Mein Mann versteht mich nicht

    • (1) 11.01.17 - 17:03
      traurige-sie-

      Hallo

      ich muss mir was von der Seele schreiben was mich seit Wochen selbst belastet. Und zwar streiten mein Mann und ich darüber wann ich wieder anfange zu arbeiten. Zur Erklärung: Ich arbeite in der gleichen Kanzlei wie er als als Rechtsanwaltsgehilfin und habe vor 4 Monaten ein Baby bekommen. Dementsprechend bin ich jetzt in Elternzeit. Eigentlich war es so geplant, dass ich ein Jahr zu Hause bleibe und in dieser Zeit ist eine Vertretung für mich eingestellt. Nun sind auch seine Kollegen und er mit der Dame nicht zufrieden und wollen, dass sie so bald wie möglich geht. Mein Mann liegt mir jetzt seit Wochen in den Ohren, ich soll doch wenn unsere Kleine 6 Monate alt ist wieder Teilzeit einsteigen. Dann müssten sie niemand neuen suchen, wieder anlernen, vielleicht wieder jemand der nur Mist baut. :-( Ich wollte aber nicht schon nach 6 Monaten wieder arbeiten. Die Zeit mit Baby vergeht so schnell, da tut sich so viel, diese Zeit wollte ich genießen. Das kann er Null verstehen. Er sagt er sieht sie den ganzen Tag oft nicht und keiner fragt ihn ob er das möchte. Ich bin hin und her gerissen und könnte nur heulen wenn ich daran denke in 2 Monaten mein Baby abzugeben und zu arbeiten. Meine Mutter würde in der Zeit Babysitten aber das ist nicht das gleiche. Wie soll ich ihm klar machen, dass ich noch 6 Monate länger zu Hause bleiben will? Er sagt auch die finanzielle Seite spielt eine Rolle, wir haben ein Haus gebaut das wir abzahlen müssen und da wäre ein Nebenverdienst zum Elterngeld nicht schlecht, weil es leider nicht sehr viel ist. Aber die Zeit mit meinem Kind gibt mir auch keiner wieder. Was denkt ihr darüber?

      Danke
      traurigesie

      • Wenn er gern mehr Zeit mit dem Kind verbringen möchte, dann schlag ihm doch vor, dass er dann ein paar Monate Elternzeit nimmt.

        • (3) 11.01.17 - 17:19

          Er kann nicht einfach Elternzeit nehmen. Die Kanzlei vertritt viele Unternehmen, er hat seine Mandanten für die er immer da sein muss, er kann sich nicht länger ausklinken. Und eigentlich will er das nicht. Er sagt es nur, ICH soll nicht jammern, wenn ich sie einen halben Tag nicht sehe, weil er sieht sie auch nicht. Dumme Logik.

      Hallo,
      du wirst hier sehr unterschiedliche Meinungen hören und bestimmt auch schon gelesen haben zum Thema, wieder arbeiten nach Elternzeit.

      Klar ist, dass du zum Elterngeld nicht dazu verdienen darfst. Es sei denn, dass hast du beantragt. Aber meines Wissens, wird dir der Verdienst dann abgezogen.
      Die Frage kannst du nachlesen im Forum Finanzen, gehe mal in die Suchfunktion.

      Zu deinem Anliegen.
      Ich persönlich kann dich verstehen und würde darüber nicht diskutieren.
      Beim ersten Kind war ich ein Jahr zuhause, jetzt sind zwei (minimum) geplant.
      Aus meiner Mutterrollensicht bin ich da ganz bei dir.

      Allerdings kommt eure Situation natürlich daher, weil ihr zusammen arbeitet und dein Mann entsprechend an deinem Verantwortungsbewusstsein appellieren kann.
      Bisschen unfair, oder?

      Er hat dir seine Argumente unterlegt und du hast deine:

      -geplant war ein Jahr Elternzeit
      -finanziell bringt euch das früher einsteigen in den Beruf nix
      -du bist unglücklich bei dem Gedanken

      Ich wäre da standhaft in meiner Position.
      Versuche dich durchzusetzen, oder findet einen Kompromiss.

      Du kannst es mit 1-2 Tagen in der Woche versuchen. Vielleicht klappt es, wenn nicht kannst du jederzeit wieder aussteigen.
      Gruß

    • (7) 11.01.17 - 17:22

      ich verstehe dich ganz gut...

      eines vorab: wenn ein Kind in den ersten Lebensjahren möglichst feste Bindungspersonen hat (z.B. deine Mutter, dich und deinen Mann), dann kann das Kind relativ gut sichere Bindungserfahrungen machen und würde darunter nicht leiden... (das wäre meine größte Sorge).

      dass du irgendwann loslassen musst, ist auch klar... aber warum nicht die Zeit jetzt noch genießen?

      dass ihr das Haus abbezahlen müsst, war schon klar, bevor sich herausstellte, dass die eine Dame nicht so gut ist (schön für dich, dass du sehnlichst erwartet wirst ;-))
      und dass du jetzt deine Pläne nicht über Bord schmeissen musst, nur weil in der Kanzlei nicht alles läuft, wie die Herrschaften es geplant haben, soll nicht unbedingt dein Problem sein!

      geh noch mal einen Schritt zurück, sage dir, dass du entschieden musst und darfst, wie es deinem Mutterherz entspricht. gib dir eine Woche zur Entscheidungsfindung... und dann auch das, was dein Herz sagt... auch wenn es nicht alle verstehen oder gutheißen.

      vielleicht kannst du dir alle Infos noch einholen, die dich beruhigen oder beunruhigen... und dann treffe deine Entscheidung!

      alles Gute

      Dein Mann muss Dich ja nicht verstehen, er muss nur akzeptieren, dass Du das geplante Elternjahr nehmen willst und Dir eben wichtig ist. Das Problem dabei ist, dass er anscheinend nicht tolerieren kann, dass Du eine andere Meinung hast, als er.

