Bringt alles nichts mehr!

    • (1) 03.02.17 - 07:28
      Ermüdet

      Hallo an alle,

      Ich bin meine Partnerschaft so leid. Wir haben kein gutes Streitverhalten und ich war gestern bei einer Beratung. Die meinten das wir beide kommen sollen. Zuhause wollte mein Mann wissen wie es gewesen ist. Als ich anfing zu erklären hat er alles sofort in den falschen Hals bekommen. Er meinte, Na super, dann habt ihr alles wieder auf mich geschoben...
      Er war früher sehr grenzüberschreitend und ich habe Probleme das zu verzeihen. Ich leide mittlerweile gesundheitlich unter dem Druck den ich mir damit mache, alles stressige von ihm fern zu halten, aus Angst das er platzt.

      Und siehe da, ich berichte von dem Gespräch und was passiert, er platzt. Er meint er will und kann das Vergangene nicht mehr hören aber ich finde das wir da ansetzen mussen, denn wenn ich das nicht verzeihe, können wir es gleich lassen. Ich verstehe das es für ihn ein unangenehmes Thema ist aber er schafft es einfach nicht auf normalem Level zu streiten. Alle Vereinbarungen und Absprachen sich nicht unter Gürtellinie zu streiten werden von ihm ins Lächerliche gezogen. Er dreht es so, dass ich an seinem impulsiven Verhalten Schuld trage. Ich bin so ratlos, so müde, was das Thema angeht. Ich verstehe diese Art nicht. Er ist dann voller Hass und alle sind gegen ihn, so denkt er. Es ist so, als wäre er wie ausgewechselt und man kann machen was man will, er will keinen Frieden. Ich halte das nicht mehr aus, bin immer kurz vor Trennung. Ich mag auch keine Nähe von ihm. Ich weiß nicht was ich fühle. Wie und wann ist es Zeit zu gehen? Ich gebe zu, dass ich kaum noch Lust habe und den Glauben verliere, er könnte sich ändern. Er hat mich früher angegangen, das macht er nicht mehr. Er versteht nicht, dass ich damit nicht zufrieden bin. Er ist noch immer aufbrausend und so fern von der Realität, im Streitfall. Wieso versteht er nicht, dass er mir mit diesem Verhalten Angst macht, Angst davor, er könnte nochmal so ausrasten wie damals.

      Ich habe mir immer Familie gewünscht. Wir haben ein Kleinkind. Ich habe immer von vier Kindern geträumt und nun sehe ich mich schon alleine sitzen. Ich bin so verzweifelt. Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder nen Tipp? Bitte nur gut gemeinte Ratschläge. Ich weiß das immer zwei dazugehören. Bin selbst bereit was zu ändern aber manchmal weiß nicht auch nicht wozu. Ich finde meine Gefühle ziemlich normal.

      Unser Kind war ein Wunschkind, habe damals sehr an uns geglaubt und das wir da herausfinden.
      Danke an euch !

      • Hallo!

        Nicht schön, was du schreibst.

        An deiner Stelle würde ich meinen Mann darauf ansprechen. Ganz ruhig und sachlich.
        Dass du dich mit seinem Verhalten schlecht fühlst, dass du müde bist, allein zu "investieren", für nichts.
        Dass du so nicht weitermachen kannst und er sich eine Lösung überlegen soll. Für eure Familie.
        Dann würde ich rausgehen und ihn mit seinen Gedanken allein lassen.
        Vielleicht kommt er zur Vernunft und geht mit zu der Beratung.

        Alles Gute!

        sonntagskind

        • (3) 03.02.17 - 08:03

          Danke für deine Antwort. Er will wohl mit zu der Beratung. Leider redet er es an anderer Stelle wieder klein. Habe Angst wenn es dann um ihn geht, dass er wieder anfängt so zu übertreiben. Es geht ja nunmal um ihre. Und sein Verhalten. Was soll ich sonst dort? Er hatte sich gestern noch entschuldigt. Wieder sitzt bei mir ein neuer Stachel. Immer diese Erniedrigung, ich kann und will das nicht mehr. Ich bin die nächsten Tage alleine, dass ist Gift für die Beziehung. Nach einem emotional heftigen Streit tagelang allein zu sein ist wirklich ungesund. Ich grübel also und er denkt nicht mehr nach. Sorry, bin so unglücklich gerade

          • (4) 03.02.17 - 10:49

            Zur Zeit mache ich auch eine Paartherapie alleine, um mir klarzuwerden, wie der Weg für mich und uns weitergehen kann/soll/muss. Auch mein Partner hat sich geweigert, mitzukommen. Wahrscheinlich sind Frauen im Allgemeinen da vorurteilsfreier.

