"Realitätsabgleich" Verlange ich zu viel?

    • (1) 04.01.17 - 14:02

      Hey,

      ich bin neu hier und über eine Suche auf die Seite gekommen. Offenbar hatte eine Userin ei ähnliches Problem. Als ich nachlas, entpuppte sich die Sachlage allerdings als eine andere.

      Ich bin seit ca 9 Monaten in einer Beziehung. Ich hatte vorher eine 7 Jahre dauernde Beziehung inklusive 1,5 Jahren Ehe, die vor 1,5 Jahren auseinander brach.

      Mein Freund jetzt ist ein Schatz! Ich hätte nie gedacht, dass mich nochmal ein Mann nicht nur so akzeptieren, sondern auch so auf Händen tragen würde wie er. Er tut alles für mich. Wir sind beide etwas besondere Menschen und können mit den Besonderheiten des anderen ziemlich gut umgehen, finden sie sogar teilweise auch toll.
      Gott, er trägt mich auf Händen, beschenkt mich und macht und tut... ABER:

      Er kümmert sich NULL um sich selbst. Er hatte noch keine Beziehung, die über ein Jahr ging (ich 27 er 31). Seit mehr als 6 Monaten weise ivh ihn darauf hin... rede mit ihm darüber... fordere ihn auf... spreche ernsthaft mit ihm...
      Zuerst waren es seine Füße, die was komisches hatten (Es hat 5 Monate gedauert, und viele Tränen gekostet, bis er mal zum Arzt ging...). Seit einem Jahr ist seine Wohnung eine kleine Baustelle bzw sein Flur. Der wurde nur gestrichen und tapeziert, weil seine Mum, seine Schwester und ich es gemacht haben. Ihn stört es nicht, wenn es da so scheiße aussieht.

      Er ist top in seinem Job, lässt sich nichts zu Schulden kommen, kommt mit allen gut aus, nur sich selbst lässt er so schleifen.

      So und langsam denke ich:
      Ich will eine Familie (ich lasse ihn sogar damit in Frieden, weil erimmer sagt, er weiß nicht, ob er ein Kind möchte, weil er noch nie eine stabile Partnerschaft erfahren hat und das kann ich erstmal so akzeptieren), was ich nicht möchte ist einen Mann, um den ich mick zusätzlich gesundheitlich kümmern muss, der das halbe Haus verwahrlosen lässt, weil er "keine Lust" zum Streichen hat und der mir irgendwann mit 50 oder 60 an irgendwas stirbt oder ein Pflegefall wird, weil Mister irgendwas über Monate aufgeschoben hat, was sonst hätte behandelt werden können. Das sehe ich irgentwie null ein.

      Verlange ich zu viel??? Sagt es mir ehrlich. Er ist TOP in allen Belangen, bzw die "Kleinigkeiten",mit denen kann ich Leben. Aber dass man sich selbst so hängen lässt? Ich verlange kein Waschbrettbauch von ihm, nur dass er regelmäßig zur Zahnvorsorge geht, den Flur renoviert, wenn er das angefangen hat oder mit fucking Löchern in den Fußsohlen einen Hautarzt aufsucht...

      Verlange ich zu viel?

      Dazu kommt, dass er wirklich furchtbar schnarcht, weswegen ich ihn genötigt habe zum Arzt zu gehen, als er beim Autofahren eingeschlafen ist (er schläft ausreichend viel und ich trotzdem müde). Vom Hausarzt zum Neurologen, zum HNO und von da jetzt bald und Schlaflabor. Verdacht: Schlafabnoe. Symptome: Veränderte Gehirnchemie (gesundheitsschädlich und Depressionsfördernd), Sauerstoffmangel im Blut und daraus resultierende Tagesmüdigkeit, ständiges einschlafen (sobald er auf dem sofa sitzt), Antriebslosogkeit (er kann sich wirklich schwer für iwas motivieren. halt nur das nötigste und nach arbeit und allem ist er dann auch sichtbar fertig...) und ein verminderter Sexualtrieb (ich hatte noch nie nen Typen der so wenig Sex wollte und das belastet mich auch stark).

