Alle Jahre wieder...

    • (1) 13.12.16 - 09:15
      Mutterlos

      Hallo, ich weiß, dass der Thread hier nicht reingehört, aber ich möchte gerne anonym bleiben und auch ggf Antwortenden die Möglichkeit geben anonym bleiben zu können, weil es ja leider nach wie vor ein Tabuthema ist...

      Vor fast 18 Jahren habe ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, ich bin selber fast 40.
      Wie der Titel schon andeutet ist die Weihnachtszeit schwierig. Zu dieser Zeit kommen immer wieder Erinnerungen hoch. Auch Unverarbeitetes. Dazu auch eine gewisse Sehnsucht, die mich ansonsten nicht belastet, Gedanken an Kontaktaufnahme. Über die Jahre habe ich natürlich gewisse Strategien und Rituale dagegen entwickelt, aber so ganz abstellen lässt es sich nicht, weder die Sehnsucht nach etwas eher Unkonkretem (einer Mutter?) als auch Erinnerungen, die sich aufdrängen.

      Ich wollte mal fragen, wer das kennt und was ihr dagegen unternehmt. Wie ihr damit umgeht, mit einem Kontaktabbruch zu einem Elternteil, wie ihr das emotional verarbeitet.
      (in Therapie war ich deswegen schon)

      Grüße!

      • (2) 13.12.16 - 09:24

        vielleicht findest du bei Luise Reddemann ein paar Impulse ("Der Weg beginnt unter deinen Füssen" und "Imagination als heilsame Kraft" etc...)

        sowohl als Hör-CD oder als Buch... wobei ich die CDs noch angenehmer finde, weil man es sich schön gemütlich machen kann und lauschen darf...

        alles Gute#liebdrueck#herzlich

      Das ist ein wirklich schwieriges Thema und ich finde, niemand kann dich
      deswegen verurteilen, weil niemand deine Situation kennt, daher musst
      du dich dafür nicht schämen und anonym schreiben...
      Ich finde es ist erstmal wichtig zu wissen warum du schon so lange
      keinen Kontakt zu deiner eigenen Mutter hast. Wenn etwas wirklich sehr
      schwerwiegendes vorgefallen ist, würde ich mir das immer wieder in
      meine Gedanken rufen, wenn ich das Gefühl habe "schwach werden
      zu können". Ich habe selber mit meiner Schwester seit ca. 2 Jahren
      keinen Kontakt, mir fällt es auch oft nicht leicht, da ich eigentlich einen
      sehr starken Sinn für Familie und Familienzusammenhalt habe,
      allerdings gehören dazu ja auch immer zwei...

      • (5) 13.12.16 - 09:29
        tut mir leid...

        da bin ich ganz anderer Meinung: wenn etwas wirklich schweres vorgefallen ist, ist es völlig kontraproduktiv, sich das immer wieder aufs Butterbrot zu schmieren. Und ich denke auch, dass die Geschichte mit deiner Schwester nicht wirklich vergleichbar ist...
        #sorry

        und ich denke auch nicht, dass es in erster Linie um Scham geht, sondern um einen geschützten Raum, wo man einfach schreiben kann#herzlich

        • (6) 13.12.16 - 09:38

          "und ich denke auch nicht, dass es in erster Linie um Scham geht, sondern um einen geschützten Raum, wo man einfach schreiben kann"

          Und das, ja #herzlich#herzlich#herzlich danke für diesen Satz.

      (7) 13.12.16 - 09:32

      Hallo, schämen ist das falsche Wort. Es ist eher so, dass ich über die Jahre eine gewisse Lustlosigkeit verspüre, mich zu erklären oder zu rechtfertigen, was das angeht. Da es oft auf Unverständnis trifft. In den Köpfen vieler Menschen ist sowas wie "aber sie ist doch deine Mutter!" und dies wird dann auch empört oder vermeintlich ratgebend geäußert.
      Deshalb sage ich mittlerweile nur noch Vertrauenspersonen, was ist, ansonsten behaupte ich, sie sei tot, damit ist das Thema dann zum Glück erledigt.
      Ist ja im Prinzip gefühlt auch so.
      Immer wieder die üblen Dinge in Erinnerung rufen packt meine Psyche jedoch nicht. Trotzdem danke für den Input.
      LG

