Trennung nach Familiengründung

    • (1) 05.02.17 - 23:43

      Hallo,
      In meinem Freundeskreis sind mittlerweile fast alle Paare getrennt

      Die meisten haben die ersten Jahre als Familie nicht überstanden.

      Insbesondere die, die in kurze Zeit zwei oder mehr Kinder bekommen haben, beschreiben genau diesen selbstgemachten Stress als Grund.
      Viele haben schon das zweite Kind angesetzt als das erste noch im pflegeleichten Babyalter war.
      Als das zweite dann kam war das erste dann ein anstrengende wuseliges Kleinkind und damit kippte das Gleichgewicht.

      Beide fühlten sich ständig überordert und es bleibt oft jahrelang keine Zeit für Zweisamkeit mehr.
      Von der Umgebung bekommen diese Eltern dann auch noch suggeriert dass das normal sei.
      Dabei muss es ja nicht so sein, dass man jahrelang keine Zweisamkeit mehr hat, das sind ja Dinge die ein Paar ändern kann wenn es will.
      Was ich auch beobachte ist, dass Eltern die einen größeren Abstand zwischen den Kinder haben, ihrer Beziehung oft weniger Schaden zufügen.

      Letztens sagte mir noch meine Schwester dass sie auch deshalb nur ein Kind habe, weil klar war dass die Beziehung diesen Stress nicht nochmal aushalten würde.
      Wie sind da eure Erfahrungen und Beobachtungen?

      • Interresantes Thema! Da lese ich gerne mal mit auch wenn ich keinen Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis habe.

        Wo ich einige Trennungen erleben "durfte " wenn sich die Einstellung zum Thema baby unterschiedlich entwickelt, sprich einer will und einer nicht.

        Was ich die Tage irgendwo gelesen habe, dass sich mehrlingseltern vermehrt nach dem ersten oder zweiten Lebensjahr des Nachwuchses wohl trennen würden...

        Ich habe mal gelesen, dass die meisten Paare sich trennen, wenn das Kind 3 Jahre alt ist. Da ich einige Jahre alleinerziehend war, kannte ich auch viele, die allein mit Kind waren. Und es stimmte, noch vor der Einschulung des Kindes zerbrach die Ehe/Beziehung.
        Das war auch bei mir so: Kind 3 Jahre alt - Schluss (nicht von mir aus). Die Beziehung war aber eh nicht schön und hielt nur wenige Jahre.
        Mein jetziger Mann hat mit seiner Ex 2 Kinder direkt hintereinander bekommen, das zweite war ungeplant und als die Kinder 3 + 4 waren machte sie Schluss. Die Beziehung war davor 13 Jahre kinderlos und die beiden sehr jung zusammen gekommen.
        Die 3 Kinder sind nun alle Teenies und wir haben noch ein gemeinsames Baby bekommen. Wir wissen was uns "erwartet" ;-)

        Hallo,

        ich finde das Thema auch sehr interessant.

        In unserem Freundeskreis sind noch keine Pärchen getrennt, allerdings sind alle noch frischgebackene Eltern von Kindern unter einem Jahr.

        Was ich aber weiß bzw. mir erzählt worden ist, dass die meisten das Eltern sein unterschätzt haben und sich mit dem Freund/Mann nun öfter streiten. Eine Freundin sagte mir neulich, dass sie sich nie wieder 3 Kinder antun würde und eine andere meinte, sie hätten als Paar noch warten und dafür mehr zusammen unternehmen sollen.

        Wir sind Eltern von einem 4 Monate alten Sohn und ich überlege ehrlich gesagt auch schon wann bzw. ob es ein Geschwisterchen geben soll.

        Würde mich auf Erfahrungsberichte freuen

        LG

      Wenn ich jetzt mal aus meinem Freundes und Bekanntenkreis überlege dann ist es ähnlich.

      Die die sich getrennt haben, haben einen zu kurzen Altersunterschied zwischen den Kids oder aber waren generell nicht lang zusammen.

