Fühle mich wie autoritäre, meckernde Mutter meines Mannes

    • (1) 12.12.16 - 10:57
      meckerndeMutti

      Mädels (und Jungs), ich fühle mich wie eine alte verbitterte Mutti. Nicht nur gegenüber meiner Kinder, sondern auch meines Mannes.
      Die Kinder sind fünf und 12 Jahre alt, mein Mann 35 und wir sind seit neun Jahren verheiratet.
      Grund meines Postings ist, dass unser Leben ständig aus den Fugen gerät.
      Mein Mann ist beruflich viel unterwegs und unsere Kinder sind eine ordentliche Herausforderung. 12 Jährige kommt in die Pubertät und der 5 Jährige steckt seit zwei Jahren in der Diagnostik. Zu seinen Special Effects gehören u.a. Wahrnehmungsstörungen, Reizoffenheit, Konzentrationsstörungen, Angstzustände ect pp
      Ein ganz normaler Sonntag (für mich): Mann hat Wettkampf, anschließend Weihnachtsfeier (die dritte innerhalb von zwei Wochen)und ist ab Vormittag aus dem Haus. Ich überlege mir Kekse mit den Kindern zu backen oder zumindest den Teig vorzubereiten, um durchstarten zu können, wenn Töchterchen vom Übernachtungswochenende zurück kommt. Also ran den Teig, um dann festzustellen, dass von zwanzig Eiern, die ich extra dafür gekauft habe, nur noch vier da sind #kratz
      Junior völlig aus dem Häuschen, da sein Spiel unterbrochen werden muss. Aus einer Aktion, die sonst 15 Minuten dauert, wird locker eine halbe Stunde.
      Eier sind da, jetzt kann es losgehen. Sohnemann hilft dabei alles Zutaten zurecht zu stellen, dabei fallen ihm die Röhrchen mit der Vanille aus der Hand und zerspringen in unzählige Teile. Nachdem die Scherben beseitigt und das Kind getröstet wurde, geht es los. Tochter kommt auch rechtzeitig und der Teig könnte ausgestochen werden. Junior kommt um die Ecke geflitzt und bleibt dabei mit dem Kopf an der Türklinke hängen. Also erstmal das Kind mit Kühli versorgen und die Tränen trocknen. Tochter schon wieder genervt von dem unkontrollierten Verhalten des Bruders. Dann Streit, wer ausrollen und wer welchen Ausstecher benutzen darf, Handgemenge und die ersten von mir gebackenen Kekse, gerade ordentlich mit Puderzucker bestäubten, verteilen sich auf dem Küchenboden.

      Junior ist trotzig und maulig, da es ihm nicht so wie seiner Schwester gelingt die Kekse auszustechen. Mit viel Zuspruch und Mut machen geht es dann irgendwann weiter. Nebenbei versuche ich das Abendessen vorzubereiten. Beim Dekorieren der Kekse leckt Sohnemann lieber ständig den Löffel mit Zuckerguss ab, anstatt die Kekse zu verschönern. Er versteht gar nicht, warum er ständig den Löffel abwaschen muss.
      Um kurz nach 19 Uhr sind wir dann endlich fertig und auf dem Weg ins Bett kommt auch Papa nach Hause. Junior dreht noch mal ordentlich auf! Nach der Begrüßung meines Mannes teile ich ihm mit, wie unverantwortlich ich es von dem heutigen Fahrer gefunden haben sich vormittags hinters Steuer zu setzen , wenn man bis morgens um halb sechs gefeiert hat. Die Person hätte den Hintern in der Hose haben sollen zu sagen, dass er selber nicht fahren darf/sollte, statt sich hinter das Steuer eines geliehenen Wagens zu setzen und auch noch Leute mitzunehmen. Jupp, meine Aussage war zornig, aber genau so formuliert. "Was fährst du denn für einen Film?!"-bekam ich als Antwort. Mein Mann sieht es als Angriff auf sich
      Nachdem das Abendritual angeschlossen ist, kommt Sohnemann wieder nicht zur Ruhe. Er will die Katze nicht in seiner Nähe haben, er hat Angst, es ist zu warm. Zwei Mal laufe ich, dann geht mein Mann nach oben, kommt wutschnaubend wieder nach unten und schimpft, dass hätte keinen Sinn, beide Kinder zicken sich über den Flur an, knallt seinen Pc zu, schreit die Kinder an und verschwindet mit knallenden Türen ins Schlaf- und Badezimmer.
      Als ich nach oben komme weinen beide Kinder ganz bitterlich. Sohnemann ist völlig aufgelöst, ihm ist so übel, dass er einen Spuckeimer benötigt. Beide Kinder sagen, Papa hätte gesagt, er würde die Katze morgen ins Tierheim bringen. #schock
      Ich also zu meinem Mann und ihm gesagt, sowas könne er nicht von sich geben, auch wenn er sauer ist (also Kurzschlussreaktion). Er dreht es allerdings so hin, als würde ich ihm den Mund verbieten und er würde seine Meinung nicht äußern dürfen.
      Nachdem ich dann beide Kinder beruhigt und bei unserem Sohn die Übelkeit besser wurde, bin ich ins Bett gegangen. Mein Mann hat bis jetzt kein Ton mehr mit mir gesprochen.