      • Verstehe ich absolut, dir ist ja mit dem Satz "Es ist doch deine Mutter" nicht wirklich
        geholfen, da hast du schon recht... aber auf der anderen Seite können es dir ja auch
        die Leute schreiben, wenn du anonym schreibst :-D Aber jeder wie er mag, ist ja
        auch nicht böse gemeint gewesen...
        Natürlich kann man das nicht mit meiner Schwester vergleichen, aber es ist für
        mich ja auch eine traurige Situation, daher kann ich es zumindest ein bisschen
        besser nachempfinden als andere, die eine komplett intakte Familie haben...
        Ich meinte auch nicht, dass du dir alles noch mal in Gedanken haargenau
        durchgehen sollst, wenn du wieder dabei bist "schwach zu werden". Mir selbst
        reicht schon ein kleiner negativer Denkanstoß, warum denn kein Kontakt da ist,
        danach etwas Ablenkung und die Gedanken schiebe ich so wieder recht gut
        nach hinten... Ich kann ja nur davon sprechen wie ich mit der Situation umgehe,
        ich wüsste nicht wie es anders gehen soll :-( #gruebel

        • (9) 13.12.16 - 10:08

          Ich hab das mit deiner Schwester nicht geschrieben :-)
          Ich stelle mir den Kontaktabbruch zu einem Geschwister je nach Ausgangsbedingungen auch schwer vor. Bindung ist eben Bindung... Eine traurige Situation für dich.
          Und es stimmt zwar, dass man mir das jetzt auch schreiben könnte - aber nicht jeder hier bei Urbia muss wissen, dass ich keinen Kontakt zu meiner Mutter habe. :-)
          Wenn dir die Art der Verarbeitung hilft dann passt es doch #herzlich
          Ist es schwierig, sich jetzt Weihnachten aus dem Weg zu gehen? Bestehen Auswirkungen auf eure Familie? Wenn ich fragen darf.
          LG

          • Nein nein, ich habe es jetzt nur allgemein noch mal geschrieben, anstatt deswegen
            zwei Antworten zu schreiben, daher... :-D
            Ja gut okay, verstehe ich... wenn man hier noch wegen anderen Sachen sehr
            intensiv unterwegs ist mit Fotos etc., dann muss das nicht unbedingt sein...
            Naja es ist keine schöne Art der Verarbeitung, es ist nur das einzige Mittel, mit dem
            ich irgendwie umgehen kann, da ich nichts anderes wüsste... Kann sicherlich
            noch bessere Arten damit umzugehen geben, deswegen lese ich hier auch fleißig mit :-)

            Naja, Weihnachten verbringe ich zur Hälfte bei der Familie meines Freundes und
            zur anderen Hälfte bei meinen Eltern. Das wird dann halt immer so gelegt, dass meine
            Schwester, mein Neffe und mein Schwager dann da sind, wenn wir nicht da sind
            und andersrum... die sind ja auch mal bei der Familie meines Schwagers und mal
            bei meinen Eltern, das geht schon zu managen... Mir geht es eigentlich hauptsächlich
            schlecht damit, dass ich mit meinem Neffen nur Kontakt haben könnte durch meine
            Schwester, da meine Eltern es nicht wollen, dass ich zu ihnen fahre, wenn er
            zu Besuch ist, da sie wollen, dass ich das erstmal mit meiner Schwester kläre...

            Ist aber ein anderes Thema, ging ja jetzt in dem Thread um dein Problem und nicht
            um meins :-)

        (11) 13.12.16 - 10:24
        tut mir leid...

        ich wollte noch kurz anmerken: die Trauer und den Schmerz darüber, dass du den Kontakt zu deiner Schwester zum Selbstschutz (so verstehe ich das) abgebrochen hast - oder dass ihr den unterbrochen habt, den kann ich sehr wohl verstehen... und ich kann mitfühlen, dass dieses Gefühl ständig immer wieder nagt...

        ich wünsche dir einen guten Weg mit dem, was ist, in Frieden zu kommen!
        #herzlich

        und sorry, dass mein anderer Beitrag bisschen knallig daher kam!

        Habe es nicht böse aufgefasst, alles gut :-)
        Verstehe schon was du damit sagen möchtest... 18 Jahre sind ja auch
        eine ganz andere Zeit als 2 Jahre und eine Mutter ist dann doch noch
        mal was anderes als eine Schwester... Es kommt ja auch auf die Faktoren
        an wie nah man sich stand, ob man enttäuscht wurde und das vielleicht
        sogar mehrfach... ob man im Stich gelassen wurde, was genau vorgefallen
        ist etc etc etc... Kann man ja generell immer alles nicht so miteinander
        vergleichen...

        Dankeschön #blume

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