Streitverhalten

    • (1) 06.01.17 - 09:46
      unverbesserlich92

      Hallo!

      Ich habe seit 7 Monaten eine neue Freundin und im Alltag läuft es sehr gut bei uns. Wir verbringen viel Zeit zusammen, ich bin die meiste Zeit nach der Arbeit bei ihr weil es einfacher ist für mich zu ihr zu fahren als sie zu mir mit ihrem Kind. Sagen wir mal so, es läuft. Unser Problem, unser Streitverhalten. Es klappt einfach nicht. Wir können nicht streiten. Es endet oft im Drama ihrerseits. Mit meiner Ex war es kein Problem, wir haben gestritten, uns angeschrien und alles gesagt was uns auf dem Herzen liegt und nach ein paar Stunden war es wieder gut. Das funktioniert bei ihr nicht. Sobald ich etwas sage fühlt sie sich persönlich angegriffen und entweder sie schmollt und sagt kein Wort mehr, sodass ich da stehe und nichts mit ihr klären kann. Oder sie fängt an zu heulen wirft mich aus der Wohnung. Natürlich ohne sich ausgesprochen zu haben. Ich stehe dann da und möchte etwas klären doch ich laufe gegen eine Wand. Und das regt mich auf. Dass wir nichts besprechen können ohne dass sie schmollt. Bei dieser Art zu blocken könnte ich ausrasten. Ich möchte sie dazu bringen dass sie mir sagt was eigentlich los ist aber anscheinend muss ich ihre Gedanken lesen können. Ich rede dann auf sie ein in der Hoffnung es entsteht eine Konversation doch es ist sinnlos. Gestern hat sie wieder geschwiegen, mich ignoriert und meinte ich soll abhauen. Das habe ich nicht getan weil ich das endlich klären wollte und nicht wieder ungeklärter Dinge wie ein Depp abhauen und warten bis sie sich wieder einkriegt und dann wieder ankommt. Also habe ich ihr gesagt ich werde nicht gehen sondern möchte das zuerst klären. Was tut sie? Sie ruft tatsächlich die Polizei. Ich dachte ich bin im falschen Film. Man kann sich vorstellen wie es sich angefühlt hat von netten Polizeibeamten wie ein Krimineller aus der Wohnung begleitet zu werden. Das ist definitiv zu weit gegangen. Heute morgen schreibt sie mir es tut ihr leid sie wusste nicht was sie sonst tun sollte. Weil ich mich geweigert habe zu gehen. Wie bitte? Wie wäre es mal mit reden? Das ist doch nicht normal. Die hat nicht gelernt sich zu streiten scheint mir. Meint ihr das kann man mit Mitte 20 noch lernen? Denn auf mehr solche Aktionen habe ich keine Lust.

      • (2) 06.01.17 - 09:55

        ... sprichst du von meiner Schwester??
        die hat es nicht gelernt und will es nicht lernen... und der Tipp, dass sie sich Unterstützung holen kann, um nicht immer in dem selben Problem zu schwimmen, interessiert sie nicht.

        Wenn es so extrem ist, finde ich, können Freunde und Familie das nicht alleine tragen. Da braucht es Unterstützung von außen. Sonst verschieben sich die Ebenen noch mehr und eine Beziehung auf Augenhöhe wird dann noch schwieriger.
        Sie schämt sich jetzt wahrscheinlich und kann halt auch nicht aus ihrer Haut.

        Ich würde mir - aufgrund meines Kontextes - das nicht zutrauen...
        Es sei denn, sie will wirklich etwas daran ändern und man bespricht Lösungsstrategien für folgende Notfälle...

        • (3) 06.01.17 - 10:03
          unverbesserlich92

          es gibt noch mehr solche Psychos die nie gelernt haben zu streiten? Ich kenne so etwas nicht und sie ist die erste die mir so begegnet und ich verzweifle daran. Das habe ich ihr auch schon gesagt dass sie mal zu einem Psychologen gehen muss. Doch da ist sie dann auch wieder eingeschnappt. Klar schämt sie sich jetzt doch das ist mir nun vollkommen egal. Was meint sie wie es mir heute Nacht gegangen ist? Wo ich von zwei Polizisten raus gebracht wurde und natürlich die Nachbarn gesehen haben. Die denken doch auch wer weiss was da gelaufen ist. Ich will aber auch nicht deswegen schluss machen weil es ansonsten im Alltag gut läuft. Und wenn wir dann alle 2 Wochen oder alle 3 Wochen streiten dann ist es zwar blöd aber die zeit dazwischen ist doch in Ordnung.

