Ehe-WG. Wer praktiziert es?

    • (1) 15.01.17 - 10:45

      Hallo,
      gibt es hier Leute, die eine WG mit ihrem Ehepartner führen? Also sozusagen zusammen wohnen ohne Sex. Den Kindern zuliebe, damit sie Papa und Mama um sich haben. Geht sowas gut? Und wie regelt ihr euer Sexleben? Also erzählt ihr euch das dann jeweils oder "poppt" jeder ,ohne es dem anderen zu erzählen?

      Freue mich auf Antworten von Leuten, die in so einer WG leben.

      Gruß Sammy

      • (2) 15.01.17 - 10:55

        Fast vergessen......Wie regelt ihr das Finanzielle und Urlaub? Unternehmt ihr zusammen als Familie noch Einiges oder nicht?

        Grund meiner Frage: Ich bin seit über 20 Jahren mit meinem Mann zusammen. Wir verstehen uns eigentlich ganz gut. Aber Dauer-Streitthema ist Sex, Nähe und Zärtlichkeit. Trotz vieler Versuche kommen wir da nicht zu einer für Beide akzeptablen Lösung.

        • Die Frage ist doch, was IHR wollt?

          Will er so mit dir zusammenbleiben? Sieht er das Problem auch? Was habt ihr euch schon für Möglichkeiten gegeben? Trennung? Offene ehe? Paartherapie?
          Woran liegt es? Keine Zeit? Keine sexuellen Gefühle mehr füreinander?
          Nur wegen Kinder zusammenbleiben halte ich persönlich für Mist. Man lebt den Kindern eine Partnerschaft vor und Kinder sind nicht blöd. Und ist das Leben so für euch tragbar?
          Oder wollt ihr euch nicht die Chance geben, dass ihr beide nochmal mit anderen Partnern glücklich werden könnt, bei denen auch das sexuelle stimmt?

          • Ich war mal für 3 Tage "weg". Da hat er mich unter Tränen angefleht, wieder zurück zu kommen. Er wird sich ändern, alles nur noch so machen, wie ich das möchte.....Naja, nach ein paar Wochen war wieder alles beim Alten.#bla Ich will ja auch gar nicht, dass er sich ändert, Wir haben uns einfach in unterschiedliche Richtungen weiter entwickelt. Meine Gefühle ihm gegenüber sind fast bei 0. Er sagt, er würde mich noch lieben, davon merke ich allerdings nichts. Über Probleme reden, geht nicht. Zumindest nicht, wenn es um das Thema Sex/Zärtlichkeit usw geht. Es würde finanziell für uns Beide sehr schwer werden. Außerdem hängen die Kinder an uns beiden. Und ich möchte nicht, dass sie sich zwischen uns entscheiden müssen. Daher die Frage, ob sich eine WG anbieten würde. Es ist mein Haus, in dem wir wohnen. Einfach vor die Tür setzen, darf ich nicht. Ich müsste ihm eine angemessene Frist für den Auszug geben.Er wird nicht freiwillig gehen, das hat er schön oft gesagt. Also müsste ich ihn per Gericht aus der Wohnung entfernen. Aber solange hätten wir Zoff. Und mit Zoff zusammen unter einem Dach wohnen, das geht ja nicht. Ich kann aber doch nicht für 3 Monate ne Mietwohnung nehmen und ihn solange in meinem Haus wohnen lassen..... zu meinen Eltern kann ich solange auch nicht, da kein Platz....

            • (5) 15.01.17 - 11:42

              hallo,
              die Kinder müssten sich nicht entscheiden. sie würden euch nur in zwei Wohnungen anfinden satt in einer... und sie würden schnell verstehen, wenn es euch beiden dadurch besser geht.

              meine Frage an dich:

              ich weiß nicht, worum es ging, "er wird sich ändern"... kein Mensch kann sich ändern. es würde nur funktionieren, wenn ihr euch entgegenkommt. so lange einer diktiert und der andere "erfüllen" muss, ist das keine Basis...
              ... es sei denn, jemand trinkt zu viel... das schaffen schon einige, dem Partner und dem eigenen Eheleben und Eheglück zuliebe aufzuhören.

              lg

                • (7) 15.01.17 - 13:12

                  ja, da hast du natürlich recht, das war sehr grob und vereinfacht ausgedrückt!
                  ich meinte, dass sich ein Mensch schwer aus Angst ändert, nur damit ein anderer Mensch vielleicht zufriedener ist.
                  ... und auch wenn man es wirklich will, ist es oft schwer und braucht Liebe und Zuversicht ;-)

                  danke dir für deinen Beitrag!