      Die fehlende Zweisamkeit auf die Kinder zu schieben finde ich daneben. Ja klar es ist nicht wie vorher.

      Mein Mann und ich sind seit 2005 zusammen, der Große kam 2012 und die Kleine 2017. Für uns genau passend. Klar bleibt auch bei uns ab und zu die Zweisamkeit auf der Strecke das liegt aber daran das wir einfach unsere Eltern nicht so einspannen können und wollen. Und einen Fremden Babysitter tja das ist schwer weil der Große so eine Besonderheiten hat auf Grund von Zöliakie. Das traut sich leider nicht jeder zu.

      Aber auch wir haben einen Weg.

      Das Große Problem ist oft das die Mütter am liebsten so kurz wie möglich aus dem Beruf sein wollen. Deshalb die kurzen Abstände. Sprich schnell hintereinander weg die Kinder bekommen und dann schnell arbeiten. Früher wo es eben mehr Landleben, Größere Familien und Nachbarschaftlicher Zusammenhalt gab viel das nicht so ins Gewicht. Denn irgendjemand hatte immer Zeit den Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen, oder eben mal die Zeit überbrücken bis die Eltern da sind.

      Im Kindergarten, in der Schule und in Vereinen (wenn das Kind in einem war) kannte jeder jeden da wurde ohne großes aufsehen geholfen. Heute kennt man sich ja nicht mal vom Namen.

      Wenn ich überlege was meine Eltern so aus ihrer Kindheit erzählen und wie es bei mir war. Ein himmelweiter unterschied.

      Ich denke das Umfällt trägt eben auch viel dazubei das Familien zerbrechen. Und die eigenen Anforderungen die man sich stellt.

      Wir haben Freunde die sich bewusst für ein Einzelkind entschieden haben eben weil sie selbst sagen ein Kind stemmen wir mit links. Aber 2 schaffen sie niemals.

      Was mir zum Beispiel oft gesagt wird, wir brauchen ja kein drittes wir haben ja ein Pärchen dazu noch ein Traumpärchen. Großer Bruder kleine Schwester. Hm will ich mir vorschreiben lassen von anderen das ein 3 Kind nicht nötig ist? Nein will ich nicht. Ob ein 3 kommt das wissen wir nicht ausgeschlossen ist es im moment nicht.

      Ich denke wichtig ist sich Freiräume zulassen wo eben jeder für sich auch mal Zeit hat. Denn nicht nur die Gemeinsame Zeit ist wichtig auch die Zeit für sich selbst. Und was auch sehr wichtig ist reden ganz viel reden mit dem Partner! Gerade dann wenn es mal stressig und doof läuft.

      Wir haben zwei gemeinsame Kinder (5 und 4), und sind auch noch seit 8 Jahren Patchwork mit live-in Stiefkind (Sohn meines Mannes ), eigentlich ein k.o. Kriterium nach allem was man so hört .... Aber uns geht es als Paar und Familie sehr gut! ;-) Trennungen können in jedem Alter und in jeder Konstellation passieren.

      Die Kinder praktisch für die Trennung verantwortlich machen ist irgendwie fies. ;-) man muss sich organisieren, sich bewusst Paarzeit nehmen und beide müssen an einem Strang ziehen. Ich hab Freunde die sind durch ein Kind schon am Limit und fühlen sich völlig überfordert.

      (9) 06.02.17 - 06:33

      ------Was ich auch beobachte ist, dass Eltern die einen größeren Abstand zwischen den Kinder haben, ihrer Beziehung oft weniger Schaden zufügen.---

      Da kann ich Dir zustimmen.

      Genau das ist auch mit der Grund, warum ich nie mehrere Kleinkinder auf einmal wollte.

      (10) 06.02.17 - 06:56

      Ich habe mich getrennt wo mein kind 3 war also passt diese These auf mich.

      Wer leben auch Patchwork mit 8 Jahren Altersunterschied zwischen den kindern was auch nicht leicht ist.
      Mehrere kleine hintereinander für mich unvorstellbar.