      Ich hoffe bei allem, was mir heilig ist, dass diese Abnoe der Grund für all das ist. Aber was, wenn nicht?
      Ich biete Hilfe bei allem an und er sagt selbst, er fühlt sich besser, wenn er Dinge erledigt statt sie aufzuschieben. ER ist perfekt, aber die ständige Sorge und die Kraft ihn dazu zu kriegen wenigstens etwas zu machen, habe ich einfach nicht über. Ich arbeite schließlich uch, habe auch eine Wohnung und eigene Sorgen....

      Es tut mir leid, dass es so viel ist. Ich verzweifel gerade echt. Ich liebe ihn, aber ivh weiß nicht, ob ich das noch lange kann.

      • Öhm...du betonst auffällig oft, wie "toll"..."perfekt".."so ein Schatz" er ist - um gleichzeitig zu sagen, dass du kaum Kraft für seine Eigenheiten hast.

        Ich blicke auch nicht recht, was los ist, ehrlich gesagt.

        Ihr wohnt getrennt, seid erst 9 Monate liiert - du denkst aber bereits an "Familie".
        Soweit ist er offenbar noch nicht.

        Du erzählst, wie perfekt er ist, störst dich aber an tausend Dingen, denkst sogar schon soweit, dass er mit 50/60 abnippelt oder bestenfalls ein Pflegefall sein könnte...

        Du wirkst verzweifelt, desorientiert und .......hat das was mit deiner "Besonderheit" zu tun?

        Irgendwie raff ich nur Bahnhof.

        Gruss
        agostea

        Wenn ein Mann sagt, er renoviert den Flur, dann macht er das! Da muss man ihn nicht alle sechs Monate dran erinnern!#rofl

        Was die Ärztegeschichte angeht, da kann ich ein bisschen nachfühlen. Mein Freund besteht quasi nur aus Leberflecken, ich hab ihn wer ewiß wie oft gebeten, zum Hautarzt zu gehen und die mal checken zu lassen. Macht er nicht. Er hat ja nix. Den Sinn von VORsorgeuntersuchungen hat er nicht gecheckt.

        Ich bin da mittlerweile etwas ratlos, da scheinst Du ja in Deinen neun Monaten Beziehung schon wesentlich weiter gekommen zu sein.

      Erstmal würde ich Abstand von der Idee Familienplanung nehmen. Nicht nur, weil ihr erst 9 Monate zusammen seit (das ist nix, das ist noch so frisch, da kennt man den anderen noch nicht mal richtig), dann wohnt ihr noch nicht zusammen und habt dementsprechend keinen Alltag zusammen. Auch das muss man erst mal erleben; wie ist der Alltag mit dem anderen, wenn man sich 24/7 sieht und eben NICHT in seine eigene Wohnung flüchten kann, wenn einem alles zuviel wird, welche Macken im Alltag hat der andere und kann man mit denen ein Leben lang zurecht kommen? Und dann natürlich noch, dass du JETZT SCHON von vielen Dingen genervt bist. Ändern wird er auch nicht, ein Mensch ändert sich nicht wegen anderen sondern nur dann, wenn er das selbst will. Du bist jetzt schon genervt, und ihr seit gerade mal 9 Monate zusammen. Perfekt ist er bei weitem nicht, auch in deiner Wahrnehmung nicht, sonst hätten dich seine Macken nicht dazu gebracht um Rat zu fragen. Ihr solltet erstmal gucken, ob ihr längerfristig überhaupt zusammen passt. Wenn ihr in 3 Jahren immer noch verliebt wie am ersten Tag seid und länger zusammen wohnt und dann immer noch alles tutti ist, dann und erst dann kann man über Kinder nachdenken. Alles andere ist übereilt und geht unter Garantie schief.

