Kurz vor der Trennung oder verändert man sich so sehr mit den Jahren, dass es nicht mehr geht?

    • (1) 30.12.16 - 19:49
      kurzvor12

      Mein Mann und ich werden uns trennen. Wir sind seit 13,5 Jahre zusammen und 11,5 Jahre verheiratet.

      Wir haben eine 13-jährige Tochter, die mit mir ausziehen wird.
      Mein Mann wirft mir vor, dass ich mich verändert habe. Habe ich wohl auch, streite ich nicht ab, ist in meinen Augen normal in all den Jahren.
      Er hat sich auch verändert. So wie er jetzt ist, würde ich niemals eine Beziehung mit ihm eingehen. Er sagt, das sei eine Reaktion auf meine Veränderung.
      Ich frage mich, wie andere das machen, die 20, 30 Jahre zusammen sind.

      • Du hast Dich weiterentwickelt. Er auch. Leider (für Eure Ehe) habt Ihr Euch nicht in die gleiche Richtung entwickelt, sondern habt Euch da irgendwann aus den Augen verloren. Und irgendann ist man eben so weit voneinander entfernt, dass es nicht mehr zurück geht.

        Wie andere Paare das machen, deren Beziehungen länger dauern? Die Eltern einer Freundin haben das mal so ausgedrückt: "Seitdem wir ein Paar sind, haben wir uns an der Hand gehalten und in die gleiche Richtung gegangen!"

        Das man sich im Lauf der Jahre verändert ist normal und auch gut. Man entwickelt sich eben weiter und bleibt nicht immer auf der Stufe eines Teenagers.

        Wie es andere Paare machen? Ich nehme mir immer meine Schwiegereltern als Vorbild...40 Jahre verheiratet und immer noch glücklich. Sie geben sich die Freiheiten die sie brauchen und haben trotzdem noch die gleichen Träume und Wünsche für die Zukunft. Sie haben sich in die gleiche Richtung entwickelt und nie die Bedürfnisse von sich selbst und des anderen aus den Augen verloren.

        Hallo,

        mein Mann und ich sind seit fast zwanzig Jahren zusammen. Wir hatten Höhen und Tiefen und es gab auch Momente wo wir beide gedacht haben das packen wir nicht. Wir hätten davon laufen können und und die Scheidung einreichen können. Das haben wir nicht. Anstatt dessen haben wir die Popsbacken zusammen gekniffen, uns gegenseitig auch die unschönen aber wahren Dinge gesagt und überlegt was wir verbessern können damit wir glücklich sind.

        Das Leben besteht aus Veränderungen, wir verändern uns, unsere Umwelt und es wäre auch traurig wenn es nicht so wäre.
        Zudem haben wir beide noch den Spruch der Standesbeamtin im Ohr die das Aufgebot geschrieben hat. Die gute Frau meinte damals "Eine Scheidung ist bei weitem teurer als eine Hochzeit. Also überlegen sie sehr genau ob sie das wirklich wollen."
        Aber wir haben uns damals als wir uns kennen gelernt haben geschworen dass wir gemeinsam alt werden und zwar das bis der Tod uns scheidet. Kurz nachdem wir uns kennengelernt haben hatten meine Großeltern goldene Hochzeit. Ihre Ehe war nicht einfach aber sie haben sich an dem Tag noch liebevoll in die Augen geschaut. Und genau das ist es. Mir kommt es manchmal so vor als dass es einfacher ist sich zu trennen als die Probleme am Schopfe zu packen und das gemeinsam durchzustehen.

        VG Geli

        • (5) 30.12.16 - 23:43

          Um etwas gemeinsam durchzustehen, braucht es eines Gegenübers, welches das auch möchte... Du wirkst ein bisschen selbstzufrieden und gönnerhaft auf mich.

          • Ich bin und wirke nicht so. Jedoch ist für uns als Paar ganz klar gewesen dass wir zusammen den weg gehen und alles dafür tun werden die Ehe aufrecht zu erhalten. Aber das muss jede Partnerschaft selbst entscheiden. Bevor ich das Geld für scheidungsanwälte ausgebe würde ich mit meinem Partner schauen warum die Situation so ist wie sie ist und ob ich mir nicht Hilfe holen würde. Haben wir selbst gemacht - eine gemeinschaftliche Sitzung und danach eine Familienaufstellung. Wir haben gedankenanstöse bekommen-konnten neutral reden ohne dass man sich sorgen machen muss dasscder partner mal wieder was in den falschen hals bekommt. Und ja danach haben wir uns nochmal verändert,haben Dinge im familienalltag verändert. Oftmals sind es Kleinigkeiten die das Fass sprichwörtlich zum überlaufen bringen.
            Das ganze kostet bei sozialen Vereinen nichts.

