Nach Trennung: was ist schlimmer, Liebe verloren zu haben oder sie nicht erlebt zu haben?

    • (1) 15.01.17 - 10:50
      nebelhorn

      Hallo,

      doofe Überschrift, ich weiß aber gerade nicht wie ich es besser auf den Punkt bringen soll:

      ich bin fast 40 und getrennt lebend mit zwei Kindern. Die Trennung ist soweit einvernehmlich weil beiden klar war dass es so nicht weitergeht, wir diverse Probleme nicht gelöst bekommen haben etc. Ich kann das vom Kopf her auch begreifen und kann nicht sagen dass ich meinen Mann wieder gerne zurückhätte, womit ich aber ein großes Problem habe ist dieser geplatzte Lebensentwurf. Bei meiner Hochzeit habe ich wirklich an das "Bis das der Tod uns scheidet" geglaubt. In meiner Familie ist niemand geschieden. Und wenn ich an unsere verliebten Anfangszeiten zurückdenke kommt es mir jetzt - im Nachhinein- so vor, als sei das eben nichts wert gewesen, denn es hat ja nicht gehalten. Meine Frage geht irgendwie dahin: was sind Erinnerungen wert, wenn sonst nichts bleibt?

      Das einzig Gute sind die Kinder, die aus dieser Ehe hervorgegangen sind und die unser Leben dauerhaft begleiten und bereichern. Das ist schon sehr viel und viel mehr, als manch anderem geblieben ist. Aber die Kinder machen es auch schwer(er) zu akzeptieren dass dieser Lebensentwurf gescheitert ist, und wir - die Eltern- sind daran "schuld" bzw. wir waren zu unfähig. Wenn man keine Kinder hat, ist es m.E. auch leichter abzuschließen, weil man sich zum Beispiel komplett aus dem Weg gehen kann und dann schneller "vergisst".

      Ich habe einige Freundinnen die Single und kinderlos sind. Die sind manchmal auch traurig weil sie niemand haben, weil sie nie Familie hatten, aber ist es nicht manchmal leichter, wenn man gar nicht weiß, was einem entgangen ist? Letzten Endes ist alles doof, wenn es so ist. Mich würde einfach nur interessieren ob man eher das vermisst, was man mal hatte, oder was man gerne hätte. Was ist leichter auszuhalten?

      Und sie können nach einer Trennung leichter "ihre Wunden lecken". Andererseits habe ich eine Freundin von der ich weiß dass sie wirklich sehr "allein" ist. Bei ihr denke ich oft: was ist ihr noch geblieben? Wie macht man trotzdem ds Beste aus seinem Leben auch wenn es nicht nach Wunsch gelaufen ist?

      • (2) 15.01.17 - 11:25

        hallo,

        was ist schlimm daran, dass sich der Plan geändert hat, dass "ihr gescheitert" seid? ihr habt zwei Kinder, ihr hattet eine glückliche Zeit - das kann euch niemand nehmen. und jetzt seid ihr mutig genug, um eure Lebensplanung den jetzigen Bedürfnissen anzupassen.

        wie man das Beste macht, auch wenn es nicht nach Wunsch verlaufen ist? das annehmen, was ist. und sich selbst annehmen, mit all der Trauer, den Wünschen, Verzweiflung, Wut etc... sich so annehmen, wie es vielleicht die Oma gemacht hätte, mit offenen Armen und einem warmen Blick und ganz viel Geduld.

        das ist meiner Meinung nach das Einzige, was man machen kann... und dann nach vorne schauen - und dankbar sein für die schönen Dinge, die man erleben durfte. Und seinen Menschen, die jetzt nicht mehr den Weg so intensiv mit einem teilen, das Schönste gönnen und wünschen - wie sich selbst auch, wie jedem von euch, der da irgendwie involviert ist.

        Meine erste Frage ist nicht so ernst gemeint. Natürlich ist eine Enttäuschung und Trauer damit verbunden. Aber du weißt auch nicht, ob mit der Planänderung nicht noch Änderungen auf dich zukommen, für die du später sehr dankbar sein wirst ;-)

        lg

        • Also ich war mit meinem aller ersten Freund 4 Jahre zusammen große Liebe halt er hat Schluss gemacht auf einer nicht so schönen Art nun trauer ich also komm nicht damit zurecht aber habe jemand anders kennengelernt der ist 44 und ich 27 ich mag ihn sehr fühle mich in seiner Nähe wohl #sternsind momentan eher auf einer freundschaftlichen Basis aber keine Ahnung bin momentan ziemlich durch den Wind kp ob ich das verliebt sein verlernt habe oder ob es daran liegt das ich im inneren noch an meinem Ex hängt... Den ich neu kennengelernt habe wäre ein Traum Mann einfach von der tollen Art wie er sich gibt es tut mir soooo gut

      Hallo!

