Mein Freund, seine Familie, ich (achtung, mehr als sehr lang)

    • (1) 28.12.16 - 20:17

      Hallo ihr lieben,
      ich verfolge dieses Forum jetzt schon eine ganze Weile und finde, die besten Antworten gibt's immer hier. Daher habe ich mich nun einmal angemeldet, da ich seit geraumer Zeit selbst ein Problemchen habe, das mich immer mehr belastet.

      Kurz zu mir:
      Ich bin 25 und bin mit meinem Freund (gleichalt) seit drei Jahren zusammen. Zusammen wohnen tun wir seit etwa 2,5 Jahren.
      Ich komme aus einer eher problematischen Familie. Mein Papa ist tot, meine Mama hatte früher eine ganze Reihe seeehr unglücklicher Beziehungen und das Thema "Mein Kind stelle ich Dir erst vor, wenn ich mir sicher bin, dass es was Ernstes ist" kannte sie nicht. Ich hatte über die Jahre hinweg also...sagen wir mal...viele Wannabe-Papas.
      Mit meiner restlichen Familie, also Omas, Tanten etc. habe ich keinen Kontakt, schon sehr sehr lange nicht.
      Der einzige Mensch, den ich über alles geliebt habe und der mich über alles geliebt hat, mich bei allem unterstützt hat, seien es positive Dinge oder auch negative, war mein Opa. Er war immer weltoffen und tolerant und wenn ich mir die Haare bunt färben und gepunktete Hosen tragen wollte, oder wenn ich mich für einen eher kritischen Job bewerben wollte (ich hoffe, ihr versteht, Dinge ab der Norm eben), dann hat mein Opa gesagt "Mach Erfahrungen, ich freue mich mit Dir, wenn es so läuft, wie Du es Dir wünscht, ich bin da, wenn es schief geht (nicht finanziell, sondern emotional) und ich gebe Dir Rat, wenn Du mich darum bittest." Er war eben mein Opa.
      Leider ist mein Opa in diesem Jahr verstorben, was mich immer noch sehr fertig macht. Aber das zu meinem familiären Umfeld.

      Ein Einwurf zwischendurch:
      Die Dinge, die ich jetzt schreibe, mögen sich für viele recht hart und sehr nach "Prinzessin auf der Erbse" anhören. Mir ist auch klar, dass manche sich vielleicht denken, ich könne froh sein, dass ich überhaupt eine Familie habe. Das ist auch mir sehr bewusst. Trotzdem gibt es Dinge, mit denen ich sehr kämpfe und einfach nicht mehr umzugehen weiß, Glück hin oder her und vielleicht findet sich hier jemand, der mich versteht und evtl. weiß, was ich tun kann.

      Das Problemchen, von dem ich spreche ist mein Verhältnis zur Familie von meinem Freund. Wie ihr oben vielleicht gemerkt habt, bin ich nicht wirklich ein Familienmensch. Hierbei würde ich aber gern unterscheiden: Ich wünsche mir mehr als alles andere Kinder, würde gern eine eigene Familie gründen. Ich lasse mich aber nicht gern von anderen in ein Familienleben zwängen, weder von meiner eigenen Familie, noch von anderen. Ich hoffe, ihr könnt rauslesen, dass ich das nicht gehässig meine, es fällt wahnsinnig schwer, das hier zu schreiben, ohne wie ein abgrundtief böser Mensch zu wirken.

      Jetzt aber zur Familie von meinem Freund:
      Familie steht dort an ALLERERSTER Stelle. Punkt. Es wird über alles geredet, jeder weiß über alles Bescheid und (und das belastet mich am meisten) es wird alles diskutiert (sogar Sex!). Wir und Eltern wohnen ca. 300 km auseinander, die beiden Schwestern von den Eltern nochmal 300 km in die andere Richtung, also alles verteilt.
      Das kann schön sein, wenn man es mag und/oder es nicht anders kennt. Jetzt komme allerdings ich daher aus einer Familie, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte. Ich bin früh daheim ausgezogen, bin sehr selbstständig und arbeite hart im Leben, nicht nur im Job, sondern auch für alles andere, ich forme mir mein Leben einfach mit viel Begeisterung, wie ich es eben möchte und das mache ich eben allein bzw. allein mit meinem Freund.
      Aber damit komme ich zu meinem inneren Zwist: Seine Eltern und auch seine Schwestern sind die liebsten Menschen, sie sind sehr weltoffen, wissbegierig, lustig, gastfreundlich usw.
      Ich wurde sofort umarmt, als sie mich kennengelernt haben, bin auf jede Feier eingeladen, nicht nur bei Eltern, sondern auch bei Tanten, Omas, Cousinen etc. und auf diesen Feiern habe ich immer viel Spaß.
      ABER: Eben dieses Familienleben lässt sie, wie ich finde, mehr als häufig vergessen, wo ihre Grenzen meinem Freund und mir gegenüber sind.

      Ein paar (viele) Beispiele:
      1. Mein Freund und ich hatten vor zwei Jahren einen wirklich schlimmen Krach. Ich kann nicht mal mehr sagen, um was es ging, aber es war heftig und wir hatten ein paar Tage Auszeit voneinander genommen. Die Familie von meinem Freund (also seine Eltern und seine zwei Schwestern) haben sofort auf ihn eingeredet, er solle das mit ihnen besprechen und sie geben ihm Rat, sie haben sich SMS-Verläufen zeigen lassen, durchgelesen, screenshotten und auf ihr eigenes Handy leiten lassen und das alle diskutiert...mit ihnen hat er diskutiert, zwischen uns war funkstille...da fühlt man sich als Freundin natürlich auch toll, die, die es eigentlich nichts angeht, plappern mit und die, die sich aussprechen sollen, nicht. Jedenfalls hat der "Familienrat" dann beschlossen, mein Freund könnte sich ja trennen und sie würden voll hinter ihm stehen und ihn trösten und unterstützen. Mein Freund, für den so viel Familiennähe ja normal ist, hat sich da total einwickeln lassen und mir am Telefon gesagt, er braucht noch Zeit, aber er ist zu 90% sicher, dass er sich trennen möchte. Wie ihr schon lesen könnt, sind wir heute noch zusammen. Das liegt daran, dass ein gemeinsamer Freund von der Sache Wind bekommen hat (habe nicht gepetzt, er hat gemerkt, dass ich krank bin, nicht mehr esse, immer weine etc.) und der Kumpel hat meinem Freund dann mal den Kopf gewaschen, dass er Beziehungsinterne Dinge auch bitte mit der Person klären soll, die es betrifft und nicht zu fünft das Familientribunal tagen lässt und über die Fortsetzung der Beziehung abstimmt. Jedenfalls hat mein Freund dann zwei Tage später bei mir angerufen, wir haben uns auf neutralem Boden getroffen, geredet, geweint, gelacht, entschuldigt etc.
      Das ist nochmal gut gegangen, aber noch heute sitzt der Schmerz darüber tief. Ich habe mal meine Kollegin, die eine Tochter in meinem Alter hat, gefragt, ob sie das so auch machen würde. Sie meinte, nein, wenn es keine physische und psychische Gewalt in der Beziehung gibt, würde sie mich machen lassen und selbst wenn ich mich bei ihr ausheule, würde sie nicht zur Trennung raten und das Ganze erst recht nicht mit meinen Geschwistern (und ich habe immerhin vier, mit denen ich mich gut verstehe) am Küchentisch erörtern. Das ginge zu weit.

      2. Als diese Streitgeschichte ausgestanden war, bekam ich eine SMS von seiner Mama, in der ungefähr stand:
      "Wir freuen uns für euch, dass ihr euch vertragen habt und dass ... mit Dir glücklich ist. Bitte verstehe aber, dass wir als Familie eng zusammenhalten und alles miteinander bereden und wenn ich mitbekomme, dass bei euch etwas im Argen ist, mische ich mich natürlich ein und das wird auch in Zukunft so sein."
      Zu Deutsch: Sie würde jederzeit wieder zur Trennung raten, wenn etwas ihrer Meinung nach bei uns nicht in Ordnung ist. Mein Freund tut das ab und sagt, seine Mama meine es nur gut mit ihm. Mich macht es absolut fertig, als ob unsere Beziehung bei seinen Eltern regelmäßig eine TÜV-Plakette bekommt.

