Finanzielle Unterschiede - kann das gutgehen?

    • (1) 12.01.17 - 22:49
      12012017

      Hallo liebe Urbiagemeinde,

      Ich bin 32 Jahre alt, habe einen 7 Jahre alten Sohn und bin seit fast drei Jahren alleinerziehend. Ich habe mich vom Vater meines Sohnes getrennt und das erste Jahr war die Hölle. Mein Ex hat nichts unversucht gelassen mir das Leben so schwer wie möglich zu machen. Mein Ex war selbstständig und ich habe, nach der Elternzeit, angefangen in seiner Firma zu arbeiten. Was bedeutete, dass ich nach der Trennung auch meinen Job aufgeben musste, weil es für mich unmöglich war weiterhin für ihn zu arbeiten. Da wir nicht verheiratet waren stand mir auch kein Unterhalt zu. Nur Kindesunterhalt. Weil ich selbst gekündigt habe, hatte ich auch Ärger mit dem Arbeitsamt und war einige Zeit nicht krankenversichert. Das war alles sehr nervenzehrend. Seit zwei Jahren geht es bergauf. Ich habe einen Teilzeitjob gefunden, eine bezahlbare Wohnung für mich und meinen Sohn und uns ein gemütliches Nest gebaut. Ich weiß, dass ich einen großen Fehler begangen habe, als ich mich finanziell von meinem Ex gemacht habe und nun habe ich ein ähnliches Problem

      Letztes Jahr im April lernte ich auf einem Fest einen jetztigen Freund kennen und wir verstehen uns sehr gut. Ende der Sommerferien habe ich ihm meinen Sohn vorgestellt und die Zwei verstehen sich sehr gut, soweit man das nach so kurzer Zeit sagen kann. Jetzt komm ich zu meinem Problem. Mein Freund hat viel Geld. Wie viel Geld er hat, weiß ich gar nicht, weil ich ihn nie gefragt habe, aber er besitzt Anteile der Firma seines Vaters, in der er auch arbeitet. Er fährt ein teuers Auto und hat eine große sehr luxuriöse Eigentumswohnung. Ich hingegen fahre einen 11 Jahre alten Polo und wohne in einer 65 qm Dachgeschosswohnung. Ihn scheint das überhaupt nicht zu stören und das allein ist nicht das Problem. Es ist aber so, dass ich in vielen Dingen nicht mithalten kann. Ich kann mir teure Kurztrips, Urlaube und andere Unternehmungen nicht leisten. Aber ich mag mich auch nicht immer nur einladen lassen. Er sagt, dass er es gerne macht und ich ihm deswegen nichts schuldig bin, aber ich fühl mich dabei nicht wohl. Als mein Polo im November nicht über den TÜV kam, hat er mir tatsächlich angeboten mir ein neues Auto zu kaufen! Das habe ich aber abgelehnt und stattdessen die Reparatur bezahlt.

      Kurz nach Weihnachten hatten wir ein Gespräch, dass mich aus der Fassung geworfen hat. Er sagte mir, dass er mich liebt und fragte, ob ich mir vorstellen könnte mit ihm zusammenzuziehen. Nicht sofort, aber irgendwann in naher Zukunft.Ich weiß auch, dass er irgendwann auch ein Kind haben haben möchte. So glücklich wie ich darüber bin, weil ich wirklich sehr verliebt in ihn bin, so sehr macht mir das Angst. Wie soll das funktionieren? Würde ich mit ihm zusammenziehen, wäre ich wieder finanziell abhängig von einem Mann, denn er will bestimmt nicht in meine Dachgeschosswohnung miteinziehen. Ich frage mich, ob unter solchen Umständen überhaupt eine Beziehung auf Augenhöhe möglich ist? Ich weiß noch, dass ich bei meinem Ex zum Ende der Beziehung hin das Gefühl hatte ihm ausgeliefert zu sein.

      Das Alles habe ich ihm natürlich auch gesagt, aber er versteht es nicht. Er sagt, ich würde Geld zu viel Bedeutung beimessen ihn auf sein Geld reduzieren. Er sagte mir, dass ich mir darüber im Klaren werden soll, was ich will und wie ich mir unsere Zukunft vorstelle. Wir sind weiterhin zusammen, aber er erwartet bald eine Entscheidung von mir. Mein Herz schreit JA, aber mein Verstand...