      Aber die Beziehung zu meinem mann hat sich verändert.
      Wir sind viel weniger paar als Eltern. Wenn die Beziehung vorher schon net 100% gestimmt hat könnte ein kind das k.o. sein

      • Hallo,

        Kann es nicht auch sein dass insbesondere die jungen Frauen das Kinder haben zu rosarot sehen und nicht realistisch genug einschätzen können?

        Also: es wird in erster Linie daran gedacht wie toll es ist rin Baby zu haben und wie spannend es ist schwanger zu sein?
        Quasi die Krönung der Liebe zum Mann? Auch wenn es sich platt anhört, kann da was dran sein?
        Können die jungen Eltern heute einschätzen was es bedeutet ein Kind zu haben und auch jenseits des Babyalters jahrelang groß zu ziehen?
        Wird da zu kurzfristig gedacht?

        Ich hatte Tanten und Cousinen mit Kindern und war ständig mit Kindern jeden Alter konfrontiert.

        Ich wussze durch meinen kleinen Bruder was es heiß nachts nicht zu schlafen, ich bin monatelang übermüdet zur Schule gegangen weil er die ganze Nacht schrie und die ganze Familie wach war.
        Auch die Augenringe meiner Mutter, ihre Erschöpfung und auch den Stress zwischen meinen Eltern habe ich mit bekommen

        Ich habe erlebt dass es in den Streits meiner Eltern meist um uns Kinder ging.
        Ich habe erlebt, dass kleine Kinder trotzen und einfach sehr anstrengend sind, überall dran gehen, die Stereoanlage zerlegen und einfach keine Minute unbeobachtet sein dürfen.

        Und die Pubertät ist auch noch mal so eine kritische Phase für das Paar, denn ich habe auch mit bekommen, dass viele Eltern dann als Paar noch mal mehr gelitten haben als in der Kleinkinderzeit.
        Ich denke vielen Eltern fehlt einfach ein realistischer Blick auf das Eltersein jenseits der HochglanzMagazine.
        Viele Frauen halten doch heute das erste Baby erst im Arm wenn sie selbst Mutter werden.

        • Ja aber das ist doch völlig normal. Ich wusste auch erst wie es ist ein baby zu haben als ich eines hatte.

          Meine Geschwister haben immer geschlafen mein baby niemals. So jung war ich beim 1. Kind auch nicht.

          Manchmal sieht man auch erst wirklich nach der Geburt des Kindes was für einen traum Prinzen man sich da an Land gezogen hat.

          Ich kenne viele Paare die 10 und mehr Jahre zusammen waren und dann nach der Geburt des Kindes auseinander gegangen sind.

          Ich denke den "Stress" den Kinder mit sich bringen kann man in keinem Alter vorher 100%tig einschätzen. Ich kenne Mütter die mit 16/17 Jahten Kinder bekamen ubd das alles gut gemeistert haben ( mit den Vätern heut noch zusammen sind) und welche die mit mitte dreißig das erste bekamen und es, trotz jahrelanger stabiler Beziehung, nicht gemeinsam schafften. Ich kann mir nicht vorstellen das es am Alter liegt. Die Kinder "vor u schieben" ist aber auch nicht soooo richtig. Die waten ja gewünscht.

    (15) 06.02.17 - 09:00

    Hallo,

    kann ich im Umfeld bestätigen. Meiner Meinung nach wird das durch die Haltung begünstigt, dass um das Kind ein Mordsgeschiss gemacht wird und alles andere, insbesondere die Beziehung und die persönlichen Wünsche hinten an gestellt werden. Und das nicht nur für ein paar Monate.

    Ich finde, die Beziehung sollte gleichwertig im Fokus stehen. Eine funktionierende Beziehung der Eltern wirkt sich auf das Kind ja auch positiv aus.