      3. Im letzten Jahr habe ich mir bei vielen Gelegenheiten vorgenommen, mich mehr auf das Thema Familie und Zusammenhalt einzulassen und habe daher versucht, mit guter Laune an Treffen heranzugehen, mich von selbst mehr zu integrieren etc. Eine Sache war, dass ich seine beiden Schwestern mit Partner für drei Tage zu uns eingeladen habe, Stadt ansehen, Shoppen, Essen gehen etc.
      Nochmal ein kurzer Einwurf mit Info zu mir: Ich bin ein überaus gastfreundlicher Mensch. Wenn jemand sagt, er bringt seine Isomatte zu uns mit, dann sage ich, dass er das wirklich nicht braucht, richte Betten her, lege liebevoll Handtücher zusammen, lege Gästezahnbürsten bereit, koche viel und gern, plane für die, die möchten, auch gern Ausflüge und Programm, kümmere mich von vorne bis hinten und habe einen Mordsspaß daran. Ich bin in dieser Hinsicht super gern für andere da.
      Jedenfalls kamen seine Schwestern mit Anhang an. Das Wochenende war nett, aber dann bin ich am Tag vor ihrer Abreise krank geworden. Der Plan der Schwestern war, dass wir am nächsten Tag alle zusammen zu den Eltern fahren und da noch einen Tag verbringen. Mir ging es aber dann leider hundeelend. Die Schwestern haben daraufhin vorgeschlagen, ich solle daheim bleiben. Mein Freund wollte aber unbedingt, dass ich ihn begleite, da wir nach unserem Megastreit im Jahr davor sehr eng verbunden sind, haben mühsam eine tolle Beziehung aufgebaut, arbeiten täglich an uns allein und uns zusammen. Er meinte, er möchte mit mir zusammen zu seinen Eltern. Also habe ich gesagt, für ihn würde ich auch mit Dauerbrechreiz nach Brasilien fliegen und wenn er das möchte, komme ich natürlich mit ihm mit (klingt kitschig, ist es vielleicht auch ;-) ).

      Jedenfalls hat mein Freund dann seinen Schwestern, die in der Zeit im Wohnzimmer waren gesagt, wir fahren zusammen. PLÖTZLICH ging es los, die drei haben sich heftig und laut über meinen Kopf hinweg gestritten, seine Schwestern wollten, dass ich daheim bleibe, angeblich, weil ich so krank bin und mich schonen soll. Mein Freund soll allein mit. Ich war so schwach, dass ich mich nicht verteidigen konnte, ich lag nur auf dem Bett und habe mit hohem Fieber gekämpft.
      Da war es wieder, Familienrat, dieses Mal ohne Eltern, aber genauso präsent. Was die Familie sagt, ist Gesetz. Mein Freund war dann kurz nicht im Zimmer und seine Schwester meinte dann knallhart zu mir "Der kriegt sich schon wieder ein. Er ist einfach zu verliebt in Dich, das zwischen euch ist einfach zu viel.", und das mit einem "liebgemeinten Lächeln"
      Mein Freund saß schon kochend bei seinen Schwestern im Auto, als er dann doch plötzlich umgedacht und zu mir gehalten hat. Er ist dann dageblieben, was gut war, denn wie sich herausstellte, hatte ich eine schwere Nierenentzündung und es war 5 Minuten vor Transplantation. Ich bin mit dem Schrecken und einem geschädigten Immunsystem davongekommen. Aber Mesdames wollten, dass ich allein zu Hause bleibe. Das wäre nach hinten losgegangen, ich war in meiner Krankheitszeit nicht mal fähig, vernünftig allein aufs Klo zu gehen, konnte nicht allein essen und trinken und wäre allein in der Wohnung ohne Hilfe zusammengebrochen. Das hat aber offensichtlich noch nicht gereicht, denn ein paar Tage später haben seine Schwestern um eine "Telefonaussprache" gebeten (so haben sie's genannt). Besagte Aussprache bestand aus Vorwürfen, dass mein Freund die Familie vernachlässigt, es gibt nur noch uns beide, überall komme ich mit hin, er taucht zu Hause nie allein auf ("Immer nur sie, sie, sie", "Du redest mit uns gar nicht mehr über intime Dinge", "Wir haben das Gefühl, Du machst jetzt Dein eigenes Ding") etc. etc.
      Das hat mich sehr getroffen und noch heute bin ich über so viel Anfeindung unendlich traurig und sauer. Andererseits: Was erwarten die alle? Diese Aussagen ein paar Zeilen weiter oben sind Zitate. Ist das nicht normal, dass man nicht mehr nur Familie ist, sondern auch Paar? Ich verstehe das bis heute nicht.
      Das Ganze ging ca. drei Wochen, dann war es mir zu bunt und ich habe die beiden darauf angesprochen. Sie sind drei und vier Jahre jünger als ich, daher habe ich das Ganze recht hart und vielleicht ein bisschen sehr oberlehrerhaft gestaltet (die Wut in mir hat nichts anderes zugelassen), habe damals gesagt, wie wir unsere Beziehung führen, geht die beiden nichts an und wenn wir unser Leben gemeinsam führen und auch die Familie gemeinsam besuchen, dann ist das so und wenn ich eine derartige Einmischung nochmal erlebe, dann Gute Nacht in keinem Bett. Das hat gewirkt, denn so hatten sie mich noch nie erlebt und seitdem halten sie sich aus unserem Privatleben heraus.
      Bitte das alles nicht falsch verstehen, ich habe nichts dagegen, wenn man sich mit anderen austauscht, gern auch mal intimer, aber so etwas Erzwungenes geht für mich gar nicht!

      4. Die Eltern von meinem Freund fahren jedes Jahr mit den beiden Schwestern für 10 Tage in den Familienurlaub. Es werden in der Regel alle eingeladen, also schon auch ich. Das ist auch sehr nett, aber der Urlaub findet grundsätzlich in den Pfingstferien statt und da wir in unserem Büro eine klare Urlaubsstruktur haben, ist es für mich immer unmöglich da Urlaub zu nehmen. Ich bin wannanders dran. Jedenfalls ist es jedes Jahr so, dass sie dann erwarten, dass mein Freund allein mitfährt. Ich weiß, es gibt viele, die Urlaub getrennt vom Partner in Ordnung findet, aber ein so langer Urlaub ist bei uns beiden der große Jahresurlaub. Für das restliche Jahr, gibt es immer wieder mal ein paar 3-Tages-Trips (wir haben zwar viel Urlaub für unter Alter, aber bekommen nicht mehr als 1x im Jahr 10 Tage zusammenhängend). Also klar ausgedrückt, seine Familie möchte, dass mein Freund und ich den großen Urlaub mit ihnen verbringen und wenn ich nicht kann, soll mein Freund auf jeden Fall allein mit.
      Naja, seine Schwestern haben ihn beim letzten Mal dann in die Zange genommen, bis er ihnen erzählt hat, dass ich finde, dass der große Jahresurlaub Paarsache ist und man, wenn schon, zusammen mitfahren sollte. Da meinten sie dann, das geht gar nicht, getrennter Urlaub muss in einer Beziehung drin sein, usw. Ich sage nichts gegen deren Meinung, die beiden können das ja mit ihren Freunden so machen. Aber auf uns beide oder besser auf meinen Freund so einzureden, finde ich so gemein und frech. Quintessenz war nämlich, dass er mitgefahren ist und ich unendlich traurig zu Hause war. Für mich waren dann nur noch vier Tage Urlaub auf Balkonien drin in dem Jahr, weil wir zu den anderen Zeiten nie zusammen in Urlaub gehen konnten. Toll.
      Wir haben schon wieder eine Anfrage für 2017 bekommen, 10 Tage Ferienhaus, alle zusammen, wenn ich nicht mit möchte, soll ... doch bitte allein kommen. Vielleicht "kann ich ja doch ein Wochenende ermöglichen und mal vorbeischauen", es ist dann bestimmt irgendwo noch kurzfristig ein Schlafplatz.

