Fernbeziehung als Patchwork - kann das klappen?

    • (1) 17.01.17 - 13:35

      Hallo!

      Wirklich helfen könnt ihr mir nicht, aber eventuell gibt es Erfahrungen, die mein derzeitigen Gefühlsstrudel ein wenig bremsen können.

      Ich (w.40) habe einen Mann (47) kennengelernt. Uns trennen räumlich 400km.

      Ich wohne derzeit noch mit meinem Mann zusammen, ziehe aber Ende Februar in eine eigene Wohnung. Wir haben einen gemeinsamen Sohn, 8 Jahre, der Umgang wird nach unserer räumlichen Trennung aufgeteilt.

      Mein neuer Partner hat an seinem Wohnort zwei Kinder (8 Jahre), die er ebenfalls im 14tägigen Wechsel am WE sieht. Zusätzlich dazu hat er sie jeden Freitag nachmittag und ist am WE zeitweise ehrenamtlich tätig.

      Wir gehen beide Vollzeit arbeiten.

      Nun ist es so, dass wir uns tatsächlich verliebt haben. Wir versuchen uns aktuell mindestens 14 tägig zu sehen. Des weiteren planen wir auch schon langfristige Ereignisse (Ostern, Pfingsten, Silvester). Bisher bin immer ich zu ihm gefahren. Nach dem Bezug meiner Wohnung wird er auch zu mir kommen. Bisher hatten wir die WE's immer für uns allein. Das soll und wird sich aber ändern.
      Manchmal finde ich es gerade jetzt, nach meiner Trennung, gut, nicht sofort die nächste "enge" Beziehung zu führen. Aber manchmal ist die Sehnsucht eben auch sehr groß.

      Ich bin gerade am zweifeln, ob so eine Beziehung Bestand haben kann. Derzeit genieße ich die Zeit, aber natürlich schaut man auch in die Zukunft. Wir kennen uns seit Oktober 2016.

      Hat jemand Erfahrungen mit einer solchen Art der Beziehungsführung? Und wenn ja, welche?

      Vielen Dank für eure Antworten!

      LG, Frisbee

      • (2) 17.01.17 - 13:44

        hallo,

        ich weiß nur von Bekannten, dass es gut organisiert sein muss und einfach jeder Beteiligte früh die Termine etc. bekommt - und dass sich dann alle möglichst daran halten sollten (außer Krankheit oder bei Selbstständigen ist klar, dass man manchmal doch flexibel sein muss)...

        und dann klappt es relativ gut.

        das Glück bei den Bekannten ist, dass sie ihren ehemaligen Partnern sehr freundlich gestimmt sind und die Kinder nie den Eindruck haben, sie stünden zwischen Fronten. Und was auch wichtig war: es muss geklärt werden, wie weit die neuen Partner miterziehen oder nicht... das waren manchmal kleinere Konfliktthemen (das hat man immer, auch wenn man nicht so weit entfernt wohnt ;-))

        Dass die Kinder aus dem Haus sind, geht ja dann doch relativ schnell... und dann könnt ihr noch mal neu denken, in ein paar Jahren#hicks

        Es hängt so sehr von allen Beteiligten ab, ob es für euch alle einfach läuft oder nicht so sehr... aber in jedem Fall kann es gehen und es kann auch richtig schön werden...

        lg

        Soll das denn die nächsten Jahre so bleiben? Muss ja eigentlich wegen der Kinder.....
        Wichtig wäre mir, mal die Ferien komplett zusammen zu verbringen o.a., denn erst im Alltag zusammen merkt man, ob es wirklich passt.

        Hallo,

        danke schon mal für die Antworten. Unsere Bundesländer haben in diesem Jahr genau zwei gemeinsame Ferienwochen. Eine davon werden wir zu fünft verbringen.

        Mit Urlaub im Sommer ist es somit schon wieder schwierig. Und meine Hoffnung ist eben auch, dass wir "alt" und vernünftig genug sind, die (tatsächlich absehbar wenigen) Jahre bis zur Schulbeendigung der Kinder durchzuhalten.

        Im Moment kann ich mir nämlich nicht vorstellen, den Kontakt zu ihm nur auf Grund der Kilometer abzubrechen. Die Sehnsucht würde nach spätestens drei Wochen so groß sein, dass wir doch wieder auf dem Weg zum anderen sind ...

        LG.

        • > die (tatsächlich absehbar wenigen) Jahre bis zur Schulbeendigung der Kinder durchzuhalten.<

          Die kinder sind alle 8 Jahre alt... sooo wenige Jahre bis zur Schulbeendigung finde ich sind das gar nicht, die sind ja noch in der Grundschule.

          Ich finde es schwierig und es wäre nicht das, was ich mir wünsche, ich bin aber auch ein "Nähe-Mensch" und mag den Alltag.

          Probiert es halt aus, was hast du bei der Konstellation zu verlieren? Außer sicher Zeit und Geld und Nerven - aber immer besser zu sagen, wir haben es probiert.

          Lichtchen

      <<<Hat jemand Erfahrungen mit einer solchen Art der Beziehungsführung? Und wenn ja, welche?>>>

      Eigentlich sehr positive.

      Wie jedes andere "Beziehungsmodell" hat auch dieses natürlich Vorteile und Nachteile.

      Die Spontanität geht doch sehr verloren, weil man sehr viel planen und schieben muss um sich die wenige Zeit so einteilen zu können, dass man sie auch "sinnvoll" miteinander verbringen zu können....und oft ist das eigene Bett zu groß so ganz alleine, und man hat "Heimweh" obwohl man ja eigentlich zu Hause ist.

      Der Alltag bleibt aber zB. zu einem großen Teil aussen vor, und wenn man Abends dann telefoniert, hat man sich eigentlich auch immer was zu sagen, und sitzt nicht nur still nebeneinander auf dem Sofa und schweigt sich an.

      Und man freut sich bei Treffen auch immer auf den anderen....selbst wenn nach ein paar Jahren diese fast schon alberne Euphorie ein klein wenig nachlässt, ist es dennoch viel mehr, als jeden Abend nach Hause zu kommen, wo der andere schon wartet, und vielleicht eigentlich eher seine Ruhe haben will.

      Irgendwie bleibt es länger etwas besonderes.....wobei es natürlich auch innerhalb "normaler" Beziehungen bei denen alle Beteiligten unter einem Dach wohnen immer noch/wieder ganz besondere Momente gibt....aber eben ......anders.

      Die Fahrerei ist manchmal nervig, und wenn etwas dazwischen kommen sollte, und man sich nicht wie geplant sehen kann, ist die Enttäuschung auch oftmals groß.

      Die Kinder brauchen etwas länger um so richtig warm zu werden...einfach weil der Kontakt nicht ganz so häufig und regelmäßig ist...aber wirklich ein Problem war das in meinem Fall nicht.

      Letztendlich muss man es einfach probieren. Viele Leute kommen prima damit zurecht.....andere gehen daran kaputt weil es nichts für sie ist.....aber die Erfahrung muss jeder selbst machen. :-)

      LG
      Tomm

      PS: Noch ein "Vorteil" ist, wenn es in die Hose gehen sollte, hat man zumindest niemanden in der Wohnung, den man am liebsten auf den Mond schiessen will.....sofern man das als Vorteil ansehen möchte, weil der Fall ja eigentlich nicht unbedingt wünschenswert ist.

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