Seid Ihr schon mal Opfer von "Ghosting" geworden?

    • (1) 06.01.17 - 14:17
      "geghostet"

      Hallo zusammen,

      mich würde mal interessieren, ob Ihr schon mal in einer Partnerschaft oder auch Freundschaft Opfer vom sogenannten "Ghosting" geworden seid.

      Ich persönlich kannte ehrlich gesagt nicht mal den Begriff, bis es mir passiert ist und ich nach dem Thema gegooglet habe.

      Wie ist das bei Euch gewesen? Kommt das wirklich inzwischen so verhältnismäßig häufig vor?

      Bei mir war es folgendermaßen:

      Ich habe vor Jahren mal einen sehr netten Mann kennen gelernt. Wir hatten auf Anieb einen wunderbaren Draht zueinander, es war beinahe "magisch", wenn man solche pathetischen Ausdrücke benutzen will. Wir haben eine unglaublich intensive Zeit miteinander verbacht und hatten auch Pläne usw.
      Nach ein paar Monaten war er plötzlich "untergetaucht".

      Vorher haben wir täglich wechselseitigen Kontakt gehabt, wenn wir uns gesehen haben, war alles wundervoll, wenn ich mich mal nicht gemeldet hatte, kam der Anruf/die SMS und umgekehrt.
      Und plötzlich - weg war er. Ohne jede Vorankünigung. Es war alles wie immer gewesen. Kein Streit, keine vorherige, schleichende Abkühlung unserer Beziehung, nichts. Wir hatten uns getroffen, es war wunderbar und ein paar Tage später - nichts mehr!
      Er hat sich nie wieder gemeldet.

      Es war kein komplettes "Ghosting", also in dem Sinne das er unauffindbar war oder so. Aber ich habe ihn seitdem nie wieder gesehen. Ich habe zwei, drei Mal versucht in persönlich zu konfrontieren, aber er war nie zu Hause oder hat einfach die Tür nicht aufgemacht. Telefonate nahm er nicht mehr entgegen, auf SMS bekam ich keine Antwort oder nur sehr unpersönliche. Wenn ich konkret gefragt habe, was los ist, kam nur "Stress, viel zu tun, ich meld mich..."
      Er hat sich von sich aus nie wieder gemeldet. Wie gesagt, ich hab ihn nie wieder persönlich gesehen. #schwitz

      Das hängt mir heute noch nach, obwohl ich inzwischen sogar glücklich verheiratet bin.
      Einfach dieser unerkärliche Kontaktabbruch von heute auf morgen. Ohne Streit, ohne, das die Beziehung vorher schon "komisch" geworden war, ohne jede Erklärung seinerseits. Und wenn es nur eine popelige, feige SMS gewesen wäre á la: Sorry, ich will nicht mehr!

      Das wäre wenigstens IRGENDEINE Aussage gewesen, wenn auch keine Erklärung. Aber das war so grausam und gemein. Bis ich das mal wirklich geschnallt habe. Natürlich ist mit mir schon "Schluss gemacht" worden. Aber es wurde eben gemacht. So etwas hatte ich bis dato noch nie erlebt und es hat unendlich weh getan.

      Etwas ähnliches ist mir mal mit einer guten Freundin passiert. Da waren wir aber noch ganz jung, frisch volljährig.
      Wir waren unsere ganze Kinder - und Jugendzeit beste Freundinnen, haben alles miteinander geteilt. Dann habe ich eine Ausbildung angefangen, sie das Abitur gemacht. Von einem Tag auf den anderen hab ich sie nicht mehr erreicht. Sie hat sich am Telefon verleugnen lassen, ich sollte "Termine" ausmachen, um anzurufen... Wenn ich mal spontan vor der Tür stand hatte sie keine Zeit, ein Brief wurde nicht beantwortet...
      Auch von dieser Freundin habe ich nie wieder was gehört.

      Das hat mich unglaublich geprägt im Leben, was meine Fähigkeit Vertrauen zu fassen angeht. Ich habe bis heute Angst, dass Freunde, mir wichtige Menschen, einfach ohne Erklärung verschwinden.

      Ich finde das so respektlos und unfair. Wenn man eine Beziehung/Freundschaft beenden möchte, kann man das doch sagen. Und wenn es wirklich nur so eine miese Textnachricht ist. Aber immerhin ist es eine verständliche Aussage.

