Depressionen beim Partner!

    • (1) 16.12.16 - 10:29
      Fraueinesdepressiven

      Brauche mal den Rat von Partnern eines depressiven Menschen.
      Mein Mann hat Depressionen die er seit 2 Jahren nun auch behandeln lässt. Er bekommt zur Tiefentherapie noch Medikamente ( Citalopram)

      Erst würde es phasenweise besser. Er blühte wieder auf und nahm wieder am Leben Teil.
      Haben dieses Jahr geheiratet und waren in den Flitterwochen da war alles perfekt und unbeschwert.
      Dann kamen wir wieder heim und die dunkle Jahreszeit ging los und seitdem geht es stetig bergab .
      Er ist nur noch müde und gereizt. Ist entweder wie angeknipst und will durchgehend was Unternehmen oder er ist vollkommen erschöpft und will tagelang nur auf der Couch liegen.
      Es gibt kein normales Mittelmaß.

      Unser Sexleben ist total im Eimer. Er "wehrt" mich ständig ab wenn ich Sex möchte und findet Ausreden.

      Ich habe selber mit Depressionen zu kämpfen gehabt bin aber jetzt seit 4 Jahren relativ stabil gewesen.
      Nur jetzt zieht mich dieser Alltag langsam auch wieder runter denn so sehr ich meinen Mann liebe und ihn auch Unterstützung zukommen lassen will weiss ich einfach nicht mehr wie.
      Habe schon überlegt mal mit seiner Therapeutin zu sprechen aber das könnte ihm ja auch sehr unangenehm sein.
      Wie macht ihr das im Alltag? Bin wirklich verzweifelt.
      Haben auch noch 2 Teenager im Haus(aus 1. Ehe) und eigendlich arbeiten wir an einem gemeinsamen Kind wo ich mittlerweile auch nicht mehr sicher bin ob das so eine gute Idee ist und ob er das packt.
      Sorry das es so lang wurde.

      • Ist entweder wie angeknipst und will durchgehend was Unternehmen oder er ist vollkommen erschöpft und will tagelang nur auf der Couch liegen.
        Es gibt kein normales Mittelmaß.
        ......................................
        Das klingt eher manisch-depressiv, das ist was anderes als ein "normale" Depression.
        Ist denn die Therapeutin die richtige für ihn? Man kann 10 Jahre Therapie machen, wenn es mit dem Theraputen nicht paßt, dann bringt das alles nicht. Wie lange hat er das schon?
        Wie oft geht er zur Therapie?

        Du kannst ihm nicht helfen, nimm ihn so wie er ist. Du kannst ihn weder zu etwas drängen, noch motivieren oder sonstetwas. Das muss er alleine machen.
        Ein Kind würde ich in dieser Konstellation nicht zeugen.

        • (3) 16.12.16 - 11:42
          Fraueinesdepressiven

          Also manisch ist er wohl nicht. Er hat einen nachgewiesenen Starken Serotoninmangel und dieser wird halt mit den Medis versucht wieder zu geben.
          Die Depressionen hat er laut seiner Aussage schon seit Jahren nur hat er dies nie behandeln lassen. Er arbeitet in einem Bereich wo diese Erkrankung absolut negativ gesehen wird und es hat ihn grosse Überwindung gekostet eine Therapie anzugehen.
          Seitdem wird er auch auf der Arbeit nicht mehr für voll genommen und das belastet ihn extrem.
          Zuhause war immer sein Hafen wo er zur Ruhe kam.

          Langsam habe ich nur das Gefühl das selbst ich nicht mehr so helfen kann oder ihm eine Stütze bin.
          Die Therapie läuft jetzt seit 1 Jahr. Eigentlich kommt er mit der Therapeutin sehr gut zurecht. Die schien kompetent zu sein. Hatten schon Partnersitzungen bei ihr.
          Der Kinderwunsch würde wurde von ihm geäussert. Er wünscht sich so wie ich noch ein gemeinsames Kind.
          Nur denke ich das dies zur Zeit einfach nicht richtig ist da er mit sich selbst zu viel zu tun hat.

      an einem gemeinsamen Kind würde ich auch lieber nicht "arbeiten"...

      such dir Unterstützung und kümmere dich um dein Glück!
      das ist das Beste, was du machen kannst. du (als Partnerin) kannst ihn nicht retten. so weh das tut

      lg

    • Hallo!