      5. Vor kurzem habe ich eine E-Mail von seiner Mutter bekommen, von wegen, dass ich mich so wenig in die Familie integriere, mich nie bei ihnen melde, nie anrufe etc. Ich habe darauf recht neutral geantwortet, dass ich eben kein so ein extremer Familienmensch bin, was nichts damit zu tun hat, dass ich sie nicht mag. Ihre Antwort war nur "ich solle mich damit abfinden, dass alle in der Familie ..... groooße Familienmenschen sind und ich einfach versuchen soll, mich mehr anzupassen und sie alle zu verstehen. Und wer versteht mich? Wer sieht, dass ich wirklich VERSUCHT habe, mich anzupassen? Natürlich niemand.

      So, das waren mal die Ereignisse, die mir richtig auf dem Herzen liegen und über die ich noch nie so richtig mit jemandem gesprochen habe. Bei meinem Freund habe ich es vorsichtig versucht, aber er findet das alles nicht so schlimm bzw. findet auch oft, ich übertreibe und bin paranoid (zumindest sagt er das so).
      Ich finde auch, dass in dieser Familie alles kurz und kleindiskutiert und nichts einfach mal hingenommen wird.

      Letztes Weihnachten sind wir hingefahren, das Jahr davor auch. Ich habe nichts gegen Heiligabend mit den Lieben unterm Baum, möchte aber die Feiertage daheim verbringen, etwas von meinem eigenen Baum haben etc. Mein Freund hat sich gefreut, dass wir bei seiner Familie sind und hat mir im Gegenzug freie Verfügung über die Feiertage gelassen. Ich habe also ein Zugticket für den 1. Feiertag morgens um 10.00 Uhr gekauft, sodass wir um ca. 14.00 Uhr daheim sind und die 1,5 Tage noch so richtig genießen und faulenzen können. Was war? Das hat keinem gepasst, denn dann waren wir soooo kurz da (23., 24. und 25. am Morgen) und ob es für mich nicht möglich ist, die Feiertage daheim ein bisschen später zu genießen, ich verpasse doch nichts. Sie haben so lang Terz gemacht, bis mein Freund mich inständig gebeten hat, einfach nachzugeben, um Geheule und Streit zu vermeiden und die Zugtickets umgebucht waren auf 15.00 Uhr. Nach Hause kamen wir dann im Dunkeln und den Tag über saßen wir da auch nur am Küchentisch, haben uns Vorträge über die Pille der beiden Schwestern angehört und eigentlich nur die Zeit abgesessen, bin der Zug ging und das empfand nicht nur ich so, sondern mein Freund auch und seine Familie kann mir nicht erzählen, dass das jetzt fünf besonders geistreiche und wertvolle Stunden waren. Aber es musste ja sein, denn Familienzusammenhalt und Zeit verbringen und so weiter.
      Dass mich das so richtig gewurmt hat, ist nicht wichtig. Die Bedürfnisse vieler sind wichtiger als die Bedürfnisse des Einzelnen, wie es in Star Trek so schön heißt.
      Letzte Woche hat seine Mama eine Mail geschrieben, sie feiern Silvester bei Freunden in der Umgebung und würden gern bei uns übernachten. Ach und wenn wir schon beim Thema sind, ihnen ist letztes Mal aufgefallen, dass wir keine Kaffeemaschine mehr in der neuen Küche haben (sind Kakaotrinker) und sie möchten daher jetzt schon einmal im Voraus darauf hinweisen, dass sie gern Kaffee hätten. In meinen Augen geht's nicht frecher. Wenn ich dort zu Besuch bin, dann habe ich auch das zu essen und zu trinken, was da ist, da werden auch keine Extrawünsche erfüllt, auch wenn sie zum Beispiel wissen, dass ich als Gemüse keine Karotten mag, sondern ein Rosenkohlfan bin...da muss ich mich auch mit den Karotten abfinden, selbst, wenn ich um Rosenkohl bitte.
      Jedenfalls habe ich das abgesagt, nicht, weil es seine Eltern sind (ich hätte auch meiner besten Freundin an dem WE abgesagt), sondern weil mir das Silvesterwochenende nicht passt. Ich habe im Dezember Urlaubssperre, muss also Freitag bis Abends arbeiten, muss für Silvester daheim noch kochen, möchte gern mit frisch geputzter Wohnung ins neue Jahr starten und auch, wenn wir dieses Jahr nicht bei uns feiern, bringe ich zu Freunden immer ein paar Dinge zu essen mit (sie bitten mich bei jeder Feier darum, weil ich, wenn ich das mal so sagen darf, gut und ausgefallen kochen kann), das muss auch vorbereitet werden.
      Das haben seine Eltern gleich dreimal nicht verstanden, es ist schließlich Wochenende, wir haben doch da keinen Stress, Silvester richtet wer anders aus, da wird es doch wohl kein Problem sein, mit ihnen am Abend vorher Essen zu gehen und am Morgen zusammen zu frühstücken. Es mache ihnen auch nichts aus, wenn es bei uns unordentlich ist oder ich nebenher koche. Das es mir vielleicht etwas ausmachen könnte, scheint egal zu sein, die Seite sehen sie nicht.
      Naja, das ist jetzt geklärt und sie schlafen woanders, anhören darf ich es mir aber trotzdem und zwar mit lieber, elternhafter Stimme, aber leisem Vorwurf.

      Eine Sache noch, dann war's das wirklich erstmal mit den Beispielen:
      Dieses Jahr haben wir Weihnachten das erste Mal zu Hause verbracht, denn wie gesagt, ich habe Urlaubssperre und da die Feiertage etwas ungünstiger fallen, wollte ich nicht so viel durch die Weltgeschichte fahren, sondern einfach daheim gemütlich essen, Bescherung, Spaziergang etc.
      Das war für seine Eltern auch grundsätzlich in Ordnung, aber wie ich die diesjährige Weihnachtskarte gelesen habe, bin ich fast rückwärts aus den Stiefeln gekippt:
      "Das erste Weihnachtsfest ohne Dich....vermissen Dich schrecklich....verstehen aber auch, dass {meine} Eltern auch mal ein gemeinsames Weihnachtsfest fordern (meine Eltern tun so etwas nicht, fordern tun nur seine!!!!!) und dass sie sicher sind, dass es sich nicht nur für sie ganz komisch anfühlen wird, allein Weihnachten zu verbringen, sondern dass es auch für uns merkwürdig sein wird." Ich finde, selbst, wenn sie so denken, sowas schreibt man nicht in eine Karte, die auch der Partner liest, für mich ist da in jeder Zeile ein gewisser Vorwurf mitgekommen.