                  • (8) 15.01.17 - 13:22

                    die Grundanlagen im Charakter wird keiner wirklich ändern können, sich anpassen ja - aber das Grundnaturell kann man nicht - ohne nicht krank zu werden - verstecken. vielleicht meintest du das auch?

            (9) 16.01.17 - 08:06

            Danke dir für deinen Beitrag. Also KANN es ja doch funktionierern....#schein

          (11) 16.01.17 - 08:44

          Mal ehrlich, das was Du da beschreibst hat doch mit WG nichts zu tun. In einer WG lebt man, weil alle Beteiligten sich aus freien Stücken dazu entscheiden. Nicht, weil einer sich nicht traut, den anderen zum Ausziehen zu bewegen oder unter Druck gesetzt wird.

          So wie ich das lese ist Eure Ehe am Ende. Das ist wirklich nicht schön, aber es passiert. Und es gibt Wege, damit gut umzugehen, wenn alle Beteiligten sich darum bemühen. Natürlich ist eine Trennung der Eltern für die Kinder immer schwer. Aber das Modell, das Du hier vorschlägst finde ich persönlich auch sehr merkwürdig. Ich könnte so nicht leben und meine eigenen Bedürfnisse vor meinen Kindern verstecken, und ich kann nicht glauben, dass das sinnvoll ist. Jeder Mensch hat Bedürfnisse, und auch Du als Mutter hast das Recht, dir diese zu erfüllen. Natürlich darfst Du dabei nicht rein egoistisch handeln und solltest wie immer in einer Familie versuchen, möglichst allen gerecht zu werden. Aber wenn Du in deiner Ehe keine Zukunft mehr siehst, dann hast Du auch das Recht, Dir ein neues Leben aufzubauen. Und das ist durchaus auch im Interesse Deiner Kinder.

          Wenn Du noch nicht soweit bist, Deine Ehe zu beenden, dann versucht es doch mal mit einer Eheberatung. Entweder könnt ihr dort gemeinsam daran arbeiten, dass es wieder besser wird, oder ihr könnt gemeinsam Wege finden, wie eine Trennung sauber ablaufen kann, sodass die Kinder nicht mehr belastet werden als nötig. Sie müssen sich nämlich gar nicht zwischen euch beiden entscheiden. Es gibt alle möglichen Spielarten von "Familie", und in vielen können Kinder und ihre Eltern glücklich leben. Aber ein Modell, das sich nur an den Kindern ausrichtet und die Eltern überhaupt nicht berücksichtigt halte ich für Unsinn.

          Das Zusammenleben wie in einer WG kann gut gehen, wenn die Grenzen klar abgesteckt sind und beide einverstanden sind. Allerdings wird es spätestens dann nicht mehr funktionieren, wenn einer von euch einen neuen Partner kennen lernt, mit dem er gerne zusammen sein möchte, oder sogar zusammen ziehen möchte, um ein neues Leben anzufangen.

          Bei euch habe ich den Eindruck, dass dein Mann, solltest du es wagen, einen neuen Partner zu haben, die das Leben zur Hölle machen würde und es nie im Leben möglich sein würde, dass dich ein anderer Mann auch nur besuchen käme.

          Und, der wichtigste Punkt bei euch: er erpresst dich doch, indem er ankündigt, dass er nicht freiwillig gehen wird. Es ist dein Haus, dein Eigentum und du willst dich trennen: also muss er ausziehen, nicht du. Das ist doch logisch. Ob du ihm etwas zahlen musst wegen Zugewinngemeinschaft etc. steht natürlich auf einem anderen Blatt. Und natürlich musst du ihm eine angemessene Frist setzen. Das alles scheint er aber abzulehnen und kündigt es dir an. Wenn du also aus diesem Grunde eine WG mit ihm gründen willst, wäre das eine Kapitulation vor dem Stärkeren. Damit würde er seine Interessen durchsetzen - und du nicht glücklich. Jetzt stelle dir mal die Lage in 3 Jahren vor: ihr lebt zusammen und einer von euch dated einen anderen Partner. Spätestens dann ist eure WG zum Scheitern verurteilt und die Lage würde eskalieren. Das wiederum würde bei euren Kindern erhebliche Probleme auslösen.