      Erstens: jede Beziehung kann man retten, die mal von Liebe geprägt war, wenn beide daran arbeiten. Ihr habt euch entschlossen, euch lieber gleich zu trennen, bevor ihr groß Arbeit investiert, das ist schade. Und ja, da liegt viel Schuld und Versagen drin.

      Zweitens: Menschen ändern sich, und manchmal ändert man sich eben in verschiedene Richtungen und findet keinen gemeinsamen Weg mehr. Aber warum sind deswegen jetzt alle Erinnerungen nichts mehr wert? Warst Du denn nicht in den ersten Jahren sehr glücklich? Das war doch liebe, warum sollte das jetzt alles doof gewesen sein?

      Ihr habt einfach zugelassen, dass die Liebe verloren geht und habt euch zu wenig angestrengt, um sie zu erhalten.

      • (5) 15.01.17 - 12:24

        Ihr habt einfach zugelassen, dass die Liebe verloren geht und habt euch zu wenig angestrengt, um sie zu erhalten.

        Woher willst du das wissen? Wenn einer sich innerlich verabschiedet kann der andere sich auf den Kopf stellen. Und nein, wir haben uns nicht getrennt weil die Luft raus war, sondern weil wir uns nur noch gestritten haben, der Respekt verloren ging und einer nicht mitziehen wollte, um eine neutrale "Instanz" drauf schauen zu lassen. Wenn jemand sich weigert mit dir zu reden und dir das Wort im Mund verdreht bzw. dir die Rechtmäßigkeit deiner Gefühle abspricht dann stehst du mit irgendwelchen Rettungsversuchen alleine da. Auch wenn natürlich immer zwei dazu gehören, dass es den Bach runtergeht.

        • Ich bin auch der Meinung, dass man nicht pauschal sagen kann, dass man sich zu wenig angestrengt hätte, wenn eine Ehe scheitert.

          Aber das, was Du hier schilderst, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Du nichts bereuen musst. Du hast nicht den falschen Mann gewählt. Du hast nur noch nicht verstanden, dass er der richtige Mann war, aber eben nicht Dein Langzeitlebensgefährte sein sollte. Eure Zeit war Eure Zeit und jetzt ist es Zeit für etwas Neues.

          Ich persönlich bereue nichts in meinem Leben, auch wenn es völlig anders verlief, als ich es mir früher erträumt hatte. Zwei Kinder von zwei Männern, mit denen keine dauerhafte Beziehung möglich war, aber ich würde es nicht gegen ein Leben als kinderlose Singlefrau tauschen wollen!

        • Es passiert, dass wirklich nichts mehr geht. oft einfach, weil man den Zeitpunkt verpasst hat. Daran kann man nichts ändern. Aber deswegen sind doch die guten Jahre trotzdem gelebt worden, ihr hattet schöne Zeiten.

          Warum kannst Du Dich nicht an dem freuen, was gut war?

      Hachjaaa ich wollte auch drum kämpfe das mein ex und ich es wieder probieren aber ich bemühe mich habe mich geändert usw aber von ihm kommt keine Reaktion was traurig ist ich muss leider damit leben leider wohne ich im gleichen haus wie er das zieht mich runter hoffe habe bald ne andere wohnung und kann einen neuanfang machen

Hallo

<<<<Und wenn ich an unsere verliebten Anfangszeiten zurückdenke kommt es mir jetzt - im Nachhinein- so vor, als sei das eben nichts wert gewesen, denn es hat ja nicht gehalten. Meine Frage geht irgendwie dahin: was sind Erinnerungen wert, wenn sonst nichts bleibt?<<<<

Das ist einzig und allein eine Frage wie man zurückblickt.Warum soll eine gescheiterte Liebesbeziehung nichts wert gewesen sein ?Du warst mal glücklich, das allein zählt.
Genau diesen enttäuschten Lebensplan gilt es zu verarbeiten und macht eine Trennung mit Kindern noch mal schwerer.Manche verwechseln das sogar mit Liebeskummer.

Vielleicht ist bei dir alles noch zu frisch.

Bei mir bleiben nach Jahren einer sehr unschönen Scheidung ,die Freude über die Kinder, die ein Bereuen schon immer verhindert hat.
Ich wollte mit keiner meiner kinderlosen Freundinnen tauschen.
Auch wenn man den Kindesvater nie komplett aus seinem Leben verbannen kann.

<<< Wie macht man trotzdem ds Beste aus seinem Leben auch wenn es nicht nach Wunsch gelaufen ist? <<<

Man leckt seine Wunden und weiter gehts.:-)
Schließlich weiß man ja wie man gerne leben würde.

Ich war übrigens Mitte Vierzig bei meinem Neuanfang.

