Unterschiedliche Erziehungsmethoden

    • (1) 26.01.17 - 15:26
      909090

      Hallo! Unsere Tochter ist fast 2 und wir haben sie Anfang Januar aus dem Familienbett in ihr eigenes Zimmer ausquartiert. Das war vor allem auf Drängen meines Mannes. Ich hätte sie noch weiter bei uns im Zimmer gelassen aber er wollte dass sie in ihr Kinderzimmer zieht.
      Damit begannen die Schlafprobleme. Sie wird noch manchmal gestillt. Zum Einschlafen vor allem und seitdem sie in ihrem Zimmer ist wird sie nachts öfter wach und will dann immer gestillt werden. Ich muss dann immer rüber, stillen und mich davon schleichen wenn sie schläft. Das ist so anstrengend. Vor allem weil als sie bei uns geschlafen hat, sie nachts fast nie wach geworden ist. Ich wollte sie nun wieder zu uns holen aber er meint sie muss sich daran gewöhnen und das dauert seine Zeit. Er ist sehr dagegen. Wir haben deswegen sehr oft Streit in den letzten Wochen weil ich auch hunde müde bin und tagsüber fit für die Arbeit sein muss.

      Er wirft mir vor sie zu verziehen, alles falsch zu machen, es ist meine schuld, dass sie nicht schläft und er wird sehr laut der kleinen gegenüber wenn sie nachts nicht schlafen will. Er sagt mir mir fehlt die Autorität und sie tanzt mir mit fast 2 schon auf der Nase herum.

      Wir haben es versucht dass er nachts zu ihr rüber geht und sie beruhigt, damit sie ohne stillen weiter schläft. Doch es klappt nicht, wenn sie ihn sieht statt mich dann wird sie noch hysterischer und lässt sich nicht beruhigen. Sie will dann nur Mama Mama Mama. Und das ärgert ihn dann extrem und dann wird er laut zu ihr und sie wird dann noch hysterischer. :-(
      Ich finde es unmöglich wenn er sie nachts anschreit wenn sie nicht schlafen will. Aber ich kann sie auch nicht stillen bis sie 5 wird.

      Das zweite Problem ist wir bekommen im Juli noch ein Baby und bis dahin muss das alles klappen, ich (und er natürlich noch mehr) möchten keine zwei Kinder im Schlafzimmer.

      Ich weiss nicht wie wir weiter vorgehen sollen. Das hat sich in den letzten Wochen so sehr hoch geschaukelt dass ich schon beim Zubettgehen Angst vor der Nacht habe.

      Was könnt ihr mir raten? Legt sich das mit der Zeit? Gewöhnt sie sich daran im eigenen Zimmer zu schlafen?

      LG
      Julia

      • Bei meinen Kindern hat es lange gedauert, bis sie im Kinderzimmer geschlafen haben. Allerdings waren wir auch sehr entspannt in der Situation, in dem Wissen, dass alle Kinder irgendwann im eigenen Bett schlafen.
        Ich sehe auch keinerlei Problem, wenn das Kind bei uns im Bett liegt, gerade so lange es gestillt wird, ist es doch ideal, weil Ruhe herrscht: Mutter dreht sich auf die Seite und Kind hat alles, was es will, schläft danach entspannt weiter. Auf diese Weise haben wir uns die Kreischrei nachts gespart.
        Die Zweisamkeit mit der Partnerin/dem Partner kam trotzdem nicht zu kurz, da gibt es ja genug Möglichkeiten.
        Und es ist gekommen, wie wir gedacht haben: Die Kinder sind erwachsen und schlafen tatsächlich im eigenen Bett. Wenn man relaxed an die Sache geht, spart man sich eine Menge Stress und bekommt viel Nachtruhe.

        Gruß Bernd

        • (3) 26.01.17 - 16:33

          Danke für deine Antwort. Das habe ich mir auch gedacht aber meinen Mann stört es dass sie nachts immer noch bei uns geschlafen hat. Vor allem seit ich wieder schwanger bin und er Angst hat dass wir bald zu 4 hier liegen war er der Meinung sie muss umziehen.

      Hallo,

      also zum einen finde ich, dass Familienbett genau so lang funktioniert, wie sich ALLE Beteiligten dabei wohl fühlen. Wenn dies nicht mehr der Fall ist (wie offensichtlich bei euch), dann muss man was ändern.

      Das geht am besten, wenn man voll dahinter steht.

      Zum einen würde ich in dem Alter nachts abstillen in der Situation (auch wenn das ein paar harte Nächte werden) und/oder nachts dann halt im Kinderzimmer weiterschlafen (Matratze auf dem Boden oder so).

