Bitte um angemessene Antworten

    • (1) 09.01.17 - 15:13
      Verarbeiten

      Hallo an alle, ich habe eine etwas komplizierte Geschichte.
      Mein Mann und ich sind 7 Jahre zusammen und haben ein Kleinkind.
      Mein Mann ist recht impulsiv und ich recht sensibel. Wir haben früher heftig gestritten und er hat mir manchmal große Angst gemacht. Nach einem Streit konnten wir immer gut redet und er hatte an sich gearbeitet und macht es auch heute noch. Ich habe an uns geglaubt, bin bei ihm geblieben, auch wenn es teilweise grenzüberschreitend gewesen ist. Er hat sich unglaublich gebessert und bleibt fast immer auf dem Teppich. Ich bin ihm dankbar dafür doch gehen mir die alten Dinge nicht aus dem Kopf. Ich frage mich, warum ich nicht gegangen bin und träume davon, verliebt zu sein, neu anzufangen. Ich sehe immer einen Schatten über unserer Ehe. Er ist super lieb und ein toller Vater und Ehemann. Hilfsbereit und Liebevoll. Warum sehe ich diesen schlechten Menschen in ihm. Ihm tut alles leid aber er versteht mich zur Zeit nicht. Er weiß nicht was er machen soll. Er hat sich ja gebessert und versucht es ja auch weiterhin. Ich kann nicht verzeihen und würde manchmal gerne ausbrechen. Ich mag schon gar nichts mehr sagen aber ich habe das Gefühl reden zu wollen. Mit ihm geht es schlecht. Er denkt ich gebe ihm die Schuld an allem und irgendwie ist es sogar so. Ich bin total traurig. Stehe mir und meinem Glück selbst im Weg, nur weil ich das Geschehen e nicht begraben kann. Hat jemand von euch so etwas schon mal geschafft? Kann mir jemand einen Rat geben? Warum will ich manchmal alles kaputt machen. Wir haben ein Kind, es hat es verdient beide Eltern um sich zu haben. Warum bin ich so sauer, auch nach Jahren? Es gibt Phasen, da denke ich total positiv, liebe ihn und dann kommen Phasen der Wut. Bitte nur vernünftige Antworten. Danke

      • Was kannst du ihm nicht verzeihen? Worüber hast du diese Wut?

        • (3) 09.01.17 - 15:21

          Wutausbrüche. Gegen die Tür hauen, damit ich öffne. Gas geben beim Autofahren obwohl ich gebeten habe, es zu lassen, mich an dich Wand drücken oder einfach stundenlang nicht bauf den Teppich kommen und pausenlos zu reden, gegen mich. Hört sich total Assi an. So sind wir eigentlich nicht. Sind sehr liebevolle Eltern in guter Wohngegend und eigentlich total normal. Keine Ahnung wie das sein kann.

          • Du sagst, all das hat sich in den letzten Jahren gebessert.

            Dennoch muß das Geschehene wohl noch aufgearbeitet werden. Rede mit ihm darüber. Kannst du mit ihm darüber ein ruhiges Gespräch führen, ohne dass es eskaliert?

            Vielleicht hilft es dir, das alles, was dich noch so sehr beschäftigt, die Gefühle die du dabei hast, ihm gegenüber nochmal anzusprechen, mit ihm darüber zu reden, warum er zur damaligen Zeit oftmals so reagiert hat... und, und, und.

            Manchmal gibt man dadurch, daß man es ausspricht, ein Stück weit die Last ab.

            Langfristig wird es nur mit gegenseitigem Vertrauen funktionieren.

            LG

      Ich verstehe nicht ganz wie du einerseits sagst dass du ihm nicht verzeihen kannst, aber auf der anderen Seite, dass du ihn liebst und noch ein Kind mit ihm bekommen hast.

      Hop oder Top. Entscheide dich was du nun fühlst und für die Zukunft willst. Alles andere ist euch allen dreien nicht fair gegenüber.

      (6) 09.01.17 - 15:25

      Er hat wohl irgendwas in Dir kaputt gemacht.

      Wie lange sind denn diese Ausbrüche her?

      • (7) 09.01.17 - 15:40

        Es ist zwei Jahre her. So langsam ist er von dem Thema etwas genervt. Er kann ja nicht mehr als an sich arbeiten. Wenn irgendwie Stress ist oder etwas nicht auf Anhieb klappt, steigt in mir die Angst, dass er an die Decke gehen könnte. Das Urteil ihm auch weh. Wir können reden aber immer wieder... Tut ihm auch weh. Ich habe an uns geglaubt u d damals waren wir in einer Paarberatung. Die Frau hat immer gesagt, dass er es in den Griff bekommen wird

        • (8) 09.01.17 - 15:54

          Du hast Angst vor ihm, was ich sehr gut verstehen kann, wenn ich nur die Sache mit dem Autofahren lese.
          Ich denke schon, dass sich jemand in den Griff bekommen kann, wenn er an sich arbeitet...... oder älter und reifer wird. Du sagst ja auch, dass er sich sehr gebessert hat.

