Ehemann truckst rum (lang)

    • (1) 10.02.17 - 12:49
      12085

      Guten Tag.

      Vielleicht kann ich mir hier ja einen unparteiischen Rat oder Meinung holen.

      Zu unserer Situation... Mein Mann und ich sind bald 8 Jahre zusammen,wohnen seit 4 Jahren zusammen in einer 3-Zimmer-Mietswohnung,sind beide Mitte 20 und arbeiten eigentlich beide Vollzeit mit normalem Verdienst,haben letztes Jahr geheiratet und erwarten im März unser erstes Baby (werde 2 Jahre Elternzeit nehmen). Haben uns deswegen auch ein größeres Auto gekauft (hatten nur einen kleinen 2-Türer) und gleich ganz bezahlt,also nicht auf Raten. Hatten also einige größere Ausgaben und unsere Reserven sind jetzt etwas magerer,aber wir sind schuldenfrei. Kaputte Waschmaschine,Reparatur am Auto oder normale Sachen fürs Kind können wir ohne Mühe stemmen.

      Jetzt aber das "Problem". Letztes Jahr ist auch der Schwiegervater gestorben,Schwiegermutter (Mitte der 60er) wohnt seitdem allein im Haus und es ist ihr natürlich zu groß. Was also mit dem Haus machen?

      Das Haus hat der Schwiegervater quasi selbst gebaut,ist jetzt 30 Jahre alt,keine Schulden drauf,wurde gut gepflegt und an sich in gutem Zustand (Fenster und Haustür müssten in den nächsten Jahren erneuert werden).

      Für seine Singleschwester natürlich keine Option momentan... Und mein Mann fragte mich dann ob es für mich vorstellbar sei dort zu wohnen mit seiner Mama in einer separaten Wohnung.Ein Eigenheim war jetzt nie unser Traum,aber es heisst ja immer so schön "Man schmiedet Pläne und dann passiert das Leben." Und für ihn hat es ja auch emotionalen Wert.
      Mit seiner Mutter komme ich gut klar,sie ist ein sehr lieber,unaufdringlicher Mensch.

      Jetzt gibt seine Mutter natürlich richtig Gas bei den Vorbereitungen,also Planung etc.. Das Haus wurde auch geschätzt... Und ist deutlich mehr wert als erwartet (fast das doppelte). An sich ja schön,aber die Hälfte müssten wir an seine Schwester auszahlen,den Umbau des Kellers zur Wohnung natürlich auch und renovieren würden wir unseren Teil ja auch wollen. Es wurde mal durchgerechnet und tja... Wir würden wohl 25-30 Jahre abbezahlen wenn wir einen gut stemmbaren Betrag wählen,wir haben immerhin auch keine auf Eigenheim ausgelegten Ersparnisse.
      Als der Bänker das gesagt hat hab ich schon den Blick meines Mannes gesehen. Das erste leise Zweifeln hat er in Anwesenheit seiner Mutter geäußert. Wir würden lange zahlen. Da lohnt sich der Aspekt "keine Miete" ja fast nicht. Und wenn was größeres kaputt geht kommen da ja schnell mehrere 1000 drauf. Handwerkliches Geschick haben wir beide nicht. Seine Mutter meinte darauf gleich,dass das nunmal so ist mit einem Eigenheim und der Sohn der Nachbarin hätte das ja auch,er bezahlt sogar noch das ab was die Eltern beim Bau aufgenommen haben.

      Daheim hat er mir gegenüber dann noch mehr geäußert. Er hat richtig Angst das er uns damit unglücklich macht. Allgemein ist er ziemlich gestresst. Ich glaube,es ist ihm auch zu viel "Neues". Im letzten Jahr hatten wir 5 Todesfälle in der Familie,haben geheiratet,im März werden wir Eltern,er wird erstmal Hauptverdiener und während er nervös dem Baby entgegen sieht kommt seine Mutter noch mit dem ganzen Hauskram,hätte es gern im Laufe eines Jahres soweit über den Tisch.
      Er hat mich jetzt mehrmals gefragt,was wir machen sollen.