      -es interessiert meinen Mann nicht, wie unser Tag war
      -er zieht Vergleiche, die in keiner Relation stehen. Als die Kinder im Bett Theater gemacht haben, habe ich mich klar, deutlich und mit lauter Stimme ausgedrückt. Laut seiner Aussage darf ich meckern, er aber nicht. Er versteht und sieht nicht, dass ich so reagiere, da ich an diesem Tag schon unzählige Auseinandersetzungen mit den Kindern hatte und das Theater im Bett das i-Tüpfelchen ist. Er poltert lieber immer gleich los, hat eine extrem kurze Zündschnur und droht mit Dingen, die unmöglich sind
      -er zieht sich ständig aus den Situationen, beschäftigt sich mit seinem Kram oder sucht sich im Urlaub Dinge, die er erledigen kann. Die Kinder werden nicht einbezogen
      -er schafft es nicht sich sinnvoll mit den Kindern zu beschäftigen. Er klebt dann mit vor dem TV oder tobt mit Junior, was grundsätzlich in Tränen endet und der Lütte danach nicht zur Ruhe kommt

      -er erwartet, dass jeder seinen Kram wegräumt, lässt aber überall alles liegen. Ab und an bekommt er einen Rappel und kümmert sich dann darum. Gleichzeitig bekommt man dick und fett unter die Nase geschmiert, wenn man mal seine Jacke nicht direkt an die Garderobe gehängt oder etwas anderes liegen lassen hat.
      -er erwartet Entschuldigungen bei Fehlverhalten, entschuldigt sich selber aber so gut wie nie.
      -er erwartet Zuspruch und Anerkennung, kann sie selber aber nur ganz gering erteilen
      -er fragt nach meiner Meinung, da er mich ja involvieren möchte, ist dann aber sauer, wenn die Antwort nicht so ausfällt wie erhofft. Beispiel: er wurde von einem Freund kommendes Wochenende auf eine ganztägige Sportveranstaltung gebeten. Am gleichen Tag ist Weihnachtsfeier von der Siedlung und die letzte Zeit waren sehr stressig. Ich sagte, dass ich davon nicht so viel halte. Als Antwort bekam ich dann zu hören er versteht nicht, was ich mich so anstelle, wenn er mal was für sich macht. Ich habe ihn erinnert, dass er mich um meine Meinung gebeten hat, die ich ihm verkündet habe und damit hat sich das Thema erledigt für mich.

      Aber mal unter uns, mein Mann unternimmt nicht "mal" etwas für sich. Er hat seinen Sport, er schaut gerne Fußball in der Nachbarschaft, schraubt in der Garage... Er hatte drei Weihnachtsfeiern und war erst für 1,5 Wochen auf einer Fortbildung, in der er nicht zuhause war ;-)
      -für mich ist er ganz klar unzufrieden, was für mich auch gut nachvollziehbar ist, sucht sich aber keine Hilfe oder ändert etwas an der Situation
      -wir hatten erst eine große Auseinandersetzung, nach der klar war, wir müssen an uns arbeiten. Wir verfallen immer wieder in den gleichen Trott, da er nichts ändert. Ich komme nicht aus der "Bevormundung", da ich ihm immer wieder aufs Neue sagen muss, wie es laufen sollte, bezüglich Vorbildfunktion und vor allem Umgang mit den Kindern. Er kann von anderen keine Dinge erwarten, die er selber nicht vorlebt.

