Ehemann zeigt mir die kalte Schulter

    • (1) 21.12.16 - 02:04
      Verzweifelt und traurig

      Hallo, ich möchte gerne unerkannt bleiben, da ich nicht sicher sagen kann, ob mein Mann hier mitliest.

      Ich bin total verzweifelt und traurig und muss mir das glaube ich einfach mal von der Seele schreiben. Das Jahr war bisher extrem anstrengend für uns. Viele negative Dinge sind passiert. Trotzdem haben wir uns nicht unterkriegen lassen und haben gut auf unsere Beziehung aufgepasst.

      Nun haben wir ein Problem, dass unsere ganzen Ressourcen aufzufressen scheint. Es ist finanzieller Natur, wir wurden allem Anschein nach so richtig betrogen. Nun folgt ein Rechtsstreit etc. etc. Ich will hier nicht näher drauf eingehen.

      Fakt ist, eine solche Krise hat uns natürlich gerade noch gefehlt, aber wir haben immer betont, dass wir uns die Beziehung nicht davon kaputt machen lassen. Nach allem, was wir durchhaben, denke ich, schaffen wir das auch noch, obwohl die Nerven natürlich blank liegen.

      Vor ein paar Tagen, ohne Vorwarnung, hat mein Mann dann irgendwie einen Schalter umgelegt. Ich weiß gar nicht, was los ist, aber so kenne ich ihn überhaupt nicht (kennen uns seit 7 Jahren...). Er meckert pausenlos an allem rum, was ich tue, sagt mir, was ich alles nicht kann, wie unfähig meine Organisation ist und macht mir große Vorwürfe, dass wir nun in dieser vertrackten Situation stecken. Ich bin seit jeher die treibende Kraft bei uns, aber wehe wenn was schief geht. Das bekomme ich jetzt gerade zum ersten Mal so richtig zu spüren. Normalerweise tut ihm alles sehr schnell leid, wenn wir uns mal was an den Kopf werfen, so aber nicht dieses Mal. Da setzt er stattdessen noch einen drauf, will Weihnachten alleine mit seiner Familie feiern, schläft nun im Wohnzimmer und murmelt die ganze Zeit in sich hinein, dass er es verstehen kann, wenn Beziehungen wg Geldproblemen drauf gehen und dass hiervon unser gesamtes Leben abhängt.

      Ich habe bis jetzt versucht nicht groß darauf einzusteigen. Ich habe auch selbst kaum Kraft zu kämpfen, weil ich dran bin das ursächliche Problem zu lösen...

      Was würdet ihr tun? Kennt jemand von euch diese Situationen? Ich weiß mir keinen Rat mehr und hoffe, dass wir die Kraft haben zueinander zu stehen.

      Danke euch und Grüße

      • Dein Mann scheint Dich ebenfalls als treibende Kraft in Eurer Beziehung wahrzunehmen und ist wohl jetzt der Ansicht, dass er Dir bequem die Schuld an der Finanzlage in die Schuhe schieben kann.
        Setz ihn auf den Pott und mach ihm klar, dass er kein kleines trotziges Kind mehr ist, sondern ein erwachsener Mann, der für seine Fehler und falschen Entscheidungen selbst einstehen muss. Du bist nicht seine Mutti, die die Schulhofschlägerei für ihn klärt, sondern eine gleichwertige Partnerin, mit der er gleichauf zusammenarbeiten muss.

        Wie bringt er sich denn in das von Dir genannte ursächliche Problem ein? Ist er an der aktuellen Situation aktiv dran, beteiligt er sich eigenständig, antwortet er selbst auf Schriftstücke o.ä. oder setzt er sich nur hin, lässt Dich die Post öffnen und alles managen und meckert herum, weil die Situation für ihn unerträglich ist?

