Eheberatung sinnvoll? Bitte um Erfahrungen

    • (1) 15.01.17 - 21:43
      wasdennnun

      Hallo zusammen,

      ich komme gleich auf den Punkt...

      Mein Traummann und ich. Wir kennen und lieben uns seit 10 Jahren. Seit 3 Jahren verheiratet und seit 11 Monaten gewollt Eltern. In allein möglichen Ratgebern habe ich immer gelesen, dass das erste Jahr mit dem Kind eine Partnerschaft immer auf die Probe stellt. Bei uns ist es tatsächlich so, dass wir uns immer mehr, immer heftiger streiten und die Funkstillen immer länger dauern. Früher gab es max. 5 Minuten Funkstille bis wir uns ausgesprochen und vertragen haben. Inzwischen können wir auch mal einen Tag still sein, danach kommt aber auch keine wirkliche Aussprache.

      Ich liebe ihn, bin aber zunehmend unglücklich und fühle mich zunehmend ungeliebt. Was in ihm vorgeht weiß ich nicht. Es gab schon lange keine wirkliche Aussprache. Ich vermute nur, dass er mich zwar noch liebt, aber mit unseren Streitereien nicht mehr klarkommt. Er war ehe nie der Typ von großen Reden.

      Wir leben uns auseinander.

      Ich glaube aber an (unsere!!!) Liebe. Ich glaube an "In Guten wie in Schlechten Zeiten". Ich glaube an Monogamie.

      Nun denke ich ernsthaft über eine Eheberatung nach. Ich bin sicher, mir(!!!) würde das helfen. Aber ich bin mir relativ sicher, er würde sich nicht darauf einlassen, daher habe ich auch Angst, ihn zu fragen. Ihn das zu fragen, wäre dann auch so was wie Eingeständnis, dass wir nicht mehr klarkommen und grad an einem Punkt befinden, wo es heißt, alles oder nichts. Auch davor habe ich angst. Was ist, wenn es auf das "nichts" hinausläuft?! Ich würde dann nämlich nicht nur die Liebe verlieren, sondern auch meinen besten Freund.

      Nun, ich würde gerne wissen, ging es noch jemandem so? War jemand in seiner Partnerschaft an so einem Punkt angelangt? Mit so einem Partner, der an Eheberatung/Therapie nicht glaubt? Habt ihr doch so was gemacht und es hat die Ehe/Partnerschaft "gerettet"?

      Danke schon mal.

      • Hallo wasdennnun,

        ich selbst habe keine Eheberatung in Aspruch genommen.. aber ich habe auch eher einen stillen Mann zu Hause. Wir haben letztes Jahr gemeinsam einen Schicksalsschlag erlebt und im Zuge dessen wollte ich sozialpsychologische Beratung. Mein Mann ist mir zuliebe mit gegangen, obwohl er selbst sowas für sich auch nicht braucht.

        Teilweise gingen die Gespräche aber auch in Richtung Eheberatung, weil wir uns im Zuge unserer Trauer auch sehr oft gestritten haben...

        Nun ja, diese Beratungsgespräche sind nicht für jeden etwas.. rückblickend fanden wir es aber beide gut. Ich muss aber sagen, dass nicht jedes Gespräch angenehm war. Man lässt halt buchstäblich ziemlich die Hosen runter... weil man ja auch Situationen bespricht, in denen man dem anderen Unrecht getan hat etc. Nicht jeder mag vor einer fremden Person so offen sein... Wenn man aber nicht die schwierigen Themen anspricht, dann macht es halt auch keinen Sinn...

        Spontan würde ich euch aber erstmal raten gemeinsam zu sprechen. Ohne eine dritte Person. Du sagst, dass ihr das noch nicht wirklich getan habt. Warum nicht?
        Befor du an eine Eheberatung denkst, die ja auch nicht billig ist, ... würde ich mich erstmal zu 2. hinsetzen. Am besten, wenn euer Kind mal bei den Großeleltern ist etc.. und dann ohne Vorwürfe mal darüber sprechen, was euch genau gerade so stresst und was ihr ändern könnt.

        Liebe Grüße

        • (3) 15.01.17 - 22:15

          Wir sind in diesem Sch*ß Teufelskreis, wo die Frau ständig unzufrieden ist, nur noch am Meckern, der Mann langsam kein Bock hat. Die Frau bei jedem Versuch ohne Vorwürfe zu reden, doch emotional wird, der Mann dann meint, er tue doch ehe schon alles was geht. Und dann macht die Frau doch Vorwürfe, der Mann fühlt sich wieder angegriffen und dann halt die Funkstille.