      Mich würden Eure Erfahrungen interessieren. Erzählt hier doch einfach Eure "Ghosting - Geschichte". Vielleicht hilft es zu sehen, dass es auch anderswo einfach passiert.
      Nachdem ich herausgefunden habe, wie dieses Phänomen genannt wird, habe ich mal dazu nachgelesen und festgestellt, dass es anscheinend immer wieder und mit zunehmender Häufigkeit passiert.
      #zitter

      LG

      • Der Typ hatte einfach keinen Bock mehr auf Dich und dann hat er sich nicht mehr gemeldet.
        Das ist eine gern genommene Masche vor allem bei Männern.
        Spurlos verschwunden war er ja nicht, da er ja noch die ein oder andere SMS beantwortet hat.

        Hoffe nur, dass Du beide nicht mehr zu sehr gestalkt hast, um eine Antwort zu bekommen.
        Wäre es ein Unterscheid gewesen, wenn er gesagt hätte, ich will nicht mehr tschüß?
        Brauchst Du den finalen Satz, um etwas akzeptieren zu können?

        Jeder Mensch kann Dich jederzeit verlassen, ob mit oder ohne Gespräch. Wenn man das akzeptiert, dann kann man entspannt leben.

        • Hallo!

          Doch da ist ein enormer Unterschied. Wenn du ihn selber nicht entdecken kannst, liegt bei dir einiges im argen.
          Zu einem höflichen Miteinander und respekt gegenüber anderen Menschen, gehört Kommunikation dazu. Egal erstmal, ob negative oder positive, aber gar keine Kommunikation ist unterste Schublade!

          Lg Sportskanone

          So ein käse!

          Es ist ja wohl ein himmelweiter Unterschied ob jemand sagt "du ich will nicht mehr, es passt nicht mehr" oder ob jemand, mit dem alles gut lief einfach von heute auf morgen aus dem Leben verschwindet!

        (7) 06.01.17 - 15:18

        Blödsinn. Und wenig einfühlsam. Thema verfehlt.

        Ich kann die TE nämlich gut verstehen, dass ihr das plötzliche und grundlose Verschwinden nachhängt. Mir ist das nicht mit einem Partner passiert, aber ich hatte eine Cousine, die gerne mal einfach abgetaucht ist. Wir haben uns zB Samstags getroffen und waren zusammen weg, alles war super lustig und vertraut, dann haben wir für nächsten Tag einen Termin zum Brunch/Laufen/Markt/.. fest ausgemacht und ich stand da wie bestellt und nicht abgeholt. Sie war nicht da. Einfach weg, nicht zu erreichen. Ging nicht ans Telefon, reagierte nicht auf Nachrichten und machte auch nicht die Tür auf. Bis nach ein paar Wochen wieder ankam als wäre nichts passiert. Das ist hochgradig verstörend und hat mich jedesmal tief verletzt. Ich habe mich immer automatisch gefragt, was ich falsch gemacht hatte, was da gerade schief lief, was ich getan hatte um so ein Verhalten zu verdienen und wie sie so mit mir umgehen konnte!?! Das nagt an einem, echt.

        Das hat sie übrigens mit vielen gemacht, auch mit ihrer Schwester oder ihren Partnern. Gerne auch gegeneinander ausspielend. Ihre Schwester stand einmal nach 300km Anreise für ein Schwesternwochenende vor verschlossener Tür, da Madame ohne Nachricht einfach mit ihrem neuen Lover in ein anderes Wellnesshotel entfleucht war. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

        Das war halt ihre Masche. Sie war ein extrem unsicherer Mensch, konfliktscheu, harmoniebedüftig und sehr anlehnungsbedürftig, konnte der tollste und liebste und aufmerksamste Mensch sein nur um dann innerhalb kürzester Zeit ablehnend, verletzend und niedermachend zu sein. Die Zeit mit ihr war ein stetiges auf und ab über all die Jahre. Wäre sie nicht meine Cousine gewesen und unter all dem Mist nicht trotzdem ein durchaus liebenswürdiger Mensch, hätte ich ihr die Freunschaft gekündigt. So habe ich es immer verletzt und getroffen hingenommen und versucht damit zu leben. Vor ein paar Jahren ist sie an Krebs gestorben und bei all der Trauer wurde mein Leben sehr viel ruhiger und leichter. Die Sorge vor ihrer Ablehnung, den permanenten Tanz auf dem Drahtseil gibt es nicht mehr. Und unter uns: dieser Seite an ihr trauert keiner nach..