      Naja, das war jetzt das, was mich im Moment bewegt. Diese "Vorfälle" lösen viel Wut und Traurigkeit in mir aus und oft würde ich am liebsten schreien und in ein Kissen beißen. Ich habe keine Ahnung, wie ich mit dem allen umgehen soll. Die Familie von meinem Freund ist einerseits sehr lieb und nett, andererseits haben sie eben bei vielem wenig Taktgefühl und kennen oft ihre Grenzen nicht. Ich möchte keinesfalls als verwöhntes Gör rüberkommen, dem man nichts recht machen kann! Ich habe aber das Gefühl, ich gebe immer nach, beiße mir lieber einmal mehr auf die Zunge, wenn mir was nicht passt, versuche, über diese enge Familienbindung, die für die alle normal und schön, für mich total befremdlich ist, hinwegzusehen und merke, dass mich das richtig fertig macht. Ich ärgere mich oft richtig in mich hinein und habe den Eindruck, ich werde irre davon. Um nichts in der Welt aber würde ich von seiner Familie erwarten, alles so zu machen, wie es mir gefällt und erst recht nicht würde ich meinen Freund zwingen, sich zwischen mir und seiner Familie zu entscheiden. Deshalb habe ich auch oben nicht geschrieben, mein Problem sei die Familie von meinem Freund, sondern mein Verhältnis zu seiner Familie. Ich wünsche mir Tipps, wie ich mit meiner so oft unterdrückten Wut und Frustration klarkomme, wie ich lernen kann, über viele Dinge hinwegzusehen, etwas lockerer zu werden, vieles nicht gleich zum Anlass zu nutzen, mich innerlich wie ein Hefekloß aufzublasen und wütend zu sein. Wisst ihr, was ich meine? Ich als Mädel "ohne Familie" möchte versuchen, mich in der Welt meines Freundes mit der geballten Portion Familie zurechtzufinden, ohne dabei immer wieder mich nach hinten stellen zu müssen und die Bedürfnisse anderer ständig über meine zu stellen. Das tu ich auf Arbeit schon genug und langsam reicht es.

      Ich würde mich über einen netten Austausch freuen, bitte bitte seht mich nicht als bösen Menschen, jeder ist anders und ich bin eben so.
      Allen, die sich diesen Roman in Überlänge durchgelesen haben, vielen vielen Dank!

      Liebe Grüße
      S. (habe Angst, dass das hier jemand aus meinem Umfeld findet, daher vorerst mal ohne richtigen Namen)

      • Hallo,

        also ich denke, die "Schwiegerfamilie" ist in fast jeder Beziehung ein "Problem" mal mehr mal weniger und bei den einen sind es schwere Probleme, bei den meisten "nur" pille-palle - es ist halt nich die eigene Familie (wobei das ja auch manchmal problematisch ist) ... aber irgendwie muss man sich eben mit der "anderen" Familie engagieren, oder? Dein Mann liebt seine Familie und er liebt dich, insofern müsst ihr alle das halt irgendwie hinbekommen, oder? Mein Mann ist mit seiner Familie auch sehr eng und sie wohnen alle auch sehr nah, das war (und ist) für mich (Einzelkind) auch oft nicht leicht, auch dass alle SEHR eng mit ihrer Mutter sind (meine Mutter ist vor über 20 Jahren gestorben) ... Also ich habe gelernt mit der Zeit (sind nun über 16 Jahre zusammen) entspannter zu werden, ich überlege mir immer erstmal bei einem Vorfall, ob das nun "pille-palle" ist, dann vergesse ich das und denke "whatever" oder ob es etwas grundlegendes/wichtiges usw. ist, dann spreche ich darüber (meist erstmal mit meinem Mann, der tut aber die Sachen idR auch nicht ab) ist oft schwierig mit der Schwiegerfamilie darüber zu reden, da nunja, Schwiegerfamilie halt usw. aber wenn man etwas auf dem Herzen hat, spricht man es an. Ob sich daduch etwas ändert? Eher nicht. Wobei bei dir und den beiden Schwestern hat sich ja anscheinden doch was geändert nach eurer Aussprache, oder? Insofern scheint es ja doch so, dass sich etwas ändern kann! Ich würde auf jeden Fall nochmal mit meinem Mann darüber sprechen, finde es unmöglich, dass er deshalb sagt, du seist paranoid, auch wenn das für ihn schwer ist, weil es seine Familie ist, trotzdem sollte er sich das anhören und mit dir darüber sprechen!! Ich muss sagen, dass ich meinen Mann auch manchmal "vorschicke" so von wegen "sprich du das mal bei deiner Mama an", ist zwar etwas feige, aber ich würde das für ihn auch mit meinem Papa besprechen ... übrigens finde ich es da auch oft schwierig, mein Papa hat wieder geheiratet und zu meiner Stiefmutter habe ich zwar ein gutes Verhältnis, aber es ist halt nicht meine Mutter, auch oft schwierig ... naja, es ist nie leicht! Aber auch da denke ich immer erstmal, ob es jetzt wirklich wichtig ist, sodass ich da vielleicht eine Lawine lostrete oder ordentlich ins WEspennest steche, das muss man dann auch aushalten oder ob ich es nicht einfach schlucken soll ... muss man entscheiden, wie wichtig es ist.

        Alles Gute

        PS. sorry, dein Freund, nicht Mann ...

        • Ja, da hast Du vollkommen Recht, man sollte eigentlich viel mehr miteinander reden, oder eben einfach mal die Zähne zusammenbeißen. Aber das ist im Moment genau mein Problem, es hat sich über die drei Jahre jetzt so viel angestaut, was mir auf den Keks geht, dass ich langsam nicht mehr weiß, wohin eigentlich mit den ganzen Keksen. Ich habe das Gefühl, ich reiße mich immer nur zusammen und mittlerweile bekomme ich bei der kleinsten Kleinigkeit oft schon eine riesige Wut, weil ich dann nicht die Kleinigkeit sehe, sondern den Berg, wo diese Kleinigkeit draufwandert. Ich bin ohnehin sehr emotional und leider auch wie ein Elefant, ich vergesse nie. Ja, das Verhältnis zu seinen Schwestern ist für mich besser, da etwas distanzierter, allerdings nicht weniger schwierig. Wenn ich zu Besuch komme, werde ich begrüßt mit Gekreisch und "aaaaaaaahhhhh, lass Dich drücken, wir haben uns sooooo lang nicht mehr gesehen, mein liebstes Brüderchen und seine Freundin, wir freuen uns so sehr, dass ihr da seid." Naja, nach den ganzen Sprüchen, die da in der Vergangenheit gefallen sind, fällt es mir erstens schwer, in diese Euphorie mit einzustimmen und zweitens kaufe ich das den beiden einfach nicht mehr ab...ein bisschen bin ich sauer auf mich selber, dass ich nicht vergessen kann...damit meine ich nicht, nicht verzeihen, sondern einfach wirklich "nicht vergessen". Ich habe ein schwach ausgeprägtes eidetisches Gedächtnis, ich behalte Namen, Nummern, ich weiß sogar, was ich vor fünf Jahren an dem und dem Tag zu Essen hatte...naja und gerade negative Erfahrungen präge ich mir leider extrem stark ein und mein Gehirn kann dann leider nicht die Klappe halten und erinnert mich ständig daran, was war und wie schlecht es mir in dieser und jeder Situation ging.
          Ich habe leider noch nicht den Weg gefunden, "Whatever" zu sagen und dabei eben kein Magengeschwür zu bekommen! #rofl

          (4) 28.12.16 - 21:45

          Ich habe mich durch deinen langen Text gekämpft.
          Ich kam aus einer "intakten" Familie, mein Mann ebenfalls. Familienzusammenhalt wurde immer groß geschrieben. Zusammen feiern, sich einfach nur so treffen, einander helfen wenn nötig... alles selbstverständlich.

          Aber was du über die Familie deines Freundes schreibst, ist ja der blanke Horror.
          Die kommen mir vor wie Vampire. Dein Freund muss sich dringend ein Stück weit lösen, die Familie hat ihn offensichtlich fest in ihren Krallen.
          Ich halte die Aktionen der Familie für maßlos überzogen und sehr übergriffig, aber DU kannst daran nichts ändern, das muss dein Freund tun.
          Einen hilfreichen Tipp habe ich leider nicht für dich, ich wäre an so einer Schwiegerfamilie "erstickt".
          Du kannst nur froh sein, dass sie relativ weit weg wohnen.