      Tja, alles in allem ist es ein Teufelskreis. Ich selber bin nicht glücklich damit im Grunde drei Kinder zu haben und auf meckern oder bevormunden stehe ich erst recht nicht.
      Natürlich könnte man sich "einfach" trennen. Allerdings haben wir ein noch nicht abbezahltes Haus und die Kinder sagten mir gestern Abend noch, sie hätten Angst, dass wir uns trennen.
      Ich bin es auch leid und ich bin müder der ganzen Gesprächsversuche, die egal wie man sie formuliert, immer als Angriff auf meinen Mann wahrgenommen werden.
      Ich bin es ebenso leid, dass mein Mann bei Kritik immer wieder versucht mich zu verletzten, indem er zum Gegenschlag ausholt.

      • Liest sich für mich auch so, als hättest Du drei Kinder.

        Meine Frage ist: war das schon immer so? Er ist seit 12 Jahren Vater, verhält sich aber nicht so. Klingt eher wie das spätpubertäre Leben eines Singles Anfang 20.

        Sind das frühe Midlife crisis? Holt er jetzt nach, was er durch das verleichsweise frühe Eltern-sein in den Mittzwanzigern meint verpasst zu haben?

        Ne einfache Lösung wird es nicht geben aber ich glaube ich würde im die Pistole auf die Brust setzen wegen Paartherapie, schon allein um des Kleinen willens.

        Kein Wunder, dass der am Rad dreht.

        Hallo,
        du nennst dich selbst "meckernde Mutti" und ich finde das passt sehr gut auf deinen Beitrag.

        Du lässt nicht ein gutes Haar an deinen Mann.
        Er macht in deinen Augen offensichtlich alles falsch. Mich wundert das dann nicht, dass er sich zurückzieht und es dir überlässt.

        Zu deiner Einleitung:
        #sorry, aber du machst aus einem Plätzchen backen ein Drama!
        Was euch bzw.. mit den Kindern da passiert, ist doch Alltag.

        Warum puscht du dich selbst so auf?
        Wenn für dich, Plätzchen backen so ein Stress bedeutet, lass es.
        Deine Tochter war ja sogar übers WE nicht da. Und dennoch stehst du so unter Strom.

        Was mich auch interessiert, wofür brauchst du 12 Eier? Was für eine Monstermenge Teig hast du denn gebacken?
        Dann brauchst du tatsächlich den ganzen Tag zum verarbeiten.

        Tut mir leid, dass ich keinen hilfreichen Rat für dich habe.

        Aber für mich liest es sich, als bist du mit deiner Einstellung das Problem.

        Vielleicht reflektierst du deine Erwartungen.
        Gruß

        Ich sehe es ähnlich wie audito.

        Du scheinst auf dem besten Weg, Deinen Mann aus dem Haus zu treiben.
        Du erziehst an ihm herum (was faktisch nicht möglich ist, Du bist nicht in der Position und er ist erwachsen), nichts was er sagt oder tut ist richtig.

        Lass doch die Leine mal ein bißchen lockerer und auch mal 5 gerade sein.

      • Das klingt, als seist du generell mit den Kindern - speziell deinem Sohn- überfordert.
        Weiß dein Mann das?

        Gruss
        agostea

        Hallo,

        warum sagst du ihm nicht, was du von ihm erwartest? Also vorrangig Hilfe von ihm, dass er sich in euer Familienleben einbringt. Wenn dir die 3. Weihnachtsfeier zu viel ist, dann sag ihm das. Aber ihn gehen zu lassen und nachher sauer und genervt zu sein und zu hoffen, dass er erahnt, was du von ihm willst, ist nicht zielführend.

        vg, m.

      • Klingt aus Sicht Deines Mannes so, als würde er nach Hause kommen und da herrscht Chaos und Rambazamba anstatt Ruhe und Erholung. Kaum wird er begrüßt plärrt ihn die Frau an mit einem Thema, was er anscheinend gar nicht inhaltlich auffassen kann und danach rasten die Kinder aus.

