Überforderung im Alltag

    • (1) 13.01.17 - 10:54
      Tironi

      Hallo,

      Ich bin seit der Geburt meiner Tochter vor einigen Jahren von der Rolle.

      Hab schon zwei Therapeuten gehabt, gebracht hat es mir nichts.

      Die Schwangerschaft war ungeplant und ich hab mich bis zum Schluss gefragt ob es richtig ist das Kind zu bekommen.

      Gefreut hab ich mich natürlich auch nicht, aber das halte ich auch für ok, wenn ein Kind ungewollt ist.
      Mein Mann war über die Schwangerschaft auch wenig begeistert und hat mich das auch deutlich spüren lassen.

      Auch meine Eltern sagten nur: warum willst du ein Kind bei deiner Ausbildung und der guten Berufsausbildung?
      Freude aufs Enkelkind: Fehlanzeige.

      Eigentlich hat sich niemand über dieses Kind gefreut, einschließlich mir selbst.

      Aber es kam zur Welt, die Geburt war der Horror und ich war auch da allein, mein Mann wollte nicht dabei sein.
      Meine Tochter war zuckersüß aber ich fand die Umstellung hart, bis heute bin ich irgendwie traumatisiert von der ungewollten Mutterschaft.

      Und enttäuscht, dass ich den Schalter bei mir nicht umlegen konnte , gerne Mutter zu sein.

      Mein Mann und ich sind schon lange getrennt, unser Kind hat auch teilweise beibihm gelebt und War auch schon in einer Pflegefsmilie.
      Es tut mir Leid dass die Kleine so hin und her geschoben wird, niemand will sie so richtig.

      Mittlerweile lebt sie wieder bei mir und geht zur Schule, aber glücklich bin ich mit der Situation nie geworden und meine Ehe ist daran auch zerbrochen. Wieso bin ich so eine schlechte Mutter?

      • (2) 13.01.17 - 11:10

        hallo,

        du hast keine Unterstützung gefunden, die Beziehung ist zerbrochen, keiner freut sich mit, du wolltest das Kind nicht... das sind doch genügend Gründe, weswegen du in der Rolle als Mutter nicht aufgehst, die Hormone haben dann auch nicht ihren Teil dazu beigetragen.
        Möchtest du daran etwas ändern? Weswegen hast du die Therapeuten aufgesucht?

        Warum nimmst du dich nicht einfach so an, wie du bist?
        Aus der Verantwortung heraus, dass du dem Kind doch die besten Bedingungen schenken möchtest oder aus dem Druck der Gesellschaft heraus, dass Mutter-sein glücklich machen muss - und wenn es das nicht tut, dann bist du nicht richtig im Kopf?

        Wäre es das erste, dann würde ich dir empfehlen, dass du das akzeptierst, dass du eine andere Mutter bist... fertig. Und dann kannst du schauen, wie du dich und euer Leben so organisieren kannst, dass ihr beide - euren Bedürfnissen entsprechend - ein Leben leben könnt, in welchem eine gute Basis geschaffen wird. Vielleicht kannst du dich auch beraten lassen, was für dein Kind gut wäre... und dann organisieren und umsetzen.

        Oh mann ist das traurig.
        Ich liebe meine Tochter so abgöttisch, dass ich gar nicht verstehen kann wie man sein Kind nicht lieben kann.

        Ich denke man kann nicht aus seiner Haut, man kann es nur so akzeptieren wie es ist, akzeptieren und annehmen dass da jetzt ein kind ist oohner zu hinterfragen mit warum, was wäre wenn usw und das beste daraus machen.

        Ich hoffe sehr, das Mädchen fühlt sich nicht so ungeliebt obwohl ich befürchte, dass kinder das sehr genau fühlen.

        Du gibst deiner Tochter die Schuld an allem und das finde ich wirklich unter aller Sau.

        <<<Gefreut hab ich mich natürlich auch nicht, aber das halte ich auch für ok, wenn ein Kind ungewollt ist.>>>

        <<<meine Ehe ist daran auch zerbrochen. >>>

        So lange du den Schalter in deinem Kopf nicht umlegst und somit auch deine Sichtweise, das dieses Kind sich auch nicht euch als Eltern ausgesucht hat, wird sich nichts an deiner Einstellung ändern.