      Dass er das Kind machte anmeckert ist natürlich nichts - ist er insgesamt angespannt und unzufrieden mit irgendwas anderem? In so Zeiten neigt mein Mann nämlich zu ungerechtem meckern.

      (7) 26.01.17 - 16:37

      Ich hatte gedacht das mit dem Abstillen würde besser gehen wenn sie nicht mehr bei uns schläft aber das Gegenteil ist leider der Fall. Vorher wollte sie nur zum Einschlafen stillen und hat nachts oft durchgeschlafen und jetzt wird sie bis zu 3 Mal wach und schläft ohne stillen nicht mehr weiter. Angespannt ist er nur wenn er denkt ich bin zu locker mit ihr, dann wird er oft laut. Weil er meint sie wird unerzogen wenn wir jetzt nicht schon feste Regeln einführen. Das mit dem Schlafen ist eine Sache, eine der schlimmsten, aber auch wenn es ums Essen geht, oder um ums Klo, da ist er auch nicht so geduldig und wird oft laut weil sie nicht macht was sie soll.

      • (8) 27.01.17 - 05:22

        Wäre das mein Mann, würde ich dem aber mal ein paar Takte erzählen. Schlafen, Essen und Ausscheiden sind ja wohl höchstpersönliche Angelegenheiten. Was will er da erziehen?

        Wenn mein Mann so von einer Angst getrieben wäre, ich könnte das Kind "verziehen", dann müssten da etliche klärende Gespräche her, bis wir auf einen Nenner gekommen sind.

        Zum Glück hat mein Mann ziemlich viel Vertrauen in mich. Er hat nämlich nicht so viel Lust, sich selber zu informieren. Und eins von beidem würde ich erwarten. Entweder beliest er sich selbst oder er vertraut mir. Dein Mann klingt eher danach, als würde er nachplappern, was seit Johanna Haarer alle nachgeplappert haben ohne sich unabhängig zu informieren.

        (9) 27.01.17 - 13:15

        <<<< Das mit dem Schlafen ist eine Sache, eine der schlimmsten, aber auch wenn es ums Essen geht, oder um ums Klo, da ist er auch nicht so geduldig und wird oft laut weil sie nicht macht was sie soll. <<<

        Das könnte auch ein Grund sein, warum deine Tochter jetzt nachts ,öfters gestillt werden möchte.

        (10) 27.01.17 - 13:17

        >>> Das mit dem Schlafen ist eine Sache, eine der schlimmsten, aber auch wenn es ums Essen geht, oder um ums Klo, da ist er auch nicht so geduldig und wird oft laut weil sie nicht macht was sie soll. <<<

        Jo, aber ansonsten total liebevoll ... scheiß auf die Grundbedürfnisse eines Kleinkindes.

    Ich finde, dass derjenige der die Nachtschicht hat, etwas mehr mitzureden hat, als der der nur schlafend daneben liegt. Ich hätte nicht eingesehen nächtliche Marathonläufe hinzulegen, weil meinen Mann sein Kind im Schlafzimmer stört. Mit 2 1/2 ist sie aus dem Familienbett ausgezogen und mit 4 in ihr Zimmer. Inzwischen braucht sie auch kaum mehr etwas in der Nacht und schläft durch.

(12) 26.01.17 - 15:50

Hi, Du Arme, ich kann Dich gut verstehen. Aber ich denke, Deinem Mann geht es gerade auch nicht so gut mit der Situation. Vielleicht braucht er erstmal Verständnis Deinerseits, dass es für ihn auch schwierig ist, damit er wieder in den Dialog treten kann und dann auch sachlich diskutieren und Infos von Dir annehmen?
Es gibt ja ganz viele Internetseiten zum Schlafverhalten von Kleinkindern, und ich denke, Deine Tochter verhält sich völlig normal. Das hat mit "Verzogen" nichts zu tun. Hab jetzt grad keine Zeit zum Googeln, aber es werden Dir andere User da sicher noch Infos zu geben und vielleicht Links, die Du ihm zeigen kannst. Oder Du suchst halt schonmal selber.

Ansonsten, eine Idee, wie es für Euch beide gehen könnte, solange zumindest das zweite Baby noch nicht da ist, und bis dahin schläft Eure Grosse ja vielleicht auch schon wieder besser durch: in was für einem Bett liegt sie denn? Ist das gross genug, damit Du da auch drin schlafen kannst? So mach ich das hier. Meine Tochter ist etwas über zwei, hat lange sehr schlecht geschlafen, jetzt wacht sie noch so einmal pro Nacht auf. Ich einschlafstille sie in ihrem Bett und wenn sie nachts aufwacht, lege ich mich mit zu ihr und schlafe beim Einschlafstillen einfach selber wieder mit ein und bleibe bei ihr. So bin ich nicht so müde. LG und ich hoffe, Ihr findet eine für Euch alle annehmbare Lösung.

