Zweifel an der Beziehung, depressiv?

    • (1) 25.01.17 - 10:16
      Theo80

      Guten morgen.

      Ich habe momentan an allem Zweifel. Vorab, mein Mann und ich haben ein 8 Monate altes Kind.
      Mein Mann ist aufgrund seines Berufes nur am Wochenende da und mittlerweile bin ich auch froh drüber. Ich bin nur noch genervt von ihm weil ich das Gefühl habe, keine Unterstützung von Ihm zu kriegen. Zudem hab ich das Gefühl, dass er sich extrem gehen lässt. Er trägt zuhause rund um die Uhr Jogginghosen, sogar zu einkaufen! er läuft schmuddelig rum und das bringt mich auf die Palme. Ich hab es ihn schon eine Millionen mal gesagt.

      Nähe gibt es kaum noch zwischen uns.
      Ich muss dazu sagen das ich unser Kind komplett alleine betreue und das unser Baby ein sehr unzufriedenes Kind ist. Egal was ich versuche und wie viel ich mit dem Kind spiele, es ist nur am schreien und quiecken. Ich kann lediglich ein kleines Lächen für fünf Sekunden aus meinem Baby kriegen, danach geht das Geschrei weiter. Ich war schon beim Arzt, Osteophaten und beim Babymasseur, körperlich scheint alles in Ordnung zu sein.

      Wegen meiner permanenten Gereiztheit war ich schon beim Arzt der mich einmal komplett durchchecken ließ. Körperlich ist wohl alles in Ordnung. Er sagte jedoch, dass ich eventuell eine depressive Verstimmung haben könnte.

      Nun weiß ich nicht, ob eine Trennung das beste wäre, oder ob ich tatsächlich depressiv sein könnte und es sogar an mir liegt? Alle sagen, dass eine Trennung ziemlich voreilig ist.

      Hat vielleicht jemand das selbe durchgemacht? Ich wäre sehr froh über Ratschläge:-(

      • (2) 25.01.17 - 10:26

        Du schreibst nichts darüber, was dein Mann beruflich macht.

        Wenn er bspw. die ganze Woche Anzug tragen muss, ist er vielleicht froh, wenn er dem Dress entsagen kann und es sich schlicht bequem macht.

        Und je nachdem, WIE du deine Ansagen formulierst, dass er sich anders kleiden soll...macht er vielleicht aus Prinzip dicht.

        Was heißt denn schmuddelig für dich? Dreckige, alte Hosen? Dann kauf ihm doch neue. Könnte doch ein Kompromiss sein.

        Jedes Baby ist unterschiedlich. Die einen haben Sonnenscheine, die anderen Knatschkugeln. Meistens wird diese schlechte Laune besser, wenn sie sich gut fortbewegen können. Dann gehen sie auf Entdeckungsreise und sind beschäftigt mit ihren Erlebnissen.

        Vermittelst du deinem Mann, wie er sich dem Kind gegenüber zu verhalten hat ? Nachdem du die ganze Woche mit dem Kind alleine bist, kann es ja sein, dass er sich nicht mehr traut, sich ums Kind zu kümmern, weil er eh alles falsch macht?

        Hast du Abwechslung zu Hause? Abgesehen von Kind und Wohnung`? Sorgst du mal dafür, dass du ein wenig Sonnenschein nur für dich abstaubst? Oder fühlst du dich gerade gefangen darin?`

        Ich halte eine Trennung auch für voreilig. Erstmal arbeitet man an der Beziehung, bevor man das Handtuch wirft.
        Sag deinem Mann, wie du dich fühlst. Aber nicht mit Vorwürfen a la "du machst ja nichts, du bist verantwortlich für meine schlechte Stimmung" sondern "mir geht es nicht gut, ich brauche deine Hilfe". Appelliere an sein Ego. Er muss spüren, dass er wichtig ist in eurer kleinen Familie. Könnte mir vorstellen, dass er sich ausgeschlossen fühlt.

        Gruß Hezna #klee

        (3) 25.01.17 - 10:30

        Hallo liebe TE.
        Ich bin gespannt wieviel Resonanz du von wirklich Betroffenen bekommst, denn das Thema ist nicht ganz unheikel. Schon "normale" Depressionen führen ja dazu dass viele sich schämen. Ich selbst schäme mich schon lange nicht mehr!

        Ich hatte nach meinem ersten Kind eine PPD (Postportale/Postnatale Wochenbettdepression). Es hat fast 4 Monate gedauert bis ich auf Drängen meiner Familie selbst einsah dass ich mich nicht "normal" verhalte. Fachmann bin ich nicht und weiß nicht ob eine "depressive Verstimmung" vergleichbar ist.
        Jedenfalls rate ich dir ebenfalls NICHT zur Trennung. Von außen betrachtet liegt das Problem nicht bei deinem Mann..den Job hat er nicht erst seit der Geburt oder doch? Von daher wusstest du ja wen du geheiratet hast.
        Mein Mann ist Koch..ich WUSSTE ich werde viel mit Baby allein sein..auch nachts..bei mir waren es allerdings andere Auslöser (schwere SS + traumatische Geburt).
        Wie war das für dich? Du warst vermutlich in der SS auch viel allein? Gab es Komplikationen?

