Ich schaffe den Absprung einfach nicht - nach 25 Jahren Ehe

    • (1) 08.02.17 - 14:11
      Kein Ende in Sicht

      Hallo,

      ich befürchte, meine Ehe ist am Ende. Wir sind seit mehr als 25 Jahren ein Paar und seit etwa 10 Jahren - vielleicht sogar schon länger - habe ich immer wieder die Gedanken an eine Trennung.

      Mein Mann ist wesentlich älter als ich, schon in Rente. Seit 2 Jahren keinen Sex mehr, er möchte aber ich will mich einfach nicht mehr dazu "zwingen". Ja, ich muss mich regelrecht dazu zwingen, ihm zuliebe.

      Seit 3 Jahren ist er nun zuhause und KÖNNTE nebenbei noch was dazuverdienen. Das sieht er aber nicht ein. Ich habe ein gutes Einkommen und es reicht um ein bequemes Leben zu führen. Er geht zu seinem wöchtenlichen Stammtisch, ansonsten macht er hier da ein paar Sachen im Haushalt aber die meiste Zeit hängt er am Laptop oder schläft. Ja, er schläft mehrere Stunden täglich, obwohl er nachts 10-12 Stunden am Stück schläft. Nein, ärztlich ist alles beklärt - er ist eben von der Fraktion Murmeltier, und meiner Meinung nach eine faule Socke.

      Etliche Diskussionen darüber brachten keine Besserung. Ich bin 48, unsere 3 Kinder aus dem Haus. Und ich frage mich, was hält mich noch? Ich habe ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen, ihn mit 60 vor die Tür zu setzen. Denn ich möchte in unserem Haus wohnen bleiben. Es ist noch nicht abbezahlt, finanziell könnte ich dies aber stemmen. Hoffe ich zumindest.

      Ich müsste mal unverbindlich zu einem Rechtsanwalt und mich beraten lassen, dazu fehlt mir aber noch der Mut.

      Warum schaffe ich diesen letzten Schritt einfach nicht? Wir diskutieren und diskutieren. Er beteuert sich zu ändern, Arbeit zu suchen, weniger zu schlafen. Unser Sexleben aufleben zu lassen - nichts passiert von seiner Seite aus. Er sitzt das ganze wieder aus und nichts ändert sich.

      Wir haben nichs mehr gemeinsam, und ich rede mir ein, es ist nur eine Phase und es wird wieder anders/besser. Die ganzen Jahre wirft man doch nicht einfach weg. Ich glaube ich schiebe es einfach nur vor mir her. Ich bin nur noch mürrich ihm gegenüber. Innerlich einfach leer. Ich funktioniere.

      Wo ist mein Leben? Lachen, ausgehen, vielleicht mal wieder einen Mann kennenlernen. Leidenschaftlichen Sex haben....das wünsche ich mir soooo sehr.

      Gibt es hier Leidensgenossinnen, Gleichgesinnte? Macht mir Mut. Wie war das bei euch. Ehrlich gesagt, gebe ich unserer Ehe keine Chance mehr.

      • << Ehrlich gesagt, gebe ich unserer Ehe keine Chance mehr. <<

        Damit ist alles gesagt.

        Gruss
        agostea

        Dein Mann ist 60 Jahre alt und schon drei Jahre zu Hause. Eher ungewöhnlich, mit 57 schon die Rente "durch" zu haben.
        Meiner Meinung nach jammerst du auf hohem Niveau.
        Du willst deinen Mann zum Sündenbock machen, statt dir einzugestehen, dass du einfach nur keinen Bock mehr auf ein Leben mit ihm hast.

        >>>Wir diskutieren und diskutieren.<<<
        Worüber diskutiert ihr denn? Warum willst du ihn zwingen, neben seiner Rente noch Geld zu verdienen?
        Du vermisst "Leidenschaftlichen Sex", aber lässt deinen Mann in dieser Beziehung seit zwei Jahren im Regen stehen.
        Du solltest dir mal genau überlegen, was du überhaupt willst und dann entsprechend handeln.

        • (4) 08.02.17 - 15:00
          Kein Ende in Sicht

          ja, ich habe keinen Bock mehr auf ihn

          er würde gerne ein Cabriolet fahren (wohl gemerkt, wir haben 2 Autos), er raucht, geht zum Stammtisch und jammert, dass das Geld für einen Urlaub nicht reicht - will aber nichts dafür tun. Mit 1.000 Euro Rente und einem nicht bezahlten Haus ist DAS für mich Jammern auf hohem Niveau.