          Deshalb mein Rat: mach das ja nicht und lass dich rechtlich beraten, wie du deinen Mann da raus bekommst und was du beachten musst.

(13) 15.01.17 - 11:33

... würde das für euch denn auch funktionieren, wenn jeder sich neu verliebt hat und sein Eheleben erweitert fortführt?

nur der Kinder wegen? nein, bitte nicht.... Kinder können gut damit umgehen, wenn Eltern sich so trennen, dass die Kinder nicht irgendwie blöd in den Konflikt eingezogen werden und die Partner gut miteinander umgehen.

also, lieber Klarheit schaffen. unter dem komischen Deckmäntelchen leiden eher alle, als dass das irgendwie Erleichterung bringen würde. Außerdem blockiert ihr euch so.

Mir scheint jedoch, dass du zu dieser Lösung tendierst, weil für dich/euch Trennung nicht die klare Lösung wäre und der Konflikt einfach mal bisschen verschoben wird. Kann das sein? Einfach mal Pause von den ewigen Streitereien?

Meine Meinung ist, bevor ihr aufgebt, dass ihr euch Unterstützung nehmt, die hilft, alles bisschen aufzudröseln. Oder ihr geht zu jemanden wie David Schnarch... um Lösungen für euren konkreten Konflikt zu finden.

Ich weiß, wenn mal der Wurm drin ist, und man den Partner nicht mehr als attraktiven Partner erlebt, dass das Überwindung kostet, sich wieder neu zu nähern. Aber wenn es gelingt, ist es wunderschön!

alles Gute

Hallo!

Meine Eltern haben die letzten Jahre ein Zwei-Familien-Haus getrennt bewohnt. Ich fand es ziemlich furchtbar.

Das tut niemandem gut. Ja, es ist angenehm, wenn man nur die Treppe runter muss, um den anderen Elternteil zu besuchen. Aber nachdem zwischen den Eltern ja weiterhin viele andere Themen offen sind, verletzte Gefühle, Eifersucht, Diskussionen um die Finanzen, werden die Kinder da schnell zu Boten von wegen "sag deinem Vater ich krieg noch 3000 Mark fürs Heizöl" oder es kommt zu Gesprächen wie "wo fährt deine Mutter am Wochenende immer hin" - "zu ihrem Freund" - und dann kommt die große Fragestunde. Sorry, das ist zum Kotzen.

Entweder, ihr wollt euch trennen, dann aber bitte richtig. Ihr könnt gerne nahe beeinander wohnen, damit die Kinder mit dem Fahrrad hin und her können, aber bitte nicht in einem Haus. Der andere sollte nicht sehen wie Du zu Deinem Freund fährst, und Du willst sicher nicht mitbekommen, wie seine neue Flamme ihn vor dem gemeinsamen Haus absetzt und ihm im Auto noch die Zunge in den Hals schiebt.

Das ist gerade für die Kinder besser so, weil sie dann nicht ausgefragt werden oder zwischen die Fronten geraten.

Eine meiner besten Sachen ist ja, dass ich so als Teenager mal Ärger mit meinen Eltern hatte. und am selben Tag hat meine Mutter mir an den Kopf geknallt, ich wäre wie mein Vater - und eine halbe Stunde später hat mir mein Vater gesagt, ich wäre wie meine Mutter. Großartig. Sorry, aber ich habe mich mit beiden Elternteilen wesentlich wohler gefühlt, als sie endlich 20km zwischen sich hatten. In einem Haus war echt scheußlich.

Unter euren Umständen würdet ihr eurem Kind/ern verdammt viel zumuten!

Eine richtige Trennung ist für die Kinder mit sicherheit besser. Du /ihr wollt nur aus reiner Bequemlichkeit eure gescheiterte Ehe aufrecht erhalten in einem komischen konstrukt, auf dem Rücken eurer Kinder.

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