        Weißt du..ich denke du solltest dir professionelle Hilfe suchen in Form von einem Psychologen oder Psychiater. Ein normaler Arzt kann dir da wenig helfen.

        Kannst du schlafen? Oder liegst du ewig wach wenn dein Baby schläft? Ich hatte damals ein Anfängerbaby und war trotzdem völlig am Ende..mein Auspruch an den Psychologen damals : Ich zeige allen nur einen Spiegel vor..eine Hülle von mir..das was sie sehen WOLLEN aber innerlich..innerlich bin ich nicht mehr ich und ich weiß nicht wieso.

        Mein Mann reflektierte mir damals auch dass ich unheimlich genervt war..gereizt..der Tag war IMMER schlimm..auch wenn das Baby lieb war..Dauerunzufrieden obwohl es eigentlich keinen Grund gab.

        Schäm dich nicht dir Hilfe zu suchen. Ich kam ohne richtige Antidepressiva aus.."Nur" hochdosiert Johanniskraut..1 Jahr ;)..aber danach war ich eigentlich fast wie vorher!
        Und jetzt nach dem 2.Kind..nichts..keine PPD..
        Vertrau dich deinem Mann an..sag ihm dass du denkst es stimmt was nicht mit dir! Er kann nicht hellsehen und merkt bestimmt dass du dich ihm emotional entziehst, aber weiß nicht was er tun soll..vorallem da er dir im Moment eh nichts recht machen kann..
        Aber wie gesagt : das mit seinem Job wusstest du sicherlich vor dem Kind..das kannst du ihm nicht vorwerfen dass er wenig daheim ist.
        Ich wünsche dir alles Gute!

        • (4) 25.01.17 - 10:43

          Es stimmt, dass ich auch in der Schwangerschaft alleine war, da fing es alles plötzlich an.
          Ich habe schon einige male mit meinen Mann über meine Gefühle gesprochen, er geht aber nicht richtig drauf ein. Es scheint ihn selbst zu überfordern. Wir haben jetzt besprochen, dass er sich Arbeit im Umkreis sucht, damit er mich etwas entlasten kann.
          Trotzdem fühle ich mich nur unzufrieden. Achja, mit schmuddelig meine ich nur einfach die Jogginghose, jetzt nicht fleckig oder mit Löchern. Ich habe das Gefühl, dass es ihm nicht wichtig ist, ob er mir noch optisch gefällt. Ich versuche mich immer noch hübsch zu machen sobald er nach Hause kommt.
          Ich veruche mir dann Hilfe zu suchen, es ist nur schwierig einen Anfang zu finden.

          • (5) 25.01.17 - 10:49

            nur eine Idee:
            wie wäre es, wenn du - anstatt über die Jogginghose zu schimpfen - ihn bittest, dich zu umarmen, so lange, bis ihr beide satt seid?

      (6) 25.01.17 - 10:47

      ich finde auch eine Trennung voreilig!

      findest du in der näheren Umgebung einen lieben Menschen, der das knatschende Kind öfter mal abnehmen und rumtragen kann? Meine Freundin hatte solch ein Kind und ich war froh, ihr Kind rumtragen zu dürfen (wir können keine Kinder bekommen)... das Kind hat sich in der Zeit entspannt, die Mutter auch... und die Mutter hatte sich auch zusätzliche Unterstützung geholt. Man muss solche Zeiten nicht alleine durchstehen - und wir Menschen brauchen uns. Trau dich... du wirst bestimmt Leute finden, die sehr gerne helfen. Das Leben wird ein Geben und Nehmen bleiben!
      #herzlich#liebdrueck
      nur Mut! du schaffst diesen Weg!

      alles Liebe

    • Um zu Deinem Posting etwas schreiben zu können, müßte man auch ein Posting von Deinem Mann hier haben. Wir kennen jetzt nur Deine Sichtweise. Aber wie ist die von Deinem Mann?
      Was würde er schreiben?
      Vielleicht sowas wie:
      Da ackere ich mich 5 Tage die Woche in meinem Job ab, fern von unserem Zuhause, nur damit es der Familie gut geht und ich für die Familie finanziell sorgen kann und dann komme ich total erledigt am Wochenende nach Hause und meine Frau empfängt mich mit lauter Vorwürfen. Egal, was ich machen will, nichts mache ich richtig, an allem hat sie etwas auszusetzen. Und dann ist sie nur noch dauer-genervt, weil unser Kind rumgnatscht.

      Bitte schraub ein wenig Deine Erwartungen an Deinen Mann herunter.
      Er ist gerade mal an 2 Tagen die Woche zu Hause und hat bestimmt auch eine stressige Woche hinter sich (Diese Situation hatten wir auch 3 Jahre lang! Ist nicht perfekt, aber manchmal geht es eben beruflich nicht anders!). Da ist es doch nur natürlich, dass Du das allermeiste mit Haushalt und Kind übernimmst. Wie sollte es denn sonst anders funktionieren? Und außerdem scheint Dich doch zu unterstützen, denn Du schreibst, er macht den Einkauf.