    LG Küstenkönigin

    • Deine Stellungnahme ist einfach zu 100% zutreffend. Würden die Eltern das Kinder aufziehen etwas lockerer sehen und auch mal Hilfe annehmen, damit man als Paar nicht komplett untergeht, wäre wohl viel geholfen.
      Ich habe vor einiger Zeit sogar einen TV Beitrag gesehen, dass die meisten der sogenannten Helikoptereltern massive Eheprobleme bis hin zur Trennung haben. Kann ich mir schon vorstellen - wenn man nur ums Kind kreiselt, hat man weder mehr Zeit für sich noch für den Partner. Schlimm. LG Moni

Hallo,

ich persönlich habe den Eindruck, dass die Paare, denen das passiert, nicht sehr stress-resistent sind, eine total rüschig-plüschige Vorstellung von einem Leben mit Baby haben und im Vorfeld keine klaren Absprachen getroffen wurden.
Bei einigen (v.a. bei Männern) kommt es zudem im Kopf nicht an, dass ein Baby das Leben von BEIDEN Elternteilen ändert und BEIDE sich zurücknehmen müssen.
Dann lässt sich feststellen, dass einige Frauen viel zu sehr an ihren Babys kleben und sie um nichts in der Welt abgeben möchten. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass dieser spezielle Mutter-Typ das "Frau-Sein" an der Kreißsaaltür abgegeben hat und sich für IHR Kind aufopfert. Jeder, der versucht zu helfen, wird weggebissen, keiner kann so gut mit dem Kind wie sie selbst usw usf.
Manche lässt auch der gesellschaftliche Druck von außen nicht kalt. Die moderne Frau MUSS alles perfekt machen (Kinder, Karriere, HH und Partnerin), dabei soll sie auch noch perfekt aussehen. Doch es schaffen nur wenige, ALLEN gerecht zu werden. Die anderen sind im
schlimmsten Fall frustriert und die Negativ-Spirale beginnt.

Mein Mann und ich bekommen unser 3. Kind. Unser Großer wird bald 8 Jahre, unser Zwerg ist 17 Monate und ich bin in der 16. SSW (15+2) - der knappe Altersabstand ist gewollt.

Als Nr. 2 zur Welt kam, wurde mein Mann zeitgleich 2 Karrierestufen nach oben befördert, was einem ja nicht täglich passiert und somit angenommen werden muss :-). Einziger Haken: Er ist während der Woche nicht da und ein Umzug kommt aus diversen Gründen nicht in Frage. Und unser Großer wurde eingeschult....DAS war alles ein mächtiges Paket. Dazu kommt, dass wir keinerlei Hilfe haben!
Ich hatte anfangs große Probleme alles alleine zu wuppen, war überfordert, so alleine usw usf, dass ich sogar regelrecht eifersüchtig/neidisch auf den Feierabend meines Mannes war.

Mein Liebster musste in dieser Zeit viel Liebe, Geduld und Verständnis für mich haben....die Großeltern halfen/helfen so gut sie können (sind selbst noch berufstätig und wohnen 200 bzw 500km entfernt).
ABER wir schafften es, weil wir es wollten :-). Es musste sich halt alles erst einpendeln.

Durch meinen sehr anspruchsvollen Job bin ich sowieso Stress gewöhnt, was mir auch sehr geholfen hatte.
Obwohl mein Alltag als "Familienmanagerin" etwas eintönig ist, möchte ich mit niemanden tauschen. Ich kümmere mich sehr, sehr gerne um unsere Familie und Nr. 3 macht uns dann komplett :-).
Ich wurde hier im Forum (aber komischerweise nur hier) schon dumm angemacht, weil ich von U3-Betreuung nichts halte und gerne Hausfrau und Mutter bin...wir wären ja nicht mehr in den 50er-Jahren. Was soll das? Wenn andere arbeiten müssen oder wollen, sollen sie :-)...ist mir piepegal...aber einige gehen dann auf wie Hefeteig, wenn man sagt, dass man selbst von U3-Betreuung nichts hält. Als hätten sie ein schlechtes Gewissen oder sind gar neidisch? Leben und leben lassen, sollte die Devise sein.

