loyalvsilloyal

    • (1) 27.12.16 - 13:09
      Bratentopf

      Hallo Forum,

      mein Freund und ich (seit 5Jahren ein Paar) haben ein 1,5Jahre altes Kind. Die Mutter meines Freundes lehnt mich ab. Hat unser Kind noch nie gesehen, ihm aber geschrieben, dass er gerne alleine zu ihr kommen könne.
      Nun war es für mich okay, dass er mit unserem Baby zu ihr geht, ich lege keinen gesteigerten Wert auf sie.
      An Weihnachten wollte er, ist aber doch nicht gegangen. Jetzt will er diese Woche zu ihr. Und mein Problem dabei: Er will ohne unser Kind zu ihr.
      Und das lässt mich aus allen Wolken fallen. Dass er weiterhin auch ohne mich Kontakt zu seiner Mutter pflegt, finde ich nicht tragisch. Er hat bislang nur einmal telefoniert im letzten Jahr.
      Dass er ihre Aussage allerdings wortwörtlich nimmt und alleine, also ohne sein Kind, zu ihr geht, macht mich total wütend.

      Im Grunde verleugnet er sein Kind vor ihr. Oder bin ich zu empfindlich? Würde meine Mutter so etwas äußern, würde ich ihr klar zu verstehen geben, dass sie mich nie wiedersieht, wenn sie mein Kind ablehnt.
      Er redet sich sicher wieder raus, sie wäre schon so alt mit 80 und leicht dement. Ist für mich nicht einzusehen. Wie seht Ihr das?

      Viele Grüße

      • Hey,

        alte Leute sind mitunter etwas schrullig.

        Was bringt es Dir, Dich darüber aufzuregen? Du willst sie nicht, sie will Dich nicht ... kommt in den besten Familien vor. Warum willst Du Eurem Kind so eine kaputte Familie antun? Wer nicht will, der hat schon. Ich würd da gar nicht rumwundern.

        LG A.

        Ich glaube, bei den meisten anderen Mütter, die hier so schreiben, wäre der Text in etwa so:

        "Mein Partner hatte super wenig Kontakt zu seiner Mutter, unser gemeinsames Kind hat sie noch nie gesehen, geschweige denn, sich irgendwie drum geschert. Nun will er sie besuchen, und unser Kind mitnehmen. Ich kotze im Strahl, dass diese elende Hexe nun mein kleines Kind einfach so in die Hände bekommen soll!"

        Lass ihn doch erstmal gehen. Vielleicht will er auch langsam anfangen, und nicht von Null auf Hundert.

        Hallo,

        meinst du, euer Kind hat etwas davon, bei einer 80-jährigen dementen Frau zu sein, die es im Grunde ablehnt?

        Ich denke nicht.

        Lass deinen Freund allein gehen und gut ist.

        Alles Gute

        Nici

      • <<<Oder bin ich zu empfindlich?>>>

        Ja.

        <<<Im Grunde verleugnet er sein Kind vor ihr>>>

        Das ist Unsinn.

        Die 80-jährige Dementi Dame hat ihm GESCHRIEBEN? Per Whatsapp womöglich?

        Egal, war nur off topic.

        Ich verstehe die Zusammenhänge gar nicht. Dein Freund hatte bisher auch keinen Kontakt zu seiner Mutter oder wieso findest du es jetzt unerhört, dass er ohne Kind dorthin geht?

        Die Dame weiß, dass es dich und das Kind gibt. Von verleugnen kann ja wohl keine Rede sein. Wenn sie den Wunsch hätte, das Kind kennen zu lernen, wären 1,5 Jahre Zeit gewesen und anscheinend hat sie jetzt auch nicht das dringende Bedürfnis. Ich verstehe nicht, wieso du so jemandem unbedingt euer Kind aufzwingen willst. Was hat das Kind davon und was bringt es dir? Ich weiß nicht, ob man sich als Erwachsene noch irgendwo anbiedern muss - Kind hin oder her.

        • (7) 27.12.16 - 16:02

          Grundsätzlich sehe ich das wie Ihr. Es war aber so, dass wir vor einiger Zeit zu dritt bei ihr waren und sie uns weggeschickt hat, mit den Worten, dass mein Freund gerne allein kommen könne. Daraufhin hat sie ihm einen Brief geschrieben (das zum Thema Demenz) und mich ziemlich übel darin beleidigt.

          Das wäre mir noch egal, denn auf das Gerede gebe ich nichts.
          Aber nun will er plötzlich wieder Kontakt zu ihr, nach dem Telefonat neulich, sie wäre ja gar nicht böse auf ihn.

          Hä? Sie auf ihn.....sollte es nicht anders sein?

          Und deswegen ärgert es mich, dass er da plötzlich mitmacht, bei dem Spiel. Sonst könnte er ja sagen, dass er mit unserem Kind vorbeikommt und auf ihre Reaktion warten.

          • Also, Dein Problem ist nicht das Kind, sondern dass Du Dir Loyalität Dir gegenüber wünschst?

            Er ist aber nicht nur Dein Partner, sondern auch der Sohn seiner Mutter. Und Ihm ist vermutlich auch klar, dass sie nicht mehr Jahrzehnte leben wird sondern vermutlich nur noch Jahre. Lass ihm die Möglichkeit, mit seiner Mutter wieder Kontakt zu haben, damit er sich nicht nach ihrem Tod grämen muss. Du legst keinen Wert auf sie, und anscheind ist es Dir auch nicht super wichtig, dass Euer Kind DIESE Oma hat. Daher verstehe ich nicht Dein Beharren darauf, dass das Kind mit soll.