      Das tut mir sehr leid. Aber was ich auf keinen Fall jetzt machen würde ein gemeinsames Kind in die Welt zu setzen. Helfen kannst du deinem Mann nicht. Er muss es von sich aus wollen. Schwere Situation aber schau auf dich damit es dich nicht wieder runter zieht.

      LG Gabi

      (6) 16.12.16 - 12:21

      Seine Depressionen liegen nicht in deiner Verantwortung, du tust aber so als wenn es so wäre, machen die Meisten.
      Du möchtest helfen, ja, dann hilf dir als erstes, er muss wissen warum er was wozu macht - braucht er so aber nicht!

      Du warst selber depressiv, dann hast du ein wenig Ahnung.Warum heiratet man dann einen Mann nur weil es gerade mal läuft und er eingestellt ist?!
      Ich habe da null Verständnis für, absolut kein bisschen.Das du ihn liebst usw., ja, klar...deine Sache...aber da gibt es Kinder und an erster Stelle stehen meine Kinder wo ich die Verantwortung habe, dass sie gut ins Leben kommen ohne Altlasten und du als Mutter begleitest, mutest ihnen zu, dass sie diesen Weg gehen müssen....diese Art Liebe versteh ich nie.

      Ja, ich weiß, jetzt kommt wieder das alte Lied, von wie sehr sie doch an ihn hängen und angeblich nichts mitbekommen usw....ich kann es echt nicht mehr lesen...eine absolut schwache Ausrede, denn du hättest schon etwas in den Anfängen ändern können, aber viele alleinerziehende neigen da ja nicht wirklich zu ...und dann kommt das gejammer...

      Und als sei das nicht genug, beschäftigt man sich tatsächlich noch mit der Frage noch ein Kind in die Welt zu setzen...er möchte das ja auch....oh man...
      Es ist mir völlig egal was ein "kranker" Mensch möchte, ich möchte bestimmt nicht weder meinen Kinder noch einem Ungeborenen , die ich so abgöttisch Liebe das ich mein Leben für sie hergeben würde, bewusst und ja, es ist egoistisches Bewusstsein, so etwas jaaahrelang zumuten und sie prägen für's Leben und dafür verantwortlich sein, dass sie es später ausbaden müssen weil sie in verschiedenen Teilen ihres Lebens nicht klar kommen....weil ich ja jemand anderen MEHR liebe....

      Aber es ist dein Gewissen und nicht meins...Hauptsache man versucht das ER glücklich und zufrieden ist.....

      • (7) 16.12.16 - 13:43
        Fraueinesdepressiven

        Also hat jemand der depressiv ist keine Chance verdient ein normales Familienleben zu führen in deinen Augen?
        Wir führen von Anfang an eine tolle Beziehung in der die Depris bisher kaum präsent waren da diese durch ein Burnout auf der Arbeit ausgelöst wurden und nur dort präsent wurden. Zuhause war kaum was zu bemerken da er gerne zuhause bei uns ist.
        Meine Kids stehen immer an 1. Stelle und ich achte sehr auf ihr Wohlergehen und die bekommen von der Erkrankung meines Mannes kaum was mit.
        Wir haben geheiratet und ein Kind geplant da es uns beiden sehr gut ging und dachten das das Schlimmste überwunden war. Das es immer auf und ans gibt ist normal.
        Zur Zeit ist es halt schwer und damit hatte ich einfach nicht gerechnet. Vielleicht naiv von mir gebe ich zu.
        Aber ich zweifle in keinster Weise an unserer Ehe und Familie denn bis auf dieses Tief gerade sind wir sehr glücklich und zu haben und geben uns auch Kraft und Halt.

        Na hoffentlich wirst du nie mal alt oder krank...

        Nicht bei jedem kommt die Krankheit wieder und ab einem gewissen Alter hat doch jeder irgendwas!

    Hallo, ein Kind wäre in der jetzigen Situation nicht gut, das siehst du ja selber.

    Das miese Sexleben liegt am Citalopram, das kenne ich aus Erfahrung.

    Wenn er manchmal wie ausgewechselt ist, was nimmt er dann? Ist das einfach nur so? Das passt nicht ganz zur Diagnose. Drogen eventuell?

    Die Therapeutin wird nicht mit dir sprechen. Das kannst su die sparen.

    War er schon einmal in einer Klinik?