Oh, ich schweife ab ;-).

Man darf sich auf keinen Fall als Versager fühlen und niemanden Vorwürfe machen, wenn es nicht rund läuft. Und man sollte Hilfe annehmen, das ist keine Schande!

LG,
incredible mit ihren Prinzen (3/2009 und 8/2015) und Ü-Ei 16. SSW (15+2)

  • Es ist ja auch so dass viele junge Erwachsene schon als Kinder nicht gelernt haben sich mal zurück zu nehmen und zu verzichten.

    Alle Steine werden aus dem Weg geräumt, Kritik am Kind, sei es durch Freunde oder Lehrer, wird sofort abgeschmettert, : mein Kind war das nicht, das kann nicht sein. ..
    Daher kann ich mir dein Argument mit der mangelnden Stressresistenz durchaus als wichtig vorstellen wenn es nicht klappt.

    Kinder die wie Prinzessin oder der Prinz Mamas Lebensmittelpunkt waren, sind in gewisser Weise nicht vorbereitet auf das Leben, auf Durststrecken und die Notwendigkeit sich durch zu beißen.

    Das mussten sie ja auch nie.
    Ich finde den gesellschaftlichen Druck auch bedenklich.

    Viele Familien haben zwei Kinder weil das der Rama Familienidylle entspricht.
    Einzelkind Eltern wird oft Egoismus vorgeworfen oder sogar, dass sie dem Kind etwas vorenthalten wenn es keine Geschwister hat, fast so als " misshandelt " man sein Kind.
    Oft trauen sich diese Eltern einfach nicht noch ein Kind zu und werden dann auch noch angegriffen wenn sie das so zugeben. ..weil Kinder müssen ja immer als Geschenk und Bereicherung angesehen werden wie kann msn also ein weiteres Kind bewusst ausschließen und damit dieses Geschenk ablehnen?

    Gerade Frauen werden dann oft argwöhnisch betrachtet, als ob sie nicht normal sind.
    Ich habe mich für meine Art des FamilienLebens nie gerechtfertigt oder bin angegriffen worden.

    Meine Kinder sind mit 8 Wochen schon von einer Tagesmutter betreut worden und zwar 6 Tage die Woche von morgens bis abends.
    Ab 1 Jahr dann Kiga und später Ganztagsschule.

    Ich denke wenn man das selbstbewusst nach außen vertritt, kommen auch keine blöden Sprüche.

    Ich habe selbst im Freundes Mütter die für ihre Kinder eine frühe Betreuung nicht wollten.

    Was soll mich daran stören?

    Es ist doch gut, dass es mittlerweile die Wahlmöglichkeiten gibt.
    Auch von den Freunden hab ich nie Abwertung erfahren, weil ich es anders mache.

    Höchstens mal nachfragen, ob das so klappt und wie es den Kinder damit geht.
    Wie du schon sagtest, leben und leben lassen.

    Durch Beobachtung anderer Lebensentwürfe kann man viel Interessantes erfahren und es hilft ungemein über den Tellerrand zu blicken und zu erkennen, dass andere Eltern oder Menschen generell ihre Vorstellungen und Gründe haben so zu leben wie sie es tun.
    Dazu muss man aber den Blickwinkel ändern und seinen Standpunkt auch mal verlassen können.

    • Ja, Kinder, denen viel aus dem Weg gerräumt wird, kenne ich aus der KiGA- bzw Schulzeit zu Genüge.
      Eine Erzieherin im KiGA rechtfertigte sich einmal bei Abholung, warum sie diese Konsequenz für jenes Vergehen meines Sohnes habe walten lassen. Ich entgegnete nur "Warum entschuldigen Sie sich bei mir dafür? Ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Gründe hatten und gut ist es ". Da sah mich diese Frau wirklich dankbar an. Ich frage mich, wie oft sie schon von überengagierten Eltern angefeindet wurde, weil deren Prinz/Prinzessin geschimpft wurde.