  • (13) 26.01.17 - 16:40

    Sie hat ein großes Bett drüben, ja. Ich weiß aber nicht ob ich mich da mit ihr rein quetschen möchte. Sie ruft schon um 23 Uhr das erste Mal und dann schlafe ich nur noch dort und mit wachsendem Bauch ist es bestimmt nicht einfach.

    • (14) 26.01.17 - 16:54

      Das mit dem wachsenden Bauch verstehe ich natürlich... Ansonsten finde ich es jetzt nicht soo unbequem - unser grosses Bett ist natürlich bequemer, aber NOCH bequemer finde ich halt, einfach beim Stillen weiterzuschlafen.

      23 Uhr das erste Mal ist natürlich heftig. Da wär ich noch nicht mal selber im Bett :-)
      Hat unsere aber auch lange gemacht.

      Vielleicht hilft Dir zu wissen, dass unsere echt so mit zwei eine Weiterentwicklung im Schlafen durchgemacht hat, ganz ohne irgendwelche Einschlaf- Abstill oder sonstige Methoden. (Wobei diese Methoden für Dich natürlich trotzdem richtig und gut sein können). Vorher ist sie auch noch so alle drei Stunden aufgewacht. Dadurch, dass ich dann die Nacht meist bei ihr verbracht hab, ging es (also nach dem 23h oder Mitternachtsstillen war ich meistens noch wach und bin wieder in mein Bett, aber alles, was so ab 1h nachts kam, da bin ich dann drüben geblieben).
      Ist natürlich jetzt schwer absehbar, ob bei Deiner Tochter diese Weiterentwicklung im Schlafverhalten demnächst auch kommt, oder nicht...
      Ich finde aber trotzdem auch noch wichtig, dass Du und Dein Mann mal so entspannt wie möglich und konstruktiv miteinander diskutiert, wo jeder sich auch die Meinung des anderen anhören sollte (und sich so gut wie möglich einfühlen), damit er auch sieht, dass er gehört wird, mit dem, was ER einzubringen hat (auch wenn das für Dich zunächst völlig falsch klingt). Vielleicht ergeben sich ja dabei Lösungen, die wir hier aus der Ferne gar nicht sehen können, wir kennen Dich ja gar nicht, und er kennt Dich und Deine Tochter sehr gut :-)
      Und erfahrungsgemäss wird er sehr viel offener für Deine Argumente werden, wenn Du ihm erstmal zeigst, dass Du auch seine verstehst und nachvollziehen kannst. Und ihn vielleicht mal ganz offen um Ideen bittest, (die natürlich ein nächtliches Anschreien ausschliessen, aber ich denke nicht, dass das seine bevorzugte Methode ist, er weiss nur im Moment nicht, wie er es anders machen kann).

      (15) 27.01.17 - 08:51

      Also ich kann deinen Mann verstehen. Ich will nachts meine Ruhe und wenn man sowas gar nicht erst angewöhnt, hat man dieses Probleme im nachgang nicht.

      Vielleicht solltest du das Baby gleich an sein Bett gewöhnen. Und das stillen in ihrem Alter würde ich auch lassen. Sie versteht ja schon einiges. Wenn es dich so stört, musst du es ändern. Einfach konsequent nicht mehr stillen. Willst du, wenn das Baby da ist, beide an der Brust hängen haben? Das wäre mir zu nervig.

      Ich weiß, das ich da "extreme" Ansichten habe, aber dafür hatten wir noch keine schlaflose Nacht, von Geburt an und eine super Bindung haben wir zu unseren Kindern auch. Ich sehe das so, wenn man Familienbett abgewöhnt, "quält" man das Kind später, weil man es abgewöhnen muss. Dann lieber gar nicht erst damit anfangen. Alles Gute.

      • (16) 27.01.17 - 09:14

        Hallo,
        mich würde mal interessieren, wie die praktische Umsetzung bei diesem Vorgehen aussieht.
        Da ich mir das "null" vorstellen kann.

        Nehmen wir mal an, das Baby wird von Anfang an in sein Zimmer ins Bett gelegt.
        Üblicherweise hat ein Baby die ersten Wochen / Monate noch kein Rhythmus uns trinkt alle 2-3 Stunden. Normal.
        Da läuft die Mutter ins Babyzimmmer, setzt sich da in ein Sessel oder so, stillt (gibt Flasche), legt das Baby wieder hin und geht selbst wieder ins Bett?
        Mit viel Chance natürlich, dass das Baby sofort ohne Körperkontakt wieder einschläft.
        (Was eigentlich ein Urinstinkt ist).