      (7) 30.12.16 - 22:10

      Es lohnt sich nicht zu kämpfen, die Gefühle sind erkaltet. Wir sind maximal freundschaftlich verbunden.

      • Wenn du dir so sicher bist ist ja alles fein.
        Eine langjährige Ehe würde ich ohne Paarberatung/Ehetherapie nicht aufgeben.
        Emotionale Durststrecken gibt es in jeder Ehe.
        Ein Zuckerschlecken ist eine Ehe oftmals auch nicht.
        Aber kämpfen lohnt sich in jedem Fall.Es trennt sich einfach leichter und reueloser, wenn man zuvor Alles versucht hat.Gefühle sind unbeständig.
        Auch Ursachenforschung halte ich für wichtig.Sonst steht man eventuell in einigen Jahren mit dem neuen Mann ,wieder an der selben Stelle.
        Gestern gab es im TV den Film " An deiner Seite".
        Da wurde sehr realistisch dargestellt, wie beide sich im Laufe der Jahre ( es waren auch ca.12/13 Jahre )verändern und sich aus den Augen verlieren.Ich fand den Film bemerkenswert realistisch.

        L.G.

    Bei uns ist es ein Glücksfall, dass wir nach bald 40 Jahren noch immer Liebe und Wertschätzung füreinander empfinden. Es paßt vieles bei uns sehr gut.

    Natürlich gab es auch Konflikte. Die haben wir mit gegenseitigem Respekt ausgetragen.

    Ich war 35 Jahre verheiratet - und ja, ich habe mich in der Zeit verändert und mein Mann auch. Alles andere wäre auch nicht normal in dieser langen Zeit. Wir haben uns gefetzt, gestritten, mal geschwiegen - und dann doch immer wieder geredet. Nie wurde einer respektlos und betitelte den anderen mit Schimpfwörtern, auch in der größten Hitzigkeit nicht. Und ich glaube, das war es - der Respekt voreinander war immer vorhanden - und die Liebe natürlich auch mit unerschütterlichem Vertrauen - gegenseitig. Und wir waren uns gegenseitig immer sehr wichtig.
    Mein Mann lebt leider nicht mehr und ich werde nie mehr zu einem Menschen ein solches Vertrauen aufbauen können, das weiß ich.
    Ich finde es immer traurig, wenn ein Paar aufgibt; wirklich nur weil man sich verändert hat?
    LG Moni

    Hallo,

    ich find es ehrlich gesagt schade, daß heutzutage viele Paare an dem Punkt, an dem ihr euch momentan befindet, sich trennen.

    Es ist völlig normal, daß man sich im Laufe der Jahre verändert. Man geht als "unbeschwerter" Single in eine Beziehung, gründet eine Familie - ist doch klar, daß sich da manche Karten neu mischen und es ist auch gut so.

    Ihr solltet euch beide überlegen, ob euch diese gemeinsame Zeit nicht mehr wert ist, als diese "kampflos" aufzugeben? Denn so wie man sich einerseits im Laufe der Jahre verändert, kann man andererseits auch an manchem Verhalten arbeiten.

    Ich kann mich (nach mittlerweile 24 Ehejahren) schon in dich hineinversetzen - es gibt wohl wenige langjährige Paare, die nicht mal an diesen Punkt kommen. Wir hatten ähnliche Zeiten, wie du es schilderst - ja ich war kurz davor, zu gehen. Das war damals nicht nur so eine kurze Phase, das hatte sich richtig eingeschlichen und über Jahre verfestigt. Irgendwann war uns dann beiden klar: So kann es nicht weitergehen ! Wir haben daran gearbeitet - es war nicht einfach und es dauerte ca. ein Jahr bis wir da wirklich unser "Fundament wieder gefestigt" hatten. Ich gebe zu, es war absolut kein leichter Weg, doch heute bin ich stolz, dankbar und heilfroh ihn gegangen zu sein!
    LG

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