        Ihr braucht Hilfe von außen, da jeder nur noch auf seinen Teller starrt. Sonst wars das bald mit Eurer Ehe, es liest sich zumindest so.

        Hallo

        Ihr braucht Hilfe von außen.Eine Familienberatung würde auch schon reichen.
        Warum backst du derart komplizierte Plätzchen wenn dein Sohn diese Schwierigkeiten hat ?
        Damals habe ich z.B.zerstoßene Cornflakes in geschmolzener Schokolade zu Häufchen verarbeitet ( ähnlich wie diese Schoko-Crossies ) mit meinem Sohn (er neigte zu Wutausbrüchen ). Also zerstoßen mit dem Stampfer und kleine Häufchen mit dem Teelöffel aufs Blech zum Trocknen.Völlig ohne Backofen.Stress frei und easy.Aber für die Kinder selbst gemacht.
        Das nur mal so als Tipp.

        Viele deiner Probleme haben andere Familien auch.
        Zum Beispiel das Toben mit Papa, unbedingt vor dem Schlafen.Darauf reagieren viele Kinder nicht gut.
        Da gilt es abzuwägen, was schlimmer ist.Wenn mein Sohn sich übergeben hätte, wäre ich auch eingeschritten.
        Du klingst sehr organisiert, damit besteht immer die Gefahr in die Perfektions-Falle zu tappen und den häuslichen Frieden zu gefährden.
        Das war lange Jahre auch bei mir ein Thema.
        Geholfen hat mir, in erster Ehe mit einem gruselig peniblen Mann verheiratet gewesen zu sein, davon profitiert mein jetziger Mann noch immer.#schein
        Einmal am Tag mit einem Wäschekorb durchs Haus und die Sachen dann hinter die ( hoffentlich) Garderobe mit Tür legen und gut ist.
        Sich das Meckern ab zu gewöhnen ist schwer, aber nicht unmöglich.#schein
        Holt euch Hilfe, wenn Außenstehende Vorschläge machen, sieht dein Mann es eher ein.
        Gegenüber Vorhaltungen des Partners stumpft man mit der Zeit ab.
        Was aber noch schlimmer ist :
        "mit der bösen Mutti hat man keinen Sex"

        L.G.

        Das Problem ist vielleicht weniger, dass er zu viel für sich macht sondern du zu wenig für dich.

        Du rennst in die für Frauen so typische Falle, dass du die Hauptverantwortung für die Familie übernimmst, dich das aber nicht selten anätzt (verständlich) während dein Partner sich einen schlanken Fuß macht, was diesen Teil der GEMEINSAMEN Verantwortung angeht.

        Was du brauchst, ist ein eigener Job und einen Plan, wie Kinder und Haushalt fair zwischen dir und deinem Partner aufgeteilt werden.

        Du sagst ja selbst, du magst dich in dieser Rolle nicht. Dein Mann wird von sich aus nichts ändern denn für ihn scheint alles paletti.

        Du benimmst dich ja auch so. Was ein Theater...

        Ich hab das Gefühl, du möchtest gerne ne Rama-Familie sein, das klappt so aber nicht.

        Das, was du vom Plätzchenbacken beschreibst hat nach meinem Empfinden auch nichts mit den special Effects von deinem Sohn zu tun, liest sich eher wie ein normaler 5jähriger.

        Das Verhalten deines Mannes ist nicht ok, deine aber auch nicht, vor allem das deinem Mann gegenüber.

        Hi,
        ähnlich wie bei uns!

        Ich drück Dich mal ganz fest! Vielleicht sollten wir einen eigenen Club gründen, oft hilft es einfach mal niederzuschreiben.

        Ich habe einen ähnlichen Text diese Nacht verfasst, andere Rubrik. Ich weiß genau, wie Du Dich fühlst.

        Gruß Claudia

        Hallo!

        Nimmst Du wenigstens wahr, Dass Du nicht ganz unschuldig bist?

