Kind UND Karriere?

    • (1) 17.01.17 - 08:58

      Guten Morgen in die Runde,

      meine Frage ist, ob für euch (gerade als Frau) Kind UND Karriere gleichzeitig vorstellbar wäre.

      Im konkreten Fall geht es darum:
      Ich habe einen Bekannten, der mit seiner Noch-Frau (mittlerweile getrennt) eine Zweckbeziehung ohne Liebe geführt hat. Liebe kam laut seiner Aussage erst ins Spiel, als die beiden geheiratet und ein Kind bekommen haben. Die Trennung kam, weil sich beide "auseinander entwickelt" haben. Soviel zur Vorgeschichte.

      Er hat sich vor Hochzeit und der Geburt seines Kindes aus der Not heraus selbständig gemacht und ist damit ziemlich erfolgreich. Der Traum seiner Noch-Frau ist schon lange die berufliche Selbstverwirklichung, um die sie sich erst nach der Geburt ihres Kindes gekümmert hat. Sie hat ein Studium aufgenommen und laut Aussage ihrer besten Freundin ist ihr ihre Karriere mehr als nur wichtig. Das Kind ist jede zweite Woche komplett beim Papa. Die nächsten Wochenenden (bis Mitte Februar) sieht sie ihr Kind nicht, weil sie Lerngruppe hat. Letztes Wochenende war das Kind beim Papa, davor das Wochenende hatte sie eine Weiterbildung. Das letzte Mal, dass sie an einem Wochenende ihr Kind hatte, war an Silvester. Aber auch nur den Samstag, den Sonntag war das Kind wieder beim Papa. Genau wie auch das gesamte lange Weihnachtswochenende. Zu Halloween, zum Laternenumzug und zum Weihnachtsmarkt musste ebenfalls der Papa, weil Mama keine Zeit hatte.

      Jetzt meine Frage an die Frauen: kann Karriere wirklich so wichtig sein, dass ich mein Kind so wenig sehe und "alles" der Papa mit dem Kind unternehmen muss? Ist es nicht egoistisch und schon ziemlich dreist, wenn man erwartet, dass der selbständige Noch-Mann früher Feierabend machen muss, um das Kind vom Kindergarten abzuholen und zum Sport zu bringen? Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass er "im Außendienst" tätig ist, also zu Kunden im näheren und weiteren Umkreis (bis ca. 200/250 km) fährt. Ich frage mich immer, wie das funktionieren soll? Alles stehen und liegen lassen mit den Worten "Entschuldigung, Herr Dr. XY, ich muss jetzt Feierabend machen, weil ich pünktlich mein Kind vom Kindergarten abholen muss."?

      Ich verstehe ehrlich gesagt ihre Handlungsweise nicht. Wenn ich doch mit einem Mann zusammen bin, der sich Selbständig gemacht hat und den ich nicht liebe, mich selbst verwirklichen und Karriere machen möchte, gleichzeitig aber ein Kind möchte, spätestens dann trenne ich mich doch, weil doch ein Blinder mit Krückstock sieht, dass das hinten und vorne nicht passt. Nicht passen kann! Oder?

      Bitte versteht das jetzt nicht als Angriff gegen Karrierefrauen! Ich bin niemand, der sagt, dass die Frau nur für die drei K`s zuständig sein soll. Ich möchte nur verstehen, was in einer Frau vorgeht, die sagt "trotz dass mein Mann (den ich nicht liebe) selbständig ist, möchte ich mich selbst verwirklichen (in einem Beruf, in dem ich oft genug auch abends Termine haben werde) UND gleichzeitig ein Kind".

      Ich bin gespannt auf eure Antworten und hoffe auf neue Denkanstöße.

      Liebe Grüße.
      patchoulie

      • Naja, es gibt karrieregeile Frauen... und karrieregeile Männer. Finde das jetzt nicht so aufregend und auch nicht geschlechtsspezifisch.

        Für mich persönlich und auch für meinen Mann ist Karriere nicht wichtig. Wir wollen so viel Zeit wie möglich mit unseren Kindern verbringen und tun das auch ganz bewusst.

        Aber wenn das jemand anders sieht und die beiden sich ja scheinbar arrangieren, sehe ich da auch kein Problem. Warum sollte ein Kind nicht hauptsächlich beim Papa aufwachsen?

        Und warum zerbrichst du dir da eigentlich den Kopf drüber?

        LG Claudi

        • Natürlich kann ein Kind auch hauptsächlich beim Papa aufwachsen. Warum auch nicht? Ein Vater kann ein Kind mindestens genauso gut aufziehen wie eine Mutter.

          Ich finde aber, dass in der Konstellation "einer KANN beruflich nicht allzu viel zurück stecken, der andere WILL nicht beruflich zurück stecken" + Zweckbeziehung + gleichwohl Wunsch nach einem Kind, dass das Kind der Leidtragende an dieser Situation ist. Da verstehe ich sowohl sie nicht, aber auch ihn.