      Ohje. Ohje ohje. Ooooooooohje.
      Ich sehe eine nicht so schlimme Version meiner Geschichte vor mir. Mein Mann ist auch in einer so dermaßen engen Familie aufgewachsen, das hatte mich anfangs so RICHTIG überfordert. (Ironischerweise hab ich genau darüber auch vor kurzem mit seiner Cousine ein Gespräch geführt - die ist so empathisch, dass sie einfach mal fragte, ob mich das nicht geplättet hatte am Anfang. Jupp, war so!) Da waren die Tanten und Onkel so wahnsinnig nah, man hatte die Cousinen und Cousins immer mit dabei, ehrlich, ich kenn sogar die Schwestern von seiner Oma, weil die ständig da sind! Oder auch die Schwiegerfamilie von Tanten und Onkel... Da ist alles eng miteinander verwoben, und man macht auch viel miteinander. Und oft. Nur die Kommunikation ist nicht ganz so offen, da hab ich wohl Glück gehabt. Was man da so alles bei dir liest... Holla die Waldfee. Nach der Weihnachtskarte hätte ich diese zerrissen und hätte erstmal sämtliche Schränke in der Wohnung umgeworfen. ;) Ehrlich, ich wär sauer gewesen! Aber so richtig! Denn ja, das klingt wirklich so. Das Spielchen hatten wir dieses Jahr aber auch - man hat gemerkt, dass seine Eltern sehr traurig waren, weil wir Weihnachten allein verbringen wollten. Auch beim ersten Weihnachten bei meinen Eltern war es so ein "Oh.. ja... natürlich will die andere Familie auch mal..." - allerdings nie ohne so einen bösen Ton zwischendrin. Die feiern nur wirklich jedes Jahr in der großen Familie, wovon wir uns nun abgekapselt haben (auf SEINEN Wunsch hin!).
      Kurz gesagt: es hat ein paar Jahre gedauert (so ca. 3 Jahre), bis ich mich daran gewöhnt hatte und seine Familie so hinnehme. Die sind auch alle sehr lieb, ich hab mich auch sehr daran gewöhnt, dass die Familie so eng miteinander ist und genieße das. Aber am Anfang war das echt schwer!

      Ich sehe als eines der Hauptprobleme: ER hat kein Problem, und da er es nicht anders kennt, versteht er deine Sichtweise nicht. Das finde ich unheimlich schade. Normalerweise kann man bei Partnerschafts-Themen immer die Augen verdrehen und schreiben: "Mensch, rede doch mal Klartext!" Aber MIST! Das geht hier nicht so einfach :( Ich finde es ein ganz schwieriges Thema, wenn du mit ihm offen redest, aber er dich nicht versteht. Ich gehe davon aus, dass du ihm auch klar machst, dass es dich wirklich SEHR verletzt. Da ist es schwer, Ratschläge zu geben. Ich persönlich habe auch gar keinen Tipp für dich.

      Es hat eigentlich nur einen Grund, wieso ich hier überhaupt etwas tippe (abgesehen davon, dass ich deine Gefühle nachvollziehen kann!): ich möchte dich vorwarnen. Du schreibst am Anfang, dass du selbst eine Familie möchtest. Und nach allem, was danach kam, muss ich dir mitteilen, dass das für dich sehr, sehr schlimm werden könnte. Ich hab meine Schwiegerfamilie sehr lieb gewonnen und spätestens bei der Hochzeit war alles Eis gebrochen und wir gehen wirklich sehr offen und herzlich miteinander um. Ich war schwanger und ich war sooo glücklich über die Familie. Bis mein Sohn dann da war. Dann fingen erstmal wirklich schwierige Monate an.
      Ich habe eine liebevolle Schwiegerfamilie - und ich hör mich jetzt garantiert auch an wie ein verwöhntes Rotzgör ;) Aber ich hatte von meiner Familie bereits den Umgang mit Enkeln mitbekommen. Die waren alle eher zurückhaltend, aber dabei sehr liebevoll. In der Schwiegerfamilie wurde mein Sohn bei jeder Familienfeier wie ein Wanderpokal (mein Schwager meinte "wie ein Joint") herumgereicht. Jeder wollte ein Foto von sich mit dem Kleinen, jeder musste ihn mal halten, sogar die Tanten meines Manns wollten die Windeln wechseln! Das fand ich total verstörend. Mich hat das total überfordert, dass bei den Familienfeiern plötzlich jeder um mein Kind geierte, ich es kaum halten durfte und - mein persönlicher SuperGAU - am Schluss sogar meine Schwägerin herkam und meinte "Er will zu mir!" und mir mein Kind einfach aus dem Arm genommen hat. Ich war so verdutzt, ich wusste nicht, was ich sagen soll. Zumal ich da auch noch leicht krank war und mich daher nicht wehren konnte... Es war wirklich, wirklich schlimm. Meine Schwiegermutter ist eine tolle Oma und eine wirklich tolle Frau, die mir oft auch den Rücken gestärkt hat (mich spontan umarmt hat, als ich mit der Oma meines Manns mal einen kurzen Streit hatte, die mich zum Weiterstillen animierte, als ich mal meinte, es wäre schon "zu lang", die ihrer eigenen Mutter (!) mal kontra gegeben hat, als diese das Stillen kritisierte... sie ist wirklich toll!) - ABER: sie ist auch unglaublich anhänglich gewesen. Wir wurden teilweise ignoriert, mein Schwager (er ist toll! :D) meinte mal, er könne neben ihr verbluten, wenn sie nur ihr Enkelkind im Arm hält... ich hab wohl Glück gehabt, dass sie nie bei der Geburt dabei sein wollte.
      Ganz, ganz schlimm war dann, dass alles so selbstverständlich war: da gingen BEFEHLE (!) durch den Raum. Es hieß nicht "Darf ich ihn mal halten?", sondern es war immer ein "Gib ihn mir!"... vollkommen selbstverständlich, dass man ein zwei Monate altes Baby dann gleich weiterreicht. Und ich bin übrigens jemand, dem es wichtig ist, dass das Baby die Familie kennenlernt! Aber das war einfach zu viel. Als der Kleine vier Monate alt war hab ich angefangen, das einzudämmen, weil es mir zu viel war. Da wurde dann auf den Befehlston einfach nicht mehr reagiert. Das war schwer, immerhin hatte man ja nie einen rationalen Grund, wieso man das nicht will. (Schwiegermama meinte auch, wir sollten uns freuen, weil wir dann mal durchatmen könnten... aber das wollten wir nicht. Das wollen wir jetzt, da genießen wir es, dass der Kleine mit anderen spielt, aber mein paar Monate altes Baby wollte ich eben NICHT den ganzen Tag abgeben!)

      Okay, jetzt wird es auch schon sehr, sehr lang. Kurz gesagt: ich mag meine Schwiegerfamilie, und seit der Kleine selbstständig auf andere zugehen kann zum Spielen und auch mal ablehnen kann, wenn er nicht zu jemandem will, ist es wirklich schön. Aber am Anfang... puh. Und meine Schwiegerfamilie empfinde ich als nicht so "krass" wie deine. Stell dir mal vor du hast ein Kind - kannst du dich in meinen Situationen wiederfinden? Es wird doch klar sein, dass das Kind dann ständig belagert wird... vor allem wäre es das, wenn es (wie bei uns) das erste Baby in der Generation ist... das macht die Sache noch schwieriger, weil sich dann alle auf dieses Kind konzentrieren. :/
      Ich hoffe natürlich, dass es niemals so kommen wird bei dir, du scheinst wenigstens die nötigen "Eier" ( ;) ) schon zu haben, dich dagegen zu wehren, ich musste sie erst entwickeln. Aber dennoch wird es sehr anstrengend werden, sich da zu "wehren". Und ich könnte mir vorstellen, dass gerade die Eltern deines Freunds sehr oft vorbeikommen wollen... oft liest man hier im Forum auch, dass manche Eltern/Schwiegereltern sich kurz vor der Geburt wochenlang einnisten wollen. Das ist richtig gruselig. :x (Meine Schwiegermutter hatte zufällig bei meinem Sohn kurz nach der Geburt Urlaub. Beim zweiten Kind nun hat sie ihren Urlaub nach ET geplant... Wobei das nicht so schlimm ist, ich empfinde sie als große Hilfe. Inzwischen. :x )

      Ich wünsch dir alles, alles Gute und hoffe, dass du irgendwie eine Lösung findest. Ich hoffe dir macht mein Beitrag auch keine Angst - es ist eben nur so, dass ich so stark daran denken musste und nicht will, dass du auch in dieses "Loch" fällst, wenn es mal an Kinder geht...

