Beziehung und Freiheit

Hallo,
Ich hab ein Problem, was immer wieder hoch kommt.
Ich hab kein Bedürfnis danach eine klassische Zweierbeziehung zu führen und daran scheitern alle meine Partnerschaften.
Liebe ist vorhanden, auch Vertrauen.

Aber ich möchte keinen gemeinsamen Alltag, keine gemeinsame Wohnung.
Ich fühle mich wohl, nach der Arbeit in mein ruhiges zu Hause zurück zu kehren und möchte auch nicht jeden Abend Gesellschaft.

Irgendwann kommt aber der Punkt, an dem ich jetzt auch wieder stehe : der Mann möchte abends vorbei kommen und dann übernachten, bzw möchte dass ich zu ihm komme.

Das ist am Wochenende ok, aber in der Woche eher nicht. Ich habe ein Hobby was zwei Abende in Anspruch nimmt und die anderen beiden möchte ich meine Ruhe.
Auch Freitags kann ich nicht immer da ich mich auch gerne mal mit einer Freundin treffe.
Was ich schade finde ist dass die Männer die ich kennen gelernt habe und mut denen ich eine längere Beziehung eingegangen bin da dauerhaft nicht mit klar kamen.

Spätestens wenn ich nach dem Sex nicht über Nacht bleiben wollte, kam es zu Diskussionen.
So auch Neujahr die Diskussion mit meinem Partner: wie ich mir die Zukunft vorstelle, ob das so weitergehen soll.
Meine Antwort, dass ich alles so lassen will wie es ist und es gerne auch so weitergehen kann, wurde mit Verwunderung zur Kenntnis genommen.

Ob ich denn nicht den nächsten Schritt gehen möchte: Gemeinsame Wohnung.

Daraufhin sagte ich: nein.
Darauf hat er meine Gefühle und die ganze Beziehung in Frage gestellt.

Wir kennen uns 4 Jahre und er kannte von Anfang an meine Einstellung dazu.
Er hat den Fehler gemacht zu denken dass ich meine Meinung ändere wenn wir uns länger kennen.

Auch einen Heiratsantrag habe ich letztes Jahr abgelehnt.

Dass ich keine Kinder möchte, ist auch ein Problem.

Ich bin sterilisiert und davon weiß er auch von Anfang an.
Er versteht meine konsequente Haltung kein Kind zu wollen nicht.
Ständig fragt er nach ob ich das nicht bereue.

Nein das war eine wohlüberlegte Entscheidung, die ich nur für mich getroffen habe.
Diese Entscheidung hab ich vor 10 Jahren getroffen nachdem ich eine Abtreibung hatte und meine damalige Partnerschaft daran gescheitert ist ,dass ich das getan habe.
Um das zu vermeiden, die Sterilisation, die ich zwar nicht beim ersten Date aber immer relativ zeitnah erwähnt habe.

Ich möchte meinen Partner nicht verlieren, bin aber nicht bereit mich auf ein Lebensmodell einzulassen, womit ich mich nicht wohl fühle?
Ihm zuliebe eine gemeinsame Wohnung zu nehmen würde nicht klappen.

Vor allem lebe ich in meinem eigenen Haus und wenn dann müsste er hier einziehen, etwas was ich mir gar nicht vorstellen kann.
Warum scheitert es immer an denselben Punkten?

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Ich glaube, du kommuniziert nicht klar, was du willst. Denn was du willst ist keine Beziehung. Du willst Freundschaft +. Also jemanden, mit dem man was machen kann, wenn du Lust hast und ins Bett gehen kannst, wenn du Lust hast. Kein gemeinsamer Alltag, keine grundsätzliche zweisamkeit sondern Spaß miteinander haben ohne jemals Verpflichtungen zu haben, ohne Kompromisse, ohne eben paar sein. Du möchtest kennen Single sein aber auch nicht in einer Beziehung. Denn Single sein bedeutet eben auch einsam sein, wenn man sich gerade nach Gesellschaft sehnt. Paar sein bedeutet aber Gesellschaft, auch wenn man sich nach Einsamkeit sehnt. Du willst eine Freundschaft mit gelegentlichem Sex und dann geht jeder wieder seiner wege bis man wieder Lust hat sich zu treffen. Das kommuniziert du anscheinend aber nicht richtig. Denn alle deine Partner gehen davon aus, dass du eine Beziehung willst. Natürlich gehen sie dann mit ganz anderen Erwartungen an die Sache ran als du.

