Erben - wer? wie? was?

    • (1) 10.02.17 - 14:44
      Loikjuzz

      Vor kurzem habe ich das Haus meiner Eltern geerbt. Der Wert beläuft sich auf ca. 250.000 Euro. Ich bin verheiratet und lebe in einer Patchworkfamilie. Mein Mann hat 2 Kinder aus 1. Ehe, nennen wir sie B und C. Ich habe auch ein Kind aus 1. Ehe, A. Wir haben auch ein gemeinsames Kind, D.
      Wir leben in einem Haus, das sanierungsbedürftig ist. Nun überlege ich, was ich machen soll.

      Verkaufe ich das Haus und nutze das Geld um das Haus in dem wir leben zu sanieren? Behalte ich es und vermiete es, muss ich es in Schuss halten, was ich alleine nicht kann, bzw. mir nicht zutraue.
      Sollte ich sterben, soll Kind A nur seinen Pflichtteil bekommen. Eigentlich möchte ich Kind D als Alleinerben haben. Erbt mein Mann, erben B und C später auch mit, was ich nicht möchte.

      Wenn ich es verkaufe, könnte ich auch einen Teil des Geldes zur Renovierung nutzen und den Rest für meine Kinder - A Pflichtteil, D Alleinerbe - allein vererben?
      Es geht nur um dieses Haus.

      Beim Haus in dem wir jetzt leben, weiß ich gar nicht wie da das Erbe im Todesfall von meinem Mann oder mir verteilt werden soll. Wir haben es gemeinsam gekauft, ich hatte ein Startkapital von 1/3 des Kaufpreises. Da mein Mann 3x mehr als ich verdient, möchte ich hier auch nicht aufrechnen.

      Was würdet ihr tun?

      • Ich würde mir weniger Gedanken um das Erbe nach meinem Tod als um meine Leben bis zu meinem Tod machen.

        Wenn Du mit dem Haus so nichts anfangen kannst, würde ich es verkaufen um mit dem Geld meine jetzige Wohnsituation zu verbessern. Zuvor würde ich aber dafür sorgen, dass ich im Grundbuch stehe, entweder als Alleineigentümer oder zumindest zur Hälfte.

      Damit würde ich zu einem Anwalt gehen und es klären lassen inwiefern es da mithilfe eines Vertrages Gestaltungsmöglichkeiten gibt.

      Da du ja sagst, ihr habt ein Haus in dem ihr lebt, braucht ihr es nicht zum selbst drin wohnen.
      Erhalten und vermieten scheint auch nicht das zu sein, was sich gut anfühlt.
      Dann verkauf es. Den Erlös kannst du dann wunschgemäß nutzen für die bewohnte Immobilie bzw. aufteilen unter den "Erben". Da alle noch leben, sind es ja keine.

      Wenn der Erbfall eintritt, bekämen, wenn Kind D Alleinerbe ist, Kind A und auch dein Mann jeweils einen Pflichtteil.
      Ist in Patchworkfamilien halt immer so, dass später als Nacherben eventuell auch nicht leibliche Kinder kommen...
      Leider oder zum Glück (ich bin für letzteres) weiß man ja aber nicht, welcher Partner zuerst verstirbt, deshalb gibt es für dieses "Problem" keine Lösung mit Garantie...

    • Ich kenn den Zustand des Hauses nicht, von daher ist ein bischen schwer aufs Geratewohl vermieten oder verkaufen zu raten.

      Was Du auf jeden Fall machen solltest, ist ein Testament. Informier Dich mal über Vor- bzw. Nacherbschaft oder Nießbrauchrecht. Das heisst Du räumst jemanden ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht ein. Zum Beispiel kann dein Mann das Haus nach Deinem Tode vermieten und die Einnahmen zum Wohle der Familie nutzen. Er kann es aber nicht vererben, denn es gehört ihm nicht. Es gehört Deinen leiblichen Kindern (zu welchen Anteilen Du Dich auch immer entscheidest. Nach seinem Tod (oder eine zeitliche Frist verstrichen ist, z.B. die Erben volljährig sind) geht der Besitz an Deine Kinder, seine gehen leer aus, da nicht adoptiert.

      Aber nimm auf jeden Fall professionalle Hilfe in Anspruch. So etwas auzusetzen ist etwas kniffeliger. Und kann in einigen Fällen auch doppelte Erbschaftssteuer nach sich ziehen. Aber da kann Dir ein Notar sicher besser weiterhelfen.

      • (8) 10.02.17 - 17:52

        Danke für Deine Antwort. Das wollte ich so oder so machen, auch ein Testament. Wollte mir nur vorab schon mal klar darüber werden was ich in etwa will.
        Das Haus ist in einem guten Zustand.

    (9) 10.02.17 - 18:20

    Würde dein Mann eine Erbverzichtserklärung unterschreiben?
    Wäret ihr gemeinsam im Auto unterwegs und verunglückt beide, du eine Minute vor ihm, bekommen B & C den Anteil, den dein Mann bekommen hätte. (so mein Info...)

    lg

    Könntest du das Haus gut vermieten? Ich finde die Idee der Instandsetzung und Weitervermietung nicht schlecht. Die Bank hat als Sicherheit den Gegenwert des Hauses. Rechne das mal durch.

    Ansonsten würde ich auch unabhängig vom Haus ein Testament machen.

    Gibt es einen Grund, dass A weniger bekommen soll?

    LG

    • (11) 10.02.17 - 19:19

      Ja, Kind A hat mich mit einer Lüge vor Gericht gebracht. Eigentlich könnte man das Haus sehr gut vermieten. Schöne ruhige Wohngegend. Autobahnnähe. Mit Garten. Ich würde es eigentlich gerne behalten, aber die Instandhaltung schreckt mich halt etwas ab. Oder ich müsste halt für jede Reparatur einen Fachmann holen.

      • Mein Bekannter hat einen Generalunternehmer für den Umbau engagiert. Dieser hat die Gewerke koordiniert und ist wie ein Architekt aufgetreten. Das Ergebnis war sehr gut. Es macht ca. 10% der Bausumme aus. Einen geeigneten Unternehmer, Architekten findet man durch Befragen von Bekannten.

        Ich würde mir einen Betrag x, z.B. 100.000 € vorstellen und es mit einem Fachmann besprechen. Themen Dach, Fenster, Heizung, Bad, Elektroinstallationen. Selbst wenn die Begehung 600 Euro kostet, würde ich es machen.

        Es muss nicht immer alles Tipp top instandgesetzt werden. Es geht auch mit weniger Geld, lieber nach und nach und dann weniger Miete/m2. Dann ist es auch langfristiger und gut zu vermieten.

        Das mit der Reparatur schreckt ab. Die Rendite könnte jedoch langfristig interessant sein.

> Erbt mein Mann, erben B und C später auch mit, was ich nicht möchte.<

Was ich mit den Häusern machen würde, dazu kann ich Dir nix raten. Aber das hier.... lass Dich mal von einem Notar beraten, wir haben hier eine ähnliche Situation.

vom Haus und Grundbesitz meines Mannes, soll mein Sohn mal nichts erben, denn der hat da mit nichts zu tun. da gibt es Lösungen für.

Lichchen

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