Desinteresse meines Mannes. Erwartungen von ihm?

    • (1) 11.01.17 - 13:49
      Mrs.Uninteressant?

      Hallo,
      ich bin momentan gesundheitlich etwas angeschlagen. Angefangen hat alles Anfang Oktober, als ich einen Arbeitsunfall hatte. Ich bin mit schwerer Ware gestolpert und hatte Rückenschmerzen, die immer schlimmer wurden. Resultat ist ein Bandscheibenvorfall. Anfangs war es wirklich extrem schlimm. Ich konnte nicht mehr ohne Gehilfen laufen, im Liegen die Postion wechseln oder vom Sofa aufstehen. Obwohl ich wirklich schlimme Schmerzen hatte, habe ich versucht einen Weg zu finden keinem zur Last zu fallen. Hin und wieder, als ich noch keine Gehhilfen hatte, bat ich meinen Mann mir beim Aufstehen behilflich zu sein oder mir in der akuten Phase in die Socken oder Hose zu helfen. Auch wenn ich es versucht habe ist in der Zeit natürlich z.B. das Kochen fast hauptsächlich an meinem Mann hängen geblieben.
      Ich habe zugesehen, dass ich wieder mobil werde, was mithilfe von Schmerzmitteln und Krankengymnastik innerhalb von 1,5 Wochen geklappt hat.

      Infolge der Behandlung bekam ich unter Röntgen Spritzen in den Rücken u.a. mit Cortison. Diese habe ich nicht vertragen und habe satte neun Tage lang extreme Kopfschmerzen gehabt, die eigentlich nur im Liegen besser wurden. Trotzdem und weil Weihnachten war, habe ich alles mit meiner Familie zusammen gemacht. Zwar mit Pausen wenn mir vor Schmerz übel wurde, aber es hat geklappt. Die Fahrt in den Urlaub war der Horror, da ich die Fahrgeschwindigkeit irgendwie vom Kopf nicht einsortieren konnte. Ich brauchte eine Pause und dann ging es wieder.
      Zum 31.12. hat mein Arbeitgeber, bei dem ich bereits fünf Jahre beschäftigt war, meinen Arbeitsvertrag auslaufen lassen, da ich nicht mehr zu gebrauchen wäre.
      Am 01.01. wurde mir ganz flau im Magen. Zunächst dachte ich, ich hätte mir einen Infekt eingefangen. Leider war es kein Infekt sondern der Kreislauf, der versagt hatte und nicht wieder in Schwung kam. So durfte ich an diesem Tag zum ersten Mal als Patient in einem RTW mitfahren und verbrachte sechs Stunden im Krankenhaus, mein Mann an meiner Seite.
      Nun beobachtete ich nach dem Besuch im Krankenhaus, dass mein Ellenbogen immer dicker wurde und ging zu meinem Hausarzt. Ich bekam Salbe. Der Ellenbogen wurde immer dicker, also bin ich zu meinem Chirurgen. Der äußerte einen Verdacht und schickte mich ohne Umwege ins städtische Krankenhaus. Ich bat eine Freundin mit mir zu fahren, falls ich selber nicht mehr fahren hätte dürfen. Zum Glück durfte ich gleich wieder gehen, laut Arzt war es ein Hämatom.
      Am nächsten Tag rief ich dann wieder bei meinem Chirurgen an, der mich sofort zum Gefäßchirurgen schickte. Bei der Untersuchung kam dann heraus, dass es doch kein Hämatom, sondern eine Thrombose + Entzündung ist :-(
      Trotz eingewickeltem Arm von der Schulter bis zur Hand versuche ich alles zu machen, bin stundenlang mit dem Auto unterwegs u.s.w.
      Und trotzdem scheinen meine Bemühungen nicht zu reichen. Gestern hatte ich Arzttermine, musste die Kinder holen und bringen, habe die Katze zur Kastration gebracht und geholt usw. Ich saß über sieben Stunden nur im Auto und war kaum zuhause. Als ich abends mit den Kindern ankam, hatte mein Mann den Haushalt erledigt. Es war aber nicht so, nach dem Motto, er habe es freiwillig oder unterstützend getan, sondern hatte eher den Beigeschmack von Unzufriedenheit und Erwartungen.
      Mein Mann weiß überhaupt nicht wie die Untersuchungen abgelaufen sind, was ich darf oder nicht, dass ich den ganzen Tag unterwegs war oder wie es mir geht. Er fragt nicht nach, weil es ihn einfach nicht interessiert und ich klage und jammer nicht. Wenn ich versuche ihm etwas zu erklären oder erzählen fängt er einfach mittendrin an am Handy zu spielen oder ähnliches.
      Ich finde es etwas seltsam und habe ihn gefragt, ob es ihn einfach nicht interessiert. Doch doch...und schon wanderte der Blick wieder ins Handy.
      Letzte Woche hatte meinen Mann einen Männerschnupfen. Für mich ist es dann selbstverständlich ihn zu entlasten, mich zu erkundigen wie es ihm geht oder zu fragen, ob er etwas braucht oder ich ihm zubereiten kann. Auch total logisch für mich, dass ich ihm dann Ruhe gönne und die Kinder übernehme. Umgekehrt ist es ganz selten so. Vielleicht fehlt ihm ja auch ein Gefühl von Fürsorge.
      Oder vielleicht bin ich gerade auch etwas empfindlich und würde etwas Ruhe benötigen. #kratz