    LG

    • (10) 16.12.16 - 19:49
      Fraueinesdepressiven

      Also wenn er so extrem aktiv und angeknipst ist merkt man das es eine Art Stressventil ist. Nach so Aktionen ist er auch immer total erledigt also es ist sehr anstrengend für ihn aktiv zu sein.
      Drogen sind es definitv nicht. Er arbeitet in einem Bereich wo er regelmäßig getestet wird.
      Stationäre Therapie lehnt er komplett ab. Er will nicht von zuhause weg. Hasst auch Fortbildungen sie im Job wo er nicht zuhause schlafen kann.

      • Hallo du.
        Ich hab jetzt nicht ganz so viel Zeit intensiv zu antworten aber ich möchte wenigstens noch Etwas schreiben.

        Vorweg : ignorier den Kommentar von oben. Es war klar, dass wieder irgendwelche Nixnutze in grau, die keine Ahnung von Depressionen haben den Hammer auspacken. Einfach ignorieren und fertig.

        Soa mal aufgenommen von dir : "Er hat einen nachgewiesenen Starken Serotoninmangel" und "In der dunklen Jahreszeit ging es bergab".
        Das ist typisch für Depressionen..Citalopram hat mein Mann nur SEHR kurz genommen..massive Nebenwirkungen..er hat danach Fluoxetin bekommen und fährt damit seit 2 Jahren sehr gut! Dazu haben wir eine "Tageslichtlampe" gekauft (~25€). 30 Min am Tag davor in der dunklen Jahreszeit und du wirst sehen dass es deinem Mann helfen wird! Durch das Licht wird Serotonin vom Körper gebildet. Und das AD ist ja ein "Wiederaufnahmehemmer" was ja gewollt ist denn das Serotonin soll im Körper verbleiben!
        Unter Citalopram berichten viele von sexueller Unlust..dazu kann aber kommen, dass er sich einfach so unwohl fühlt, dass er dich nicht an sich ran lassen kann..körperlich. Und auch Kinderwunsch kann deshalb schwierig werden..einige sind unter AD's nicht mehr wirklich zeugungfähig.
        Vor einem gemeinsamen Kind sollte er mindestens (!) 1 Jahr stabil sein. Das ers sich wünscht kann gut sein..dann fühlt er sich "besser"..aber für wie lange?!?
        Wir hatten den Kinderwunsch auch über 1 Jahr verschoben..das war mehr als richtig so!!!
        Das er nicht stationär möchte verstehe ich..was wäre wenn er 3 Wochen Urlaub nimmt und in eine Tagesklinik geht? Dann bekommen das auch nicht viele oder sogar keiner von seiner Arbeit mit!
        Kannst mir gerne ne PN schicken.

        Aber besorgt zügig ne Tageslichtlampe und denkt ggf mal darüber nach das AD zu wechseln. Er ist ja in Therapie und somit betreut und könnte es im betreuten Rahmen probieren!

        Alles Liebe.

        Babyb

        • (12) 17.12.16 - 08:57
          Fraueinesdepressiven

          Vielen Dank für deine nette Antwort.
          Mit der Tageslichtlampe haben wir sogar schonmal überlegt da wir beide sehr abhängig von Licht und Sonne sind was unser Wohlbefinden angeht. Werde direkt mal eine bestellen.
          Der Kinderwunsch könnte seit Monaten eh nicht umgesetzt werden da wir zu wenig Sex haben bzw es einfach nicht klappt was meinen Mann zusätzlich frustriert da er davon ausgeht das es an ihm liegt (bei mir ist medizinisch alles gut).
          Für und bedeutet den KiWi aufschieben leider komplett aufgeben da wir uns eine Altersgrenze gesetzt haben und diese nun fast erreicht ist. Könnte aber damit leben. Besser als das mein Mann mit einem Baby an seine Grenzen gerät. Für ihn wird das sehr schwer sein den Wunsch nach einem leiblichen Kind aufzugeben es ist sein grösster Traum. Werde das Thema aber dringend nochmal ansprechen müssen.
          Tagesklinik wäre eine Option allerdings nur im Notfall. Er ist gerade mit der Wiedereingliederung fertig im Job nach über 1 Jahr Krankschreibung. Da will er nicht wieder fehlen.
          Werde ihn aber nahe legen das AD mal in Absprache mit dem Arzt zu wechseln.