      In meiner Kindheit wurde nicht so viel "Geschiß" von Seiten der Eltern erhoben. Kinder regelten das Meiste unter sich.

      Jaja, die Rama-Familienidylle *lol*. Eine kinderlose Kollegin (Mit-Vierzigerin und Single) fragte mich nach Bekanntwerden meiner erneuten SS (bekomme das 3. Kind), ob es denn nicht so langsam reichen würde? Dabei sind wir sehr gut situiert, haben ein großes Haus mit großem Garten, sind also keine "Hartzer" ;-). Später entschuldigte sie sich und gab zu, dass sie mich eigentlich beneide und Kinder, Mann und Haus....hätte sie auch gerne (gehabt).

      Wie gesagt, bin bisher nur bei Urbia dumm angemacht worden (und das ohne Grund). Ich stehe zu unserem Lebensmodell und genieße es sehr.

      Aber auch ich werde wieder arbeiten gehen (TZ),frühestens 2020, wenn unser 3. Kind in den KiGA geht oder ggf 2021 (wenn ich das 3. Jahr EZ von Kind Nr. 2 noch hinten anhänge)...mal sehen :-))...aber ich werde wieder :-)).

      (20) 06.02.17 - 17:54

      Aber genau DAS lernen ja diese Kinder, um die von früh bis spät "Geschiss" gemacht wird. Die Welt dreht sich nur um sie, Mama traut sich nicht mal unter die Dusche um ihren elementaren Bedürfnissen nachzukommen, weil der Zwerg mal fünf Minuten vor der Duschtür ningeln könnte.

      Und schon gleich gar nicht darf Oma babysitten und Babys Schlaf bewachen, damit Mama und Papa mal essen gehen können. Da bin ich neulich hier schon wieder hinten über gekippt. Kind ist 20 Monate und Mutter ist nicht bereit mal für einen Abend etwas unter Erwachsenen zu machen. Klar, ihre Entscheidung...

      Ich glaube nur nicht, dass man dem Kind und der Beziehung damit langfristig einen Gefallen tut. Und die Qualität der Bindung liegt sicher nicht darin, dass man auf dem Säugling bis Kleinkind höchstpersönlich gebrütet und niemanden ran gelassen hat.

      LG Küstenkönigin

Hier sind noch ein paar Überlebenstipps von mir für Leute mit mehreren kleinen KIndern, fällt mir da grade noch ein: ;-)

-eine Putzfrau die auch die Wäsche macht (unglaublich eherettend)
-Lieblingskaffee, LIeblingswein und Lieblingsschaumbad haben
- abends die KInder früh ins Bett, dann Zeit mit dem Partner verbringen
-das Leben vereinfachen: richtig schick kochen tu ich z.B. erst seit diesem Sommer, da ist der Kleine 4 geworden, vorher gab`s bei uns einfache, praktische, schnelle Gerichte; bügeln tu ich immer nur die Sachen für den nächsten Tag (Achtsamkeitsregel: Wer bügelt, statt spazieren zu gehen, hat kein Burn out Problem sondern ein Prioritätenproblem!) ;-)
-viel an die frische Luft gehen und draussen spielen, bei jedem Wetter --> abends müde, ruhige, zufriedene Kinder

In unserem Freundeskreis gibt es alle möglichen Konstellation. 3 Kinder mit sehr kleinem Abstand, 2 Kinder mit kleinem Abstand, gewollt nur Einzelkinder....Bis jetzt gab es nur 1 Trennung und die war bei einem Paar das noch gar keine Kinder hat.

Wir erwarten in 5 Wochen unser zweites Kind, die beiden werden dann einen altersabstand von 20 Monaten haben. Wenn ich lese viele entscheiden sich im leichten Babyjahr für ein Zweites muss ich schmunzeln... wir hatten ein Schreibaby das chronisch unzufrieden war, leicht war es also nie.

