Heirat blödsinnig... sehe ich das so falsch?

    • (1) 02.12.16 - 17:10
      nix-ist-für-ewig

      Ich muss mal eine dritte Meinung haben, da mein Freund und ich uns nicht einigen können.
      Wir sind seit circa 4 Jahren zusammen, beide Anfang/Mitte 40 und ich habe ein Kind aus erster Ehe.
      Wir sind sehr glücklich miteinander, aber bei einer Sache geraten wir regelmäßig aneinander.
      Er möchte gerne heiraten (er war noch nie verheiratet), ich will unter keinen Umständen.

      Ich bin jetzt keine dieser Emanzen, die meinen, das ist alles sinnlos etc., sondern ich sage es ganz klar, nicht heiraten zu wollen, hat für mich finanzielle Gründe.

      Mein erster Mann war deutlich älter als ich. Er ist verstorben und hat mir nicht unerhebliche Ansprüche auf eine Witwenrente hinterlassen. Mein Kind bekommt Halbwaisenrente. Ich arbeite freiberuflich, das wird z.Zt. gegen die Witwenrente aufgerechnet, das macht mir auch nichts, aber es geht um mein Alter. Ich habe durch die Selbstständigkeit zwar eine private Altersvorsorge, die wird mir aber mit 65 auf einen Schlag als großer Einmalbetrag (steuerfrei, da vor 2004 abgeschlossen) ausbezahlt. Das "berührt" die Witwenrente dadurch nicht. D.h. ich stände später mal ganz gut abgesichert da.

      Wenn ich nun heirate, verfällt die Witwenrente für immer und ewig.
      Natürlich bin ich dann ggü. meinem neuen Mann als mögliche Witwe anspruchsberechtigt, aber es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, dass er jemals soviel anhäuft wie mein verstorbener Mann (sehr hohe Betriebsrente).

      Mein Freund argumentiert immer, wir seien doch jetzt eine Familie und ob nicht auch nach außen so auftreten wolle. Mein Kind unterstützt ihn "blöderweise" immer noch, aber der Kurze ist erst 9. Er kann sich kaum an seinen leiblichen Vater erinnern und weiß nicht, worüber wir eigentlich reden.
      Manchmal meine ich auch, mein Freund (angestellt) schielt auf die Steuerklasse 3, er hat sich schonmal probeweise ausgerechnet, was er dann mehr netto hätte und mir vorgehalten, warum ich jeden Monat 500€ "zum Fenster rausschmeißen" würde durch meine Weigerung, ihn zu heiraten.

      Habe ich jetzt ein Brett vorm Kopf, weil ich mich weigere?
      Tief in mir drin, muss ich auch sagen, dass selbst wenn es die Witwenrente nicht geben würde, ich noch nicht soweit wäre, wieder zu heiraten, es aber für die nächsten 2-3 Jahre nicht kategorisch ausschließen würde. Mein Mann war meine große Liebe, auch wenn das viele in unserem Umfeld nicht verstanden haben. Nochmal zu heiraten, bringe ich jetzt noch nicht über mich, will es aber, wie gesagt, nicht für alle Ewigkeit ausschließen. Ich liebe meinen Freund, aber an das Gefühl, dass er "der Eine" ist, kommt er halt nicht ran, aber ich fürchte, das kommt sowieso nie jemand.

      • "Tief in mir drin, muss ich auch sagen, dass selbst wenn es die Witwenrente nicht geben würde, ich noch nicht soweit wäre, wieder zu heiraten, es aber für die nächsten 2-3 Jahre nicht kategorisch ausschließen würde. Mein Mann war meine große Liebe, auch wenn das viele in unserem Umfeld nicht verstanden haben. Nochmal zu heiraten, bringe ich jetzt noch nicht über mich, will es aber, wie gesagt, nicht für alle Ewigkeit ausschließen."

        Das ist der Knackpunkt, oder? Dein Mann ist der Eine und das wird er auch bleiben. Und ob Du Deinen Freund heiraten willst, solltest Du echt nicht primär vom Geld abhängig machen. Also sag Deinem Freund auch, dass Du Dir im Moment nicht vorstellen kannst zu heiraten, weil der Tod Deines Mannes noch zu nah ist.

        Heiraten ist etwas, was man wollen muss, sonst machts keinen Sinn. Und Du willst nicht. Kann ich verstehen, ich war auch noch nie verheiratet. ;-)

        Ich würde ganz pragmatisch die Witwenrente vorziehen.

        Was bringt deinem Freund die Steuerklasse 3? Erstmals sieht es gut aus, er hat mehr netto. Prima.

        Aber zum Jahresende werden ihr zusammen veranlagt und da kann es sein, dass ihr das Geld evtl. wieder abführen müsst.

        Beim Tod oder Scheidung vom evtl. neuen Ehemannn lebt die Witwenrente erneut auf, zwar unter Anrechnung der evtl neuen Witwenrente, aber du hättest das Geld von vorher.

        Theresa

        Hallo,

        ganz klar für die Witwenrente und gegen die Heirat.

        Das ist doch nur allzu legitim, ein sicheres, lebenslanges monatliches Einkommen gibt man doch nicht für eine Heirat auf.

        In 5 Jahren lasst ihr euch scheiden und dann haste nix mehr.....

        Frag ihn doch mal, ob er umgekehrt auch eine schöne Rente aufgeben würde und als Gegenleistung eine Heirat zu bekommen.

        Ich kenne übrigens zwei Frauen, die jung Witwe wurden und schon ewig wieder einen neuen Partner an ihrer Seite haben und nicht mehr geheiratet haben.