          Ich weiß, dass ich auch Fehler mache. Aber er sagt halt nichts. Oft sehe ich, dass er "irgendwas" schluckt, aber sagen will er nichts. Manchmal platzt irgendwas aus ihm heraus, was dann aber verletzend auf mich abstürzt und ich mache dicht...

          Daher will ich bewusst eine 3. Person, in der Hoffnung, die 3.Person schafft es, unsere Gespräche zu lenken. Die Frage ist halt nur, ob es helfen kann, wenn der Partner ehe schon der schweigsame Typ ist. Und bei Fremden erst recht.

          • Hhh,

            das kann ich dir generell nicht sagen... hängt ja dann auch viel davon ab, ob beiden die neutrale 3. Person liegt...

            Mein Mann konnte damals sehr offen reden. Wir sind aber auch an eine sehr nette Frau geraten. In den Gesprächen kam aber auch eher zum Vorschein, dass ich eher das "Problem" bin...

            Das war für mich ganz schön unangenehm aber ich konnte es gut annehmen... und einiges ändern.

            Klingt etwas so, als ob dein Mann dir gerade nichts recht machen kann... Vielleicht weil Schlafmangel, neue Aufgabe etc. sehr stressen?

            Hast du Phasen, in denen du dich erholen kannst? Is ja oft so, dass man bei hohen Belastungen oft aneinander gerät.

            • << Klingt etwas so, als ob dein Mann dir gerade nichts recht machen kann... Vielleicht weil Schlafmangel, neue Aufgabe etc. sehr stressen?

              Hast du Phasen, in denen du dich erholen kannst? Is ja oft so, dass man bei hohen Belastungen oft aneinander gerät.>>

              Nein, unser Kind schläft traumhaft zw. 10 und 12 Stunden am Stück #huepf Ich schlafe nachts gut und Tagsüber macht die Kleine immer noch z Schläfchen von je 1,5 Stunden, d.h. auch Tagsüber habe ich meine Pausen und genug Zeit für mich. Ich gehe auch zum Sport und habe wieder Zeit für Bastelhobbys. hmmmm... Als Eltern funktionieren wir auch sehr gut. Aber als "Paar" - da kann er mir grad wirklich nichts recht machen. Was uns als "Paar" angeht, bin ich leider unglücklich und das ist der Punkt, an dem was passieren muss. Wir selbst können über uns als Eltern gut reden, aber nicht über uns als Paar. Dann kommt es zu dem oben beschriebenen Teufelskreis :-(

              • Das klingt doch erstmal ganz gut ;-) Also versteh ich es richtig, dass dir nun etwas fehlt, was ihr vorher beide gemeinsam hattet? Viel Zeit zu zweit? Ungeteilte Aufmerksamkeit? Daran kann man doch was ändern... jedenfalls etwas...

          (7) 15.01.17 - 22:28

          Wenn einer in einer Partnerschaft nicht reden will oder kann, aber den Eindruck macht, den du von deinem Mann hast, ist er nicht ehefähig.
          Das ist immer so einfach, den Schweigsamen zu spielen und der Partner macht sich 1001 Gdanken. Das hat für mich was von passiver Aggressivität.
          Derjenige macht es sich auf seine Art einfach, sitzt stumm rum und der andere kann sich ein Bein ausreißen.
          Reden kann man lernen. Und wenn er das nicht will, ist ihm eure Ehe nicht viel wert.
          Zum Punkt, man kann nicht vor Fremden reden. Es geht nicht darum, auf dem Marktplatz die Hosen runter zu lassen, sondern in einem geschützten Raum mit jemandem zu reden, der einem helfen kann.

    (9) 15.01.17 - 22:22

    Vorab: Die Veränderungen für ein Paar durch ein Kind sind naturgemäß gigantisch. Es verändert sich jede Menge, Neues entsteht, aber die bekannte Paarzweisamkeit muss man leider begraben.

    Ich würde es ansprechen, auch deshalb, damit Dein Mann überhaupt mal merkt, was Dir so im Kopf herumgeht.

    Ich selbst habe es meiner Frau vor bestimmt drei Jahren vorgeschlagen, ohne Erfolg. Jetzt ist sie langsam auf dem Weg, sich darauf einzulassen. Selbst wenn es noch etwas bringt, uns allen wäre viel erspart geblieben, wenn wir unsere Probleme schon früher aktiv angegangen wären.

