheit bzw. Introvertiertheit.
      Er hat gesagt, es macht ihm nichts, wenn ich weg gehe... Hauptsache ich würde ihn nicht mitschleifen. Wie wir dann zusammen waren, war es sehr wohl erst ein Problem, er konnte meinen (wirklich ganz normalen) Freiheitsdrang (Stündchen bei einer Freundin zum Kaffee, einen Abend mal Party oder auch nur zum Sport) nicht nachvollziehen.
      Das hat erst große Diskussionen gegeben - heute will er es versuchen, weil er sich ändern will (hört, hört). Er hat jetzt mein Leben kennengelernt und mag es.

      Er will auch offener werden und freut sich, wenn wir eingeladen sind.
      Ich wünsche Dir jemand der Dich so nimmt, wie Du bist.
      Liebe Grüße, Katja

(18) 02.12.16 - 10:52

Hi,

ich glaube, Du hattest keine "wahren" Freundschaften.

Ich bin auch eine Frau mit einem großen Bekanntenkreis, aber wirkliche FREUNDE habe ich nur eine sehr überschaubare Anzahl. Und das ist auch gut und richtig so.

Zum Thema Partner: Mein Kollegen/Chef wär zu haben :-)

VG M.

Ich verstehe Dich sehr gut, mir geht es wie Dir, nur dass sich bei mir niemand daran stört, dass ich keine Freunde haben möchte. Ich komme auch allein sehr gut zurecht, mir fehlt nichts.

Trotzdem habe ich eine Freundin gefunden, die sich an den Umständen nicht gestört hat und auch ihre großen Freiräume braucht. Das geht jetzt schon über Jahre gut, ich bin sehr froh darüber, dass ich mich nicht zu Dingen zwingen muß, die ich nicht möchte.

Für mich fand ich die Partnersuchportale im Internet sehr gut. Ich habe mich da mit vielen Menschen getroffen, und auch wenn fast alle nicht der große Wurf waren, waren es doch interessante Begegnungen, die mir viel Spaß gemacht haben und auch neue Gesichtspunkte gezeigt und vor allen, die Augen dafür geöffnet haben, was ich nicht will.

Der größte Fehler, den man dabei machen kann, ist, die Erwartungen zu hoch zu schrauben. Sieh es als vergnüglichen Zeitvertreib, wenn es doch klappt, umso besser. Wenn nicht hatte man ein paar schöne Stunden.

Aber laß Dich nur nicht ins Bett schleifen, so etwas hat viel Zeit, eventuell hat man bis dahin festgestellt, es ist doch nicht der (die) Richtige . Aus so einer ONS Beziehung könnten sich unschöne Erlebnisse ergeben.

Gehe da also locker ran und laß Dich überraschen.

Gruß Bernd

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