          • (5) 17.01.17 - 09:32
            verstehe dich nicht

            es ist doch nicht dein Leben?
            kümmere du dich doch um deine Werte und dein Leben...

            was hast du davon, dass du dir den Kopf darüber zerbrichst?
            dir gefällt das Modell nicht, du meinst, das Kind leidet darunter... es sind deine Geschichten. wie genau sich was und er Beziehung verändert hat oder wie was zustande gekommen ist, du weißt doch auch nur Bruchteile davon. will sagen: es lohnt sich nicht, dein Gedankenkarussell...
            oder welche Erkenntnis willst du aus deinem vorgefertigten Bild bekommen?

            du weißt doch nicht wirklich, wie und ob das Kind darunter leidet. vielleicht hat es die beste Zeit seines Lebens beim Papa...

            Naja das kann man sehen wie man will. Du denkst zu sehr zu Gunsten deines Freundes. Aus deiner Sicht KANN er nicht zurückstecken, sie aber SOLL zurückstecken.

            Glaube mal, in einem Studium kann man genauso wenig einfach mal weniger machen wie in der Selbstständigkeit. Irgendwann und irgendwie möchte die Frau mit dem Studium fertig werden und wahrscheinlich auch eher mit gutem Abschluss. Sie hat ein Kind, dass sie unterhalten muss, sie muss irgendwann Geld verdienen. Da kann sie sich doch wohl kaum zurücklehnen und jahrelang vor sich hin studieren...

      Ich verstehe dein Anliegen irgendwie nicht. Anscheinend hat der Vater die Zeit, sonst würde es ja nicht funktionieren. Warum soll das unbedingt Aufgabe der Mutter sein?

      Aha, wenn die Mama während der EZ zurücksteckt und der Papa Karriere macht, ist es aber in Ordnung?

      Ich finde es generell doof, wenn man keine Zeit für sein Kind hat, aber das Studium wird auch mal zu Ende sein und dann kann die Frau vielleicht in Teilzeit mehr verdienen, als eine unstudierte Person, die voll arbeitet und hätte dann viel Zeit für das Kind.

      Was ist denn schlimm dran, wenn der eigene Papa auf das Kind aufpasst? Ist dieses Kind nicht auch 50 % in seiner Verantwortung? Warum ist es ok, wenn die Mama 80% aufpasst und der Papa nur 20, aber umgekehrt ist es eine Katastrophe und der Mutter wird sonstwas unterstellt?

      Also wenn sich Frauen untereinander schon so mobben, braucht man sich über Männer, die sowas sagen, nicht zu wundern!

      Ersetze in deinem Text "Mutter" durch "Vater", dann hört es sich schon fast normal an.

      >>>Ich möchte nur verstehen, was in einer Frau vorgeht, <<<
      Das gleiche, was in einem Mann vorgeht, der an seiner Karriere arbeitet.
      Immerhin ist sie getrennt lebend und muss auch sehen, wo sie bleibt. Nicht jede Frau sieht es als Traumziel an, später von einer Minirente aus Teilzeittätigkeit zu leben.

      >>>Bitte versteht das jetzt nicht als Angriff gegen Karrierefrauen!<<<
      Als was soll man das sonst verstehen?

      (10) 17.01.17 - 09:17

      schwirren da nicht Vorurteile durch die Luft?
      man ist nur eine gute Mutter, wenn man...
      der Vater ist immer zweite Wahl?

      ***

      ich kenne viele Frauen, die Karriere plus Kind unter einen Hut bringen. es ist anstrengend und ohne Unterstützung nicht möglich.

      mach du doch, was du möchtest und lass die Freundin ihr Ding machen...

      Mal ins Blaue geraten:
      Du bist in diesen Mann verknallt und es nervt dich, dass er das Kind immer hat?

      Anders kann ich mir diese Stutenbissigkeit grade nicht erklären...

      • (12) 17.01.17 - 09:24

        das ist auch eine Möglichkeit
        ich habe eher vermutet, dass sie ihr Selbstwertgefühl aufwerten will, indem sie hier Zuspruch über ihre vernichtende Meinung der Frau gegenüber bekommt und jeder ihr sagt, dass sie Recht hat: so etwas macht Frau nicht. und dass sie sicher die bessere Mutter ist/wird...

        Falsch geraten ;-)

        Ich möchte nur verstehen, warum man sich bewusst für ein Kind entscheidet, wenn man gleichzeitig Karriere machen will und sich bewusst ist, dass man dadurch sein Kind selten sieht. Egal ob als Mann oder Frau.

        • (14) 17.01.17 - 09:34

          vielleicht weil man weiß, dass das Kind in der Zeit, wo es nicht bei einem selbst ist, wunderbar aufgehoben, geborgen sich fühlen wird, gefördert wird und weil das Kind von einer glücklichen Mutter mehr hat als von einer unzufriedenen zu Hause?

          (15) 17.01.17 - 10:06

          Vielleicht weil man länger arbeiten muss als man sich um ein Kind kümmert? Man Anspruch an seine Arbeit hat? Man selbst für seinen Lebensstandard verantwortlich sein will (oder nach Trennung muss)?

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