          • (4) 06.01.17 - 10:11

            ich schrieb nicht, dass sie sich jetzt schämt, um dir damit zu sagen, du müsstest jetzt Verständnis haben! Oder wegen mir kann man Verständnis haben - aber man muss es nicht gutheißen und mitmachen!

            So lange du jetzt an der Beziehung festhältst, wird das Spiel immer so weiter gehen - mal schlimmer, mal etwas entspannter, mit mal längeren und mal kürzeren Pausen. Aber im Grunde ist das Thema immer da.
            Und mit der Zeit wird die Zeit dazwischen vergiftet... du siehst ihr in die Augen und weißt, dass ein Anruf bei der Polizei etc. jederzeit wieder möglich ist. Wehe, du sagst etwas Falsches... man kann ja gar nicht mehr einfach sein, weil man immer Angst haben muss, dass irgendetwas falsch interpretiert wird. Und das Schlimme: du bekommst es erst mal ja gar nicht so genau mit, was eigentlich los ist. Du kannst immer raten und an ihren Stimmungen versuchen zu erkennen, was gerade los ist.
            Solltet ihr Kinder haben, wird sie diese auch in dieses manipulativen Spiel mitreinziehen und sie werden keine freie Kindheit im gewünschten Sinne erleben.

            Ich würde mir das gut überlegen, ob die paar guten Zeiten es wert sind...
            So lange du an ihrer Seite bist, sieht sie auch keine Notwendigkeit, etwas zu ändern... du spielst ja mit.
            #sorry#liebdrueck

          • (5) 06.01.17 - 10:54

            Ich will aber auch nicht deswegen schluss machen weil es ansonsten im Alltag gut läuft.
            ..............................................

            Das sagen auch die Menschen, die von ihren Partnern verdroschen werden. "Aber sonst ist er ein ganz Lieber"

            Man, wach auch! Die Frau hat eine Grenze überschritten, die nicht mehr tragbar ist.

      Habt ihr schon mal in einer ruhigen Minute über ihre Streitkultur gesprochen?

      Jeder geht anders mit Streitsituationen um. Vielleicht ist es bei ihr so, dass sie erstmal Ruhe braucht und denken muss und ein Abbruch im Streit ist sinnvoll, damit man sich dann "später" zusammen setzen und darüber reden kann. Vielleicht findet ihr einen Kompromiss mit dem Beide leben können?

      So wie es derzeit bei euch läuft, geht gar nicht. Darauf hätte ich auch keine Lust. Ich bin allerdings auch mehr der "heftiges Gewitter und danach gleich wieder Sonne"-Typ.

      LG H. #klee

      • (7) 06.01.17 - 10:05
        unverbesserlich92

        Wir haben schon oft darüber gesprochen. Nach jedem Streit sprechen wir darüber und es tut ihr leid und sie entschuldigt sich. Doch es wird nicht anders. Sie ist jemand die sich zurückzieht in ihr Schneckenhaus und ich will das klären und besprechen. Das macht mich verrückt wenn ich gegen eine Wand laufe. Da drehe ich durch. Es muss doch klappen dass wir uns da annähern können und wenigstens etwas mehr zusammen kommen.

        • Nach der Aktion wäre die meine Freundin gewesen - du hattest ja durchaus die Chance zu gehen, bevor die Polizei eintrifft.

          Das Verhalten von deiner Freundin ist nicht schön - "ich drehe durch" und "will alles gleich klären" klingt aber auch nicht besser. Wie darf man sich das "durchdrehen" in dem Fall vorstellen?

          Vielleicht braucht sie nach einem Streit erstmal Abstand, bevor sie sprechen kann und will?

          • (9) 06.01.17 - 10:39

            Ich hatte NICHT die Chance vorher zu gehen weil ich das nicht wusste dass sie die Polizei gerufen hat. Findest du das in Ordnung?

            Was klingt nicht gut an - ich will alles klären - ? Wenn du sauer bist und reden willst und jemand blockt dich immer ab dann freust du dich darüber und lässt es auf sich beruhen?

            Sie braucht sofort Abstand wenn ich etwas sage. Ohne Streit. Sie kann nicht streiten. Sie ist direkt eingeschnappt und redet nicht mit mir. Da könnte ich durchdrehen wenn ich einen Monolog nach dem anderen halte. Da kann ich gleich gegen eine Wand sprechen.