          Er duscht nicht regelmäßig, toooooolllll, da krieg ich doch gleich noch mehr Lust auf Sex! Alles schon 100x angesprochen, dass ich mir mal einen frisch geduschten Eheman abends im Bett wünschen - nö, das ist ihm zu anstrengend.

              • Am Ende ist es eine Trennung wie jede andere auch.

                Du musst genauso eine Entscheidung treffen und die daraus resultierenden Konsequenzen tragen, wie Leute, die erst 5 Jahre zusammen sind.
                Die 25 Jahre spielen höchstens aus sentimentalen Gründen eine Rolle.

                • (8) 08.02.17 - 15:24

                  Achso, Stichwort "Vorgehensweise": Reden wäre sicher ein Weg. So der fairnesshalber.

                  Wenn du dir sicher bist, das Ding durchzuziehen, dann wird er doch bestimmt bereit sein, seinen Schlaf zu unterbrechen.

      Holla die Waldfee! Na da hat dein Mann ja nun scheinbar seine Schuldigkeit getan und soll nun das Feld räumen, ja? Weil du, so kommt es mir vor, keine Lust hast, alleine weiter arbeiten zu gehen, während ER im Ruhestand ist.

      Du wusstest, dass ER 12 Jahre älter ist und somit auch früher in den Ruhestand geht. Und nun gönnst du ihm den nicht?

      Wie war das denn früher? Du schreibst, dass ihr drei Kinder habt. Warst du da immer voll arbeiten? Oder war es vielleicht eher so, dass dein Mann der Hauptverdiener war und du hauptsächlich die Kinder erzogen hast?

      Wie auch immer. Scheinbar war er ja all die Jahre gut genug.

      Wenn ich dein Mann wäre, würde ich DICH aus dem Haus werfen. Oder zumindest dafür sorgen, dass es unter den Hammer kommt. Dann könntest du dich von mir aus vom Acker machen und dir einen anderen suchen, sofern du mit 48 Jahren auf dem "Markt" etwas brauchbares findest. Die Männer in deinem Alter haben alle Altlasten in Form von Kindern, Unterhaltszahlungen oder sind Junggesellen, nicht ohne Grund.

      Dein Mann tut mir einfach nur leid! Eigentlich kann er froh sein, wenn er dich los wird. Hoffentlich legt er sich dann einen guten Rechtsanwalt zu, damit du ihm nicht "die Hose runterziehst".

      • (10) 08.02.17 - 15:07
        Kein Ende in Sicht

        Absoluter Quatsch, dass ich ihm seinen Ruhestand nicht gönne. Ich gehe gerne arbeiten und möchte das auch nicht ändern.

        Es ist einfach die Luft raus und wir reden auch darüber und möchten was ändern, doch von ihm kommt nichts. Dann legt er sich erstmal wieder ins Bett und schläft.

        Er kommt einfach nicht in die Gänge, alles muss man ihm sagen. Er denkt an nichts, er ist wie ein Kind. Sex will er, bekochen muss ich ihn auch täglich, denn das kann er nicht.
        Er ist handwerklich völlig unbegabt, noch nicht einmal eine Silikonfuge im Bad bekommt er erneuert. Er kümmert sich nicht um die Bankkgeschäfte, Steuererklärung oder was weiss ich. Die Post legt er mir hin, ihn interessiert das garnicht. Er kann noch nichtmal eine Überweisung per Onlinebanking tätigen.

        (11) 08.02.17 - 16:36

        Dein “Holla die Waldfee“ würd ich gern an Dich zurückgeben!

        Unterstellst Du der TE nicht ein bisschen arg viel?

        Wie kommst Du darauf, dass sie ihm die Rente nicht gönnt, etc?

        Beziehungen und Ehen ändern sich und nicht wenige enden. Also warum stellst Du die TE hin, als hätte sie ihren Mann all die Jahre nur ausgenommen?

        (12) 08.02.17 - 17:32

        Immer schön positiv bleiben.

        Dein Beitrag strotzt nur so von negativen Unterstellungen, Prognosen und Wertungen.

        Wenn ich die TE wäre, wüsste ich was ich damit anfange.

    Hallo

    es gibt Ehen mit Verfallsdatum.Früher kam der Altersunterschied nicht zum Tragen, jetzt ist das aber so.
    Du stehst an einem anderen Punkt in deinem Leben, dein Mann hat sich allgemein zur Ruhe gesetzt.
    Natürlich gelingt es Paaren auch das zu händeln.
    Bei dir sind die Gefühle auf der Strecke geblieben.
    Vielleicht schreibst du mal, um deine Gedanken und Gefühle zu sortieren, eine positiv -negativ Liste und lässt dich schon mal vorsorglich anwaltlich beraten.
    Natürlich halten 25 gemeinsame Jahre von einer Trennung eher ab.
    Deinen Leidensdruck kannst nur du einschätzen.
    Mein Ex ist auch 15 Jahre älter als ich.Noch bevor dieser Altersunterschied zum Tragen kam, haben wir uns getrennt.Der Trennungsgrund war das damals eindeutig nicht.
    Allerdings könnte ich mir jetzt nicht mehr vorstellen, dass dieser Altersunterschied keine erheblichen Differenzen verursachen würde.