        Du hast dich dafür entschieden, deine Tochter zu bekommen und jetzt solltest du dass Beste daraus machen und dem Kind das geben, was es verdient. DU hast die Verantwortung übernommen. Die Kleine kann leider nicht viel ausrichten und ist auf dich angewiesen.

        Sorry, aber ich werde nie verstehen, warum man ein Kind bekommt, wenn man es gar nicht will.

        • Naja, vielleicht weil einem ständig suggeriert wird, dass alles gut wird, wenn das Kind mal da ist?

          Ansonsten geb ich dir recht. Wenn das Kind doch schon mal in einer Pflegefsmilie war - warum ist sie nicht dort geblieben?

          Das muss hier jetzt nicht so zutreffen, aber lies mal im ungeplant schwanger Forum mit. Dort heisst es immer "Du wirst Dein Kind schon lieben, wenn es auf der Welt ist!". Diese Vorstellung, dass eine Mutter nicht mit Freuden und Glückseligkeit ihren Job macht, ist für manche Menschen einfach unvorstellbar.

          Man weiss vorher einfach nicht, was man empfindet. Und die TE klingt zumindest noch so, als würde sie sich über ihre Gefühle Gedanken machen und sich zumindest bemühen. Dass sie das überfordert und sie sich das eingesteht, ist ja besser, als wenn sie ihr Kind ignoriert. Es gibt ja auch Fälle, da gerät ein gewünschtes Kind nicht so, wie geplant und wird von den Eltern daraufhin gehasst.

          Ich würde ihr nochmal zum Versuch einer Familientherapie raten, damit sie lernen kann, die fehlenden Gefühle zu kompensieren und damit sie die Überforderung mindern kann. Ihre Tochter tut ihr leid, schreibt sie, also kann sie sich und dem Mädchen helfen lassen. :-)

        • (7) 13.01.17 - 12:09

          Ich habe das getan, was doch hier immer empfohlen wird: treib nicht ab; Du wirst es bereuen, wenn das Kind da ist, wirst du glücklich sein und es lieben, du schaffst das , nach dem ersten Schock wirst du dich freuen etc
          Das kotzt mich echt an:die Alternative wäre Abtreibung gewesen, der vermeintlich leichtere Weg, Probleme beseitigt.

          Wenn man das Kind dann bekommt ist es auch noch so dass dann erwartet wird dass man das Kind freudig groß zieht.
          Was denn noch Bitte?
          Ich hab es nicht umgebracht, alles andere, also meine Gefühle kann ich aber nicht einfach herzaubern.
          Ich tue was ich kann.

          Und bitte: ich kann nur jeder Frau raten, sich nicht bequatschen zu lassen ein kind zu bekommen.Wenn Sie abtreibt ist sie herzlos und wenn nicht, dann wird auch noch erwartet, dass das ungewollte Kind plötzlich willkommen und geliebt wird.
          Wenn das so ist wäre Abtreibung einfacher gewesen. Der Vater hat sich auch nie besonnen und zu dem Kind gestanden, etwas, was hier versprochen wird.
          Warum ist es dann so verwerflich, dass auch eine Mutter nicht dazu in der Lage ist.

          Nochmal, das Kind war ungewollt und ist es auch geblieben, es gibt nicht immer das erwünschte Happyend.

          • Okay, jetzt ist der Drops eh schon gelutscht und hätte, hätte Fahrradkette bringt niemanden was.

            Du kannst aber trotzdem das Beste aus der Situation machen und für dein Kind da sein. Sie hat es verdient, weil sie dich mit Sicherheit bedingungslos liebt, wie niemanden sonst.

            Ich war noch nie die typische Mutter und eigentlich auch immer ziemlich egoistisch. Trotzdem gebe ich alles für meine Kinder und versuche ihnen auch eine gute Mutter zu sein.... schon alleine deshalb, weil ich mich dafür entschieden habe, diese Verantwortung zu tragen.

            Ich denke nicht, dass es dir wehtut, wenn du über deinen Schatten springst und ihr die bestmögliche Kindheit gibst.

            Und dafür brauchst du weder deinen Ex, noch deine Eltern.

            Und warum hast du nicht abgetrieben?