            • (9) 27.12.16 - 17:23

              Es geht um Loyalität, genau. Nicht darum, dass unser Kind zu dieser Person soll. Natürlich ist sie seine Mutter, eine die verlangt, dass er nur zu ihr kommen darf, wenn er sein Kind zu Hause lässt.
              Und der Sohn hält sich daran. Und das ist normal?

              • Warum ist es denn so wichtig, dass das Kind mitmuss? Sonst liest man hier eher, dass die Schwiegertochter unerwünscht ist und Feuer speit, wenn der Kindvater die Oma mit dem Enkel besuchen will. Und ich könnte in Deinem Fall auch eher verstehen, wenn Du da auch so ticken würdest. Willst Du wirklich, dass er das Kind mitnimmt? Oder gehts Dir nur ums Prinzip? Hoffst Du, dass er der Kontakt ganz aufgibt, wenn Du ih nötigst, nur mit Kind zu gehen, er dann aber unerwünscht ist?

                Deine Überschrift lautet: "loyalvsilloyal"

                Wie wäre es mit etwas mehr Loyalität deinerseits deinem Mann gegenüber?

                Ihm wird es nicht gefallen, was seine Mutter abzieht. Warum kannst du nicht drüberstehen, statt jetzt auch noch rumzuzergeln?

                Achso...du willst jetzt also, dass sich dein Freund aus Loyalität zu dir von seiner Mutter lossagt und sie nicht mehr besucht.

                Er kann ihr selbstverständlich eine klare Ansage machen, weil er es nicht billigt, dass sie dich beleidigt. Das wäre sicher eine Möglichkeit, aber was soll dir das bringen? Erzwingen kannst du nicht, dass sie dich und das Kind akzeptiert. Und was würde es dir bringen, wenn er sich auch von ihr abwendet? Die Frau ist 80 und wird ihr Verhalten sicher nicht mehr reflektieren.

                Man muss nicht jeden mögen und nicht von jedem gemocht werden. Aber jemanden dazu bringen zu wollen, deswegen Partei zu ergreifen in der Art "wenn du sie verachtest, bin ich auch fertig mit dir", wäre albern bei so einer alten Frau. Und ein Kind würde ich da schonmal gar nicht aufs Schlachtfeld bringen und es tunlichst dabei raushalten. Sei doch froh, dass sie nicht sagt, er und das Kind können immer kommen und sind herzlich aufgenommen, aber du bleibst bitte, wo du bist.

      Hallo,

      Dein Mann kennt seine Mutter sein ganzes Leben lang - vertrau ihm.

      Er wird schon seine Gründe haben, warum er das Kind nicht mitnehmen (ihm seine Mutter ersparen) möchte.

      So viel Zwiespältigkeiten und Ablehnung der Mutter kann er seinem Kind ja wirklich ersparen. Freu Dich drum.

      Beste Grüße

      jg

      Ich glaube ich hätte eher ein Problem wenn er das Kind mitnimmt .....was ich aber natürlich trotzdem "erlauben!" würde.

      Je weniger Kontakt sie zu dem Kind hat, desto geringer ist auch der Kontak zu dir und es gibt damit weniger Konfliktpotenzial .

      Hallo!

      Kinder sollten ihre Eltern lieben dürfen, auch wenn sie längst erwachsen sind. Das gilt auch in dem Fall, dass die Eltern mit den jeweiligen Partnern nicht so glücklich sind. Wenn in 20 Jahren euer Zwerg mal die letzte Tussi als Freundin anschleppt wirst Du doch auch drauf hoffen, dass er Dich dann weiterhin liebt, auch wenn er seine Freundin gerne zu Hause lassen darf.

      Dein Freund versucht einfach nur, mit Anstand wenigstens ein wenig Kontakt zu halten, und das ist auch ok. Übrigens auch klug wenn man damit rechnen muss, dass die alte Dame irgendwann sterben wird. Dann hat er wenigstens eine leichte Ahnung, ob er das Erbe annehmen oder abschlagen sollte, weiß so halbwegs, welches Arrangement sie zur Beisetzung wünscht, und weiß halbwegs, wer informiert werden muss. Das ist schon kompliziert genug, wenn man im Bilde ist, wenn man keine Ahnung hat wird es echt heftig.

      Und natürlich können demente Menschen noch Briefe schreiben, das hat es ja vor 40 Jahren auch schon gegeben. Allerdings tun sie sich sehr schwer, sich auf neue Menschen einzulassen, und können neue Menschen oft gar nicht mehr richtig einordnen. Daher erzählen sie auch oft Lügen, weil sich einfach die Tatsachen und Erinnerungen in ihrem Kopf durcheinander würfeln. Manchmal bleibt etwas hängen, während alles andere weg ist. Am Ende erkannte mein Vater noch meinen Mann und wusste, dass er kurz vorher eine neue Stelle angetreten hatte - mich hat er da schon monatelang nicht mehr erkannt. Das ist ein Brett, wenn der Schwiegersohn erkannt wird und die eigene Tochter nicht.

      Ist es denn so schlimm, wenn Dein Freund einfach nur versucht, die letzten paar Jahre mit Anstand rum zu bringen? Ab und zu nach dem Rechten zu sehen, zu gucken, ob die alte Dame vielleicht eine Pflegekraft braucht, ob sie ihre Medikamente nimmt? Musst Du ihn wirklich unter Druck setzen, damit er sich wie der letzte assi benimmt, nur weil demente Menschen oft nicht mehr nett sind?

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