      • Vielen lieben Dank für die ganzen Antworten. Ja, finnicella, Du hast Recht, ich habe enormen Respekt vor der Situation, eben, weil ich weiß, wie schwer es mit so einer anhänglichen Familie sein kann.
        Was das Kinderkriegen angeht, wird es sogar nochmal ein bisschen schwieriger:
        Seine Eltern erzählen immer, dass ihre eigenen Eltern bei der Hochzeit gesagt haben "Lasst uns nicht zu spät Großeltern werden" und wie sehr die beiden das gestört hat. Bei uns fällt ständig der Satz "Bekommt bloß noch keine Kinder, ihr seid noch nicht bereit dafür" und das bei jeder Gelegenheit.
        Heiraten sollen wir auch möglichst noch lange nicht und auch bitteschön nicht drüber nachdenken.
        Was die alle nicht wissen: Ich habe einen enormen Kinderwunsch und das schon seit fast 2,5 Jahren, alle meine Freundinnen und Kollegen haben in dieser Zeit wunderschöne Babies bekommen und ich freue mich mit jeder einzelnen, spiele mit den Kindern, mache Geschenke, etc. aber bei uns will es einfach nicht klappen. Jeden Monat kommt die Blutung und es zerreißt mir jedes Mal das Herz...und sobald wir mit seiner Familie zusammen sind, wird das Thema Bekommt-bloß-keine-Kinder wieder angesprochen und ich muss es mir anhören und die Ar***backen zusammenkneifen, denn wenn die von dem Kinderwunsch wüssten, dann würden wir am laufenden Band diese ach so gut gemeinten Anrufen und SMS bekommen, mit denen sie uns das ausreden möchten. Das macht meinen Freund natürlich auch extrem unsicher und immer wieder kommt dann natürlich der Spruch, er wisse nicht, ob er wirklich bereit dafür ist....
        Ich bin mir leider auch sehr sicher, dass das so ablaufen würde, wir hatten einen ähnlich gelagerten Fall, wo mein Freund nach seinem Bachelor keinen Master machen wollte, weil das nur in einer anderen Stadt möglich gewesen wäre und wir keine Lust auf Fernbeziehung hatten. Er hat sich dann einen Job gesucht. Aber es kamen laaaange Mails von Mutti, dass er sich das nochmal überlegen soll, er wirft wegen mir so viele Möglichkeiten weg und wir haben eh noch keine Beziehungserfahrung, man muss auch mal eine gewisse Zeit in einer Fernbeziehung leben blablabla...ist ja schön, dass die beiden diese Erfahrung gemacht haben (bis diesen Monat jahrelang eine Wochenendehe), aber ich weiß leider auch, wie wenig das den beiden gefallen hat...und es dann uns reinwürgen zu wollen finde ich sehr gemein.
        Ach, ich habe das Gefühl, es hat sich so viel angestaut, ich möchte diese innere Wut wirklich dringend loswerden.
        Aber um auf das Thema Kinder zurückzukommen:
        Das wird noch was geben (wenn es überhaupt mal dazu kommt, denn es tut sich ja seit 2,5 Jahren nix), aber was mein Hab und Gut angeht, bin ich oft recht platzhirschmäßig (habe ja Geschwister, da wurden immer Spielzeugkämpfe ausgetragen), ich verteidige die Dinge und Menschen, die mir lieb sind, immer sehr. Ich hoffe, ich werde es schaffen, das bei einem Kind ebenso umzusetzen, ohne, dass es das Kind direkt tangiert.

        • Oooohje. Ich bin mir nicht sicher, ob das besser oder schlechter ist als meine geschilderte Situation... Denn auch dieses permanente Ausreden von Kindern find ich schrecklich. (Mein Schwager - nicht der coole ;) - hat da auch Sprüche abgelassen, von wegen "schlechtester Zeitpunkt" und "sind ja noch gar nicht reif für Kinder" und sonstwas. Da bin ich auch schon an die Decke gegangen.)
          Das mit dem Master find ich wirklich schrecklich - wenn dein Freund das nicht wollte, hat die Familie das zu akzeptieren... Man kann schon mal sagen, dass er noch Möglichkeiten hätte, aber wenn IHM der Master wichtig wäre, könnte er das auch jetzt noch machen. Aber er wollte das ja nicht. Komisch, dass da keine Empathie kam, besonders wenn die Eltern das selbst kennen.

          Das mit deinem unerfüllten Kinderwunsch tut mir sehr leid. Ich kenne diesen Wunsch sehr, sehr gut, bloß kam bei uns mein (früherer) Job dazwischen, was mich auch richtig fertig gemacht hat. :( Wenn dann auch noch blöde Kommentare kommen, ist es umso schlimmer. Ich wünsche euch, dass es bald klappt, auch wenn es mit Schwierigkeiten verbunden sein wird. Und dann wünsch ich euch, dass es nicht allzu schlimm wird. Du klingst jedenfalls sehr selbstbewusst, da sollte das alles klappen :) Bei deinem Freund mach ich mir da fast mehr Sorgen...

          Zu der inneren Wut: machst du Sport? Ich hab (vor den Schwangerschaften...) aktiv Volleyball gespielt, da hat es auch mal sehr gut getan, beim Aufschlag ein bisschen härter zuzuhauen, um ein bisschen Wut rauszulassen. Und sich auspowern hat bei mir da auch immer geholfen. Vielleicht wär das was für dich? Sport ist aber natürlich nicht was für jeden, ich hab auch ewig gebraucht um den "richtigen" Sport zu finden. :x Im Zweifel tut's ein Kissen auch mal. ;)

          Wenn deine Schwiegermutter mit dem ninderwunsxh einverstanden wäre bekämst du warscheiblich 1000 "gute " und vorallem nervige Ratschläge. Das wäre sicherlich noch verletzender.

          (10) 28.12.16 - 23:02

          Schon mal dran gedacht, dass der unerfüllte Kinderwunsch dem Psychoterror dieser Sippschaft geschuldet ist und Dein Körper Dir damit deutlich zeigt, was Du kopfmäßig auch endlich wahrhaben solltest?

    Hallo!

    Die Familie Deines Freundes ist keine "normale" Famil.ie mit lievevollem Zusammenhalt, sondern wesentlich enger, richtige Gefühlsvampire mit viel zu viel Einmischung in das Leben ihrer erwachsenen Kinder und extrem viel emotionaler Erpressung.

    Nein, ich bespreche keinen Ehekrach mit meiner Familie, das geht sie nichts an. Wenn ich mich entscheiden sollte, mich zu trennen, sind sie für mich da - klar, Aber sie würden sich niemals heraus nehmen, mir da irgendwas zu raten. Als meine Mutter sich erlaubt hatte mir zu sagen, ich sollte doch mit dem Heiraten noch ein wenig warten, gab es einige Monate Kontaktsperre von meiner Seite, um mal zu verdeutlichen, wie daneben das war.

    Als Du so krank warst war klar, dass Du nicht mitfahren konntest, aber da wäre auch für meinen Partner klar gewesen, dass er mich in so einer Situation nicht alleine lassen kann. Ist Dein Freund denn so ein Würstchen, dass er da ewig braucht, bis ihm der GEdanke kommt? Du hattest hohes Fieber, da ist doch klar, dass Du nicht alleine bleiben kannst. Die Idee mitzufahren war aber auch mal echt dämlich, mit Verlaub.