      LG

      • Hallo,

        du nimmst auch alles mit, oder? #liebdrueck

        Kann es sein, dass deinem Mann alles zu viel wird? Es geht ja seit Oktober so und er wird auch berufstätig sein. Das soll jetzt keine Entschuldigung für deinen Mann sein, aber könntest du vielleicht deine Mutter, Freundin usw. nach Entlastung fragen?

        Wünsche dir gute Besserung.

        Ich kenne das.

        Wenn was ist, muss ich meinem Mann das auch immer extra sagen. Er geht davon aus, wenn ich nix sage, ist schon alles ok.

        Wenn ich ihm aber sage, dass es mir nicht gut geht und ich dass und das nicht machen kann/soll, dann hilft er mir ganz selbstverständlich.

        Ich bin auch so, dass ich sobald er krank ist sofort Rücksicht nehme und alles, er ist aber jemand, dem man sowas sagen muss, also wie schlecht es mir geht.
        Ich glaube, dass ist ein ziemlich weit verbreitetes Kommunikationsproblem zwischen Mann und Frau.

        Nach Möglichkeit würde ich eine ruhige Minute abpassen und ihm sagen, dass du gerne Abends mal mit ihm reden würdest und ihm dann ruhig und ohne Vorwürfe sagen, wie es dir aktuell geht und was du dir von ihm wünschen würdest.

        Ich meine immerhin hat er den Haushalt ja erledigt und hat er wirklich gesagt, dass er unzufrieden war, oder war das mehr dein Gefühl, evt. auch ein schlechtes Gewissen deinerseits, dass er das machen musste? Weil dein Beitrag so ein bisschen danach klingt, als würdest du dir selbst Vorwürfe machen, dass du nicht alles im Moment schaffst, und das ist absoluter Quatsch.

        Mein ganz spontaner Gedanke dazu und ohne Dir auf die Füße treten zu wollen ist: Selbst schuld wenn Du das alles machst.

        Es ist schlimm, dass es Dir so schlecht geht. Es ist auch blöde, dass Dein Mann so unaufmerksam ist. Aber mal ehrlich, das wird er nicht seit gestern erst sein oder?

        Du gönnst Dir keine Ruhe, Du machst alles und noch mehr und erwartest großen Dank dafür, den bekommst Du nicht. Klar ist man da beleidigt.

        aber ganz ehrlich... warum machst Du das? du was Du tun kannst, ohne Dich zu verbiegen und was nicht geht geht nicht.

        Wieso kann ein Urlaub nicht abgesagt werden, wenn es Dir so schlecht geht, dass Du schon die Fahrt kaum überstehst?
        Warum hast Du Weihnachten unter starken Schmerzen "alles mit Deiner Familie gemacht" - wenns doch eigentlich nicht ging? Was wäre passiert, hättest Du das nicht gemacht?