      Geh zum Arzt und sprich das Thema Depression an.
      Setz Dich regelmäßig mit Deinem Mann zusammen und besprecht, was ihr euch gegenseitig von einander wünscht.
      Denkt mal über einen Babysitter nach, damit ihr euch 1x pro Monat einen Abend zu zweit gönnen könnt.
      Erkundige Dich nach sozialen Einrichtungen/Projekten, die junge Familien unterstützen, z.B. Caritas oder bei uns gibt es z.B. ein "Welcome-Projekt", wo ehrenamtliche Helferinnen stundenweise junge Familien unterstützen durch Hilfe im Haushalt oder mal ne Stunde spazierengehen mit dem Kind etc.
      Geh mit Deinem Kind oft nach draußen und vergrab Dich nicht in der Wohnung. Such Dir Kontakt zu anderen Müttern z.B. über Babyschwimmen, eine Krabbelgruppe usw. Vielleicht wird dann Dein Sohn auch etwas abgelenkt und meckert nicht mehr so viel rum.

      • (8) 25.01.17 - 11:40

        Das habe ich damals tatsächlich gemacht. es hat mir und dem Baby auch wirklich gut getan einfach mal raus zu kommen und mich mit anderen Müttern auszutauschen.
        Leider muss ich mich seit 3 Monaten in den Zeiten wo mir mein Baby abgenommen wird um meine alkoholkranke Schwiegermutter kümmern. Zeit für mich alleine habe ich kaum.
        Seitdem Sie den Entzug schon zum dritten mal abgebrochen hat, wird jede Babyfreie Zeit ihr gewitmet. Mein Mann sagte schon, dass er sich um sie dann alleine kümmert wenn er Zuhause ist. Nur haben wir dann wirklich garkeine Zeit mehr füreinander.

        Das zu erzählen fällt mir garnicht so leicht.

        • Um was genau kümmerst du dich denn bei ihr? Schnaps kaufen? Das ist doch nicht dein Job... es ist ihr Leben.

          Wenn Mama unzufrieden ist, ist das Kind auch unzufrieden.

          • (10) 25.01.17 - 13:25

            Wenn Du wüsstest, ich putze Ihre Wohnung, bringe essen, kaufe für Sie ein und kontrolliere allgemein einfach ob sie noch lebt.
            Ich hab schon so oft mit meinem Mann gesprochen, dass wir sie auch einfach mal in ruhe lassen sollten, da sie sich eh nicht ändert. Er sträubt sich aber dagegen.

            • Dann kann er das doch machen. Das wäre für mich das erste, das ich ändern würde. Aber ist ja dein Leben. Viel Glück

              (12) 25.01.17 - 15:21

              Liebe Theo80,
              Du brauchst einfach dringend mal Zeit für dich. Ich Finde schon eine Woche anstrengend, wenn mein Mann nicht da ist um wenigstens mal 1h Abends mit unserer Tochter zu spielen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es wäre, wenn ich mich dann noch um ein erwachsenes "Kind " kümmern müsste.

              Das mit der knatschigkeit des Krümels kann sich noch hinziehen. Bei uns hörte das erst mit 17 Monaten ca auf. Als nicht so viele kommunikationsmissverständnisse da waren. Vielleicht kannst du dir mal einen Babysitter für 2 h organisieren. Du musst ja nicht weg gehen, einfach in der Zeit mal was ohne Verpflichtungen für dich tun.

              Wenn ihr der Frau ständig den Hintern hinterhertragt, wird sie es nie schaffen.
              Erst ein völliger Absturz kann das Umdenken und die Heilung bewirken.

              Ich selbst habe dieses Drama 7 Jahre lang mitgemacht.. Und geändert hat die betreffende Person erst etwas, als ich 1000 km weit weg gezogen bin und niemand mehr da war.
              Das ist 11 Jahre her und die Person seitdem trocken und glücklich.

              Kümmer dich um dich und dein Kind, nicht um die Schwiegermutter. Der kann man nicht helfen - aber du dir schon!!

        (14) 25.01.17 - 15:22

        was heißt "wo mir mein Baby abgenommen wird"?

        du musst dich doch in erster Linie um dich selbst und euer Kind kümmern...
        oder nicht?

        • (15) 25.01.17 - 15:46

          Wenn ich zu meiner Schwiegermutter fahre, nimmt meine Mutter mir das Kind für paar Stunden ab. Ansonsten muss ich zugeben, dass ich niemanden mal frage. Ich hatte meine Schwester oder meinen Bruder gefragt, die deuteten mir aber an, dass Ihnen mein Baby viel zu anstrengend sei. Vielleicht sollte ich mir wirklich ein Babysitter organsieren, ich vertaue leider viieell zu schlecht. Habe immer Panik das jemand was falsch macht.#schwitz

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