          Es wird noch Zeit brauchen, bis Du ihm wieder ganz vertrauen kannst.

          Hallo.

          Ich kann verstehen, dass er genervt ist. Steckt bei dir wirklich nicht etwas anderes dahinter? Oben hast du geschrieben, du träumst davon, neu verliebt zu sein und neu anzufangen! Da ich in der gleichen Situation stecke, wie du, leider mit dem Unterschied, dass mein Mann es bislang nicht geschafft hat, sie tatsächlich zu ändern, kann ich sagen, dass zumindest ich derlei Gefühle überhaupt nicht habe. Wenn phasenweise ein unerträgliches Maß erreicht ist, sehne ich mich nach Ruhe und Frieden und nicht nach dem nächsten Mann.

          Ich kann sagen, dass ich meinem Mann alles vergeben könnte, würde er sich dauerhaft ändern. Die Hoffnung gebe ich noch nicht auf.

          Was du tust ist daher in der Tat unfair. Mach ihm nicht immer wieder die Vergangenheit zum Vorwurf, wenn du nicht einen Rückfall provozieren willst.

          Ihr wart in der Therapie. Er hat daraus offenbar gelernt. Wenn du aufrichtig an euch interessiert bist, solltest DU jetzt an deinem Problem arbeiten. Geh zur Not nun selbst zur Beratung um deinen Argwohn in den Griff zu kriegen. Er hat die Probleme ja offenbar im Griff.

          Alles Gute.

          • (10) 09.01.17 - 18:43

            Danke, das ist auch schon mein Gedanke gewesen. Ich weiß das ich ihm das alte nicht mehr vorwerfen darf. Es ist aber schwer. Sobald es Mal stressig wird oder ihm was nicht passt, bekomme ich wieder etwas Angst

        Na klar, das sitzt auch alles ganz tief. Deine Seele hat in solchen Momenten ganz arg gelitten. Deswegen denkst du auch gleich, das wenn was vorfällt was evtl nicht seinem Willen entspricht, das er sofort wieder aus der Haut fährt. Man wartet quasi dadrauf.
        Mein Ex war sehr böse zu mir. Er war psychisch irgendwie gestört.. ich habe viel erlebt und habe mich auch jahre nach der Trennung noch dabei erwischt, das wenn ich mit meinem jetzigen Mann Streit habe, er ganz genauso ausflippt. Dabei ist das ein komplett anderer Typ.
        Du siehst also, das zu verarbeiten, solang man keine Therapie macht, kann sich über Jahre hinziehen.

        Ichverstehe auch das du ihm die schuld an allem gibst. Ist es auch aber er versucht es zu ändern. Du musst wissen ob du deinen Mann noch liebst und ob eure ehe noch eine chance verdient hat.
        Du musst erst wieder lernen, vertrauen in ihm zu haben aber das ist nicht einfach. Deswegen diese unterbewusste abneigung gegen deinen Mann.

        Wenn du es nicht mehr erträgst, ist eine trennung sinnvoll denn ich vermute, das wenn es so weitergeht, er evtl wieder ausflippen könnte.

        Oder du gibst allem nochmal eine chance, machst eine therapie und lernst neues Vertrauen.

        Ich glaube, ich selber habe ca 8/9 jahre gebraucht um das erlebte einigermaßen zu akzeptieren und damit klar zu kommen.

(12) 09.01.17 - 16:11

Mein Mann und ich hatten auch eine sehr schwere Anfangszeit...wir haben sehr heftig gestritten...leider auch grenzüberschreitenden und ich hatte auch eine zeitlang Angst. Wir haben viel geredet und jetzt führen wir seit Jahren eine glückliche Beziehung... es ist auch nie wieder etwas vorgefallen.

Ich glaube du warst noch nicht soweit für den nächsten Schritt..ein Kind bekommen usw. Du hast richtig erkannt er kann nicht mehr machen....jetzt liegt es an dir ob du verzeihen willst und kannst. Vllt das ganze nochmal aufarbeiten mit professioneller Hilfe? Also du alleine?

Und wenn es nicht hilft solltest du eine Trennung in Betracht ziehen. Nur wegen einem Kind in einer Beziehung bleiben die dich nicht glücklich macht geht nicht gut.