      Ich weiß nicht was ich von Euch erwarte. Die Entscheidung muss ich treffen. Das weiß ich, aber vielleicht hat jemand einen Rat für mich.

      Danke fürs Lesen.

      • Hallo.

        So lange Du nicht wieder in die Firma einsteigst und über Deinen Job finanziell unabhängig bleibst (also jederzeit gehen und weiterhin für Dein Kind und Dich sorgen könntest und Dich im Rahmen Deiner finanziellen Möglichkeit am gemeinsamen Leben beteiligst), sehe ich das Problem nicht.

        LG

        (3) 12.01.17 - 23:23

        solange du deine Arbeit behälst und bestenfalls immer noch ein wenig eigenes für dich und dein Kind von deinem Einkommen sparst als Rücklage sprich dich in diesem Punkt nicht von ihm abhängig machst sehe ich kein Problem .

        Er liebt dich, versteht sich gut mit deinem Sohn, will mit dir zusammen ziehen, Kinder bekommen und hat dazu noch viel Geld.... Solche Probleme hätte ich auch gerne. ;-)

        Wovor hast du genau Angst? Was meinst du mit Abhängigkeit? Du arbeitest doch, das bleibt auch oder? Normalerweise wird das finanzielle aufgeteilt, sprich mit ihm wie ihr es euch vorstellt. Kannst du jetzt monatlich was zur Seite legen? Dann behalte es auch so bei, wenn ihr zusammen lebt. Nimm zum Teil auch deine Möbel mit, wenn du zu ihm ziehst.

        Genieß das Leben, es hatte viel schlimmer kommen können!

        K

      • Hallo!

        Du musst dich ja auch nicht von ihm abhängig machen.

        Du kannst einfach ein eigenes Konto behalten, auf dem eigene Ersparnisse landen, wenn Du sagen wir mal 5-10.000 auf der Seite hast, dann kannst Du jeden Notfall eine Weile überbrücken - eine neue kleine Wohnung suchen etc.

        Auch wenn Du weitere Kinder bekommst: wenn Du dann länger in Elternzeit gehen möchtest, dann kommt eben mehr auf Dein eigenes Konto.

        Das einzige "Problem" das ich sehe ist, wenn es bei euch schiefgeht, und du zu ihm gezogen bist, musst du dir wieder eine neue Wohnung suchen.

        Aber solange du dein eigenes Geld verdienst, und vielleicht sogar in der Zeit des gemeinsamen Lebens Rücklagen bilden kannst, denn der Vorteil des Zusammenlebens sind ja irgendwie auch geteilte Kosten, was soll dann schiefgehen?

        Du hättest nochmal ein wenig Umstände, aber du bist nicht abhängig.

        Des weiteren finde ich, wenn man in einer Beziehung ist, und der andere gern und aus freien Stücken mitbezahlt, dann kann man das doch genießen.

        Du erbettelst doch nichts oder hast ihn dir aus finanziellen Gründen ausgesucht.
        Er möchte dir etwas Gutes tun und weiß doch um deine finanzielle Lage.

        Da musst du schon merklich entspannen. Das Leben ist oft genug schwierig und bietet wenig Grund zur Freude. Da muss man die guten Tage unbedingt nutzen, sich daran zu erfreuen.

        Genieß es, dass du gerade auf der Sonnenseite bist.

        Alles Gute

        Hezna #klee

        • (7) 13.01.17 - 08:30

          Hallo #winke

          "Das einzige "Problem" das ich sehe ist, wenn es bei euch schiefgeht, und du zu ihm gezogen bist, musst du dir wieder eine neue Wohnung suchen."

          Das Problem hat sie aber sowieso, denn auf 65 qm kann man sich zu dritt kaum bewegen. Habe ich hier ja auch, mein Freund könnte gar nicht einziehen.
          D.h. egal, mit wem sie zusammen zieht, sie muss sich bei einer Trennung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit etwas Neues suchen.