        Sage mal "nein, das kann ich nicht". Ja man hat als Frau dann oft das Gefühl, das ginge nicht, wenn ICH das nicht mache bricht hier alles zusammen. Aber nein, das tut es nicht. Stell Dir vor Du hättest einen Unfall und müsstest im Krankenhaus liegen - dann müsste Deine Bande auch ohne Dich zurecht kommen - und ich bin sicher, das würde sie auch.

        Oftmals braucht die Familie es nicht halb so perfekt, wie "wir" uns den Stress machen. Geh mal öfter in Dich und überlege, ob das nun wirklich so sein muss. 7 Stunden Autofahren am Tag? und ob das versicherungstechnisch mit dem gebundenen Arm so klasse ist ist eine ganz andere Sache.

        Lichtchen - gute Besserung

        • Ich sehe das im großen Ganzen wie du.

          Im Lauf der Jahre habe ich beobachten können, dass es Männer gibt, die sich verhalten wie die drei Affen "nichts sehen, nichts hören, nichts sagen", wenn die bequeme Routine des Alltags zeitweise durch eine "nicht voll funktionsfähige" Frau bedroht war.
          Solche Männer brauchen Ansagen mit dem Holzhammer.

          Allerdings verstehe ich Frauen nicht, die, egal was ist, die "Heldin des Alltags" spielen, leiden, ohne zu klagen, womit sie sich keinen Gefallen tun, weil dann niemand Rücksicht auf sie nimmt.
          Davon hat niemand was und die Frau baut nur Aggressionen auf.

          • Ganz genau - der Mann muss nix ändern - seine Frau funktioniert ja trotz Krankheiten. Und funktioniert sie wirklich nicht, sitzt er auch brav mit ihr 6 Stunden im Krankenhaus.

            Klare Ansagen sind immer besser als stumme leidende Erwartungen.

            Lichtchen

      Zunächst mal- fühl dich gedrückt! Du hast viel einstecken müssen die letzte Zeit :-( Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten.

      Zum Thema: Ich finde dass dein Mann nicht sonderlich liebevoll oder unterstützend ist! Es macht den Eindruck als ob Ihm dein Zustand relativ egal ist- ärgerlich halt dass du nicht mehr so "funktionierst" wie vorher.

      Für mich klingt das respektlos und wäre für mich keine haltbare Situation.

      Ich würde Ihm das Handy aus der Hand nehmen und ein ernsthaftes Gespräch mit Ihm führen- wie es dir geht, wie er dich unterstützen MUSS und das ohne leidenden Gesichtsausdruck. Ihr seid ein Team!! In guten wie in schlechten Zeiten.

      War er schon immer so oder erst in der letzten Zeit? Gehörst du zu den Frauen die Ihren Männern vorher alles erledigt haben? Falls ja, kein Wunder dass die Umstellung für Ihn dann groß ist - dennoch muss er jetzt und in Zukunft mit anpacken.

      Gute Besserung!!!

      #winke

      (8) 11.01.17 - 14:10

      Mag jetzt etwas hart klingen, Du bist es doch selber schuld, ich würde Deine Schmerzen etc auch nicht ernst nehmen, wenn Du trotzdem draußen rumturnst, Auto fährst und alles machst.

      Würdest Du im KH liegen, müßte es ja auch irgendwie geregelt werden.

      Also Du bist krank, dann kurier Dich aus oder willst Du eine dauerhafte Schädigung erleiden?

      Und wenn Dein Mann Schnupfen hat und einen auf Todsterbenskrank macht, mußt Du das doch nicht unterstützen und noch fragen, ob er was braucht oder Du was machen sollst etc.

      Jeder Single übersteht alleine zu Hause einen Schnupfen, da wird auch niemandem der Hintern nachgetragen. Mit einem Schnupfen kann man sich trotzdem bewegen etc und der ist nicht gesundheitsgefährdend.
      Was Du jedoch mit Deine Gesundheit machst, ist unverantwortlich!

