Soll ich die Beziehung beenden

    • (1) 12.01.17 - 23:33

      Ich weiß, dass mir diese Entscheidung niemand abnehmen kann, dennoch möchte ich meine Gedanken gerne teilen. In einem Beitrag vor einiger Zeit habe ich die Schwierigkeiten bereits angedeutet.

      http://m.urbia.de/forum/12-familienleben/4853124-arbeit-dominiert-unser-leben

      In dem Beitrag ging es auch darum, dass mein Partner seine Arbeit priorisiert. Oder auch, dass er trotz meines angeschlagenen Zustandes (Burnout) nach wie vor vehement gegen eine Haushaltshilfe ist. Ich fühle mich unverstanden und nicht ernst genommen.

      Die Lage hat sich noch weiter zu gespitzt. Nun soll uns seine Mutter (sie wohnt im Ausland und kommt nur alle 2 Jahre zu Besuch) für 3 Monate besuchen kommen. Wir haben kein Gästezimmer (sie wird im Wohnzimmer schlafen) und dieser Zeitraum war so nicht mit mir abgestimmt. Ich habe meinem Partner gesagt, dass mir ein so langer Besuch einfach zu viel ist. Ich habe nichts gegen seine Mutter, aber es ist mir schlichtweg zu anstrengend nach einem langen Arbeitstag und Kleinkind bespaßen, mich noch um Besuch zu kümmern. Mein Partner sagt seine Mutter soll sich ausruhen. Er sagt auch eine Frau die das nicht akzeptiert kann gehen. So hat nicht nur seine Arbeit Prio, sondern auch seine Mutter. Ich frage mich an welcher Stelle komme ich.

      Wir streiten so oft und ich glaube die Beziehung ist ihm mittlerweile egal. Er zeigt nur noch wenig Zuneigung.

      Ich habe eine Pro und Contra Liste gemacht, um mir die Situation vor Auge zuführen. Ich weiß, dass ich gehen sollte. Doch meine kleine Familie bedeutet mir alles. Ich habe trotz allem Gefühle für meinen Partner. Es fällt einfach so schwer zu gehen...

      Pro
      - Er kümmert sich rührend um meinen Sohn als ob er sein eigener wäre. Die beiden verstehen sich super und er geht liebevoll mit ihm um. Der Kleine sagt Papa zu ihm.
      - Wir sind eine richtige kleine Familie. Am glücklichsten bin ich, wenn wir familiäre Dinge zusammen machen: spielen, gemeinsam Essen, Ausflüge.
      - Er entlastet mich bei der Kinderbetreuung, was auch beruflich eine enorme Hilfe ist. So bringt er ihn zwei Tage die Woche in den Kindergarten und holt ihn ab. Auch mal spontan, wenn bei mir wieder Überstunden anstehen.
      - Er ist gebildet und erfolgreich. Außerdem möchte er ihm Leben weiter kommen.
      - Er macht auch viel im Haushalt.
      - Er unterstützt mich bei meinen Erledigungen und nimmt mir Sachen wo es geht ab.
      - Er ist attraktiv und gut im Bett.

      -> Wenn man sich nur diese Eigenschaften vor Auge führt, so ist er ein Top Partner, doch es gibt eine Kehrseite

      Con
      - Er ist nicht immer ehrlich und hat schon öfters Dinge vor mir verheimlicht. Generell trifft er Entscheidungen auch gerne mal im Alleingang. Ich habe bei ihm oft das Gefühl, dass er etwas im Schilde führt.
      - Gleich zu Beginn unsere Beziehung hat er mit seiner Ex geschrieben, was mein Vertrauen nachhaltig gestört hat. Vor allem wenn er auf Dienstreise ist, quälen mich Sorgen und Eifersucht, was ich vorher von mir gar nicht kannte. Manchmal raste ich regelrecht aus, wegen seiner Geheimnistuerei oder wenn er mal wieder nicht erreichbar ist. Das hat sich regelrecht so hochgeschaukelt.
      - Er rationalisiert Beziehungen. Für ihn müssen Partner gewisse Kriterien erfüllen. Gefühle sind eher zweitrangig. Partner sind für ihn austauschbar. Wenn der Partner gewisse Sachen nicht akzeptiert, so kann er gehen.
      - Seine Arbeit hat oberste Priorität. Direkt danach kommt seine Mutter/Schwester.
      - Vor allem bei Streit kann er sehr gemein sein. Manchmal bestraft er einen tagelang mit Schweigen und Gefühlskälte.
      - Er tröstet einen nicht, wenn man weint. Er ist generell nicht sehr einfühlsam oder empathisch. Dafür bringt er mich oft zum weinen.
      - Er macht seine eigenen Regeln und bricht auch Versprechen. Generell kommt er alleine besser klar als in einer Partnerschaft. Unabhängigkeit ist ihm enorm wichtig. Das Wir bleibt auf der Strecke.