(13) 09.01.17 - 16:22

Puh, ich hatte mal einen Freund, eigentlich ein netter Kerl, lieb, hilfsbereit, aber wenn er was getrunken hatte konnte er sehr explosiv sein und einmal ist es so eskaliert, dass er mich in meiner Wohnung nachts vor sich hergetrieben, geschüttelt, geschrien und mich an die Wand gedrückt hat. Und das alles vor meinem kleinen Kind. Ich hatte zwei Wochen lang blaue Flecken an den Armen und mein Kind (nicht von ihm) hatte alles mitbekommen und war total verstört. Ich habe diesen Mann noch in der Nacht von der Polizei aus meiner (nicht seiner) Wohnung verweisen lassen und den Kontakt komplett abgebrochen. Da hatte ich lange dran zu knabbern. Ich war vorher noch nie körperlich angegriffen worden und hatte auch keine Erfahrungen mit Menschen, die so ausrasten können und nicht mehr erreichbar sind. Für mich war eine Zukunft mit diesem Mann danach ausgeschlossen und unvorstellbar.

Dein Typ trägt diese Ausraster auch in in sich. Vielleicht hat er sich jetzt unter Kontrolle, aber es ist ja noch da. Da reicht eine Situation in einem ungünstigen Moment und BOOM. Und ich glaube, dass ist das, womit du nicht klarkommst. Die begründete Angst vor der Wiederholung. Und ich denke auch, dass du allen Grund dazu hast.

Natürlich ist es doof für ihn, wenn du dieses Thema immer wieder auf den Tisch bringst. Etwas, was er gerne vergessen würde und für das er sich in wachen Momenten bestimmt schämt. Aber erstens war es ja kein einmaliger Ausrutscher und zweitens ist er immer noch nicht bereit, diesen Teil seines Charakters anzuerkennen und mittels professioneller Hilfe zu bearbeiten. Ein "normaler" Mensch tickt in Konflikten ja nicht so aus. Es hat also Ursachen, die in seiner Persönlichkeit und in seinem Leben, auch seiner Kindheit, zu suchen sind. Es gibt tolle Verhaltenstherapeuten, die ihm helfen können, mit diesem Teil seiner selbst umgehen zu lernen und auch Methoden beibringen können, damit es nicht mehr eskaliert.

Ich würde ihm in einem ruhigen Moment liebevoll sagen, was für ein toller Partner und Vater er ist. Aber dass du mit diesem Teil seines Charakters nicht klar kommst, etwas in dir zerbrochen ist (und das nennt sich 100%iges blindes Vertrauen) und dass du Angst vor einer Wiederholung hast. Und die ist auch begründet, was ist, wenn er wegen oder im schlimmsten Fall auf euer Kind losgeht? Kleinkinder können ganz schön nerven und es wird nicht leichter, je größer sie werden ;-) Er muss daran mit Hilfe von Außen arbeiten, und das würde ich ihm klipp und klar sagen. Und das wäre auch meine Bedingung für ein weiteres Zusammenleben.

Und bitte, du meine Güte, schieb dein "Kind und soll nicht ohne Vater aufwachsen Gedöns" bitte nicht vor, nur damit du nicht handeln oder unbequeme Wege gehen musst. Dein Kind kann wie Millionen andere auch gut und glücklich mit getrennten Eltern aufwachsen. Ja, ich wage sogar die Vermutung, dass es eine seeeehr gute Idee wäre, es vor seinem cholerischen und mit mangelnder Impulskontrolle ausgestatteten Vater zu schützen, bis dieser eine Therapie gemacht hat.

Ich lege dir auch mal diese Seite hier ans Herz, vielleicht erkennst du dich da in einigen Dingen wieder http://www.re-empowerment.de

Bleib stark!

Huhu

Ich glaube, da hilft nur professionelle hilfe.

Er hat scheinbar getan, was er konnte. Aber du bist zu tief verletzt. Das darfst du auch sein, aber wenn du eure beziehung noch retten willst, such dir hilfe, das vergangene zu verarbeiten, ob mit ihm als paartherapie oder ohne ihn allein.

Alles Gute.

  • (15) 09.01.17 - 18:59

    Danke für eure Antworten. Ich weiß gar nicht was ich als erstes machen soll. Mit ihm reden, zum xten Mal? Selbst in Therapie? Ihm das auferlegen? Vielleicht hat er es mega gut im Griff und ich Kitzel es nur heraus, mit dem GEREDE. Mit unserem Kind ist er nicht annähernd so gewesen. Er trennt das wohl. Wir hatten ein Schreiben und haben die ganzen vier Monate nie gestritten. Er zeigt mir sehr, dass er sich gebessert hat. Er weiß auch, dass ich sofort gehen würde. Er meinte, meine Angst müsse ich nun selbst in den Griff bekommen. Klar hätte ich gerne das er an sich arbeitet. Er will aber keine Therapie mehr. Er macht seinen Meister und ist ohnehin schon viel weg.

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