      Ich habe ihm ehrlich gesagt,ich brauche kein Eigenheim zum Glück. Wenn es sein Wunsch ist zieh ich das mit ihm durch und wir packen das,wenn nicht dann nicht.

      Es gibt an sich 3 Optionen... Entweder wir ziehen das durch oder er bittet seine Mutter was langsam zu machen oder wir lassen es eben. Bei 2 und besonders 3 hat er wiederum Angst,dass seine Familie es ihm übel nimmt. Die freuen sich ja alle das jemand das Haus übernimmt. Nach dem einen Gespräch will er auch ungern mit seiner Mutter richtig reden...

      Was würdet ihr da tun..?

      • (2) 10.02.17 - 13:04

        Ich würds lassen. Eigentum kann sehr schnell zum Klotz am Bein werden. Unter den Voraussetzungen schon dreimal.

        Dann die Schwiegermutter drin....nä. Was ist, wenn die mal Pflegebedürftig wird? Evt braucht die den Wert des Hauses auch, um ein Heim zu bezahlen und so.

        Nä. Hört auf euer Bauchgefühl.

        Gruss
        agostea

        1. Der Nachbar macht das auch - ist völlig uninteressant.

        2. Ich bin erstaunt, dass dein Mann zweifelt und nicht du. Hier gibt es 1001 Geschichten, dass die Schwiegertöchter nicht mit der Schwiegermutter können, weil man zusammen wohnt...
        Gerade weil das Verhältnis gut ist, würde ich es dabei belassen und nicht zusammen ziehen.
        25-30 Jahre dort bleiben müssen ist ja auch nicht ohne...

        >>Was würdet ihr da tun..?<<

        Auf gar keinen Fall würde ich das Haus der Mutter übernehmen. Mich in Schulden schmeißen und dann nicht mal ein Eigenheim, sondern mit Schwiemu in einem Haus.

        Ob mir das meine Familie übel nimmt, wäre mir sowas von egal. Ihr müsst als Familie ja auch zusehen, wie ihr klar kommt. Ich würde sagen, sorry Muttern, aber wir können uns so einen großen Kredit in unserer Situation nicht leisten.

        Ich wäre mir auch nicht zu Schade, die Böse zu spielen und meinem Mann klar zu sagen. Will ich nicht, darf er gerne Schwiemu ausrichten. Dann ist er aus dem Schneider und nicht der Böse. ;-)

      • (7) 10.02.17 - 13:22

        i. d. R. wird für die alten Herrschaften dann ein Wohnrecht oder Nießbrauchrecht im Grundbuch eingetragen. Und da beginnt das Elend für euch. Man kann das Haus zwar mit der Eintragung verkaufen, wird aber schwierig und mindert dessen Wert. Ich würd's mir sehr genau überlegen, ob man sich so lange finanziell bindet. Angenommen ihr kommt in Schwierigkeiten (oder ihr vertragt euch nicht mehr) und müsst das Haus kurzfristig verkaufen. Wer weiß schon, was in 20 Jahren ist. Und dann hängt Schwiegermutter noch immer mit drin. Das Wohnrecht etc. kann man nämlich nur löschen, wenn der Nutzer dem auch zustimmt. Und alte Leute werden bekanntlich manchmal wunderlich.

        https://www.immoverkauf24.de/immobilienbewertung/immobilienbewertung-a-z/wohnrecht/

        (8) 10.02.17 - 13:25

        Hallo

        ich kann die Bedenken deines Mannes sehr gut nach vollziehen und würde es nicht machen.
        Allerdings würde ich mich nicht, wie hier eine Userin riet, vor schicken lassen und es auf meine Kappe nehmen.
        Sagt der Mutter gemeinsam!!! ihr wollt keine Hauseigentümer mit allen Verpflichtungen werden.

        L.G.

        Da gibt es nur eine Option: LASSEN!

        Was willst mit nem 30 Jahre altem Haus inklusive Schwiegermutter? Und selbiges 30(!!!) Jahre abbezahlen?

        Und ob es ihm die Familie übel nimmt oder nicht, wenn es denen nicht paßt, dann sollen sie das Haus doch selber kaufen.

        Finger weg !

        1.) Ihr wolltet eigentlich kein eigenes Haus, und sich da jetzt einfach rein drängen lassen......damit wird niemand glücklich.