        Mir kommt das alles sehr bekannt vor aus meiner eigenen Kindheit. Mein Vater hat auch nichts mit uns Kindern unternommen, weil viele seine Aktivitäten meiner Mutter wieder nicht gepasst haben. Mit uns einen Film angucken war nicht pädagogisch wertvoll genug, ein Ausflug in den Freizeitpark mit teureren Eintrittsgeldern war zu teuer, und und und. Er hätte also mit drei Kindern in sterbenslangweilige aber kostengünstige Museen gehen dürfen, weil pädagogisch wertvoll. Was garantiert in Zoff geendet wäre.

        Wenn meine Mutter was mit uns gemacht hat und es ging schief wie Deine plätzchenaktion heute, dann war das ok dass sie genervt war. Da hat sie aber nicht sich selber angemeckert, warum sie auch so einen aufriss mit den Plätzchen macht, wo doch absehbar war, dass es stressig wird und die Geschwister dabei streiten. Hätte mein Vater stattdessen ein Vogelhäuschen mit uns bauen wollen, gemerkt dass er nicht genug Schrauben hat, noch schnell zum Baumarkt, Geschwister zoffen sich, weil der älteste schon einen Bohrschrauber bedienen kann und die Jüngste eben noch nicht, und am Ende gibt es Tränen und er wäre genervt gewesen, da hätte meine Mutter auch ganz lange was zu meckern gehabt.

        Am Ende hatte eben auch mein Vater einfach keine Lust mehr, was mit uns zu unternehmen, weil meine Mutter ja so oder so gemeckert hätte. Ebenso mit Abwesenheit - wenn er daheim war wurde gemeckert, wenn er nicht daheim war auch (nur konnte sie wenigstens solange er weg war nicht auch noch meckern). Das lief einfach schon in Dauerschleife.

        Du hast doch beim Zubettgehen auch mit den Kindern gemeckert. Und bei Dir war das ok weil sie Dich schon den halben Tag genervt haben. Dabei war doch auch das Plätzchenbacken nur DEINE Aktion, so wild waren die Kinder ja nicht drauf.

        Hallo,

        ja, du hast ein drittes Kind an der Backe.

        Tut mir leid, der Kerl verhält sich nicht wie ein Familienvater, sondern wie ein Single in einer WG.

        Wann kannst du mal durchatmen? Nimmt er auch einmal die Kinder, damit DU etwas für dich tun kannst??

        LG

        Nici

        Ich habe mir auch schon den Vorwurf anhören müssen, das 4. Kind im Haus zu sein. Manchmal zu recht, weil meine Frau zum Glück an Sachen denkt, die ich versäume. Manchmal aber auch zu unrecht, weil sie sich da eigentlich gar nicht einmischen müsste. Und manchmal reagiere ich darauf auch einfach trotzig, weil jede Ansage an einen erwachsenen Mann immer bedeutet, ihm nicht zuzutrauen, mit den Dingen selbst klar zu kommen oder nötigenfalls die Konsequenzen tragen zu können -- und diese Anmaßung ist für einen Man (was Frauen sich oft nicht klarmachen) n eine echte Beleidigung!

        Insofern gehören immer zwei dazu: Der Mann, der Anlass zum Bemuttern gibt, aber auch die Frau, die diese Rolle annimmt. Mit anderen Worten: Es ist z.T. auch ein Machtspielchen.

        Diese Rolle nimmt Frau wahrscheinlich umso lieber an, je stärker sie ihren Selbstwert aus dem Muttersein zieht, z.B. mangels Job. Und dann fängt man auch an, die Dinge über die Maßen genau zu machen und zu nehmen, wie z.B. bei der Backsession. Solche Chaosveranstaltungen kennen wir hier auch zuhauf. Manchmal hat man einfach Pech, weil alles auf einmal schiefgeht, manchmal ist das aber (aus meiner Sicht) auch auf Ansage, weil Frau die Dinge zu gut, zu perfekt machen möchte, z.B. wenn es um den perfekten Kindergeburtstag geht (eben weil sie darauf ihren Selbstwert bezieht). Gerade weil ich diesen Perfektionismus übertrieben finde, halte ich mich zurück und lasse Frau machen -- was die natürlich als fehlende Unterstützung interpretiert. Sie kommt aber auch nicht auf die Idee, dass es so, wie ich es machen würde, auch gehen könnte. Insofern schließe ich mich bejona an: Bei solchen Aktionen einfach mal einen Gang zurückschalten und die Dinge einfacher halten.