            Nach der ersten Stunde wollte mein Partner wissen, wie es war und worüber wir gesprochen haben. Ich habe ihm aber nur erneut angeboten, doch mitzukommen. Will sagen, ich erzähle nur sehr allgemein von diesen Stunden, weil es zu schnell passieren könnte, dass der Partner eine Aussage in den falschen Hals bekommt, und damit ist keinem geholfen.

            Ich wünsche dir viel Glück die nächsten Tage. Grübel nicht so und genieß einfach auch mal das Alleinsein und das Nichtunterstromstehen.

      Ach Mensch, lass dich mal drücken.
      Das klingt wirklich verzweifelt und desillusioniert.

      Es klingt aber leider so, als wolle dein Mann gar nichts wirklich ändern. Natürlich trägst du deine ganz subjektive Meinung bei einer Beratung vor. Genau wie hier im Forum. Die andere Seite würde vielleicht manchmal etwas anderes erzählen. Aber zu glauben, er schickt dich zur Beratung wie ein Auto zur Reparatur und du kommst mit der ultimativen Lösung oder einer Generalüberholung wieder und dann läuft alles wieder, ist ziemlich naiv von ihm. Er scheint insgesamt wenig selbstreflektiert zu sein.

      Weswegen streitet ihr denn so? Normalerweise hat man mal Streit, auch mal wegen existenzieller Dinge, aber das sind in einer soliden Partnerschaft eher Ausnahmen.

      Ich kann dir nur raten, dich aus den Streitsituationen rauszunehmen. Erstmal dich selbst zurück zu nehmen und nicht laut oder unsachlich zu werden. Und wenn du merkst, dass er so reagiert, dann geh einfach und sag ihm, dass du auf der Basis nicht weitersprichst.

      Nutze die Beratung für dich, um DIR klarzuwerden wohin die Reise geht. Du bist noch ambivalent, aber vielleicht gewinnst du dann die Übersicht, wie du weiterleben möchtest. Wenn er nicht mitzieht, hast du alles getan und er muss eben sehn, wo er langfristig bleibt. Zu mal du noch Altlasten mit dir herumträgst. Es macht wirklich keinen sinn, mit dem Mann ständig über längst vergangenes Verhalten zu streiten oder ihm dies vorzuhalten. Irgendwann muss mal Schluss sein. Wenn du es nicht verarbeitet bekommst, dann müsstest du daran arbeiten und dir helfen lassen. Wobei - und so habe ich es zwischen den Zeilen verstanden .Gewalt im Spiel war?? Das wäre etwas, das ich nicht verzeihen würde. Du hast nach wie vor Angst, dass es eskalieren könnte und so was braucht niemand. Zuhause sollte ein Ort sein, wo man sich sicher und geborgen fühlt und wo jemand ist, dem man vertraut und an den man sich anlehnen kann, wenn's drauf ankommt. Außer dem ist das keine gute Atmosphäre für euer Kind. Ständige Streitereien, respektloses Verhalten dir gegenüber und eine Mutter, die unter Strom steht aus Angst vor Ausrastern. Das merken Kinder sehr genau, auch wenn sie nicht verstehen, worum es geht.

      Sortiere dich in der Beratung neu. Und lass dich nicht auf Diskussionen darüber mit deinem Mann ein. Wenn's in interessiert, dann hätte er mitgehen können. Später alles widerzukäuen kann nur schiefgehen, weil niemand ein Gespräch über 1 Std. 1:1 wiedergeben kann und dann noch den Partner in einem guten Licht erscheinen lassen soll.

      • (6) 03.02.17 - 08:09

        Danke für deine Antwort. Kann das so unterschreiben. Schade das man nicht sofort weiß was man will. Hätte gerne genau jetzt diese Entscheidung. Vielleicht habe ich sie auch aber trau mich nicht weiter. Mein Kind ist mir so wichtig. Die Stimmung hier zuhause ist im Alltag ok. Ich bin nicht zu 100% glücklich aber wir streiten nicht täglich, auch nicht wöchentlich. Nur wenn, dann ist es immer zu übertrieben.

    Ich kann Dir nur raten, zu dem Beratungstermin gemeinsam hinzugehen.

    Allein dort zu sein, bringt überhaupt nichts.
    Dass er bereit ist, Dich zu begleiten, ist doch schonmal ein gutes Zeichen.