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Wenn ich mich an meine erste Beziehung erinnere, wir haben auch nicht zusammen gelebt, sondern beide noch im Elternhaus. Wir haben uns etwa 3x wöchentlich getroffen, sind am Wochenende regelmäßig ausgegangen.

Ich würde das nicht als Freundschaft plus betiteln.

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Erste Beziehung. Wir reden hier von einer erwachsen Frau, die schätzungsweise Mitte bis Ende 30 ist, ein eigenes Haus hat, bereits sterilisiert ist und ganz klare Vorstellungen von ihrem lebrnsumstände hat. Nicht von jemandem, der noch keine Lebenserfahrung gesammelt hat

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Ui.erst dachte ich,dass ein Mann schreibt...Ja ich weiss... Vorurteile meinerseits....

Zu dir: du scheinst wirklich ein waschechter Einzelgänger zu sein. Deine Position beziehst du klar und deutlich.du weisst genau was du willst bzw nicht.

Dass dein Partner dich so kennen gelernt hat, heisst meiner Meinung nach nicht, dass er das nach 4 Jahren Beziehung auch so weiter leben"muss".
Jeder hat seine Vorstellung von seinem weiteren Lebensweg.
Er anscheinend andere als du.

Entweder ihr findet doch noch einen Kompromiss oder es scheitert.
Ich glaube,dass du dir Gedanken machen musst was dir wichtiger ist. Und das wird schwer.

Ich wünsche dir viel Glück. Wenn du meinst, dass Gespräche noch helfen können,damit ihr doch noch zusammen euren weiteren Lebensweg gehen könnt, dann versucht doch ggfs eine paartherapie?

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Ist es bei deinen Beziehungen schon also öfter an dem Punkt gescheitert? Könnte da ein nicht passendes Beuteschema eine Rolle spielen?

Auch welches Alter? Je nachdem und mit entsprechender Lebenserfahrung gibt es mehr oder weniger Leute die sagen: Partnerschaft ja, aber bitte auch eine Tür die ich hinter mit zumachen kann.

Beziehung und Partnerschaft ist wie so oft im Leben auch von Erwartungen geprägt. Passt bei euch trotz Vorwarnung offenbar doch nicht zusammen.

LG

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Wie alt bist Du?

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Ich bin 41.
Mein Partner ist 48.

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Ich denke du weißt selbst, dass dein Lebensweg auf seine Weise eigentümlich ist, vor allem, da du offenbar von deinen Prinzipien keinen Schritt abweichen möchtest. So scheint es nur logisch, dass an deine Seite ein Mann passt der sehr ähnlich denkt und tickt. Hier könntest du mit deinem aktuellen Partner schlecht beraten sein.

Noch Kinder im Alter von 41 und trotz Sterilisation ist natürlich schon eine ziemliche Anmaßung seinerseits. Warum verfällt er nach 4 Jahren Beziehung auf den Gedanken du könntest dich in dem Bereich noch einmal umentscheiden? War er vielleicht etwas blauäugig.

Gemeinsam wohnen /etwas mehr Paarzeit, da verstehe ich seine Haltung noch. Gefühle ändern sich, Nähebedürfnisse auch, siehst du keinen Weg für einen Kompromiss?

