Umzug ins Ausland ?

    • (1) 04.01.17 - 18:57

      Hallo
      Das Thema gab es bei uns schon öfters, jetzt wo wir die letzte Zeit schon wieder mehr oder weniger in einer Fernbeziehung waren und nicht mehr die jüngsten sind ist es aber aktueller als in vergangenen Zeiten.
      Meine Freundin hat ein sehr gutes Arbeitsangebot im Ausland bekommen und konnte auch für mich eine gute Stelle raus hauen. Alles in allem ist es eigentlich unschlagbar, die Konditionen sind auch besser als aktuell.

      Eigentlich also alles super, jetzt kommt das aber. Bisher war es hauptsächlich meine Familie die es mir nicht mehr möglich machte einfach weg zu gehen. Erst recht nicht nachdem meine Schwestern als Jugendliche zu mir/uns gezogen sind.
      Jetzt läuft alles (so ziemlich) in geregelten Bahnen. Meine ältere Schwester hat sich gefangen, macht eine Ausbildung & ist super dabei. Sie hat einen tollen Freund und zieht demnächst mit ihm zusamen in die Einliegerwohnung in seinem Elternhaus.
      Alles sind versorgt und es läuft wie es jetzt ist. Übrig ist meine kleine Schwester. Sie hat den Realschulabschluss gemacht & geht seit diesem Schuljahr auf ein berufliches Gymnasium um ihr Abitur zu machen.
      Bisher hat sie nie Probleme gehabt, ist immer mit gelaufen & hat die ganze Situation anscheinlich gut weggesteckt. Die letzten Monate aber haben gezeigt das auch sie noch einiges aufarbeiten muss und uns doch noch mehr braucht als Jugendliche im gleichen Alter (was für uns völlig ok & verständlich ist).
      Sie weiß von dem Angebot und ihr erster Satz war "Aber nicht ohne mich oder?". Die Alternativen für sie alleine in Deutschland wären wirklich bescheiden. Selbst für eine Jugendliche unter normalen Umständen wäre es blöd.
      Würden wir das Angebot annehmen wäre es klar das sie mitkommt. Doch wie geht es für sie weiter ? Es gäbe eine deutsche Schule bzw. vor allem eine Internationale in der Nähe. Alternativ natürlich die normalen öffentlichen Schulen. Klar ist nämlich das sie weiter auf die Schule will und eine Hochschulzugangsberechtigung erreichen will. Es wäre für sie auch ok eine Klasse zu wiederholen.
      Irgendwo würden wir sie sicher unterbringen können.
      Für mich stellt sich aber noch die Gewissensfrage, kann ich sie hier raus reissen oder wäre so ein Neustart vielleicht genau das richtige?
      Ich bin mal wieder in der totalen Zwickmühle. Ich bin quasi schon mein ganzes Leben verantwortlich für meine Familie, insbesondere meine Schwestern, gewesen und habe mein Leben für sie ausgerichtet. Es ist nicht so das ich es nicht gerne getan hätte, ich bin froh das ich es so gemacht habe. Aber jetzt will ich auch mal etwas mehr an mein Leben denken, muss aber trotzdem schauen was ich gegenüber meiner Schwester verantworten kann.
      Die Entscheidung kann uns natürlich keine abnehmen und ich weiß auch nicht ganz was ich mir von diesem Text erhoffe. Erfahrungen? Denkanstösse? Irgendwas in die Richtung...

      Liebe Grüße & schöner Abend #blume

      • (2) 04.01.17 - 19:06

        Mein erster Gedanke: Wow. Wenn meine Kinder mal so auf sich gestellt sein sollten, dann hoffe ich sehr dass sie sich so um sich kümmern und aneinander denken wie du an deine Schwestern.
        Wirklich meine Hochachtung für solch ein Verantwortungsbewusstsein. Auch dass deine Freundin das mitträgt. Toll!

        Zum eigentlichen:
        Hört auf euer Gefühl! Es klingt wirklich nach einer tollen Chance für euch alle!

        Um welches Ausland geht es denn eigentlich?

        • (3) 04.01.17 - 19:13

          Hallo
          Danke! Ich hatte ja keine Wahl, ich bin ein Stückchen älter als die beiden und das wir auseinander gerissen werden oÄ. war immer meine größte Sorge.
          Das meine Freundin das schon immer mitgemacht hat finde ich im Rückblick auch ziemlich einzigartig. Ich glaube es gibt viele Menschen die unter den Umständen überhaupt keine Beziehung eingegangen wären..
          Es geht um das englischsprachige Ausland. Ist natürlich super da ich fließend englisch spreche und auch meiner Schwester nicht gerade unbegabt ist!