          • Hallo nochmal :)
            Ja also das mit der Tageslichtlampe kann ich wirklich empfehlen und wurde auch stark vom Psychologen befürwortet. Und es hilft wirklich! Ich kann wirklich bestätigen dass es meinem Mann hilft wenn ers macht.
            Guck bitte nach einer Lampe die mindestens 10.000 Lux hat. Halbe Std davor zb beim lesen,frühstücken..nicht direkt reingucken ;)
            Nicht wenns draußen schon dunkel ist! Ganz wichtig! Sonst kommt der Biorhytmus durcheinander.
            Das mit den AD's ist immer sone Sache..nicht jedem hilft das Gleiche..manche probieren zich Präparate aus. Ein Neuroleptika nimmt er nicht? Da hatte wir nämlich mal das Problem, dass es ihn so abgeschossen hat für den guten Schlaf, dass er aber morgens trotz AD nicht richtig hochkam.
            Wie gesagt ich bin kein Fan von Citalopram..höre da oft dass man unter sexueller Unlust leidet und manche Männer zeugungfähig werden :/.

            Den eventuellen Wechsel muss er streng überwachen lassen! Nicht das er dann richtig abstürzt.

            Mit der Arbeit verstehe ich..da kommt man nach so langer Au wieder..dazu Kollegen die kein Verständnis für die Erkrankung haben. Was man nicht kennt oder selber hat, kann ja nur Humbug sein *kopfschüttel*. Das muss er lernen! Es ist egal was die meinen oder sagen. Er muss die Krankheit akzeptieren..glaub mir mein Mann hat lang genug gebraucht..ab da wurde es zusätzlich besser. Er ist weder ein Versager noch sonst was!
            Könnt ihr nicht 1 Jahr aufschieben? Geht's dann bei dir gar nicht mehr mit Kindern? Er sollte 1 Jahr stabil arbeiten..dann kommen noch 10 Monate SS..also fast 2 Jahre stabil. Wie er mit schlechten Nächten zurecht kommt fraglich oder? Baby ist kein Zuckerschlecken..Schlafmangel ist grausam..
            Ggf wird er auch wieder "fruchtbar" wenn er wechselt. Aber alles step by step beim Fachmann! Er soll das bloß nicht eigenmächtig absetzen! Cita muss glaub ich ausgeschlichen werden oder? Muss ich mich nochmal einlesen.

            Berichte bitte mal wies weitergeht.
            Gerne auch per PN.
            LG Babyb

            (14) 17.12.16 - 22:46

            Hallo,
            Ich war in einer ähnlichen Situation wie du.
            2 Kinder mit in die Beziehung gebracht und nach 1 Jahr ging es bei meinem Mann mit den Depressionen los. Der Hausarzt hat verschiedene medis getestet, genutzt hat nichts, bis er in die Klinik ist und stationär auf Medikamente eingestellt wurde.

            Das war nach ca 3 Jahren. Es war eine harte Zeit, mit medikamenteneinstellung, gesprachstherapie, jobwechsel... 1 Jahr später bin ich ungeplant schwanger geworden. Obwohl er durch die antidepressiva auch fast nie Lust hatte.

            Wir hatten auch Angst, wie sich das auf die Depression auswirkt. Am anfang der Schwangerschaft kam ein leichter Rückfall, er ist gleich 3 Wochen stationär gegangen und die Dosierung der Tabletten würde nochmal verändendert. Er hat sich von anfang an auf das Kind gefreut. ich glaube auch wegen dem kleinen geht es ihm jetzt seit 3,5 Jahren gut. Er nimmt noch ad, die Lust ist immernoch nicht allzu stark ausgeprägt, aber er hatte keinen depressiven Rückfall.
            Die schlaflosen Nächte und alles haben ihm nichts ausgemacht, da die liebe zum kleinen und zu mir größer ist. Ich wusste immer, dass wir es gemeinsam schaffen.

            Unsere Beziehung ist durch die Depression gewachsen und wir lieben uns jetzt nach 8 Jahren umso mehr.
            Deshalb kann ich nicht bestätigen, was hier die meisten schreiben. Meinem Partner hat die Freude auf und am Kind geholfen aus der Depression zu kommen, das hat auch seine Therapeutin gesagt.
            Ich weiß, dass das nicht bei allen so ist, aber das gibt es auch.
            Ihr solltet ehrlich unterhalten, ob er nicht trotzdem mal stationär gehen sollte und wie er es sich mit Kind vorstellen kann.
            Würdest du im Notfall auch über eine gewisse Zeit allein mit Baby klarkommen?

            Meinem Mann hat das den Druck genommen, da er wusste, ich komm auch allein klar.
            Ich wünsche euch viel Glück

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