    Klar muss man nicht Besuch an Silvester empfangen, die Eltern können sich auch ein Hotel nehmen. Wenn ihr viel Lust habt, könnt ihr dann einmal mit ihnen Essen gehen, aber ihr braucht nicht deren Unterhaltungsprogramm bestreiten. Die haben sich selbst eingeladen, ihr habt nein gesagt, da jetzt einen auf Beleidigt machen geht gar nicht.

    Und ich hätte auch keine Lust, jedes Weihnachten komplett verplant zu werden. Es gibt ein Familienessen - nach Weihnachten - und das wars.

    Und selbstverständlich verbringe ich den Urlaub alleine zu zweit mit meinem mann, in 13 Jahren ehe waren wir genau einmal ein langes Wochenende mit meiner Mutter und meinem Bruder in Urlaub, das reicht ja wohl auch.

    Seine Familie ist total übergriffig, und er hat sich noch nicht abgenabelt, er ist ein Muttersöhnchen und total unselbständig. Er hat keine eigene Meinung sondern übernimmt die MEinung seiner Familie. Wenn Du damit leben kannst, dass er ein Würstchen ist, ok - aber lass Dir bitte nicht einreden, DIESE HORRORFAMILIE wäre in irgendeiner Form normal. Die sind krank, und zwar alle. Lass Dir da nichts bieten. Bitte.

    Alter Falter.......sowas habe ich seit den Waltons im TV nicht mehr gehört (und ich habe nur 2/3 gelesen).

    Ich verstehe überhaupt nicht,,warum du ellenlang erklärst, was du für eine Kindheit und Familie hattest, ob du gastfreundlich bist oder nicht. Das klingt so, als würdest du dir Gedanken machen und dich rechtfertigen müssen, dass du mit dem Familienclan Probleme hast.

    Ich kann dir nur sagen: L A U F und zwar möglichst schnell und weit weg!!!!!!!!!!

    Du willst Kinder????? Aber doch wohl nicht mit dem Mamasöhnchen. Da kannst du froh sein, wenn später nicht jeder Pups über eine Telefonkonferenz mit dem Clan ausdiskutiert wird. Und wenn es mit euch den Bach runter geht, bist du die Böse und sie werden alles tun, dass ihr Söhnchen und Brüderchen dir Schwierigkeiten macht, wenn ihr erst ein Kind habt. Oder glaubst du, das werden sie ohne Murren aus ihren Klauen geben?

    • Naja, erklärt habe ich tatsächlich nur deswegen, damit es nicht so "bitchig" klingt. Ich habe mir den eigentlich Text über mein Problem nochmal isoliert durchgelesen und dachte mir "puuuh, so ganz ohne Background zu meiner Person könnte das unter Umständen falsch rüberkommen". #rofl

      Du hast Recht, mein Freund ist in vieler Hinsicht noch ein ziemliches Muttersöhnchen und seiner Leute verhalten sich wie eine Helikopterfamilie.
      Nichtsdestotrotz (das habe ich bisher nicht erwähnt) hat mein Freund sich extrem entwickelt, vom großen Sohn, hochjugendlich (erwachsen war er vor drei Jahren echt noch nicht!), der bei Mama und Papa wohnt und alles bespricht, bis zu heute, da gehen wir beide arbeiten, haben eine gemeinsame Wohnung, er zahlt überall mit, macht den Haushalt (tipptopp, da können andere Männer niederknien), kauft ein, holt mich vom Büro ab (30 Minuten Umweg, weil er weiß, ich mags gern), sieht sich mit mir Filme an, die ich mag und er nicht so, bringt mir meine Lieblingsschoki als Überraschung, hört sich mein fachliches Geschwall aus dem Büro an...ich könnte noch viel mehr aufzählen. Ich habe mir schon einmal gedacht "Es reicht, Du solltest echt gehen und Mami und Papi ihren Kronprinz überlassen!", aber die Tatsache, dass er abseits von seiner Familie so ein lieber und aufmerksamer Mensch ist, macht es mir wirklich schwer. Ich lieb ihn sehr doll und wie gesagt, er hat sich stark verändert und damit viele große Schritte auf mich zugemacht. Das gibt mir jeden Tag neue Hoffnung und macht mich sehr glücklich. Daher ja der Hilferuf, wie ich es schaffe, gleichzeitig lockerer zu werden und wenn es sein muss auch mal richtig auf den Tisch zu hauen. Das hätte ich von Anfang an machen sollen, aber ich habe echt zu viel geschluckt.

      • (15) 28.12.16 - 23:00

        Einerseits klingt das, was Dein Freund für Dich tut, ganz süß ... und andererseits auch nach zu viel des Guten ...

        ... erst verbiegt er sich für seine Familie, jetzt für Dich ... hat er auch ein eigenes Standing?

        • Ja, das stimmt, er tut viel für mich, vielleicht hätte ich dazu sagen sollen, dass es natürlich ein Geben und Nehmen ist. Ich hole ihn auch oft von der Arbeit, bringe ihm häufig einfach mal so Bücher mit, weil er gern liest, etc. Was das angeht, ist es bei uns ausgeglichen und da bin ich sehr froh.

      Ich hoffe du fasst es nicht falsch auf:

      Aber ich finde, du bist sehr erwachsen im Gegensatz zu deinem Freund.

      Und: Du verhältst dich ein klein we in wie seine Mutti. Es ist nicht an dir auf den Tisch zu hauen, wie du in deinem letzten Satz ankündigst. Wenn die Sippe dich direkt und persönlich beleidigt, ist das deine Sache. Aber alles andere und klar Stellung zu beziehen, ist Sache deines Freundes. ER muss lernen sich abzugrenzen. Ich habe mir deinen Text jetzt ganz durchgelesen und man hat tatsächlich den Eindruck, du seist die Ursache allen Übels und er steht nur dumm daneben und weiß nicht so recht, wohin mit sich.

      Und seine Aussage, es sei alles nicht so schlimm und du eigentlich paranoid, tut ein Übriges. Ich würde drauf wetten, wenn es hart auf hart kommt, dann entscheidet er sich für die Familie (mit deren tatkräftiger Unterstützung und Bearbeitung). Noch seit ihr erst recht kurze Zeit ein Paar, aber warte mal ab bis der rosarote Honeymoon auch bei euch nachlässt und ihr euch mal öfter annervt, wegen der Kinder streitet, du mies drauf bist usw.usw.

      Und hast du er ein Kind, kannst du ihnen gar nicht mehr aus dem Weg gehen. Sie werden den Umgang mit dem Kind schon einfordern und dein Freund hat eine tolle Ausrede, ohne dich zu fahren, wenn es dir gerade nicht passt, weil du vielleicht wieder arbeitest. "Gell Schatz, es sind doch die Großeltern und Tanten, das musst du doch verstehen.. Wäre doch blöd, wenn sie unser Kind nicht sehen können, nur weil du nicht mitkannst......!" Das geht dann an Weihnachten, Geburtstagen, Ostern und dem gemeinsamen Urlaub so. Wetten...?!

      Was mir beinah Angst macht, ist die Art von Ihnen, wenn es nicht nach ihrer Facon läuft. Dann werden sie schon ganz schön giftig und bisher bist du nur das alleinige Opfer. Nichtmal bei deiner schweren Erkrankung haben sie mal an dich gedacht und waren froh, dass es so gelaufen ist und dein Freund dablieb und schlimmeres verhindert werden konnte.

      Mit denen wirst du niemals im Leben Ruhe haben.

      Und dein Freund klingt ja ganz süß und nett. Aber meins wäre das nicht. Ich könnte mit jemandem, der einen ständig auf Händen trägt, nichts anfangen auf Dauer. Man muss doch auch mal jemanden haben, der einem Halt und Stütze ist, an dem man sich reiben kann und mit dem man sich auch mal streiten kann und der ganz klar im Leben positioniert ist. Deiner wäre mir da zu weichgespült. Ist nicht seine Schuld, er würde ja so erzogen (irgendwie wie ein treuer Familienhund, der brav gehorcht, wenn die Sippe ruft)

(18) 28.12.16 - 22:52

Hallo.