      • >>>Wenn ich nun heirate, verfällt die Witwenrente für immer und ewig.<<<

        Das ist nicht richtig, aber egal jetzt. Ich würde an deiner Stelle auch nicht heiraten.
        Deine Gründe sind nachvollziehbar, wenn dein Freund es nicht versteht, muss er es trotzdem akzeptieren.

        Hallo, nie und nimmer würde ich in deiner Situation heiraten. Du bist damit auch nicht allein. LG

        Ich bin ja pragmatisch. Ichwürde unter den Voraussetzungen auch nicht heiraten (auch wenn die Rente soweit ich weiß, nicht komplett für immer verloren ist. Aber das weiß dein Freund sicher nicht)

        Es gibt eine Menge Leute, die sich VOR der Ehe absichern durch Eheverträge und ihren Besitz für den Fall der Fälle schützen. Warum ist es verwerflich, wenn du deine Ansprüche fürs Alter gesichert haben willst, indem du NICHT heiratest?? Finde ich völlig legitim.

        Ich kann dich total verstehen. Ich denke der wirkliche Knackpunkt ist nicht das Geld, sonder dein nicht passendes Gefühl. Die sache mit dem Geld kommt erschwerend hinzu.

        Ich fände es "dumm" dich jetzt überreden lassen zu heiraten und würde es nicht machen.

        Ich würde meine eigene finanzielle Sicherheit niemals aufgeben und schon gar nicht wenn das Gefühl nicht 100% stimmt.

        "Nach außen als Familie auftreten"..... es steht einem ja nicht auf der Stirn ob man verheiratet ist. Ob man als Familie auftritt hat mit ganz anderen Dingen zu tun.

        Selbst wenn er (auch in 2-3 Jahren) dann DER richtige ist um nohcmal zu heiraten und dein Gefühl stimmt würde ich es mir überlegen. Ob man für einen "Zettel" das Geld aufgibt.
        Geld macht nicht glücklich aber es macht vieles leichter - für euch als ganze Familie.

        Man kann heutzutage auch nur kirchlich heiraten. Also vor Gott, das gilt aber nicht als gesetzliche Heirat. Vielleicht ist das für euch eine alternative euch zueinander zu bekennen ohne die finanzielle Absicherung aufzugeben.

        (11) 03.12.16 - 09:51

        Danke für eure zahlreichen Antworten.
        So ganz allein stehe ich mit meiner Meinung also doch nicht da, Gott sei Dank!

        Ich kann mich, wie schon geschrieben, halt einfach nicht überwinden, mein wirklich abgesichtertes Rentenleben für eine Heirat, von der man halt nie weiß, ob sie für immer ist (PS: Auch bei meinem ersten Mann habe ich eine Scheidung nie ausgeschlossen. Nicht dran geglaubt, aber es gehören ja auch immer zwei zu einer erfolgreichen Ehe.).

        Je länger ich jetzt darüber nachgedacht habe, desto mehr andere Dinge mischen sich auch ein, die mir nicht gefallen würde. Mein Kind und ich tragen den Namen meines ersten Mannes. Den möchte ich unter keinen Umständen aufgeben. Er ist sehr schön, sehr wohlklingend und gibt mir das Gefühl, dass er immer ein Teil meines Lebens sein wird. Ich freue mich jedes Mal, wenn mich jemand mit Frau XYZ anspricht. :-)

        Ich werde versuchen, nochmal mit meinem Freund zu sprechen. Er ist wirklich ein guter Mann. Kümmert sich rührend und mich und mein Kind und, wie schon geschrieben, ich liebe ihn. Es ist halt eine ganz andere Art von Liebe, aber ich glaube nicht, dass man so etwas gegeneinander aufwiegen und aufmessen sollte. Bleibt nicht auch immer die "erste Liebe" etwas besonderes, gegen das sich nichts mehr vergleichen kann oder neulich traf ich einen Hundebesitzer, der schon seit 30 Jahren Hunde hat (insgesamt 7 Stück über die Jahre) und heute noch sagt, Hund Nr. 3, das wäre die GROSSE Liebe gewesen, an den käme keiner ran.

        Vielleicht kann ich meinem Freund irgendwie anders zeigen, dass ich mich schon mit ihm als Familie fühle. Wir treten auch so auf, er geht allein zu Elternabenden etc., ich behandle ihn nicht anders wie ich es tun würde, wenn wir verheiratet wären.

        Nur meine Zukunft aufs Spiel setzen für ein "Blatt Papier", das geht einfach nicht.

        • Dann feiert doch eine Hochzeit ohne gesetzliche Konsequenzen. Irgendwo am Südsee-Strand, auf einer Nordseeinsel oder was euch gefallen würde und gebt euch das Eheversprechen. Dann hat dein Freund sein Symbol der Zusammengehörigkeit und du keine finanziellen Nachteile (er natürlich auch keine Vorteile). Feiert eine Party mit Familie und Freunden.........

          Letztlich würde es sowieso niemand merken, falls ihr Gesetzeskonflikt heiratet, wenn du und die Kinder ihre Namen behalten.

      Ich finde du denkst da ganz richtig. An deiner Stelle würde ich such nicht heiraten.

      <<<Habe ich jetzt ein Brett vorm Kopf, weil ich mich weigere?>>>

      Nein !

      Pragmatismus mag nicht so erwärmend sein wie Romantik.....aber erfahrungsgemäß hält er sehr viel länger vor.

      Dazu kommt bei Dir dennoch noch die emotionale Schiene dazu, dass Dein verstorbener Mann nun mal eben DER Mann für Dich war.

      Ich kann Dich zu 100% verstehen !

      Wenn Dein Mann Dir wieder mit den "auf einen Schlag 500 Euronen mehr" ankommt, rechne ihm doch mal gegen, was Du dadurch weniger hättest.

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