        Allerdings: In Sachen Auszeiten müsst Ihr auf einen Nenner kommen, nicht nur Dein Mann braucht die, Du auch. Und dabei solltest Du ihm auch zutrauen, die Kinder lebend durch das Wochenende zu bringen ;-)

        (15) 13.12.16 - 11:24

        Guten Morgen zusammen,

        vielen Dank für die zahlreichen Antworten und die Anteilnahme. Jedem zu antworten schaffe ich leider nicht, deshalb eine zusammenfassende Antwort. Außerdem wollte ich mich und die Situation zunächst reflektieren und dann antworten.

        Letztes Jahr im Sommer habe ich, nachdem mein Mann seinen Job 2014 gewechselt und wir umgezogen sind, meine Stunden reduziert. Ich hatte bis dahin vor- und nachmittags gearbeitet, jetzt arbeite ich täglich vormittags. Wobei ich momentan seit einigen Wochen aufgrund eines Arbeitsunfalls krank geschrieben bin. Langeweile kommt dennoch nicht auf, da wir viele Termine um die Ohren haben. (Schmerztherapie, Krankengymnastik, Elterngespräche, Einschulungsgespräche, individuelle Lern- und Entwicklungsgespräche, Arzttermine usw)
        Als perfektionistisch würde ich mich nicht bezeichnen. Es gibt Dinge, die ich für wichtig erachte und die ich für angebracht halte und bei denen ich gerne wollen würde, dass man sich danach nach Möglichkeit richtet. Dazu gehört eben, dass man dem anderen gegenüber so auftritt, wie man es sich selbst gegenüber erwartet. Dass man sich darum bemüht, erst ein Chaos zu beseitigen, bevor man das nächste macht und dass man sich für gewisse Dinge verantwortlich fühlt und nicht darauf wartet, dass jemand anderes dies erledigt <-gilt als Beispiel. Zu dieser Entwicklung gehört eben, dass man es selber auch (vor-)lebt und nicht Erwartungen an den Tag legt, die man selber nicht umsetzt.
        Ich lasse gerne eine 5 gerade sein. Mein Mann sagt immer, ich müsse noch viel strenger sein. Aber ich denke mir immer, es ist eh schon eine wirklich schwere Situation, da unser Sohn ständig gemaßregelt werden muss. Quasi in einer Tour. Da muss man dann schon unterscheiden können ob ein Kind mutwillig, aus Mangel an Erfahrung oder aus Ungeschick so gehandelt hat.
        Eigentlich war es ein ganz normaler Plätzchenteig zum Ausstechen. Aber normal läuft es bei uns trotzdem nicht ab. Ich habe es nicht oder falsch auf den Punkt gebracht.

        Unser Sohn, der im Übrigen einen Pflegestufe und einen Grad der Behinderung hat, braucht tatsächlich kontinuierlich Betreuung. Momentan steckt er in einer ganz teuflischen Phase (ich hoffe, dass es eine Phase ist), in der es ohne ganz klare Struktur komplett aus dem Ruder läuft. Selbst das SPZ kann uns nicht helfen und wir besuchen zur Zeit einen Kinder- und Jugendpsychiater, zu dem wir überwiesen wurden :-(
        Mein Mann war seit Ende 2014 viele Wochen weg, seit diesem Sommer dann endlich mal einigermaßen regelmäßig Zuhause. Ich glaube es fällt ihm unglaublich schwer sich an dieses Leben hier anzupassen. Es ist halt nicht wie in anderen Familien und dabei ist es egal, ob es sich um den Besuch eines Weihnachtsmarktes, den normalen Einkauf oder sogar ein Besuch am Wochenende bei oder von der Familie handelt. Es wird mit unserem Sohn immer chaotisch, da er es nicht verarbeiten kann und er immer der kleine Störenfried ist.
        Wenn mein Mann und unser Sohn toben endet es, wie ich schon erwähnt habe, mit Tränen. Die "Jungs" toben nicht "normal". Es geht richtig zur Sache und unser Junior versucht mit aller Gewalt zu probieren, wo Papa seine Grenzen hat und wie er ihm Schmerz zufügen kann. Das endet dann in Tränen, mein Mann klärt die Situation allerdings nicht auf, sondern verlässt sie mit rollenden Augen, genervt und lässt Junior sauer und weinend zurück. Da kommt keine Entschuldigung oder Reflektion, warum es so gekommen ist<-deshalb möchte ich auch nicht, dass die beiden ständig toben.
        Ich erwarte auch nicht, dass mein Mann mit den Kindern sonst etwas unternimmt, da es eben stressig ist. Aber zumindest mal einen Ausflug zu McDo oder eine Runde spazieren gehen oder er übernimmt mal den Einkauf... Ist das wirklich zu viel verlangt? Mir geht es dabei ja auch darum, dass er sich gezielt mit der Situation auseinander setzt, ohne dass ich immer dabei oder greifbar bin.
        Mein Mann interessiert sich leider auch nur sehr wenig dafür, wie Elterngespräche, Untersuchungen, der Tag oder das Wohlbefinden ist.