    Du musst dir über deine Gefühle klar werden.Was "man" nicht macht, sollte dich dabei nicht leiten.

    L.G.

    • (14) 08.02.17 - 15:16

      "Allerdings könnte ich mir jetzt nicht mehr vorstellen, dass dieser Altersunterschied keine erheblichen Differenzen verursachen würde."

      Vor allem im Alter, Mein Vater ist 76 und leidet an Demenz (ist aber noch recht früh, macht sich aber doch sehr bemerkbar), seine Frau ist 12 Jahre jünger und steht fassungslos davor.

      • (15) 08.02.17 - 17:27

        Demenz ist schlimm, eine Krankheit.

        Verhärtete Einstellungen und Sturheit ( alles Anlagen die sich mit zunehmendem Alter verschlimmern können ) lassen sich eigentlich noch viel schwerer akzeptieren.Mein Ex z.B. ist geistig und körperlich fit und arbeitet noch immer.

Hallo!

Was denn für diese Ehe?

Lg Sportskanone

Die ganzen Jahre wirft man doch nicht einfach weg
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Und da ist der Fehler in deiner Denkweise. Du lebst im Hier und Jetzt und für die Zukunft und nicht aufgrund der Vergangenheit. Die schönen Jahre kann dir keiner nehmen, die ihr gemeinsam hattet. Aber sie reichen nicht als Wegzehrung für eine Zukunft ohne Gemeinsamkeiten.

Sei lieber froh, dass du unabhängig bist. Die Kinder sind groß, du bist finanziell unabhängig und möchtest noch etwas von deinem Leben haben. Wenn dein Mann kein Interesse an Gemeinsamkeiten hat und von dir erwartet, dass du nur noch die Haushälterin gibst und sich ansonsten auf der Couch aalt, dann ist das seine Sache. Das drüber Reden würde ich langsam mal einstellen. Er scheint ja nicht dement zu sein oder geistig beschränkt. Aber er hat es jetzt bequem - einesteils darf er das auch, denn er wird bis zur Rente seine berufliche Schuldigkeit getan haben. Aber man muss deshalb nicht sein ganzes Privatleben auf Eis legen.

In die Falle tappen viele Pensionäre. Wenn beide arbeiten, läuft es irgendwie. Der eine kümmert sich noch um Haushalt, Kinder und Papierkram und der andere arbeitet vielleicht überdurchschnittlich viel. Er wird vermutlich vorher auch keine Qualitäten als Hausmann gehabt haben. Wenn dann die Rente eintritt, fällt man in ein Loch, weil man nichts mit sich anzufangen weiß. Er hat keine Hobbys und keine Pläne. Das fällt jetzt plötzlich besonders auf.

Wofür möchtest du den Mut zugesprochen haben? Eine Trennung ist nie schön und leicht. Aber wenn so große Differenzen da sind und immer nur geredet wird, sich aber nichts ändert, dann muss man handeln bzw. warten bis der Leidensdruck groß genug ist. Scheint bei dir noch nicht der Fall zu sein. Spätestens wenn du jemanden kennen lernst, der dein Leben und deine Freizeit wieder lebenswert macht, bist du weg. Fairerweise würde ich vorher den Schritt gehen und nicht warten bis zum Letzten.

  • (19) 08.02.17 - 15:54
    Kein Ende in Sicht

    <<<<Er wird vermutlich vorher auch keine Qualitäten als Hausmann gehabt haben. Wenn dann die Rente eintritt, fällt man in ein Loch, weil man nichts mit sich anzufangen weiß. Er hat keine Hobbys und keine Pläne. Das fällt jetzt plötzlich besonders auf.>>>>

    als würdest du meinen Mann kennen, das trifft es auf den Punkt

    • :-D

      Kennen nicht, aber wenn sich die Lebensumstände ändern, muss wieder neu sortiert werden. Das ist bei Familienzuwachs so und auch beim Ruhestand. Entweder einigt man sich auf neue Aufgabenverteilung oder zieht die Konsequenzen.