        Hallo,

        die Stimmung in der Familie "steht und fällt"wohl ein Stück weit mit dir, kann das sein?
        Bist du denn wirklich hauptverantwortlich für diesen finanziellen Schaden? Wenn ja, sollte man dennoch hinterfragen, warum dies so ist - vielleicht weil ja die Organisation hauptsächlich an dir hängt... wer nichts macht, der macht auch keine Fehler.

        Ist dieser finanzielle Schaden für euch so hoch, daß es existenzbedrohend ist?

        Bei deinem Mann liegen wahrscheinlich einfach auch die Nerven blank und dann kann es schon passieren, daß so jemand völlig ungerecht wird.

        LG

        Hi,

        ist es nicht normal, das wenn alles schief läuft, die Nerven total blank liegen und man ungerecht wird?
        Gerade die Vorweihnachtszeit ist bekannt für Ehestreitigkeiten, besonders wenn das ganze Jahr schon bei Euch komplett negativ war. Wenn ihr nicht immer alles aufgearbeitet und viel geschluckt habt, muss es irgendwann raus kommen.

        Und je nachdem vorher Eure Probleme her rühren.....wenn Du die Schuld dafür trägst, naja, dann hat er einen Grund jetzt die negative Luft raus zu lassen......für den einen reicht ein Krümel auf der Theke, bei Euch ist es ein hoher finanzieller Schaden.

        Vielleicht braucht er jetzt einfach mal Abstand.....das Leben ist halt nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen...auch wenn es immer bei Euch ein Kampf ist, irgendwann explodiert einer einfach mal.....das ist halt bei Euch so weit.

        LG
        Lisa

      • Ich finde, es kommt schon erheblich darauf an, woraus dieser Geldschadeb resultiert. Ein verschuldeter Unfall mit einem nur haftpflichtversicherten Auto ist eine andere Hausnummer als ein Verspielen der Familienersparnisse in der Spielbank.

        Dazwischen liegt eine Diskrepanz von "Komm Schatz, das kann jedem passieren" und "Vor die Tür setzen".

        Wenn er an der Misere so beteiligt ist wie du, dann erschließt sich mir nicht, wie er seinen Anteil daran ignorieren kann und genau das würde ich ihm knallhart so sagen.

        LG Küstenkönigin

        Hallo du!