        Die TE hat dann auch zwei Kinder. Das Kleinkind hat entsprechend genauso Bedürfnisse.

        Ich kann es mir nicht vorstellen.
        Gruß

        • (17) 27.01.17 - 11:58

          Ach, Annette Kast-Zahn hat doch dazu ganz viele "wertvolle" Tipps und Bücher auf Lager ...

          • (18) 27.01.17 - 12:30

            Ja, stimmt.

            "Jedes Kind kann,......."

            (19) 27.01.17 - 15:15

            Neee, neeee, neeee, diesen dämlichen Kommentar kannst du dir an deinen Hut stecken. Ich habe meine Kinder nie weinen oder brüllen lassen. Da war nie nötig. Wenn sie gebrüllt hätten, hätte ich andere Wege suchen müssen, aber ich glaube, wie Bejona auch, nicht daran, dass es Zufall war und ist.

        (20) 27.01.17 - 15:12

        Nope, die beiden haben auch in unserem
        Zimmer geschlafen, die ersten 6 Monate, aber im eigenen Bettchen. Und ob du es glaubst oder nicht, meine Kinder sind nachts seltenst wach geworden. Vielleicht mal, wenn sie krank waren. Ich musste die zwei bis zum erreichen ihres Geburtsgewichtes alle 3-4 Stunden wecken und stillen, hab mir nen Wecker gestellt .Wenn sie wach wurden, bin ich rein, Händchen gehalten gestreichelt und bin wieder raus. Sie schliefen sofort weiter. Ich hab meine Kinder übrigens gepuckt. Nur mal so als Tipp.

        Es waren beide sehr sehr ruhige Babys. Du hast sie kaum wahrgenommen. Die lagen auch einfach auf der Couch und haben ihre Hände Beobachtet und sich gefreut. So waren sie einfach. Aber ich stand und stehe auch hinter meinen Entscheidungen, daher fiel ihnen das akzeptieren nie schwer. Wie sollen sie etwas vermissen, was sie nicht kennen?

        Übrigens kann ich mit meinen Kindern bis heute stundenlange Restaurantbesuche machen, ohne das gequengelt wird. Sie sind 5 und 2.

        Alles eine Frage der Gewöhnung.

        Ins eigene Zimmer umzuziehen war auch null problematisch. Einfach Bett rübergestellt, dem
        Kind erzählt, dass es nun zu groß für das beistellbett ist und gut war. Ich habe nie getragen, geschuckelt oder einschlafbegleitung betrieben. Punkt 19.30 wird ins Bett gegangen. Nie gab es Stress deswegen.

        Ich kann gar nicht glauben, dass so viele, so arge Probleme oder Angst vor dem Thema haben.

        Im Übrigen habe ich ebenfalls zwei Kinder und die sind schon auf der Welt. Ich weiß also, wie das ist.

        • (21) 27.01.17 - 15:26

          Danke, für den Tipp mit pucken. Ist mir ja völlig neu #augen.

          Meine Frage war überhaupt nicht provokativ gemeint, sondern ernsthaft. Da ich es als eine Zumutung für eine Mutter empfinde, wie du es betrieben hast.

          Allerdings respektiere ich die andere Meinungen zum Thema Familienbett.
          Ich sehe es anders.

          "Wie sollen sie etwas vermissen, was sie nicht kennen?"

          "Ich habe nie getragen, geschuckelt oder einschlafbegleitung betrieben."

          "Punkt 19.30 wird ins Bett gegangen. Nie gab es Stress deswegen."
          Deine Kinder sind 5 und 2, richtig? Warte mal ab ;-).

          Deine Aussagen lasse ich einfach so stehen. Das brauche ich nicht kommentieren.
          Gruß

          • (22) 27.01.17 - 16:16

            Dass die Karten in der Pubertät neu gemischt werden, ist mir klar. Aber da können sie gern in ihren Zimmern abgammeln. Das juckt mich ab einem Alter eher weniger.

            (23) 27.01.17 - 16:16

            Übrigens hab ich deinen Beitrag gar nicht provokativ aufgefasst und so war meine Antwort auch nicht gemeint.

        (24) 27.01.17 - 15:49

        Mir ist gerade dieser Beitrag noch eingefallen:

        http://www.urbia.de/forum/21-erziehung/4856906-ploetzlich-riesen-theater-beim-einschlafen-7-jahre-alt

        Gruß

        PS: ich streiche noch ein "die" in meinem Beitrag.

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