Ob ein größerer Abstand nun besser oder schlechter ist kann man nicht pauschal sagen finde ich. Das ist Einstellungssache. Wenn ich mir vorstelle nach zB 7 Jahren nochmal zurück auf Anfang mit Baby und den ganzen Einschränkung...das wäre bei uns evtl. der Todesstoß.

Wenn ich hier im Forum aber manche Einstellungen von Müttern lese wundert es mich auch nicht das diese Beziehungen scheitern. Familienbett so lang Kind will - der Mann kann ja auf dem Sofa schlafen. Kleinkind nie zur Oma wer braucht schon paarzeit. Generell dreht sich Monate- bzw jahrelang alles nur um das Kind....naja. Das würde bei uns auch zu Stress führen.

Wir haben unseren Kinderwunsch geplant und auch die max Anzahl (2) ganz nüchtern an Fakten festgelegt. Jetzt sind die Großeltern jung und haben immer gesagt sie unterstützen uns - wir haben Zeit für uns. Der Platz und das Geld reicht und wir können trotzdem noch leben. Klar ich weiß nicht ob der Plan aufgeht bin aber guter Hoffnung das wir das genauso schaffen wie im Freundeskreis...die das alle ungefähr so geplant haben wie wir ;-)

Heutzutage wird einfach auch sehr schnell hingeschmissen wenn es wirklich stressig wird finde ich. Kann sein das es dann vorallem Paare trifft die schnell Kinder bekommen haben. Wir haben uns bewusst zeit gelassen, haben gelebt und hatten schon schwere Zeiten und wissen das wir uns trotzdem aufeinander verlassen können.

Wie gesagt was die Zukunft bringt weiß keiner, aber die Erfahrungen im Umfeld stimmen mich doch positiv ;-)

(23) 06.02.17 - 09:44

Hi,

Zitat:"Dabei muss es ja nicht so sein, dass man jahrelang keine Zweisamkeit mehr hat, das sind ja Dinge die ein Paar ändern kann wenn es will."

Wenn es nur immer so einfach ist.

Du hast dann sicherlich auch schon mehrere Kinder und dementsprechend Praxis-Erfahrung, oder? Ansonsten weißt Du gar nicht, wie es ist, als Außenstehende ist es immer leicht die Nase zu rümpfen.
Der Alltag frißt einen auf, man verliert ob man will oder nicht, viele Dinge aus den Augen.

Außerdem, wenn dann noch ein Partner viel Auswärts arbeitet, nicht immer um 16.00 Uhr zu Hause ist, ist es anstrengend, alles zu koordinieren.

Dazu gibt es womöglich keine Großfamilie, die ständig als Babysitter fungiert, kein Geld für externe Babysitter, etc. etc.

Wenn beide Partner noch arbeiten, wird es noch schwieriger, Haus, Kinder, Beruf, Partner, Freunde, ....unter einem Hut zu bringen.

Dann kommen noch verschiedene Anspruchshaltungen der Partner. Das Leben verändert sich mit Kinder und die einen können sich anpassen und die anderen stemmen sich ständig dagegen.

LG
Lisa

  • >>Der Alltag frißt einen auf, man verliert ob man will oder nicht, viele Dinge aus den Augen.<<

    Genau daran kann man aber sehr bewusst arbeiten, dass einem genau das NICHT passiert.

    Wir leben in einer Wochenend-Ehe, mein Mann ist also NICHT jeden Tag um 16 Uhr zu Hause, sondern einfach gar nicht. Ich arbeite ebenfalls zu 75%, dazu haben wir keine Putzfrau und auch sonst keine Hilfe, weil Verwandschaft weit weg wohnt (400km).

    Trotzdem haben wir einen Babysitter und Zeit für Zweisamkeit. Ich stelle Zweisamkeit absolut ÜBER den Alltag. Denn was nutzt es einem, wenn man ein super sauberes Haus hat, alles immer schön brav erledigt und hat nach ein paar Jahren keine Ehe mehr???

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