      (9) 11.01.17 - 14:49

      auch wenn es etwas harsch klingen mag, es ist nicht so gemeint:

      hör auf, die Märtyrerin zu sein!

      klare Worte, was du brauchst, wofür du dankbar bist, was für dich GUT machbar ist (ohne zu leiden) und was nicht, etc... ich vermute, er ist ein Typ, der seine Komfortzone so weit es geht ausbaut und erweitert (ohne es böse zu meinen) und du passt wie der Deckel auf den Topf: du versuchst alles schon vorher gelöst und erledigt zu haben, bevor ein Problem daraus werden könnte (überspitzt ausgedrückt)...

      leg die Hemmung ab und sag, was für dich Sache ist...
      Erwartungen und Hoffnungen sind da leider kontraproduktiv!!

      dann trägst du auch nicht mehr alles aif deinen Schultern und musst mit deinem Rückgrat herhalten - dann wird jeder in die Verantwortung/Pflicht genommen ;-)

      und vielleicht findet ihr Wege, dass ihr mehr Unterstützung bekommt... zwei Kinder und Jobs und Schmerzen - das ist wirklich zu viel!!

      alles gute und ganz gute Genesung!

      Du solltest:
      a) ein ernstes Wörtchen mit deinem Mann sorechen
      b) dich auskurieren und nicht die Katze zum Tierarzt bringen wegen etwas, das verschoben werden kann oder in den Urlaub fahren, wenn Dir übel wird bor Schmerz

      Wie kann ein Arbeitsvertrag nach 5 Jahren eigentlich auslaufen wefen Krankheit?

      Du scheinst mir in der Rolle des armen Opfers voll aufzugehen. Mach Schluss damit!

      Hallo

      dich ereilt gerade das Schicksal aller Frauen, die meinen immer funktionieren zu müssen.
      Das signalisiert deinem Mann natürlich , dass es so schlimm schon nicht sein kann.

      Darüber hinaus gibt es nicht wenige Männer, die mit Krankheiten der Partnerin, nicht gut umgehen können.
      Diese Erfahrung habe ich vergangenes Jahr auch gemacht.
      Teilweise hat man aber selbst schuld, weil man ja trotzdem das Notwendige macht.

      Man darf auch nicht erwarten, dass vom Mann der selbe Aufwand/Pflege wie bei seinem Männerschnupfen betrieben wird.#schein

      Du musst dich um dich selbst kümmern und ganz klar einfordern und kommunizieren, was geht und was nicht.
      Ausführliche Erklärungen sind oft leider nicht erwünscht und hilfreich.
      Schreib ihm einen Brief mit den notwendigen Erklärungen,was du kannst und was nicht.
      Den muss er lesen.
      Ansonsten besorge dir eine Putzhilfe und lass ihn die Autofahrten machen.
      Anders kommst du nicht weiter.
      Vielleicht kannst du bald in Kur???
      Sprich mal deine Ärzte darauf an.

      L.G.

      Kann es sein, dass dein Mann gar nicht weiß, wie schlecht es dir geht?

      (13) 11.01.17 - 15:58

      Bemerkenswert wie die anwesenden Damen für das Verhalten von Prinz Popo noch Verständnis und Erbarmen zeigen. In meinen Augen ist es unterste Schiene seine erkrankte Frau so hängen zu lassen und nicht einmal auf die leiseste Idee zu kommen ihr Untersstützung anzubieten. Hauptsache der Gemahl hat es bequem und muss selbst nicht einmal seine drei funktionierenden Gehirnzellen bemühen weil Männer ja nun einmal so sind, ein wenig dümmlich aber ansonsten ganz lieb.

      • (14) 11.01.17 - 16:01

        ist diene Sichtwiese wirklich so anders?

        viele Antworten hier sagen, dass die TE durch ihr Weiterfunktionieren dem Mann gar nicht die Gelegenheit gegeben ist, zu kapieren, dass sie so leidet
        und sie schreibt tatsächlich eher wie eine Märtyrerin und wie eine super-taffe Frau, die eher über ihre Grenzen geht, als dem Mann genau das zu sagen, was du schreibst...

        • (15) 11.01.17 - 16:04
          Andere Sichtweise

          Sie sprach ihn darauf an, er spielt auf seinem Handy... Gibt sicher viel Wichtigeres auf der Welt als die Erkrankung der eigenen Ehefrau.
          Wenn jemand krank ist finde ich es ein Unding vom Erkrankten noch zu verlangen Unterstützung einzufordern, darauf kann ein am Wohlergehen der Gattin interessierter Gemahl durchaus alleine kommen.
          ...schreibt übrigens ein Mann, den es befremdet, wie die hiesige Damenwelt so über die Männer denkt...

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