        Natürlich finde ich das Meckern und Maßregeln meinem Mann gegenüber doof. Auf deutsch gesagt finde ich es richtig zum Ko*** und es macht mir unglaublich zu schaffen. #schmoll
        Ihr dürft es euch auch nicht so vorstellen, dass ich einfach loslege! Natürlich passiert mir auch das, davon kann ich mich nicht freisprechen. Aber dann ist der Kanal mehr als voll. Ich kann sehr gut reflektieren und erkläre mich anschließend auch, entschuldige mich, wenn ich zu spitz reagiert habe.
        Das Beispiel von Sonntag mit den Kindern und der Aussage meines Mannes, dass die Katze ins Tierheim gebracht wird....dabei habe ich auch ganz ruhig gesprochen und gesagt, sowas könne er nicht einfach von sich geben. Ich finde es unangebracht und unfair. Aber mein Mann sieht es grundsätzlich anders. Egal wie man seine Meinung äußert, es ist immer ein zickiger Angriff, man würde den Mund verbieten und ihm seine freie Meinungsäußerung nehmen. Dabei geht es dabei darum die Situation zu klären und ich habe ebenfalls meine Meinung dazu gesagt, ohne ihn anzugreifen.
        Kritik kann er absolut nicht ertragen und holt sofort zum Gegenschlag aus. Kritik ist ja auch immer doof, was ich verstehen kann! Aber vielleicht sollte man einen Moment darüber nachdenken. Meine Strafe dieses Mal ist, dass er mich ignoriert. Er kam gestern von der Arbeit, machte sich einen Kaffee und verschwand ins Wohnzimmer um dort eine Runde zu schlafen.

        Ja, es kommt mir vor wie ein Machtspiel. Ganz schrecklich und etwas, worauf ich mich nicht einlassen werde. Um es genau zu betrachten stehe ich in den Augen meines Mannes auch nicht mit ihm auf einer Stufe. Das merkt man daran, wie er einen behandelt und daran wie unwichtig ihm meine/unsere Bedürfnisse sind. Äußert ein Mann seine Meinung, ist er mutig und vielleicht starkt. Macht es eine Frau, ist sie direkt zickig.
        Mein Mann versteht auch nicht das "Mengenverhältnis". Wenn ich abends den Kanal voll habe und mit den Kindern schimpfe, weil sie nach der dritten Ermahnung noch immer nicht ihre Zähne geputzt haben und die Kinder und ich über den Tag schon einige Auseinandersetzungen hatte, mein Mann aber vom Sport oder von der Arbeit oder einer Feier kommt und direkt lospoltert weil Junior zu laut ist und ich ihn frage ob er gestresst sei (kein Angriff! Sondern eine ganz normale Frage), kommt gleich ein Spruch, ich dürfte schimpfen aber er nicht und er ist fürchterlich beleidigt. Für mich ist aber ersichtlich, dass am Tag irgendwas nicht so gelaufen ist, wie erwünscht und die Kinder dann Blitzableiter sind. Aber auch das kann immer mal passieren und kommt bei allen Elternteilen mal vor. Ich glaube freisprechen kann sich kaum einer davon. Aber ständig? Eigentlich freut man sich doch auf seine Familie, wenn man sie so selten sieht?

        So, momentan fällt mir nichts mehr ein. Ich hoffe ich konnte mich etwas erklären.

        LG

Top Diskussionen anzeigen