Antriebslosigkeit des Mannes nervt

    • (1) 14.01.17 - 01:57

      Hallo an Alle die den Beitrag lesen.

      Es ist so, mein Mann und ich (18 Jahre zusammen) haben zwei kleine Kinder von 4 und 1,5 Jahren. Wir haben vor wenigen Jahren ein älteres Haus gekauft wo innen und außen jede Menge zu tun ist. Und ein Abschluss nicht in Sicht ist....

      Wir sind beide berufstätig (ich mit 50%) und teilen uns alle Belastungen des Alltags meiner Meinung nach schon relativ gerecht das heißt wenn ich sage was, wann gemacht werden muss.
      Es ist so, dass eigentlich jegliche Initiative, jeglicher Antrieb von mir ausgeht. In jeder Hinsicht ob es nun um die Renovierung des Hauses geht, oder um Neuanschaffungen. Freizeitgestaltung für uns, oder mit den Kindern.

      Wenn ich nicht die Initiative ergreife passiert nichts z.B. sonntags wenn ich nicht sagen würde so jetzt lass uns mal langsam fertig machen und gucken was wir Schönes machen, würden wir den kompletten Tag im Schlafanzug verbringen und das würde jeden Sonntag so gehen. Wir würden noch immer auf der zerschlissenen Couch aus meinem Jugendzimmer sitzen wenn ich nicht gesagt hätte komm wir brauchen n neues Sofa.
      Wenn ich nicht sagen würde dieses und jenes muss gemacht werden, würde mein Mann in der Bude oder auf der Couch hocken bleiben wann immer er kann.
      Ich mache das natürlich auch liebend gern mal, aber ich bin genauso gern in Aktion und freue mich etwas zu tun, etwas Schönes mit den Kindern zu unternehmen, selbst putzen oder renovieren machen mir Spaß.
      Ich weiß natürlich, dass man auch Pausen braucht, aber die kann man sich meiner Meinung nach mit diesem Alltags- und Arbeitspensum einfach nicht so oft leisten, sonst wird halt auch nichts fertig.
      Ich erwarte nicht, dass alles immer super schnell gehen muss, aber man sollte schon kontinuierlich voran kommen, finde ich.
      Wir haben ein komplett unterschiedliches Tempo bei allem. Vor unseren Kindern und vor dem Haus hat es mich nicht so sehr gestört, weil ich auch viel gearbeitet habe und einige Sachen dann halt allein gemacht hab oder mit Freunden.
      Und es gab natürlich bei weitem nicht so viel zu erledigen und zu tun wie jetzt.

      Ich fühle mich mittlerweile nur noch wie so ne alte Meckerkuh die immer allen sagt was sie machen müssen. (Bei den Kindern ja normal ;)
      Ich finde es von meinem Mann respektlos, mich in diese Rolle zu drängen, denn ich habe ihn ja nicht gezwungen ein Haus mit mir zu kaufen oder Kinder zu kriegen. Klar unterschätzt man die Arbeit die da auf einen zu kommt, das habe ich aber auch getan. Aber es nützt ja jetzt nichts und man sollte sich doch dann gemeinsam da durchkämpfen und nicht dem anderen aufbürden immer alles in Angriff zu nehmen. Wir haben schon so oft drüber gesprochen und uns auch geeinigt dass ich mal nen Gang zurück schalten muss und er einen rauf, aber irgendwie drehen wir uns im Kreis und kommen immer wieder am selben Frustpunkt an!
      Mich nervt diese Antriebslosigkeit und teilweise Gleichgültigkeit einfach nur noch und es ist nicht so dass ich es nicht schon mit aaaabwaaaarten versucht habe, aber die Eigeninitiative meines Mannes ist gleich null, selbst nach dem längsten warten.
      Witzig ist, dass er sich auf der Arbeit über Leute aufregt die nicht mitdenken und langsam sind.
      Bin einfach nur noch von ihm genervt und könnte regelmäßig ausflippen.

      Hat jeman eine Idee wie man aus diesem Teufelskreis heraus kommt?
      Mittlerweile hätte ich große Lust alles hinzuwerfen und auszuziehen, dann bin ich wenigstens nur noch für mich und die Kinder verantwortlich und muss nicht noch jemand eigentlich Erwachsenem bei allem auf die Sprünge helfen....

      • Hast du gerade meinen Mann beschrieben?