      -> Das Verhältnis ist emotional sehr schwierig, das Vertrauen erschüttert. Für mich als sensiblen Mensch ist es sehr schwer zu ertragen.

      Natürlich ist das nun eine subjektive Darstellung. Er hat es sicherlich auch nicht einfach mit mir, da ich sehr sensibel und emotional labil bin.

      • Da bei einem deutschen Mann die Mutter im Erwachsenenalter der Regal nach nicht mehr oberste Priorität hat, nehme ich an, Ihr lebt in einer binationalen Partnerschaft?

        Für mich dominieren die Contras. Da sind einige Sachen bei, mit denen man eigentlich nicht leben sollte, z,B, Gefühle sind eher zweitrangig. Partner sind für ihn austauschbar.

        Was ist das für eine Basis? Also ich möchte keinen Partner haben, für den ich jederzeit austauschbar bin, wenn ich gewisse Kriterien nicht erfülle.
        Er scheint gefühlskalt zu sein und das ist schrecklich.

        Auch wenn Du ihn noch liebst, da kommt ja nichts zurück, im Gegenteil.

        Seine Mutter kommt zu euch, damit SIE sich ausruhen kann?
        Erst hatte ich gedacht, vielleicht versucht er dir durch ihre Anwesenheit = Unterstuetzung zu helfen?!

        Mir waere das alles zuviel und spaetestens nach den drei Monaten waere ich reif fuer die Insel.

        Fuer mich sind deine 'Cons' zu arg, er luegt, Vertrauen ist nicht wirklich da, du kommst an x-ter Stelle, er ist extrem egoistisch....

        Mir waere es zu anstrengend, dieses Bild der 'gluecklichen kleinen Familie' jeden Tag wieder neu zu pinseln und ich denke, alleine waere ich besser dran....

        Das Kontra wiegt für mich schwerer.

        Das Pro, dass er im Haushalt viel macht, wäre für mich Standard und kein Pro.

        Wenn Du tatsächlich ein Burnout hast, wärst Du jetzt zu Hause bzw in einer Klinik.
        Aber 2 Wochen Krank schreiben und ohne Therapie genauso weitermachen, das ist kein Burnout.
        Warum arbeitest Du 50 Std? Du bekommst wahrscheinlich nur 40 bezahlt, dann ändere das als erstes.

      • Hallo

        Deine Kontras sind schon ziemlich schwer wiegend. Und von Deiner Pro-Seite kommt für mich maximal der Punkt mit der Kinderbetreuung zum tragen.

        Irgendwie ist Dein Partner nach Deiner Liste austauschbar - Du hast nichts aufgeschrieben, was ein anderer nicht auch kann.

        Und das soll eine kleine Familie sein? Dafür dieses Theater mitmachen? Ich weiß ja nicht.

        Wieso brauchst du sein Okay für eine Haushaltshilfe?
        Er braucht doch dein Okay für seine Mutter auch nicht.

        Wessen Wohnung ist das? Wäre es deine, würde ich ihn bitten sich eine Wohnung zu suchen, in der er sich gemeinsam mit ihr ausruhen kann.

        Wäre es seine/eure, würde ich mir eine neue suchen und den Auszug forcieren.

        Problematisch finde ich, dass er dich immer zum Heulen bringt. Das macht dich zu sehr zum Opfer und er nimmt dich nicht auf Augenhöhe wahr. Aber du kannst dir nun auch mal plötzlich keine Robustheit anerziehen. Daran würde ich aber langfristig arbeiten.

        LG

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