Hallo

<<<<Nun, ich würde gerne wissen, ging es noch jemandem so? War jemand in seiner Partnerschaft an so einem Punkt angelangt? Mit so einem Partner, der an Eheberatung/Therapie nicht glaubt? Habt ihr doch so was gemacht und es hat die Ehe/Partnerschaft "gerettet"?
<<<<<

Ich halte eine Eheberatung bei euch für überfällig.

Ich habe diese schon mehrfach in Anspruch genommen.Sogar mein selbstherrlicher Ex-Mann hat dem zugestimmt.Dort wurde für mich die unvermeidliche Trennung noch mal bestätigt.

Auch in den Anfangsjahren mit meinem jetzigen Mann waren wir schon zweimal dort.Immer dann, wenn ein Problem nicht zu lösen war und wir auch durch intensive Gespräche nicht weiter gekommen sind.Uns hat das mehr als gut getan.Mit fachlicher Hilfe konnte der Konflikt immer gelöst werden.Die letzten Jahre haben wir es selbst hin gekriegt.Manchmal ein mühsamer und schmerzhafter Prozess.Vielleicht sind wir auch anspruchsvoll.

Wie jemand schon schrieb, wenn dein Mann nicht mit dir reden will ( auch mal von sich aus )werdet ihr eure Ehe vor die Wand fahren.

Geh doch zur Not alleine zu einer Eheberatung.

L.G.

(13) 16.01.17 - 08:36
GleicheErfahrung

Guten Morgen,

wir haben die selbe Erfahrung gemacht.

Im gvk wurden wir von der Hebamme schon darauf vorbereitet. Als dann die Geburt war dachte ich nur, wie kann man bei so viel Glück sich streiten!?

Aber man kann, Dank Schlafentzug :-( niemand gönnte dem anderen die 5 min, die er mehr geschlafen hat. Nach ca. 8-9 Monaten habe ich auch oft an Trennung gedacht, sogar schon nach Wohnungen gesucht.

Aber es wurde besser. Ich habe regelmäßig das Gespräch gesucht und wir haben viel geredet.

Mein Freund hat es seinerzeit so gar nicht gesehen als ich es vor Kurzem mal angesprochen habe. Er war ganz überrascht.

Wir haben es so geschafft, aber Nummer 2 kommt in einer Woche. Keine Ahnung wie es dann wird.

Vielleicht helfen euch ja schon ein paar Gespräche bei einer Beratung.

Alles Gute!

So grundsätzlich kann eine Eheberatung schon sinnvoll sein, aber in eurem ganz speziellen Fall, wäre das Geld wohl besser in einen Babysitter investiert.

Du schreibst nichts über die Gründe eurer Streitereien, nur das ihr streitet. Ich gehe also davon aus, dass die Ursache eures Problems deine Unzufriedenheit ist. Die wiederum resultiert daraus, dass du das Gefühl hast, dass dein Mann dir entgleitet und dein Mann entgleitet dir, weil er daheim eine unzufriedene und nörgelnde Ehefrau hat und davon ist er genervt, weil er nicht so recht weiß, wie er es dir recht machen soll. Du merkst, dass er genervt ist und willst reden, er ist davon aber noch mehr genervt, weil es eigentlich nichts zu sagen gibt außer vielleicht " Frau! Du gehst mir auf den Sack!" Sorry wenn ich das so salopp dahersage, aber ich weiß wovon ich rede! Alles schon druch!

Du steigerst dich zu sehr darein, liest irgenwelche Beziehungsratgeber und überlegst eine Paartherapie zu machen und übst damit Druck auf deinen Mann aus. Ein Paar muss sich erstmal neu finden, wenn ein Kind dazukommt. Das braucht Zeit. Das Problem, soweit ich das aus dem was du schreibst herauslesen kann, ist deine Unzufriedenheit. Also tu was dagegen und zwar nicht in dem du ständig versuchst deinen Mann zu analysieren und mit ihm über nicht vorhandene Probleme zu sprechen. Sucht euch einen verlässlichen Babysitter wahlweise Oma, Opa, Tante und Verwandte und unternehmt wieder was als Paar. Geht ins Kino, Essen, trefft euch mit Freunden und sprecht über angenehme Dinge und vor allem nimm bitte den Druck aus der Sache.

  • Der Mann der TE kann und will nicht reden.
    Bekanntlich ist mangelnde Kommunikation der Ehekiller schlechthin.
    Wenn sie einen Babysitter engagiert und mit dem Gatten ausgeht wird er sicher mit ihr reden.
    Aber ein "Frau du gehst mir auf den Sack" wäre ja schon mal ein Anfang.

Top Diskussionen anzeigen