        Fühl dich erstmal lieb gedrückt #liebdrueck
        Ich kann deine Situation soooooo extrem gut nachvollziehen... Genau das habe ich mit meinem Freund auch durch, da unsere finanzielle Lage wirklich beschissen war eine lange Zeit lang. Wir haben generell schon einige Höhen und Tiefen durch... dann kam noch die alte Firma von meinem Freund dazu, hat ihm dauerhaft Druck gemacht, obwohl er körperlich einfach durch seinen Rücken nicht so kann. Da fing es schon bei uns an zu kriseln, weil seine Laune nach der Arbeit ja auch dementsprechend war... dann wurde er auch noch gekündigt und dann kam sein Bandscheibenvorfall dazu... brachte mit den Geldproblemen die Krise natürlich auf den Höchstpunkt. Wir haben jeden Tag gestritten, er war sehr leicht reizbar, hat an allem rumgemeckert, nur schlechte Laune gehabt und sich überhaupt nicht mehr gefangen. Kam wie bei dir auch von einem Tag auf den anderen... Ich denke, das macht die allgemeine, extreme Unzufriedenheit, dass man dann auf einmal wegen jedem Pups an die Decke geht, halt eine negative Einstellung zu wirklich allem... aus einer Mücke einen Elefanten machen! Er hat dann kaum mit mir geredet, hat 2-3 Wochen auf dem Sofa geschlafen und war nur unterwegs... Anfangs habe ich noch gekämpft, auf ihn eingeredet, dass wir das schaffen usw... hat alles nix gebracht, er hat diese "positiven Gedanken" in dem Moment einfach nicht an sich rangelassen, hat an unserer ganzen Beziehung gezweifelt und und und... also habe ich ihn in Ruhe gelassen in dieser Zeit, weil ich selber keinen Nerv mehr auf Diskussionen hatte und es sowieso immer zum Streit führte #aerger Ich war auch einfach müde und fing an aufzugeben...
        Irgendwann bekam ich selber Zweifel, ob das alles überhaupt noch Sinn macht, war enttäuscht von ihm und habe ihm das auch zu spüren gegeben, indem ich mein eigenes Ding gemacht habe, mich mit Freunden getroffen habe und einfach nur noch an mich gedacht habe. Habe seine Wäsche nicht gewaschen, nicht für ihn gekocht, eingekauft etc., als würde ich mit ihm abschließen... Dann fing er an sich Gedanken zu machen und hat mich immer gefragt wo ich denn bin usw., hatte mir also gezeigt, dass er Angst hat mich zu verlieren, weil er immer mehr Kontakt gesucht hat. Ich habe ihm halt wirklich deutlich zu spüren gegeben, dass ich auch gut ohne ihn kann. Als ich gemerkt habe, dass dieser Punkt erreicht ist und wir einige Tage nicht gestritten oder uns angegiftet haben (wie denn auch, wenn man nicht miteinander redet?!), habe ich ihn ohne Rücksicht auf Verluste zur Rede gestellt und ihm gesagt, dass es so nicht mehr weitergeht und ich möchte, dass er entweder wirklich geht und wir uns trennen oder wir gemeinsam diese Situation bewältigen und zusammenhalten, wie man es eigentlich sollte und sich nicht gegenseitig noch nieder machen, denn das wirft einen eher zurück, als dass es einen weiter bringt! Vorallem braucht man sich nicht gegenseitig Vorwürfe machen und provozieren, sondern muss sich auch ein bisschen an die eigene Nase fassen um aus der Situation rauszukommen, denn wir alle machen Fehler und keiner ist perfekt. Wenn man gemeinsam stark ist, an einem Strang zieht, schafft man das auch, aber wenn man immer nur gegeneinander arbeitet, macht das erst recht alles kaputt... Auf jeden Fall wollte ich in dem Moment eine Entscheidung! Das hat den Knoten dann zum Platzen gebracht und dann ging es bergauf... Seitdem ist es wirklich schön, er arbeitet wieder bei seiner ganz alten Firma, wo es ihm wirklich gut ging und wir bauen unser gemeinsames Haus weiter aus :-)

        Ist nun schon einige Zeit her und noch mal mache ich das ganze definitiv nicht mit, das habe ich ihm deutlich gesagt... Denn auch in schweren Zeiten sollte man zusammenhalten und nicht die ganze Schuld auf den anderen abwälzen, nur weil man von seinen eigenen Fehlern ablenken will und sich diese nicht eingestehen kann! Hat er in diesem Gespräch dann alles eingesehen und siehe da, wir kamen ganz schnell aus der Krise, weil wir gehandelt haben anstatt zu jammern und sich gegenseitig fertig zu machen! ;-)

        Ich wünsche dir viel Kraft und Glück für die nächste Zeit #klee Es kommen auch wieder bessere Zeiten, auf Regen folgt immer Sonnenschein! :-) Man sollte das alles nicht so eng sehen, vielleicht kannst du das deinem Mann auch klar machen... Das beste aus der Situation machen, positiv nach vorne blicken und sich immer vor Augen halten was man eigentlich alles schon hat!

      • (7) 22.12.16 - 00:01

        Hey ihr lieben

        Vielen Dank für eure guten Ratschläge und das Zureden. Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Interessant auch die Ansicht, dass die Stimmung in der Beziehung mit mir steht und fällt. So habe ich das noch nicht gesehen, aber ich denke, da ist was dran.

        Es hat mir auf jeden Fall geholfen. Ich werde versuchen eure Ratschläge in die Tat umzusetzen und hoffe, dass sich die Situation entspannt.

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