        Will sagen: so ein Verhalten, dieser grundlose Kontaktabbruch ist heftig. Und es gibt tatsächlich Menschen, die geben keine Vorwarnung, da klingelt kein Frühwarnsystem. Diese Menschen haben bestimmt ihre Gründe für den Abbruch des Kontaktes/der Beziehung, aber leider teilen sie diese nicht mit und nehmen den Betroffenen die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen und lassen ihn zurück mit Schuldgefühlen. Das ist nicht schön.

        Trotzdem muss man damit abschließen und sich sagen: so ist es eben. Es lag vielleicht an mir, vielleicht auch nicht, das ist auch egal, fakt ist, der Kontakt besteht nicht mehr und gut ist. Ist ja auch besser so, wer möchte schon jemanden mit so wenig Rückrat?

        So jemanden wie dich würde ich weder gerne in der Bekanntschaft noch in der Verwandtschaft haben.

        Extrem egoistisch und rücksichtslos.

        (9) 06.01.17 - 16:27

        >>Wäre es ein Unterscheid gewesen, wenn er gesagt hätte, ich will nicht mehr tschüß?<<

        Ja, das hätte für mich in der Tat einen Unterschied gemacht. Schluss zu machen, eine Freundschaft zu beenden - das ist eine aktive Handlung. Man weiß woran man ist, akzeptiert es und wenn man traurig ist, dann heult man, isst Schokolade und verarbeitet es.
        Wenn man aber erst mal tage- oder sogar wochenlang nicht mal weiß(!!) was der Andere da beschlossen hat, wird man zutiefst gedemütigt.
        Die Sache mit der Freundin war da für mich übrigens schlimmer, als die Beziehung. Der Mann und ich waren ein halbes Jahr zusammen. Meine Freundin und ich waren beste Freundinnen seit der ersten Klasse. Und sie war der letzte Mensch, dem ich sowas zugetraut hätte.

        Vielleicht ist das für Dich ein normales Verhalten. Egal, welche Bindung man zueinander hat, egal, wie man zueinander steht - es gibt keine Verbindlichkeit mehr, keinen Anstand und wenn man keinen Bock mehr hat, dann ist der Andere nicht mal mehr einen Zweizeiler per SMS wert?
        Okay, wenn Du Dich so behandeln lassen willst oder andere so behandelst, ist das Deine Angelegenheit.

        Ich behandele meine Mitmenschen anders. Auch ich war natürlich schon mal an einem Punkt, an dem eine Beziehung für mich nicht mehr weiter ging. Dann sage ich das offen und ehrlich und gut ist es. Sowas nennt man Respekt. #aha

        LG

        • Ich habe nirgends geschieben, dass soetwas normales Verhalten ist, sondern eine gern genommene Masche, um sich aus dem Staub zu machen.

          Mir zu unterstellen, ich würde es genau so tun, weil es normales Verhalten sei, finde ich schon dreist. Das habe ich mit keinem Wort gesagt.

    Vielleicht hilft Dir die Erkenntnis, dass das Phänomen nichts mit Dir zu tun hat, sondern die Unfähigkeit zur Kommunikation der anderen Person als Ursache hat. Du hattest einfach Pech, dass es zweimal passiert ist, kannst aber sicher sein, dass diese Menschen das schon häufiger gemacht haben.

    Vor Allem bei Männern, die Beziehungen beenden wollen, scheint das in der Tat eine beliebte Methode zu sein. Statt auf Diskussionen, Erklärungen und evtl. einen handfesten Streit setzen sie lieber auf Totstellen, um schnellstmöglich ihre Ruhe zu haben.

    Hallo!
    Ich kann verstehen, wie es dich belastet.
    Mir ist es auch passiert. In der Schulzeit auf dem Gymnasium kam ich alleine ohne meine bisherigen Freundinnen in die Lateinklasse, kannte also niemanden und habe mich dann mit dem anderen Mädchen, was niemanden kannte, angefreundet. Wir waren dann mindestens 6 Jahre beste Freundinnen, wobei sie sehr inaktiv war. Das heißt Freizeitaktivitäten gingen meist von mir aus, auch wo wir dann beide unsere Ausbildungen begannen, hatten wir noch viel Kontakt. Und von einem Tag auf den anderen nichts mehr!
    Ich habe dann noch einige Versuche gestartet, bin hingefahren usw, nette Briefe geschrieben, es kam nichts zurück, Reaktion an der Tür abweisend....
    Ich habe es dann gelassen, es hat mich immer beschäftigt, bis ich dann nach vielen Jahren (ich hatte da schon 2 Kinder), es wieder probiert habe.