      Ich würde gar nichts mehr erklären oder an sein Verständnis appellieren, sondern auf den Tisch hauen und sagen: "Meine Antwort steht fest, also bitte hör auf, mich damit zu nerven. Das bringt uns nur Stress. Wir haben das gemeinsam so entschieden und für mich ist das immer noch das Beste für unser Kind. Basta."

    (10) 11.01.17 - 19:15

    Von Zuhause arbeiten geht nicht?

    • (11) 11.01.17 - 19:33

      Das würde vielleicht teilweise funktionieren. Die Diktate würden von zu Hause aus gehen, und email Bearbeitung oder Buchhaltung. Aber es muss auch jemand am Empfang sitzen und Mandanten empfangen und vor Ort sein. Müsste man mit den anderen zwei absprechen ob sie die gesamten Öffnungszeiten alleine abdecken können. Und mit den anderen Anwälten natürlich. Aber das könnte ich ihm vorschlagen. So könnte ich vielleicht 10 Stunden von zu Hause arbeiten und 10 Stunden in der Kanzlei. Ich hoffe er kann sich damit anfreunden.

      • Ich finde, diese Lösung klingt nach einem guten Kompromiss.

        Ich bin damals nach 3 Monaten wieder arbeiten gegangen, aber auch nur zwei Tage pro Woche mit je 6 Stunden. Meine Schwiegermutter hat in der Zeit auf mein Kind aufgepasst. Mit 1,5 Jahren kam meine Tochter in die Krippe und ich habe ab dann 30 Stunden gearbeitet.

        Für mich war DAS der beste Weg. Ich wollte gerne wieder arbeiten gehen, meine Schwiegermutter war glücklich über die Zeit mit ihrer Enkelin, mein Kind hat eine hervorragende Bindung zu uns Eltern, liebt aber auch Oma und Opa. Sie ist sehr sozial, ist gerne bei uns, hat aber auch keine Schwierigkeiten, wenn sie mal woanders hin "muss". Also ich meine damit, das abnabeln fällt ihr leicht, sie schläft auch gerne mal bei Freundinnen, geht super gerne ins Zeltlager oder auf Klassenfahrt.

        Was bringt es dir, wenn du komplett auf stur schaltest? Ihr hab beide gute Argumente, ich denke, ein Kompromiss sollte möglich sein.

        LG H. #klee

Du (bzw. deine Vertretung) bist doch sicher nicht die einzige Mitarbeiterin in einer Kanzlei mit mehreren Partnern, oder? Arbeitet die Vertretung in VZ oder auch in TZ?

Mich würde dabei nämlich ärgern, dass mit zweierlei Maß gemessen wird, nur weil verwandtschaftliche Beziehungen bestehen und dieses gnadenlos ausgenutzt wird. Ich nehme nicht an, dass sie anderen Kolleginnen bei Elternzeit oder Krankheit in den Ohren liegen. Die würden ihnen was husten.

Offensichtlich ist die Personaldecke etwas knapp bemessen, dass nichtmal bei einer Kollegin weniger an Bord, die Arbeit von den anderen für 6 Monate aufgefangen werden kann.

Was machen die Anwälte bei Langzeiterkrankten? Wird dafür auch gleich eine Vertretung eingestellt oder wartet man erstmal einige Wochen? Auch dafür müsste eingearbeitet werden und wenn sie gerade den Durchblick hat, kommt die Stelleninhaberin gesund zurück. Und jetzt soll es plötzlich ein Problem darstellen, nur weil es um dich geht.

Man sollte ja meinen, Anwälte hätten die logische Argumentation für sich gepachtet. Aber dein Mann ist davon weit entfernt. Weil er das Kind erst abends sieht, macht es sich gleich besser, wenn's dir auch so.ergeht....#augen
So lange es euch finanziell nicht zu sehr belastet (aber das wusstet ihr ja vorher) würde ich an deiner Stelle nicht einknicken. Du bist letztlich auch "nur" Arbeitnehmerin und nicht dafür zuständig, die Kanzlei am Laufen zu halten. Selbst die Anwälte werden mal krank und dann muss sich der Kollege einarbeiten und bei Gericht einspringen. Wenn besondere Situationen vorherrschen - wie z. B. alle haben das Norovirus erwischt und niemand arbeitet mehr - dann würde ich außerplanmäßig einspringen. Aber dann wäre es auch gut.

Auf Dauer würde ich mir an deiner Stelle einen Job woanders suchen (könnte problematisch werden wg. Konkurrenz untereinander). Denn demnächst kommen Kinderkranktage und sonstige Dinge auf dich zu. Womöglich bist du immer diejenige, die brav arbeitet, weil Oma ja einspringt.

  • (14) 11.01.17 - 20:36

    Es gibt noch zwei andere, eine arbeitet Vollzeit, die andere 30 Stunden. Meine Vertretung ist jetzt Vollzeit angestellt, doch die benötigt so lange für alles, da auch Vollzeit war. Ich würde jetzt Anfangs mit 20 Stunden einsteigen und dann irgendwann auch auf 30 gehen.

    Es nervt mich wirklich, dass ich jetzt einspringen soll und das mit den Kinderkranktagen hatte ich noch nicht bedacht :-( Das werde ich sicher nicht tun. Die Kollegin die 30 Stunden arbeitet hat auch Kinder und ist immer zu Hause. :-( Ich glaube da müssen wir noch mehr besprechen

Genieße die Zeit mit deinem Baby, das kommt nicht wieder und dafür lebt man. So sehe ich das.

Top Diskussionen anzeigen