            • (10) 13.01.17 - 14:09

              Weil ich es nicht konnte. ...nenn es Skrupel oder was auch immer. Das Kind lebte ja schon.
              Ich hab es nicht fertig gebracht.
              Aber nur weil ich nicht abgetrieben habe, heisst das ja noch nicht dass ich das Kind dann annehmen kann oder mich sogar freue.
              Nicht abzutreiben bedeutet erst mal nur, dass das Kind auf die Welt kommt, aber noch lange nicht dass es dann plötzlich willkommen ist.
              Ich konnte nicht abschätzen wie es für mich sein würde wenn das Kind da ist.
              Kommt die überschwängliche Mutterliebe, wie komme ich mit der Verantwortung tagtäglich über Jahre klar?
              Das wusste ich nicht.

              Wie gesagt, hier sollte nicht so leichtfertig geraten werden das Kund zu behalten, wenn die Frau starke Zweifel äußerst dass das Kind sie überfordern oder psychisch überlasten könnte.
              Oder wo der Partner sagt er will es nicht.

              • (11) 13.01.17 - 14:17

                Trotzdem hast du die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es deinem Kind gut geht. Was auch bedeutet, dass sie liebe und Zuneigung bekommt. Wenn du das nicht gewährleisten kannst, hättest du die Möglichkeit gehabt, dir externe Hilfe durch das Jugendamt, familienhilfe usw. Zu holen. Tatbestand du anscheinend nicht. Warum lebt dein Kind nicht in der pflegefamilie, in die es zwischendurch ksm? Warum lässt du dir nicht helfen? Deine Tochter ist letztlich diejenige, die ausbaden muss, dass du unfähig bist sie anzunehmen. Und das ist nicht nur nicht fair sondern auch gefährlich für sie.

                Und warum hast Du sie nicht zur Adoption freigegeben?
                Du hättest sie nicht "getötet" ( Deine Worte ) und sie hätte liebende Eltern bekommen...

                Armes Kind!

          Warum hast du denn nie die Größe besessen deinem Kind ein Zuhause zu ermöglichen bei Menschen die es bedingungslos lieben können? In einer Dauerpflegefamilie. Du hättest trotzdem noch Kontakt zu deinem Kind gehabt, aber das Kind ein Zuhause in Liebe und Geborgenheit.

          Ich denke das ist das was du dir zurecht ein Lebenslang vorwerfen solltest.

          (14) 13.01.17 - 15:54

          Das Problem an der Denkweise ist, das man indirekt suggeriert: Nach der Schwangerschaft ist alles vorbei. Nein, danach geht das Leben erst los.

          Aber ich verstehe nicht, wie man bei einer so schwerwiegenden Entscheidung nicht auf sich selbst und ggf den Partner hört, sondern mit Hinz und Kunz darüber redet oder liest.

          Du wolltest kein Kind, Dein Partner auch nicht. Ihr habt einem Mädchen das Leben geschenkt, verantwortungslos geschenkt, das jetzt keiner wirklich will und liebt. DAS ist traurig.

          Ihr habt NUR an Eure Befindlichkeiten gedacht und in keiner Weise bedacht, das ein Mensch - genau wie ihr es seid, heranwächst. Der sich genau wie ihr nach "geliebt werden" sehnt.

          Traurig in dieser Zeit, in der selbst Verhütung ein Kinderspiel ist.

    (15) 13.01.17 - 12:21

    wenn auch nicht so extrem. Ich habe zwei Kinder. Das erste war ein Wunschkind und ich liebe es über alles auf der Welt. Es ist mein Sonnenschein und mein Augapfel. Mein zweites Kind war ungewollt. Ich habe es aus Verantwortung zur Welt gebracht. Ich kann nicht behaupten es nicht zu lieben. Das tue ich. Aber das Kind zu bekommen bedeutete einen Lebenstraum aufzugeben. Und ich gebe zu, dass ich es auf eine gewisse Art bereue mich so entschieden zu haben. Das bringt aber nichts. Ich kann es nicht rückgängig machen. Ich versuche das Beste aus der Situation zu machen und gebe mir große Mühe, dem Kind nicht das Gefühl zu geben ungewollt zu sein. Ich weiß nicht ob mir das immer gelingt.

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