        2.) Zwischen Schwiegereltern und einem selbst muss als Mindestabstand eine komplette Strassenbreite ..... gerne auch mehr....VIEL MEHR !

        3.) Ihr tut der Schwester einen Gefallen.....evtl. der Mutter auch.....aber EUCH selbst nicht !

        4.) Wenn wirklich irgendwann mal ein eigenes Haus anstehen sollte, dann doch eines, dass so gestaltet ist wie ihr Euch das wünscht, und nicht eines, das erst noch komplett saniert werden muss, und letztendlich nie genau das sein wird, was ihr wollt.

        Hallo,

        nein, ein ganz klares Nein.

        Ich kann nur von mir aus gehen: wenn ich mich in Schulden stürze, dann für eine Immobilie die ganz und gar meinem Mann und mir gehören wird (haben wir bereits getan) und nicht wo noch mehrere Leute mitzuquatschen haben.

        Zusammenwohnen mit der Schwiegermutter kann auch so seine Tücken haben, besonders wenn man sich vorher gut verstanden hat muss das nach dem Zusammenzug nicht so bleiben.

        Was Nachbar macht und Familie denkt, sollte euch völlig schnuppe sein. Schließlich badet ihr allein den Schlamassel aus, wenn ihr eine falsche Entscheidung trefft.

        LG

        Nici

        (12) 10.02.17 - 14:30

        Wer hat die Hausbewertung vorgenommen? In aller Regel, sind die Preise, die man aktuell öffentlichen lesen kann sehr überzogen(je nach Region). Gutachter werten häufig deutlich geringer. Muss die Schwester sofort ausgezahlt werden oder kann man z.b. ihr nicht monatlich eine Art Mini Miete zahlen? Und später, wenn ihr sicherer seid, abrechnen. Im Moment sind die Hauspreise sehr hoch. Alles über dem 25 fachen einer Jahresmiete ist teuer. Da sollten Renovierungskosten, kaufnebenkosten, Grundsteuern schon drin sein. Sind sie bei der Miete ja auch.
        Vielleicht sind da einfach falsche Vorstellungen vorhanden, die das ganze so teuer machen. 30 Jahre, für 1/2 Haus klingt einfach zu teuer.

        Hallo!

        Alles schön und gut, aber seine Schwester müsstet ihr ja nicht zu Hälfte ausbezahlen, schließlich bleibt die gemeinsame Mutter in Ihrer Wohnung hocken ...
        Da solltet ihr Euch von einem Erbschafts-Rechtler beraten lassen, was da so üblich ist, dass er und seine Schwester gleichgestellt sind. Hier gibt es zu viele Spielarten wie man da vertraglich am besten löst. Erben nach dem Tod der Mutter , Schenkung vor dem Tod der Mutter, etc.

        Ich weiß ja nicht wie aufwendig da renoviert werden muss, aber wenn man sich damit für 25-30 Jahre Schulden ans Bein bindet ist das ja mal jetzt in einem eher desolaten Zustand.

        Also rational glaube ich nicht das sich das nicht lohnen würde!
        Vielmehr glaube ich das ihr das gefühlsmäßig nicht wollt und Euch hinter irgendwelchen scheinbar rationalen Gründen versteckt.

        LG, I.

        (14) 10.02.17 - 15:17

        Zu kompliziert und die Krefitlaufzeit wäre mir viel zu lang.
        Was wenn die Zinsen steigen?

        Könnt ihr die Tilgungsrste dann immer noch bezahlen? Und auch von einem Gehalt und dazu noch eure Familie finanzieren?
        Was mich eher wundert ist, dass hier das Zusammenleben mit der Schwiegermutter als größtes Problem gesehen wird.
        Das kann doch auch gut funktionieren.
        Ich sehe es als selbstverständlich an, mich um Eltern und Schwiegereltern mit zu kümmern dazu ist man doch eine Familie. .. ..
        Meine Schwiegereltern sind in unsere Nähe gezogen weil wir das so gewollt haben.
        Für mich und meinen Mann ist es so viel einfacher uns zu kümmern wenn sie in der Nähe leben.

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