      Das Problem bestünde sich nicht, wenn er immer am Haushalt beteiligt gewesen wäre. Warum sollte er die Tätigkeiten gerade jetzt einstellen, wo mehr Zeit zur Verfügung steht? Daher liegt es nahe, dass er sich noch nie zuständig fühlte und auch jetzt keine Notwendigkeit sieht.

ich finde immer es geht darum, ob sich der andere nicht ändern will oder nicht ändern kann. das klingt für mich so, als wär das bei euch nur noch ne zweckgemeinschaft oder man bleibt zusammen, weil es halt schon 25 jahre lang so ist. du solltest mit 48 jahren noch nicht an dem punkt sein, wo du dein leben aufgibst! tritt ihm mal in den hintern und ansonsten such dir jemand, der dich zu schätzzen weiss!

Die letzten Jahren in einer langen Beziehung, grade mit Kindern, werden sehr häufig übertragen. Es ist auch okay., dass man nicht gleich alles wegschmeißt.

Irgendwann ist jedoch das Fass voll. Der Punkt ist einfach irgendwann da. Du hast einen Einfluss darauf. Dein Leidensdruck ist noch nicht groß genug.

Das mit dem Haus ist schwer. Hier brauchst du eine Beratung. Das ist mit einem Aufwand verbunden, jedoch wird der sich lohnen. Ihr braucht einen fairen Weg.

LG

Hallo.

Ich kann dir mit eigenen Erfahrungen nicht dienen, möchte dir aber trotzdem etwas schreiben.

Leider empfinde ich deinen Beitrag als unfair. Ich kenne eure frühere Ehe nicht, aber überlege du doch mal möglichst neutral, wie es früher war.

Anfangs war der Altersunterschied vermutlich sogar spannend für dich. Du hättest wissen können worauf du dich einlässt? Auch bei der Finanzierung eures Hauses hättet ihr voraussehen können, wie es heute läuft, oder ist dein Mann unerwartet früh in Rente gegangen und kam es zu finanziellen Einbußen?

Einiges wurde bereits geschrieben. Vermutlich hat dich dein Mann in der Kindererziehungszeit auch finanziell getragen, oder?
Vermutlich hat er in der Ehe auch Macken von dir liebevoll übersehen?

Die Dinge die dich stören sind keinesfalls unwichtig. Aber ich sehe darin keine unüberwindbaren Differenzen oder gar einen Trennungsgrund. Du hast deinem Mann ein Eheversprechen gegeben. Heute ist sowas offenbar nicht mehr viel wert. Das ist schade. Auch wenn keine Schmetterlinge mehr fliegen, du kannst selbst daran arbeiten, deinen Mann wieder in einem anderen Licht zu sehen. Und du kannst dich bemühen, ihm zu helfen, wieder aktiver zu werden. Du kannst dich dazu entscheiden, wieder glücklicher in eurer Ehe zu werden oder eben nicht. Und genau an diesem Punkt spreche ich aus Erfahrung, denn ich befinde mich nach gut zehn Jahren mit meinem Partner an einer sehr schweren Stelle, aber ich möchte die Flinte nicht ins Korn werfen. Ich glaube an die Ehe und arbeite daran, meine Liebe nicht zu verlieren, obwohl er es mir sehr schwer macht. Glaub mir, ich weiß, was es heißt, fruchtlos Gespräche zu führen und noch mehr. Und das nicht erst seit gestern.

Ich wünsche dir und deinem Mann, dass du euch eine echte Chance gibst.

Alles Gute für euch.

(24) 08.02.17 - 21:00

"Wo ist mein Leben?"

Diese Verantwortung darfst du deinem Mann nicht aufbürden.

Du kannst dich bewegen - auch ohne ihn. :-)

Nimm dein Leben in die Hand, geh raus, geh tanzen, hab deinen Spaß.

Vielleicht reicht dir das dann an Erfüllung, vielleicht wird dir noch stärker bewusst, dass du zu neuen Ufern aufbrechen willst. Vielleicht wirkt deine Bewegung auch ansteckend auf deinen Mann. Vielleicht, vielleicht...du musst es ausprobieren.

Ich habe es schon mehrfach erlebt, dass ein großer Altersunterschied erst im Alter zu tragen kommt. Der Mann ab 60 wird dann doch gemütlich (was ja auch verständlich ist), während die Frau ab Mitte 40 erst so richtig aufdreht. :-D Aber ein Altersunterschied von 12 Jahren ist ja noch im Rahmen.

Grüße von
einer Frau

(25) 08.02.17 - 21:55

all eure Antworten haben mir mehr oder weniger zu denken gegeben

genau das habe ich gebraucht, mal eine andere Sichtweise auf die Dinge

ich werde jetzt mal eine Nacht drüber schlafen

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