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Ich kann deinen Drang nach Freiheit sehr gut nachvollziehen. Ich fürchte, meine nächsten Beziehungen werden ähnlich verlaufen, allerdings liegt es bei mir auch viel daran, dass ich generell einfach zu wenig Zeit für eine Beziehung hätte, denn mein Alltag wird dominiert von meinen beiden Kindern und meiner Selbstständigkeit, die ich ganz nebenbei auch noch unterbringen muss. Zeit für mich ist mir zudem ungemein wichtig. War immer gern Single, das Zusammenleben mit einem Partner hat sich bei den letzten beiden Beziehungen (davor gabs immer getrennte Wohnungen/WGs) auch echt als Beziehungskiller herausgestellt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Selbstständigkeit und der Freiheitsdrang auf Männer abschreckend wirken. Viele wollen beschützen, umsorgen, eine starke Schulter bieten. Und genau das brauchst du anscheinend genau so wenig wie zum Beispiel ich. Mein letzter Partner meinte, er fühle sich so unnütz. Er fragte mich mal direkt, ob ich ihn bräuchte. Da konnte ich ihm nur ehrlich sagen, dass ich es schön finde, wenn er an meiner Seite ist und da ist, er mir auch fehlen würde, wenn er nicht mehr da wäre – aber ich käme auch ohne ihn/allein zurecht (denn genau das tat ich ja auch vor unserer Beziehung. Was blieb mir auch anderes übrig, allein mit 2 Kindern und der Selbstständigkeit.). Das konnte er null verstehen. Und hat nur noch mehr geklammert. Das wars dann für mich. Ab dem Zeitpunkt konnte ich mir sehr gut vorstellen, besser ohne ihn klarzukommen. Und ganz echt: Ich vermisse zwar manchmal (körperliche) Nähe, aber eine Beziehung würde mich gerade echt überfordern.
Weitere Kinder sind auch für mich ausgeschlossen, aber langsam komm ich in ein Alter, wo die Kerle entweder alle schon Kinder mit anderen Frauen haben oder eigene Kinder eh nie eine Rolle spielten.

Tja, was solls. Irgendwo gibts auch den Typen Mann, der mit solchen "Macken" leben kann und es vielleicht auch ganz entspannt nimmt, selbst sein Ding machen zu können. Und man trotzdem immer wieder zusammenfindet.

Lass dich nicht zu etwas drängen, von dem du eh weißt, dass es schiefläuft. Kompromisse muss man wohl in Beziehungen eingehen (da tu ich mich auch schwer mit), aber faule Kompromisse gehören nicht dazu. Beide Seiten müssen sich wohlfühlen. Alles andere ist verschwendete Lebenszeit.
Alles Gute,

palo

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Deine Vorstellungen einer Beziehung sind schon sehr speziell. Auch bist du ja nicht sonderlich kompromissbereit.

Deine Beziehungen scheitern evtl. daran das sich die Bedürfnisse deines Partners ändern oder vllt. denken deine Partner auch das sie damit klarkommen und entwickeln im Laufe der Zeit eben doch das Gefühl das ihnen dieses zwanglose nicht reicht. Diese Freiheit wirkt anfangs noch verlockend....auf Dauer wollen das aber anscheinend die Männer die deinem beuteschema entsprechen nicht.

Ich kenne auch einige Paare die noch getrennte Wohnungen haben und diese auch als Rückzugsort behalten wollen. Allerdings sind da Übernachtungen beim anderen völlig normal und sicher gehen sie nach dem Sex auch nicht wieder nach Hause.

Natürlich sollst du dich nicht für einen Mann verbiegen....aber wirst wahrscheinlich damit leben müssen das zumindest dein jetziger Partner nicht dauerhaft so leben möchte. Wenn du nicht einen Kompromiss eingehen möchtest wird es wohl dauerhaft nicht funktionieren.

Es gibt ihn sicher...den Mann der genau so leben will wie du es dir vorstellst. Du musst nur den Richtigen treffen, was bei so einer doch eher speziellen Vorstellung auch länger dauern kann.

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>>>Warum scheitert es immer an denselben Punkten?<<<

Ganz einfach: (wundert mich etwas, dass du da nicht von alleine drauf kommst)

>>>Ich möchte meinen Partner nicht verlieren, bin aber nicht bereit mich auf ein Lebensmodell einzulassen, womit ich mich nicht wohl fühle?<<<

Genauso möchte dein Partner sich nicht auf ein Lebensmodell einlassen, mit dem ER sich nicht wohlfühlt.

