Liebe ich ihn?

    • (1) 15.12.16 - 00:35
      Ratlosundverunsichert

      Hallo an alle,

      ich bin total traurig. Ich weiß nicht ob ich meinen Mann noch liebe.

      Wir sind seit 6 Jahren zusammen und verheiratet. Wir haben ein Kind im Alter von. 1 Jahr.

      Alles ist eigentlich schön, nur bin ich seit langer Zeit nicht mehr so sicher, ob ich meinen Mann von Herzen liebe. Ich habe auch keine Ahnung wie ich es herauszufinden soll. Uns hat ganz sicher auch der Alltag eingeholt, denn wir haben fast nie einen Babysitter und wechseln uns mit dem Aufpassen ab, damit jeder mal seinem Hobby nachgehen kann.
      Sobald wir mal Streit haben, zweifel ich so richtig an uns. Was ist denn mit mir?

      Ich war schon immer sehr nachdenklich und schon immer ein Typ, der schnell zweifelt, egal wobei. Kann mir jemand helfen?

      Ich bitte um gefühlvolle Antworten.
      Danke

      • (2) 15.12.16 - 01:32

        Was ist in den Zeiten, wenn ihr nicht streitet, ihr beide zu Hause seid? Wie geht ihr miteinander um? Macht jeder sein Ding oder verbringt ihr die Abende gemeinsam? Was ist an den Wochenenden?
        Dass man während eines Streits gedanklich die Partnerschaft infrage stellt ist nicht unnormal und nicht unbedingt ein Alarmzeichen.

      (4) 15.12.16 - 10:36

      hallo,

      wenn du eh der Typ bist, der schnell zweifelt: hättest du Lust, mal etwas anderes auszuprobieren? Anstatt jetzt darüber nachzudenken, wie es eigentlich ist, gehst du in die Aktion und ins Gefühl... und dann kann dir dein Verstand später sagen, wie es vielleicht war. Wäre das eine Option?

      Dann würdest du jetzt davon ausgehen, dass du ihn liebst und du nimmst dich als Zweiflerin an, wie du bist. Und den Zweifeln sagst du, dass sie dazu gehören, aber dass sie nicht den ganzen Raum jetzt hier einnehmen werden.
      Und dann stellst du dir vor, wie sich für dich Liebe anfühlt. Und wo fühlst du Liebe in dir - ganz allgemein?
      Und wofür bist du dankbar - in Bezug auf dich selbst, auf deine Familie und deine Ehe?
      Und wo fühlst du das in dir?

      Wenn ihr gerade eine friedlichere Phase habt, könnt ihr euch noch mal erzählen, wie es war, als ihr euch kennengelernt habt, etc...

      manchmal muss man einfach aus dem negativen Blick rauskommen und den positiven riskieren und sich voll darauf einlassen.

      ... und solltest du dann feststellen, dass du ihn nicht liebst... dann bist du dir sicher...

      und: Phasen, in denen man streitet und an dem Partner und/oder an sich zweifelt, kennen die allermeisten hier!

      lg

      • (5) 16.12.16 - 23:11
        Ratlosundverunsichert

        Vielen Dank, ich werde es beherzigen und versuchen umzusetzen. Ich leide darunter, eine Zweiflerin zu sein. Es ist anstrengend für einen selbst.

    Hallo!

    Es ist normal, dass man nach 6 Jahren keine Schmetterlinge mehr im Bauch hat. Das soll auch so sein, weil man sonst durch das ständige Hormonchaos irgendwann irre werden würde. Du musst nur lernen, mit dieser etwas ruhigeren Liebe auch glücklich zu sein.

    Du bist eben eine Zweiflerin und wirst das wahrscheinlich auch bleiben. Aber ich kann Dir garantieren, dass Du niemals mit jemandem länger als 10 Jahre zusammen sein wirst, wenn immer gleich das Fehlen der großen Verliebtheitsgefühle die Trennung einleitet.

    Bedenke auch, was das für euer Kind bedeuten würde. Das verliert dabei ja auch einen Großteil des Kontakts zum Vater.

    Ihr könnt doch jetzt auch noch einen Babysitter suchen und wieder mehr zu zweit machen. Wandert mal auf den Spuren eurer Anfangszeit - das Restaurant wo ihr gerne wart, der Film den ihr damals im Kino angesehen habt, das Stadtviertel, wo ihr gewohnt habt. Das weckt Gefühle wieder.

    Ja, wenn Du Dich in einen anderen verliebst hast Du da erst mal die großen Gefühle - aber auch die werden nur ein paar Jahre halten, und dann muss sich die eigentliche Liebe erst entwickeln. Das dauert einfach ein wenig, bis man da wieder hinein findet. Und es gehört eben auch Zeit zu Zweit dazu.

    • (7) 16.12.16 - 23:05
      Ratlosundverunsichert

      Danke für diese tolle und herzliche Antwort. Mit solchen Antworten habe ich nicht gerechnet. Ich werde versuchen umzudenken und mich so zu akzeptieren. Vielen lieben Dank und ein tolles Weihnachtsfest.

      • Mach Dir nichts draus, fast jeder hat ein paar Macken die er selber nicht mag. Ich würde auch gerne optimistisch in die Zukunft blicken, bin aber dann schon wegen einem bevorstehenden Besuch beim Friseur (nicht Zahnarzt, da reicht der Friseur!) kurz vor einer Panikattacke. Ich hasse es, meinen täglichen Trott verlassen zu müssen. Und Du bist halt eine Zweiflerin, die alles genau untersucht, auch wenn es gar nicht viel zu meckern gibt.

        Das schaffst Du schon, dich so anzunehmen und zu mögen. Und wenn Du Dich selbst liebst, klappt es mit dem Partner auch besser.

        Aber nehmt euch wirklich öfter Mal zeit zu zweit, das kommt sonst etwas kurz.

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