          • (8) 13.01.17 - 08:40

            Das meine ich ja. Er wird sicherlich nicht zu ihr ziehen wollen und warum soll er eine luxuriöse Eigentumswohnung aufgeben, wenn für alle Platz wäre.
            Macht ja keinen Sinn.
            Darüber muss sie sich halt klar sein, dass bei einem möglichen Ende halt sie wieder diejenige wäre, die den "Umstand" eines Umzuges hat.

            Aber das sollte sie jetzt nicht davon abhalten, sich auf ihn einzulassen.Es kann doch niemand in die Zukunft gucken und vielleicht ist das alles unnötig, weil alles gut wird und die zwei auf Dauer glücklich.

            :-)

      Ich bin in einer ähnlichen Situation und denke, so lange ich darauf achte, im Notfall finanziell unabhängig zu sein, kann mir ja nichts passieren. Es spielt ja keine Rolle, ob mein Partner sehr wenig oder sehr viel Geld hat, denn ich bin alleine für mich und mein Kind verantwortlich. Und im Trennungsfall müsste ich so oder so klar kommen, egal ob er reich oder arm ist. Wir wohnen aber aktuell auch noch nicht zusammen.

      Das Beispiel mit dem Auto kenne ich auch, mein Polo ist von 2006 und braucht auch immer mal eine Reparatur oder TÜV. Die letzte Rechnung war etwas umfangreicher und mein Freund bestand drauf, sie zu zahlen. Dafür stottere ich das jetzt indirekt ab, also ich gebe ihm kein Geld dafür, aber zahle diverse andere Sachen für uns, bis wir wieder quitt sind. Er würde das aber nie einfordern, ihm ist Geld überhaupt nicht wichtig.
      Wenn wir Urlaub machen, egal ob mit oder ohne meine Kinder, dann zahle ich das, was mir möglich ist dazu und den Rest übernimmt er. Ich würde mir blöd vorkommen, wenn er auf Urlaub oder Unternehmungen verzichten müsste, nur weil ich finanziell schlechter da stehe. Umgekehrt will er immer alles komplett bezahlen, das mag ich aber nicht.

      Es wäre doch schade, wenn die Beziehung nur wegen des finanziellen Unterschieds aufgegeben werden müsste. Denn offenbar liebst Du ihn ja. Dann leb es auch. :-)

      Hallo,
      Wir haben einige Parallelen. ;-) Auch ich trennte mich vom Vater meines Kindes, war mit ihm nie verheiratet. Noch immer versucht er, uns das Leben schwer zu machen. Seit bald 3 Jahren #zitter

      Mein neuer Freund #verliebt ist finanziell deutlich besser dastehend als ich. Und IHN stört es nicht.

      Der Unterschied in unserer Geschichte; Ich fühlte mich nie abhängig. Ich schaue, dass im Trennungsfall mein Leben sich nicht ändert. Ich werde wieder auf die Füße fallen.

      Wenn wir zusammen ziehen, dann leider wohl in eines seiner Objekte. Ich bin mir hier absolut unsicher, da ich meinen Freund nicht als Vermieter haben möchte. Er verstand es und sagte, dass er keine Miete will. Darum geht es mir jedoch nicht. Ich werde immer finanziell für meine Kinder und mich aufkommen. Ich möchte einen gemeinsamen Neustart und anders wird nur eine Zwischenlödung. Mal schauen, was sich ergibt.

      An deiner Stelle finde ich es überhaupt nicht schlimm, wenn ihr zusammen zieht. Ihr könnt wieder ausziehen und etwas kleines suchen. Natürlich ist es erst mal aufwändig. Bleib unabhängig. So wie du es jetzt bist.

      Vielleicht ist es auch möglich, dass du dir parallel eine kleine Wohnung als Absicherung abbezahlst und vermietest.

      Also mein Rat: Das erste nicht wiederholen, Sicherungssysteme einbauen und den tollen Mann nicht vergraulen. :-)

      (11) 13.01.17 - 09:47
      ja, kann gut gehen

      hallo,

      hier klingt es eher so, dass du das Problem mit dem finanziellen Unterschied hast und ihn das gar nicht interessiert... das heißt, du kannst loslassen und deine Unabhängigkeit bis zu einem gewissen Grad behalten, musst sie aber nicht künstlich aufrecht erhalten.