        Ich habe hier auch so ein Exemplar sitzen. Wenn ich nicht sage: So und so muss es laufen, passiert nichts!
        Wenn ich mich bei uns umschaue, sehe ich fast zu 100% nur Möbel, die auf mein Bestreben hin gekauft wurden.
        Unternehmungen geschehen auf meinen Wunsch hin und Arbeiten am Haus würden allesamt liegen bleiben. (Am Wochenende würde er bis mittags im Bett vor dem TV liegen, wenn ich ihn lassen würde)

        Wir haben aber einen guten Weg für uns gefunden. Komminikation.
        Ich habe mich damit abgefunden, dass mein Mann so ist. Ihm fehlt wohl der Weitblick für manche Situationen. Ihm fehlt die Lust sich aufzuraffen, wenn es grad gemütlich ist...
        Daher geht es nur mit Absprachen. Für Arbeiten am Haus schreibe ich ihm eine To Do Liste.
        Ich habe einen ganz genauen Putz/Tagesplan - wenn ich Ausfälle, weiss er was am Tag anfällt.

        Am Wochenende wird mirgens beim Frühstück besprochen was ansteht und auch um wieviel Uhr es ansteht. (z.b. Samstag Rasenmähen - 10 Uhr damit vor dem Essen fertig, Sonntag Ausflug - wir fahren um 9 Uhr los)

        Ich bin früher oft traurig gewesen, weil ich immer das Gefühl hatte - ohne mich geht nichts voran. Wir würden bei seiner Mutti im Kinderzimmer hausen.
        Aber das stimmt nicht. Es wäre nur anders, da mein Mann anders ist. Das musste ich lernen und lern auch immer noch (ist nicht so dass ich auch Tage hab, wo ich das Gefühl hab 4 anstatt 3 Kindern daheim zu haben ;-))

        Lg

        • ...Kommunikation...

          Danke auch für deine Antwort!
          Es tut immer wieder gut zu hören, dass es Leidensgenossen gibt! ;)
          Man muss wirklich immer wieder reden, aber manchmal nervt einen das auch das man schon 50 mal alles durchgekaut hat und es trotzdem immer wieder gleich endet....
          Naja man muss positiv denken und sich sagen es könnte sehr viel schlimmer sein...
          Wie versuchen es jetzt hier mal mit nem Plan....
          Danke nochmal für deine Antwort und
          alles Gute für euch!

      Was sagt er denn dazu? Ist es für ihn überhaupt ein Unterschied, ob man am Sonntag im Schlafanzug herumsitzt oder raus geht? Mag er beides gern? Ist es ihm egal, ob das Sofa verschlissen oder neu ist? Findet er es gut, wenn Du sagst, was Du gerne neu kaufen, renovieren oder unternehmen würdest und mag er Dich vielleicht deswegen so gerne, weil Du ihn mitziehst?

      Ich kann nicht herauslesen, warum er sich seiner Meinung nach so verhält, aber das ist der springende Punkt.

      • Hallo nochmal
        Ihm ist es egal bzw. nicht so wichtig, manchmal alles zu viel! Er meint es wird schon alles nach und nach fertig. Ich möchte das alles schön und gemütlich ist! Er hat halt eine ganz andere Ansicht von Fertig, von Gemütlichkeit von einfach Allem. Er will am liebsten immer Ruhe.
        Das haben wir schon festgestellt. Ist ja auch nicht schlimm wenn man sich in der Mitte trifft.
        Klar das ihm alles manchmal zu viel ist, so geht es mir ja auch, nur er bürdet mir ja noch die Versntwortung für sich mit auf! Gesprochen haben wir schon ich weiß nicht wie oft....
        Es ist wohl wirklich Zeit zu handeln, ob jetzt mit Zeitplan oder Ähnlichem....
        Sowas wollte ich eigentlich nicht weil es ja irgendwie albern ist, wenn man erwachsen ist, aber es geht wohl nicht anders, wenn man sich nicht trennen will.
        Danke für deine Antwort!

        • Das mit dem Plan hätte ich Dir jetzt auch vorgeschlagen. Der Vorteil daran ist, dass ganz zeitnah die Dinge, die Dir so wichtig sind, erledigt werden können. Das, was nicht so brennt, kann man auch später machen. So habt ihr beide was davon: Alles der Reihe nach, es wird auch was gemacht, aber eben nach und nach.

          Trennen muss man sich deswegen wirklich nicht. Er kann lernen, wie Du tickst und sich an den Plan halten, damit Du nicht in einer Baustelle leben musst. Und Du kannst ihm entgegen kommen und vielleicht mal fünfe gerade sein lassen. :-)

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