    Verliere Dich bis dahin nicht in irgendwelchen Grundsatzdiskussionen, sondern warte einfach den gemeinsamen Termin ab. Gibt es bis dahin eine Streitsituation, dann verlasse den Raum, wenn er laut wird und biete ihm an, später in Ruhe darüber zu reden, wenn er Bedarf hat.
    Versuche die Situationen erst mal unkommentiert zu lassen und höre Dir nur seine Sicht an.
    Aber nur so lange, wie er ruhig bleibt. Sonst brich das Gespräch wieder ab.
    Das zeigt ihm: Du interessierst Dich für seine Lage/Situation, Du bewertest es zunächst erstmal nicht, sondern hörst nur zu. Aber nur so lange, wie er ruhig redet.

    Ich hoffe, die Gesprächstherapie hilft euch weiter.
    Alles Gute!

(9) 03.02.17 - 09:52

hallo!
du hast einen guten Anfang gemacht!
ob er sein Spiel spielt, das ist seine Sache. Das hat nichts mit dir zu tun. Du kannst wie eine Erwachsene das anstossen und abwarten - entweder er kommt mit oder nicht. Du sagst ihm, dass die Beratung nicht das Ziel hat, die Schuld ihm zuzuschieben - sondern dass ihr Wege finden wollt, zueinander zu finden.
Ob er das hören kann oder nicht... das ist leider seine Sache...

vielleicht ist dein Schritt jetzt, zu erkennen, dass du eben nicht "schuld" daran hast, wenn er von dir nichts hören will und alles negativ deutet? Vielleicht kannst du einen Schritt aus der Beziehung raus gehen, etwas Distanz schaffen (etwas, so dass es dir gut tut) - und trotzdem mit liebendem Herzen dabei sein... (klingt das zu komisch?) ... ich meine, dass du dich erst mal aus der vollen Verantwortung heraus nimmst, alles retten zu wollen. Und dass du stattdessen schaut, was du tun kannst (du machst ja schon) - und den Rest dem Leben anvertrauen?

#liebdrueck

  • (10) 03.02.17 - 11:56

    Ganz lieben Dank, ich versuche es, wenn es auch schwer fällt. Heute morgen meinte er, dass er die Beratung machen möchte. Er hat sich für sein Verhalten entschuldigt. Komisch nur, das ich das alles nicht mehr so annehmen kann. Immer dieses lospoltern und dann doch entschuldigen. Bin sehr unglücklich in meiner Lage und hoffe das es besser wird und ich für mich einen Weg finden glücklich zu werden.

    • (11) 03.02.17 - 13:00

      das kann ich mehr als gut verstehen, dass es dir dann schwer fällt, das anzunehmen.
      das ist auch nicht so, dass du das direkt können müsstest - sondern eben, wie es sich für dich stimmig anfühlt!

      ich kann das Lospoltern insofern verstehen, dass in ihm auch Angst schlummert, wie und was jetzt daraus wird. Er hat anscheinend nicht das Vertrauen in die Zukunft in dem Moment. Du bewegst dich und du bist handlungsfähig (machst Termine aus, überlegst, was helfen könnte, etc). Und er poltert wie ein kleines Kind um sich, weil etwas nicht so ist, wie er es möchte oder wie er es unter Kontrolle hat...

      das entschuldigt nichts und das heißt auch nicht, dass man das gutheißen muss - im Gegenteil. Irgendwo kennen wir alle diese Angst (denke ich) - und gerade deswegen muss man etwas riskieren und sich auf Entwicklungen einlassen, wie du es im Moment tust.

      #liebdrueck und alles Gute

      wenn du dir vertrauen kannst, dann ist das in solchen Zeiten unheimlich viel wert! bleib bei dir und sei weiterhin liebevoll und gnädig mit dir! ;-)

<< Wie und wann ist es Zeit zu gehen? >>

Wenn er nicht zur Therapie mitkommt oder wenn die Therapie das Problem nicht lösen kann.
Zumindest eine geordnete Trennung sollte erleichtert werden.

(13) 03.02.17 - 18:52

Hey,

aus so einer ähnlichen Beziehung bin ich vor einem halben Jahr, nach 20 Jahren ausgebrochen.
Und es geht mir besser denn je.

Ich möchte nicht sagen, dass mein Weg auch für dich der richtige ist, aber mir hat er das Leben gerettet.

Auch mein Mann hat seine Impulssteuerung so gar nicht im Griff und (zu )viele Jahre habe ich mir die Schuld dafür geben lassen, bis von mir fast nichts mehr übrig war, da ich mich nur noch untergeordnet habe. Doch irgendwann, dank einer Therapie und re-empowerment habe ich begriffen, dass ich gar nicht so verkehrt bin und was noch wichtiger ist, dass mein Mann sich niemals ändern wird!

Nun bin ich ein freier Mensch und bekomme wieder Luft in MEINEM zu Hause.
Mein Mann war mein Energievampier und das habe ich nun abgestellt!

Wünsche dir ganz viel Kraft für deinen weiteren Weg.

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