      Dreh doch den Spieß um, wären die finanziellen Umstände anders herum, würdest du ihm dann auch großzügig Urlaube etc zahlen, weil dich das Geld nicht so interessiert, aber dir wichtig ist, dass ihr zusammen schöne Zeit verbringt?

      Bewahre deinen Selbstwert und mach den von den finanziellen Bedingungen unabhängig. Kein Mensch ist mehr wert, wenn er mehr Geld hat. Und kein Beruf zählt mehr, weil dadurch das Konto mehr gefüllt wird. Vielleicht ist die Verantwortung größer, wenn man sinnvoll damit umgehen will und vielleicht noch Mitarbeiter hat, die auch jeden Monat das geld auf dem Konto haben... aber ansonsten? es ist doch nur Geld?

      (12) 13.01.17 - 09:48

      Guten Morgen und vielen Dank für eure Antworten. Wenn ich die lese, dann komme ich mir schon irgendwie dumm vor, denn ihr habt ja recht. Meinen Job werde ich bestimmt nicht aufgeben. So eine Dummheit werde ich nicht noch mal begehen.

      Wenn ich von Abhängigkeit schreibe, dann meine ich damit nicht, dass ich nicht auf eigenen Füßen stehen könnte im Falle eines Falles. Was mir sorgen bereitet ist die Tatsache, dass ich mir seinen Lebenstil nicht leisten kann und wenn er das alles für mich und meinen Sohn mitfinanziert, dann hätte ich das Gefühl ihm etwas schuldig zu sein und deshalb nicht mit ihm auf Augenhöhe zu sein, auch wenn er sagt, dass es nicht so ist. Es ist also ein rein psychologisches Problem. Ich bin da ein gebranntes Kind.

      Ein weiters Problem ist wohl, dass das was ich mir in den letzten Jahren mühsam erarbeitet habe, auch wenn es nicht viel ist, aufgeben müsste. Ich hatte es wirklich nicht leicht. Mein Ex hat auch nichts unversucht gelassen um es mir schwer zu machen. Und ja ich bin stolz auf meine wiedergewonnene Unabhängigkeit und es fällt mir schwer das aufzugeben.

      Andererseits will ich meinen Freund nicht verlieren. Er ist nicht nur ein toller Mann sondern auch ein ganz großartiger Mensch.

      • (13) 13.01.17 - 09:51
        andere Sichtweise

        seh es doch anders: du hast es geschafft, auf eigene Beine zu kommen
        du hast das Potential, du würdest das wieder schaffen - und dieses Mal leichter, weil du die Schritte schon kennst. du bist die Fachfrau!

        Wertigkeit hängt nicht damit zusammen, was man dem anderen gibt oder was man nicht geben kann, weil man es nicht hat. Augenhöhe findet auf anderer Ebene statt. Was wäre, wenn du ihn einfach glücklich machst - das ist unbezahlbar, wie willst du das aufrechnen? Liebe kann man nicht aufrechnen...

        " Es ist also ein rein psychologisches Problem. Ich bin da ein gebranntes Kind."

        Das ist es wohl.

        Ich sehe es ähnlich wie mein Vorredner. Du hast es einmal geschafft, dann schaffst du es auch ein weiters Mal, wenn es hart auf hart kommt. Unabhängikeit hat nichts mit Finanzen zu tun. Du hast dich von deinem Ex-Partner getrennt, ob wohl du finanziell abhängig warst. Es ist nämlich nicht wichtig was man hat, sondern das worauf man verzichten kann. Du hast auf Sicherheit verzichtet und hast den Schritt in eine ungewisse Zukunft gewagt. Das ist wahre Unabhängikeit. Und du kannst mit Recht stolz auf dich sein. Nach dem du das geschafft hast, kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen, da du jemals von irgendwem oder irgendwas abhängig sein wirst.

        Seh es doch anders: klar kannst Du ihn nicht zu 2 Wochen Malediven einladen. Aber zum Urlaub auf dem Bauernhof würde es wahrscheinlich reichen. Also ladet ihr euch eben abwechselnd ein, jeder nach seiner Finanzlage. Er zum chicen Steakhaus, und Du kochst was bodenständiges für euch.

        Er hat doch auch viel mehr Spaß, wenn beim Urlaub jemand dabei ist. Und wenn er sich die Malediven leisten kann, dann ist das doch super.

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