          Liebe Grüße #blume

          • (4) 04.01.17 - 19:16

            Dann wagt es!

            Es klingt danach als hättet ihr alle einiges erlebt. Ihr habt es euch verdient. Und für deine Schwester kann es eine tolle Chance sein.

            Klar kann es nicht klappen und schief gehen. Aber das weiß man vorher nie. Auch bei den optimalsten Voraussetzungen nicht.

            Alles Gute!

            • (5) 04.01.17 - 19:19

              Ich will mich nicht zu sehr beklagen, vorallem meine Schwestern hatten wirklich nicht die beste Kindheit. Aber es gibt Menschen die es ein großer Stück schlecht als wir haben :-(
              Der Gedanke das es eine Art Neustart für sie werden könnte hatten wir auch schon. Vielleicht ist es ja auch genau das was sie braucht?
              Da hast du recht, einen Plan B würden wir natürlich auch ausarbeiten.
              Vielen dank!

      Klingt doch so, als ob deine jüngere Schwester kein Problem damit hätte, im Ausland die schule weiter zu machen. Also ist doch alles super. Und ich denke, es ist wirklich an der Zeit, dass du auch etwas tust, was vor allem DICH glücklich macht. Ich würde die Stelle im Ausland annehmen. Und zwar ohne Bedenken.

      • Die Schule selbst ist weniger das Problem, ich dachte da eher an das Umfeld hier. Ihre Freunde, unsere Mutter (die wir so noch weniger sehen würden),..
        Auf der einen Seite weiß ich das ich auch an mich denken muss, auf der anderen bin ich aber immernoch verantwortlich für sie und muss auch an ihr Wohlbefinden denken.

        • Wenn sie sich so schwer täte, dann hätte sie vielleicht sofort entsetzt abgewunken bis sie sich gedanklich mit dem Thema wirklich auseinandersetzt. Sie scheint aber doch ganz vernünftig reagiert zu haben und auf den ersten Blick euch als Kernfamilie anzusehen und nicht missen zu wollen.

          Wenn sie so unkompliziert ist, wird sie überall Anschluss finden. Womöglich möchte sie irgendwann nicht wieder heim.

          Das macht meine Cousine gerade mit. Die Tochter ist nach dem Abitur nach Neuseeland geflogen und wollte mit dem Rucksack durchs Land ziehen. Gerade hat sie ihrer Familie verkündet, sie käme nicht zurück. Sie habe jemanden kennen gelernt, fühle sich wohl und würde dort nach Alternativen - Studium, Ausbildung o. ä. - schauen, um dort bleiben zu können. Meine Cousine und ihr Mann hatten die größeren Schwierigkeiten mit der Infirmation und sind gleich mal hingeflogen, um mit der Tochter zu sprechen. Keine Chance.......

          • Wie eben geschrieben, vielleicht mache ich mir wirklich einfach zuviele Gedanken. Auch wenn sie fast erwachsen ist sehe ich mich in der Verantwortung ???
            Das war sicher erstmal ein Schock für die Familie. Bei meiner Freundin war es ähnlich, sie ist wegen dem Sport jung weg und ist seitdem auch weg geblieben #schwitz Ihre Familie hat sich mittlerweile dran gewöhnt.

    Das klingt doch insgesamt super. Deine Schwester jammert nicht und versucht nicht, euch von dem Vorhaben abzubringen. Sie würde offensichtlich sogar mitgehen wollen. Viele Schüler in ihrem Alter haben nicht so eine tolle Möglichkeit und scheuen auch den Alleingang eines Auslandsjahres so ganz ohne Familie und Anschluss. Sie hätte die besten Voraussetzungen dafür. Ihr seid mit vor Ort,ihr wisst, wo sie untergebracht ist,,wie es ihr geht, könnt sie unterstützen und sie bekommt den Bonus eines Auslandsaufenthaltes inkl. Schulabschluss.

    Ich würde mit verschiedenen Schulen Kontakt aufnehmen und sie mir auch ansehen. Vielleicht hat sie in den Ferien hier die Möglichkeit, dort zu hospitieren. Vielleicht ist euch auch der zukünftige Arbeitgeber behilflich oder ihr könnt Informationen von zukünftigen Kollegen bekommen, welches Schulsystem dort das Beste für sie wäre.