      Ich würde tatsächlich das Ergebnis des Schlaflabors abwarten und vor Allem genau beobachten, wie er danach damit umgeht. Wenn er dann schon wieder keine Lust hat, die Maßnahmen einzuhalten, die man ihm dann empfiehlt, musst Du davon ausgehen, dass er auch keine Lust hat, sich zu ändern. Menschen in dem Alter haben oft schon so ein eingefahrenes Verhalten, dass sie gar nicht einsehen, warum sie anders handeln sollten. Hat ja bis dato auch geklappt.

      Und wenn er sich nicht ändert, dann ist er schlicht nicht der Richtige für Dich.

    • Dein Realitätscheck ist notwendig und nach nur neun Monaten beachtlich.Ihr lebt noch nicht mal zusammen.Davon und natürlich einer Familiengründung würde ich Abstand nehmen.
      Für mich klingt das so, als würdest du das ganze Ausmaß seiner Macken und Unzulänglichkeiten, irgendwann als zu große Belastung empfinden und Ihn als zweites Kind.

      <<<<ständiges einschlafen (sobald er auf dem sofa sitzt), Antriebslosogkeit (er kann sich wirklich schwer für iwas motivieren. halt nur das nötigste und nach arbeit und allem ist er dann auch sichtbar fertig...) und ein verminderter Sexualtrieb (ich hatte noch nie nen Typen der so wenig Sex wollte und das belastet mich auch stark).<<<<<

      Das nach 9 Monaten.Besser wird das nicht.

      Ich würde die Beziehung mit diesem Luschi nicht weiter führen, das hilft DIR aber nicht.

      L.G.

      • huhu

        das was du von mir zitiert hast, ist das Krankheitsbild der Schlafabnoe. Und es trifft eben auf ihn zu.

        Ich glaub ich war missverständlich. Ich will nicht jetzt ein Kind, sondern irgendwann mal.

        Deine Schlussfolgerung ist korrekt, das empfinde ich so.

        Ein "Luschi" ist er jedoch nicht.

        • Irgendwo hast du geschrieben er arbeitet in der IT.
          Nun da gibt es viele verhaltensoriginelle Typen.
          Ich schätze dafür bist du nicht locker genug.
          Nicht jeder schläft wie Julian Assange auch mal drei Tage unterm Schreibtisch, aber ein bisschen anders setzen viele aus dieser Berufsgruppe ihre Prioritäten schon.
          Ich bin mit einem Wirtschaftsinformatiker verheiratet, da gab es doch so Einiges an das ich mich gewöhnen musste.
          Wir haben uns zusammengerauft, aber bestimmte Dinge würde ich mit meinem Mann ( obwohl handwerklich sehr begabt ) nicht in Angriff nehmen.Haus bauen-oder auch nur ein Umbau z.B.

          Die Arbeit steht bei ihm an erster Stelle und beansprucht oft über viele Stunden seine volle Konzentration.Haus und Garten stehen in seiner Prioritätenliste z.B. nicht an erster Stelle.
          Damit kann ich mittlerweile gut leben.

          Klingt so, als wäre das bei deinem Freund ähnlich.Seine Arbeit scheint ihm wichtig zu sein.

          Außerdem sind einige der von dir beschriebenen Macken, nicht ungewöhnlich in der Männerwelt.
          Einen Hausmann wirst du aus ihm nicht machen können.
          Ihn stört ein monatelang unrenovierter Flur nicht!

          Ärzte- Verweigerer findet man zu Hauf.

          Für diesen Mann bist du zu Perfektionistisch und zu sehr Bedenkenträger.
          Da wirst du bald zur bösen Mutti und er zum Looser.

          Also viel Zeit lassen mit dem Kennenlernen, bevor du weitere Schritte in Erwägung ziehst.

    Was du so in den höchsten Tönen lobst, ist die Sonnenscheinbeziehung, die ihr zurzeit in der Anfangsphase habt. Er trägt dich auf Händen, beschenkt dich etc. Wenn das mal nachlässt, sehe ich wenig, was den schnöden Alltag und ein gewöhnliches Familienleben mit ihm erstrebenswert macht.