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<<<Warum scheitert es immer an denselben Punkten? >>>

Weil sich in der Regel eine Beziehung entweder weiter entwickelt, oder anfänglich dem Partner/der Partnerin unterdrückte oder zurückgestellte eigene Wünsche einfach wieder die Oberhand gewinnen, bzw. stärker werden.

Viele Frauen können Dir das sicher anhand des einfachen Beispiels "Kinderwunsch" sehr deutlich bestätigen, wo der Wunsch nach einem Kind manchmal bar jeglicher Vernunft zu sein scheint, einfach weil er so stark wird, obwohl das die betreffende Dame nie für möglich gehalten hätte.

Ich kann Dich durchaus verstehen, und finde an Deinem Lebensmodell grundsätzlich auch absolut nichts schlimmes, oder seltsames.....nur Dein Partner scheint nach 4 Jahren einfach mehr zu wollen, und solltest Du ihm da nicht zumindest ein klein wenig entgegen kommen, wird das nicht mehr lange gut gehen.

Du erwartest nämlich, dass er sich in allen Belangen rein nach Dir richtet, und selbst machst Du einfach nur Dein Ding.

Scheint so als reicht ihm sein Job als "Platzhalter" nicht mehr.

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Also, ich finde nicht, dass er sich nur nach mir richtet.

Ich möchte nicht zusammen ziehen und nicht in einem Bett schlafen, aber in allen anderen Lebensbereichen gehe ich schon Kompromisse ein.
Er ist allergisch auf meinen Hund gewesen, also hab ich ihn schweren Herzens abgegeben, denn sonst konnte er sich gar nicht bei mir aufhalten.

Ich hab geputzt wie blöd, Möbel ausgetauscht, Sofa und Bett entsorgt.

Er mag Urlaub am Meer, ich eher nicht.
Also fahren wir ans Meer und das nächste Mal machen wir Urlaub, der mir zusagt oder wir kombinieren unsere Interessen.

Es geht ums Zusammenwohnen und dass ich nicht jeden Tag Zeit habe.
Es gibt Lebensbereiche wo ich keine Kompromisse machen werde und das ist doch bei vielen Menschen so.
Manche wollen unbedingt ein Kind, anderen ist eine Hochzeit wichtig, wieder andere möchten generell keinen festen Partner usw.
Ich sehe nicht wo ich da unfähig zu Kompromissen bin, ich komme ihm oft entgegen bei Dingen , die ihm wichtig sind.

Und ich habe immer sehr deutlich gesagt, dass Zusammenwohnen nicht in Frage kommt.
Er müsste dann in mein Haus ziehen und das möchte ich einfach nicht.

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<<<Es gibt Lebensbereiche wo ich keine Kompromisse machen werde und das ist doch bei vielen Menschen so>>>

Wie schon gesagt...ich selbst sehe das nicht viel anders als Du, weiss aber aus eigener Erfahrung, dass damit nicht alle Menschen umgehen können, einfach weil sie mehr-.....bzw. etwas anderes wollen. Erklärungen sind was mich angeht also nicht nötig. :-)

Bei ständigem Zusammensein schleicht sich der Alltag viel schneller ein, als wenn man nur "zu Besuch" beim jeweils anderen ist. Das ist durchaus als Vorteil zu sehen...vor allem weil man auch einfach mal die Türe zu machen kann, um seine Ruhe zu haben wenn man eine Auszeit benötigt.

Letztendlich läuft es aber darauf hinaus, dass er eben einfach andere Vorstellungen hat als Du, und sich vermutlich immer auf eine Art "zurückgesetzt" fühlen wird. Die Kompromisse in den anderen Bereichen zählen da leider um einiges weniger (und die meinte ich damit auch nicht), wenn es bei den für ihn scheinbar wichtigen Punkten was das grundsätzliche "Lebensmodell" angeht, eben von Deiner Seite aus keine gibt, weil es Dinge betrifft die DIR (verständlicherweise) einfach wichtig sind.

Das mit dem Hund hätte ich z.B. an Deiner Stelle übrigens nicht gemacht....no way !

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