    Auf einmal kam wieder Reaktion von ihr, sie kam mich besuchen, sie freute sich, war wie "früher",
    wir hatten wieder KOntakt, auch von ihr kam was. Dann bekam ich mein drittes Kind und sie wurde Patentante, kam immer (auf Einladun von mir) zu Taufe, Geburtstag usw.

    Das blieb auch, als sie 2 Kinder bekam (ihren Mann kenn ich von früher,). Sie kam immer (uns lud sie nie ein!!!) und von einem Tag auf den anderen, war wieder Schluß. Keine Reaktion mehr. Ihrem Patenkind schickt sie seitdem zu Geburtstag und Weihnachten nur noch Päckchen (sie lebt also!) Auf FRage, ob was sei von mir, keine Antwort. Einladungen von uns werden ignoriert (seit jetzt 2 Jahren).
    Ich habe es aufgeben und mit ihr abgeschlossen, aber es steht immer ein WARUM? im Raum.

    Lg Sportskanone

    Ich habe das mal gehabt. Habe einen Mann kennengelernt, wir haben uns einige male getroffen und dann hat er sich nicht wieder gemeldet.
    Genauer gesagt, er war bei mir, wir haben beschlossen, schwimmen zu gehen, er fuhr nach Hause um seine Badesachen zu holen und hat sich statt dessen nie wieder gemeldet.
    Es hat mich sprachlos gemacht, ich habe allerdings nicht hinterher telefoniert und habe das recht schnell abgehakt und nicht wieder dran gedacht.
    Dass ich Höllenqualen litt oder es bleibende Eindrücke hinterlassen hat, kann man nicht sagen.

    Hallo,

    das heißt Sich-tot-stellen, Bin-nicht-mehr-da und einfach schlechte Manieren.

    LG
    Lana

    Hallo,

    das ist mir während des Studiums mit einem Freund passiert.

    Wir haben uns vom ersten Tag an sehr gut verstanden, wir haben Laborteams gebildet, wir sind essen gegangen, feiern gegangen, ins Café gegangen, wir haben bei ihm gelernt, zusammen die Pausen verbracht, wir haben uns richtig gut miteinander angefreundet. Wir haben viel außerhalb der Uni gemacht, wir haben über viel Privates geredet, und wir konnten uns ziemlich offen eigentlich alles sagen.

    Nach 2 Jahren hörte das Sommersemester früher auf, wir hatten Praktikumsphase. Ich in einer Nachbarstadt, er in einem anderen Land. Er war die ersten Wochen noch hier, und ich wunderte mich, warum ich nichts von ihm hörte. Ich rief auch an und schrieb ihm, weil ich durch Zufall entdeckt hatte, dass seine absolute Lieblingsband (völlige Nische und aus dem Ausland, also ein echter Glücksfall) in der Stadt spielen würde. Keine Reaktion.

    Dann war er eh im Ausland, und für mich ist eine Freundschaft nicht gleich zu Ende, nur weil sich jemand mal zurückzieht. Ich bin ihm also nicht hinterhergerannt.

    Das Semester ging los, er tauchte nicht auf, und zwei Tage später erfuhr ich von einem Kommilitonen, dass er den Studiengang gewechselt hatte und ans andere Ende von Deutschland gezogen war. Er war vorher nochmal in der Stadt gewesen, um alles zu erledigen, er traf sich noch mit einem großen Teil des Studiengangs zur Verabschiedung. Ich erfuhr von nichts. Ich schrieb ihn an - keine Reaktion. Er kam auch ein paar Monate später nochmal und lud die üblichen Verdächtigen zum Glühweintrinken ein, in einem Gruppenchat. Ich erfuhr davon, fragte ihn ganz neutral, was los wäre und ob ich was falsch gemacht hätte. Keine Reaktion.

    Ich habe nie wieder was von ihm gehört.
    Und stehe bis heute da und bin verletzt und enttäuscht und fassungslos. Ich habe große Probleme damit, Leute wirklich in mein Leben zu lassen, und wenige wirklich gute Freunde. Sein Verhalten war in der Hinsicht ein echter Tiefschlag.

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