            • (10) 06.01.17 - 10:46

              erster Schritt zur Deeskalation:

              mit dem Monolog aufhören
              Unterbrechung
              und ausmachen, dass man am nächsten Tag (oder andere Zeitangabe) in Ruhe noch mal darüber sprechen wird

              • (11) 06.01.17 - 10:57

                Das heisst also SIE entscheidet wann wir etwas besprechen? So lief es im Prinzip in den letzten Monaten ab. Ich bin abgezogen und sie hatte ihre Ruhe. Doch es ist auf Dauer ätzend wenn du immer mir dickem Hals abhauen darfst und dann die restliche Nacht sauer vor dich hin fluchst. Wie soll das laufen wenn wir zusammen wohnen? Soll ich dann die Nacht auf der Straße verbringen weil sie mich nicht um sich herum haben will?

                • (12) 06.01.17 - 11:07

                  willst du wirklich mal mit ihr zusammen wohnen???
                  du kannst sie nicht ändern... und sie wird es auch nicht dir zuliebe schaffen/machen/...

                  ich kann auch nicht erkennen, wie das mal laufen sollte. ehrlich... #sorry

                  Meine Güte, über was zur Hölle kann man in einer so kurzen Beziehungszeit denn alles streiten? Und dann noch so hochschaukeln?

                  Ich sehe es so: ihr habt beide ein paar Latten locker und passt ohne Hilfe einfach nicht zusammen.
                  Sie hat nie eine sinnvolle Streitkultur gelernt und kann ohne professionelle Hilfe von Außen nicht aus dieser Rolle raus. Damit du dir das vielleicht mal ein bisschen besser vorstellen kannst: das ist wie ein Fillm, der dann bei ihr abläuft. Vielleicht fühlt sich sich dann wieder klein, bevormundet, erdrückt, betroffen. Und dann will sie ihre Ruhe und mit dir (dem Angreifer und Schuldigen, warum sie sich so schlecht fühlt) nichts zu tun haben. Konflikte rütteln an ganz alten, erlernten Verhaltensweisen. Die wenigstens Menschen sind da erwachsen genug, rational und uneingeschnappt auf Kritik zu reagieren.
                  Und du bist auch nicht viel besser. Du bedrängst sie und setzt sie unter Druck, wo viel Verständnis und liebevolle Begleitung nötig wäre. Sicherlich hast du auch einen Film, der bei dir abläuft. Du willst alles sofort klären, hier und jetzt. Deine jetztige Freundin ist aber nicht du und schon mal gar nicht wie deine Ex. Menschen haben unterschiedliche Erfahrungen, Systeme und verfallen in Notsitutation in kindliche Verhaltensweisen und alte Muster.

                  Deine Freundin tut das nicht aus Absicht. Aber es wäre wichtig, dass sie einsieht, dass sie sich Hilfe holen sollte. Für sich selbst. Denn Menschen die so reagieren, haben in der Regel ein niedriges Selbstwertgefühl und sind sehr unsicher. Das dürfte sich auch in anderen Situationen zeigen. Schon alleine für ihren Nachwuchs wäre eine selbstsicherere und ausgeglichenere Mutter gut.

                  Du solltest dich auch locker machen und eher ihre Not sehen und nicht deinen Wunsch nach "Klärung" der Situation in den Vordergrund schieben. Das ist auch nicht viel besser. Komme ihr entgegen.

                  Die Polizei zu rufen war pure Not ihrerseits. Vielleicht bist du auch nicht ganz ehrlich bei deinen Zeilen gewesen, du kommst hier eher dramatisch, aufbrausend bis hin zu aggressiv, sehr bestimmend und vor Allem wenig einsichtig rüber. Deine Freundin hat sich von dir bedroht gefühlt. Ob echt oder nur in ihrem Kopf, können wir nicht sagen. Für sie war es aber echt. Da musst du dir dringend selber an die eigene Nase fassen und dich ganz kräftig ändern.

                  Viel Glück!

                  • (14) 06.01.17 - 13:16

                    Dass sie es nicht absichtlich macht um mich zu ärgern ist mir bewusst. Ich versuche seit 7 Monaten damit zu leben wie sie sich bei Meinungsverschiedenheiten verhält. Gestern wollte ich es anders versuchen. Ist schief gelaufen.

                    Ich bin weder aggressiv noch bestimmend. Sie verträgt aber keine Kritik. Darum ist sie ins Bad und hat sich eingeschlossen weil sie das nicht hören wollte was ich ihr zu sagen hatte. Sie hatte nur Pech weil ich nicht abgehauen bin wie sie sich das gedacht hat. Und vor der Türe geblieben bin. Wenn sie das als Not empfindet ist es arg übertrieben. Das einzige was ich mir vorwerfen kann ist dass ihr Sohn von dem Lärm wach wurde. Das war dumm gelaufen und liegt an der Situation dass sie davon läuft statt sich zu unterhalten. Doch ich werde nicht die Schuld dafür auf mich alleine nehmen.

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