    Er will zu wenig Sex (und auch das schleicht sich häufig erst nach der hormonellen Hochphase ein und nicht bereits nach ein paar Monaten), er lässt sich gehen (das ist auch eher ein Phänomen, wenn eine Partnerschaft länger besteht und man nicht mehr so sehr darauf bedacht ist, sich von der besten Seite zu zeigen), er bekommt nix fertig, was er angefangen hat.

    All das dürfte sich mit den Jahren oder später mit Kind und simplem Alltag noch verstärken. Was bleibt dann noch von dem tollen, perfekten, besonderen Mann?

    M. M. n. sollte es von Anfang an passen und man sich nicht genötigt sehen, an dem Partner sofort rumzubiegen, um ihn leidlich passend zu machen. Das hat - soweit ich das in über 40 Jahren bisher so mitbekommen habe - leider so gut wie nie funktioniert. Entweder hat einer irgendwann resigniert und akzeptiert oder ist gegangen oder hat sich jemandem nebenher zugewendet, der die Defizite ausfüllt.

    • Hey,

      die Teile, die du beschreibst, sind die Symptome der Schlafabnoe, die ich da aufgezählt habe und wo ich dazugeschrieben habe, wo in seinem Leben diese zutreffen).

      Wir haben in den 9 Monaten bei weitem nicht nur Sonnenschein gehabt. Nach ca 2 Monaten durfte er zB von seiner Ex erfahren, dass sie von ihm Schwanger war, das Kind bekam und es beerdigen musste. Durch diese Phase, die eindeutig nicht eitel Sonnenschein war, sind wir gemeinsam durch.

      Und durch die Zeit, in der es mir mies ging, hat er mir auch geholfen. Wir sind zwei Menschen, die recht gut analysieren,dafür aber Schwierigkeiten mit Gefühlen haben. Jeder auf seine eigene Art. Das zu erklären wäre jetzt massiv zu viel. Ich mache gerade ne freiwillige Therapie (die 4. auf 27 Lebensjahre bezogen). Lange Geschichte.

      Es passt auch alles. Soweit man von "alles" sprechen kann, bei einer Beziehung zwischen zwei Menschen. Nur dieses Ding, dass er sich einfach nicht kümmert... Um Termine oä eben.

      Alles andere läuft. Keine Ausreden um Verabredungen abzusagen. Wenn er keine Lust hat, dann sagt er es, anstatt sich ne Notlüge zu überlegen. Jedes Wochenende steht irgendwas an. Braucht jemand Hilfe, ist er da. Also da ist kein Schema, wie ich es sonst in Foren lese, wie zB "schule abgebrochen. wurde gekündigt... so und so oft. schreibt keine Bewerbungen... keine Freunde, stinkt, bezahlt rechnungen nicht" etc. Er ist ein absolut vorzeigbarer Mann.

      Und ich hatte vor einem Jahr Dates mit einem Mann in den ich total verknallt war, der wirklich unterste schublade war (20000€ schulden, jede ausbildung abgebrochen, wenn Jobs, dann auch nur kurzfristig, diabetes, die er ignoriert, jeden Tag getrunken, Ernährung sowas von daneben...)
      Dieses Bild von "Losern" kenne ich, ich habe Monate geglaubt es reparieren zu können und alles.
      Aber mein aktueller Freund hat eben nicht dieses typische Muster (sonst wäre er nicht so weit gekommen mit mir. Ehrlich, ich hab es ihm nicht leicht gemacht). Es ist nur dieser eine Cluster. Aber der macht einfach alles kaputt.

(12) 04.01.17 - 14:40

Er schnarcht wie ein Tier, hat deshalb gesundheitliche Probleme....... hat Löcher in den Füßen, hat schlechte Zähne und haust wie ein Penner ...... und hat zu alledem noch ein paar Besiónderheiten die Du "NOCH" teilweise ganz toll findest?

Klingt irgendwie nach ....... "Bäh". Wäscht er sich wenigstens regelmäßig, oder warum hat er eigentlich gammlige Füße?

Es wird wohl seinen Grund haben, warum alle Frauen nach einem Jahr abgehauen sind........ Du hast noch 3 Monate.

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