Der Blick zurück, sollte nicht auf Dauer deine Zukunftspläne behindern.

L.G.

Eine Trennung ist fast immer schmerzhaft, aber es gab definitiv Beziehungen mit Männern, die ich aus heutiger Sicht nicht erlebt haben möchte.

(11) 15.01.17 - 17:21

Hallo liebe frische Getrennte,
Das liest sich wie dein Abschiedsbrief. Du sinnierst wie eine 80ig jährige. ;-) Dabei bist du rein statistisch noch nicht mal in der Lebensmitte.

Ich hoffe, du startest bald durch und haderst nicht mehr lang.

Versuche, etwas neues zu machen. Motorradführerschein, 5 neue Männer im nächsten Jahr daten, Tauchlehrgang, kurze Haare oder nur einen Kochkurs in der VHS :-D.

Leicht geschrieben Ich weiß. Jedoch wirds dir irgendwann besser gehen. Die Zeit, die du jetzt durchmachst, wird enden.

Alles Gute.

Hi, ich bin seit fast zehn Monaten getrennt und habe die gleiche Sichtweise wie Du! Mein Masterplan für das Leben ist gescheitert.
Moment, nein es ist mein halbes Leben. Jetzt bin ich an dem Zeitpunkt, wo ich neu anfange. Ich freue mich auf die Zukunft und bin gespannt was das Leben noch so bietet. Ich sehe es als Chance und nicht als Elend des Schicksals.

Ich habe zwei Kinder, eins davon sitzt im Rolli. Mein Leben ist anspruchsvoll. Aber dafür liebe ich es. Mit all seinen Unzulänglichkeiten.
Es wird noch Trauerzeiten geben. Die habe ich heute noch. Aber ich gönne mir die Trauer. Weil ich weiß, dass es nur Verarbeitungsmomente sind.
Iwann wirst du dein Leben so annehmen und es wird wunderschön sein. Weil du das alte loslassen konntest.

Ich wünsche dir viel Glück!

(13) 15.01.17 - 22:49
dachteauch-eshältewig

Hallo,

ich finde mich momentan in einer fast ähnlichen Situation wie du - nur dass ich bisher noch nicht getrennt bin. Ich schaffe den Absprung einfach nicht. Bin fast 10 Jahre älter als du, dachte auch: es hält bis der Tod uns scheidet, das dachten wir übrigens beide.

Aber momentan ist es sehr schwierig - ich weiß derzeit nicht wirklich, wie es weitergehen soll. Ich habe nicht die Kraft zu gehen, das hier alles aufzugeben, ich habe hier soviel geschaffen. Darum beineide ich dich fast darum, daß du es schaffst, diesen Weg zu gehen. Ich denke, da kommen sicher auch wieder andere Zeiten auf dich zu. Erstmal schmerzt Abschied immer, das wird einige zeit in Anspruch nehmen.

Du solltest froh sein, glückliche Jahre erlebt zu haben - ich glaube man ist definitiv "ärmer", diese nie erlebt zu haben.

LG

(14) 15.01.17 - 22:51

Danke für eure Sichtweisen! Sie machen meine Gedanken gerade etwas leichter #blume

was sind Erinnerungen wert, wenn sonst nichts bleibt?

Wenn Du an DEM Satz festhältst, ist das der sicherste Weg, depressiv zu werden. Ich habe mir auch nicht vorgestellt, mit 60 schon Witwe zu sein, obwohl es aufgrund des Altersunterschieds zu meinem Mann sehr voraussehbar war. Aber - ich habe ihn sehr geliebt, ich wollte ihn - ohne an später zu denken. Wir hatte tolle gemeinsame Jahre und leider zum Schluß auch eine sehr schlimme traurige Zeit. Aber der Kummer darüber darf nicht überwiegen.
Ja ich habe auch noch viele schlimme Tage, es ist noch keine 2 Jahre her - aber ich habe wunderschöne, fröhliche, liebevolle und einmalige Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit - das ist doch schön, weil nicht jedermann vergönnt. Wieviele dümpeln in einer unbefriedigenden und elenden Beziehung vor sich hin, weil sie zu bequem oder schwach sind, sich daraus zu lösen?

Gut, Deine Ehe ist gescheitert, vielleicht weil beide irgendwie die Kurve nicht bekommen haben, was Aktives für den Fortbestand zu tun, sich zu bemühen - das musste ich schon auch hin und wieder leisten. Aber es ist vorbei - und tränenschwer nur noch nach hinten zu schauen, hilft niemandem, am wenigsten Dir. Freu Dich an Deinen Kindern und schau nach vorne - irgendwas Schönes wird das Leben schon noch für Dich bereithalten - und ich hoffe, für mich auch :-)
LG Moni

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