Du klingst so intelligent und reflektiert ... und rennst gleichzeitig sehenden Auges in Dein Unglück ...

... eine distanzlose, übergriffige und in dieser Form völlig dysfunktionale und kranke Familie, deren Fundament emotionale Erpressung ist UND ein rückgratloses Muttersöhnchen ... was brauchst Du mehr, um ganz weit weg zu rennen ...

... und Kinder in dieser Familie und mit dem Mann werden Dich innerhalb kürzester Zeit in die Klappse bringen.

Alles Gute ... auf dass Du Dir mit 25 nicht schon den Rest Deines Lebens versaust.

LG

P.S. Man mag echt nicht glauben, dass es diese Horror-Familie wirklich gibt.

  • Den ersten Halbsatz fasse ich als Kompliment auf und sage Dankeschön! :-)
    Aber ja, die Situation ist verfahren, daher ja mein Hilfegesuch...wo die Liebe hinfällt, wie man so schön sagt.

    Auch an dieser Stelle nochmal vielen lieben Dank an alle, die mir so ausführlich antworten. Zu lesen, dass man nicht allein ist und sich das einfach mal von der Seele zu schreiben und jemandem zu erzählen, der einen nicht kennt, tut richtig gut!
    Seht ihr mal, der Begriff Gefühlsvampiere kam mir noch nie in den Sinn, aber es stimmt schon...so ist es oft...aber eben nicht immer...sie können halt auch anders (das macht mir das Sauersein natürlich oft sehr schwer). Und wie gesagt, für meinen Freund bin ich in unserer Welt seine Prinzessin und das jeden Tag ein bisschen mehr...ich werde mich zu Neujahr nochmal mit ihm zusammensetzen und nochmal in Ruhe über alles reden, meistens werden solche Dinge ja nur im Streit besprochen und da wird viel verletzt oder es geht das Wichtige unter. Aber ich merke allein daran, wie ich mich mit euch darüber unterhalten kann, dass ich mit meiner Meinung nicht allein dastehe, vielleicht gibt mir das genug Kraft, dass ich das nächste Mal konsequent meinen Standpunkt vertrete und wenn ich dann gerade dabei bin, die anderen gleich auch noch.

    Ich habe eigentlich immer die liebe Schwiegertochter sein wollen, die gemocht wird...aber vielleicht sollte ich doch einfach mal "meinen Mann stehen" und sie, so weit wie's mir zusteht, in ihre Schranken weisen.

    • (20) 28.12.16 - 23:15

      >>> Und wie gesagt, für meinen Freund bin ich in unserer Welt seine Prinzessin und das jeden Tag ein bisschen mehr... <<<

      Dazu habe ich ja schon an anderer Stelle geschrieben ... aufgrund seiner Herkunftsfamilie und der Prägung durch diese finde ich das eher gruselig ... und wie schnell diese Affenliebe ins Gegenteil umschlagen kann, müsstest Du ja in dieser Familie auch schon erleben ... und dann wird es offensichtlich richtig fies.

      Ich fürchte, dass Du ganz viel wertvolle Lebenszeit verschwendest ... aber zum einem bist Du zum Glück erst 25 und zum anderen musst Du Deine Fehler natürlich selbst machen.

      Ich fürchte nur, dass Du Dich in etwas verrennst und vielleicht auch aufgrund Deiner eigenen Geschichte Deinen Freund idealisierst und jetzt nicht mit dem Plan "Eigene Familie" scheitern willst, wie es Deine Mutter getan hat.

Hallo,

mag die Situation noch so schwierig und belastend für Dich sein (sieht man ja an dem "Roman"), Dein Ansprechpartner ist Dein Partner!

Wenn die Familie so frei miteinander ist, dann ist das so. Darauf kannst Du keinen Einfluss nehmen, das ist ja das "Schlimme".

Dein Partner allerdings kann das. Er ist als einziger in der Lage Dich in so eine Diskussion mit einzubinden. Dafür ist allein er verantwortlich.

Wenn es sich um meinen Sohn und seine Freundin handeln würde, (und ich wäre so überaus neugierig und OBERgluckig #augen) könnte nur mein Sohn mir sagen: Du beziehst meine Freundin bitte in diese Diskussionen mit ein!

Das würde ich als Mutter respektieren und dem entsprechend handeln.

Wenn da die Freundin käme ... beim einen Ohr rein, beim andern raus (so liest es sich aus Deinem Text jedenfalls).

Wenn diese Beziehung eine Zukunft haben soll, MUSS Dein Partner ganz klar Stellung beziehen - streiten ja, alles mit der Familie durchkauen meinetwegen, OHNE Dich NIEMALS!

Alles andere wird eure Beziehung nur belasten und letztlich wirst Du nicht glücklich werden.

Ich wünsch Dir das beste.

jg

Du wirst diese Familie nicht ändern, die sind so.
Schlüssefigur ist meiner Meinung nach Dein Freund, der sich abgrenzen könnte, wenn er denn wollte. Habt Ihr darüber schon einmal geredet?
Und Du solltest Dich selbst abgrenzen, wie Du es für das Silvesterwochenende getan hast.
Anders werdet Ihr der Lage nicht Herr, fürchte ich.
Ich schätze Familie, aber das ist für mich wirklich auch sehr krass.

  • (23) 29.12.16 - 11:51

    Genauso sehe ich das auch.
    Dein Freund muss sich abgrenzen.

    Du hast ja noch Glück dass die Familie so weit weg ist.

    Ob er eure Beziehungsprobleme mit seiner Familie bespricht oder nicht ist seine Entscheidung, aber er sollte in der Lage sein seine eigene Entscheidung zu treffen. Und wenn die Familie 10 Tage Urlaub macht, dann kommt ihr beide (oder ggf nur er) eben ein WE zu Besuch, der Resturlaub wird für euren Paarurlaub aufgespart.
    Wenn besprochen ist, dass ihr um 10 Uhr fahrt, dann fahrt ihr um 10.

    Das die Familie fordert wird sich nicht ändern, da muss man Kompromisse finden. Und da muss die Familie auch mal Kompromisse eingehen (oder halt einfach vor vollendete Tatsachen gesetzt werden), in dem Sinne muss dein Freund sich ein stückweit da "für Dich" entscheiden. Und die Kritik und Vorwürfe dann auch aushalten.

Wow, ganz schön heftig.

Wie wäre es, wenn du, dein Freund und seine Schwestern eine eigene WhatsApp-Gruppe gründen würdet und alles, was euch vier betrifft, dort gemeinsam diskutiert wird?

Ich habe zu meinen Eltern auch ein sehr enges Verhältnis. Aber das Verhalten deiner angehenden Schwiegereltern empfinde ich ebenfalls als sehr aufdringlich und herrisch.

Lass dich auch von den Schwestern nicht unterbuttern und als kleines Mäuschen abstempeln.

Finde es super, dass du denen die Meinung gesagt hast.

Alles andere wäre für dich nur von Nachteil

LG

(wir sind drei Geschwister. Wir zwei Schwestern haben einen jüngeren Bruder. Seine Frau macht uns zuliebe viel mit. Sagt aber auch wenns zu viel wird. Und allein schon ihm zuliebe, müssen wir deren Entscheidungen akzeptieren und respektieren)

Ich weiss leider nicht was man Dir raten soll, wenn Dein Freund so eine unselbstständige Flasche ist.

Man kann zu seiner Familie auch eine innige Bindung haben ohne dass man als Partner/in das Gefühl hat, dass Kameras und Mikros in den Wänden eingebaut sind, mit denen jeder Pups überwacht wird.

Eine Veränderung sollte also zuerst mal bei Deinem Freund stattfinden, der selbstständiger werden muss. Eine nette Familie ist sicher toll.... aber er soll doch bitte mal aufhören an der Titte von Mutti zu saugen.

Ansonsten hat das bei Euch Beiden keine Zukunft.

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