    • Hallo
      Meine Freundin ist Sportlerin, ist also etwas anders als bei 9-5 Büro Jobs. Wirkliche Ahnung über so einen speziellen selbst internationalen Schulwechsel hat dort also glaube ich niemand. Wir werden natürlich trotzdem schauen ob Kontakt zu den örtlichen Schulen besteht und gegebenfalls auch ob sie etwas machen können falls die Schulen sich quer stellen.

      Hinfliegen würde wir vorher aber definitiv mal :-)

      Liebe Grüße #blume

      • Ihr könnt euch auch an ihr jetziges Berufskolleg wenden. Ich habe einige Jahre an einer berufsbildenden Schule gearbeitet und es gibt immer mal Schüler, die zumindest für ein Jahr hier beurlaubt werden und danach nach Deutschland zurückkehren. Unsere Abteilungsleiter kannten sich auch aus, was machbar ist und an wen man sich wenden kann. Jetzt bin ich an einer Gesamtschule und hier liegt jede Menge Werbung aus zum Thema schulische Auslandsaufenthalte, Work and Travel usw. Ich hatte mich damit auch mal kurz befasst wegen unseres Sohnes. Wenn man dann aber sieht, was allein ein einjähriger Aufenthalt in den USA oder anderen englischsprachigen Ländern kostet, da würde ich mir schon wünschen, wir hätten dort irgendwo Verwandtschaft, wo "das Kind" wenigstens unterkommen könnte. Ihr habt doch die besten Voraussetzungen. Vermutlich werdet ihr Schulgeld zahlen müssen an den Priavtschulen und das nicht zu knapp. Dafür habt ihr aber sowieso eine Unterkunft und sämtliche andere Kosten, wie hier auch.

        Ein Klassenkamerad von mir ging damals in Klasse 9 mit seinen Elterns in die USA. Die Familien hatten ihre kompletten Häuser getauscht. Er war ein Jahr dort und durchlief dann in Deutschland die Schule weiter bis zum Abi. Er erzählte mir bei einem Klassentreffen, dass es eine super Erfahrung war. Einige Semester seines Studiums hat er dann später auch in den USA abgeleistet.

        Ich würde es versuchen. Besser kann man nicht in so ein Projekt starten.

        • Oh super danke für den Tipp! Das ich auch mal bei ihrer aktuellen Schule nachfragen kann hatte ich nicht im Kopf. Das wäre natürlich super wenn die uns weiterhelfen könnten.

          Stimmt, Auslandsaufenthalte sind ein teurer Spaß.

          Eine Unterkunft bekämen wir gestellt. Und durch das bessere Gehalt im gesamten wäre eine Privatschule eventuell möglich, das wäre eine Punkt wo wir aber natürlich nochmal näher nachschauen müssten. Wenn es möglich ist wäre uns natürlich die öffentliche Schule ohnehin am liebsten, wäre eben "normal" wie die Einheimischen. Einfacher für sie wäre es natürlich womöglich wenn sie auf der deutschen Schule einfach weitermachen könnte.
          Du hast wirklich recht. Die Grundvorrausetzungen sind bei uns schon nicht schlecht. Vielleicht mache ich mir auch einfach zuviele Gedanken.

Englischsprachiges Ausland ist ja weit gefasst. Du musst es hier aber auch nicht näher ausführen.

Trotzdem einige Fragen:

Braucht Deine Schwester ein Visum? Bekommt sie eines?

Was möchte Deine Schwester nach der Schule machen? Ausbildungen aus anderen Ländern sind ja nicht notwendigerweise hier in Deutschland anrechenbar. Vermutlich ist es für diese Überlegung zu früh, da Ihr ja noch nicht mal weg seid, aber möchte sie perspektivisch dann eher dort bleiben, oder irgendwann zurück nach Deutschland? Und was passiert, wenn sie dort Ihr Umfeld findet, sich verliebt, vielleicht heiratet und Wurzeln schlägt, wie kommt Ihr damit klar, wenn Ihr wieder zurück nach Deutschland geht?

  • Hallo
    Zu unserem möglichen Ziel kann/will ich nichts näheres schreiben da ich anonym bleiben will.
    Das Visa wäre kein Problem.
    Sie will studieren und benötigt dementsprechend auch einen Abschluss. Auch das wäre kein Problem da auch der Abschluss der öffentlichen Schule dort zum studieren hier in Deutschland berechtigen würde (mit bestimmten Vorgaben die wir natürlich sicher stellen würden).
    Zum heiraten ist sie noch zu jung und über diese Punkte habe ich ehrlich gesagt noch nicht nachgedacht. Das wäre natürlich auch etwas das wir mit ihr noch besprechen müssten.

    Liebe Grüße #blume

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