Echte Freundschaft

    • (1) 16.02.17 - 09:06
      verlernt

      Die Frage mag Vielen seltsam oder blöd erscheinen und daher möchte ich sie auch als Schwarzschreiber stellen.

      Wie sieht eine "echte Freundschaft" für euch aus?

      Ich selbst habe wohl eine Art soziale Phobie und bin nicht besonders gerne unter Menschen.
      Früher bestand mein Freundeskreis aus Arbeitskollegen.
      Heute bin ich 37 und habe eigentlich keinen Freundeskreis und das seit vielen Jahren.
      Ja, es gab immer mal wieder diverse Bekanntschaften, aber nie irgendwas darüber hinaus.
      Da ist Niemand mit dem ich reden kann wenn es mir mal schlecht geht oder wenn ich etwas Tolles erlebt habe.

      Ich würde fast sagen, ich weiss nicht mehr wie Freundschaft funktioniert und wie es laufen sollte/könnte.

      Täglicher Kontakt, wöchentlicher Kontakt oder immer nur dann wenn Einer gerade was auf dem Herzen hat?

      Was macht für euch eine echte Freundschaft aus?

      • Guten Morgen,

        für mich definiert sich eine Freundschaft nicht dadurch, wie häufig der Kontakt ist.

        Ich habe eine gute Bekannte, die ich recht häufig sehe und mit der ich auch viel Spaß habe. Sie wäre aber nicht meine Wahl, wenn ich ein ernstes Problem hätte oder Hilfe bräuchte.

        Dagegen habe ich seit inzwischen 12 Jahren einen Freund, mit dem ich teilweise 6 Monate keinen Kontakt habe. Dennoch weiß ich, dass ich immer und in jeder Lage auf ihn zählen kann (bewiesenermaßen) und er ebenso auf mich.

        Außerdem habe ich eine beste Freundin (seit 24 Jahren) mit der der Kontakt auch sehr variiert. Je nach Lebenslage.

        Und dann eben noch ein paar Bekannte/Freunde, die irgendwo dazwischen liegen.

        Liebe Grüße
        Nane

        Das wird für jeden vermutlich anders sein, bei mir bspw. kann eine Freundschaft sehr tief sein, trotzdem höre und sehe ich ein halbes Jahr nichts vom Gegenüber und wenn wir zusammen sind, ist das Gefühl so als ob keine Zeit dazwischen lag.

        In einer echten Freundschaft, kann ich so sein wie ich bin und es gibt keine Geheimnisse, diese Offenheit verbindet, weil wir uns somit gegenseitig annehmen, mit all unseren "schwarzen Flecken".

        Zwing Dich nur zu nichts und vertrau Deinem Instinkt. Zeig Dich ruhig auch offen und verletzlich. Das geht im Business Seminar genauso gut, wie im Freundeskreis.
        Ich mag es Menschen zu "entwaffnen".

        (4) 16.02.17 - 09:37

        ich habe keine freundin und habe auch nie wirklich eine gebraucht.egal was in meinem leben los war und das war etliches, ich habe das mit mir ausgemacht.auch habe ich sehr selten jemanden um hilfe gebeten, vielleicht 2x....

        aber für mich ist das ok und ich finde es völlig ok und natürlich normal, wenn andere das ganz anders sehen und leben.

        als ich mich von meinem mann getrennt habe, kam das erst 2 - 3 monate später raus und alle waren geschockt, sich gewundert warum und warum ich es nicht/nie erzählt habe..nun, ich brauche das nicht für mich.

        eine kollegin meinte mal zu mir, dass sie mich jetzt schon so viele jahre kennt und so lieb gewonnen hat aber eigentlich gar nichts von mir weiß und das höre ich immer wieder, ist auch gut so...weil ich einfach so bin.

        klar, geht man mal kaffee trinken, tanzen, quatscht ne runde und so einiges mehr, aber das war's.Mir wird viel erzählt und mir gefällt das, ich bin gerne für andere da und auch viel und vermutlich ist es auch das wofür der da oben ( ;-) ) mich vorgesehen hat... :-)

        man meinte mal zu mir, dann wäre ich im alter alleine...aber sind das nicht viele auch so, wo sie jetzt so viele freunde haben?!
        ich kann mir deswegen aber jetzt keine freunde "halten", wenn ich keine brauche.ich brauche dieses innige nicht, dieses alles erzählen und mehr.die losen bekannten finde ich ausreichend und ich habe keinerlei verpflichtungen :-)

      • Täglichen Kontakt gab es zu Schul- und Unizeiten. Aber neben Job, Familie und Haus ist das ja gar nicht mehr möglich. Ich habe zwei sehr gute Freundinnen, die eine kenne ich seit 33, die andere seit 24 Jahren. Die Freundschaft ist über all die Jahre nicht immer gleich gewesen, mal gab es intensiveren Kontakt, auch mal Phasen, in denen ich befürchtet habe, die Freundschaft würde sich auseinanderleben. Aber letzten Endes sind beide Freundschaften über all die Jahre doch so stabil geblieben, dass Krisen verkraftet wurden und dass wir auf jeden Fall füreinander da sind, wenn wir uns brauchen. Beide sehe ich ca. einmal pro Monat. Bei der einen ist das schon lange so, da sie nicht um die Ecke wohnt, schon sehr lange in einer festen Beziehung ist, viel früher als ich Familie gegründet und Haus gebaut hat. Bei der anderen gab es immer wieder sehr intensive Phasen, wenn wir beide Single waren. Wir sind zusammen in Urlaub gefahren, haben uns 1-2 Mal pro Woche gesehen, uns abends spät angerufen, wenn wir etwas besonderes erlebt haben. Aber nun hat es sich halt auch auf einmal pro Monat eingependelt, und anrufen tun wir uns eigentlich auch nicht mehr. Dennoch sind wir nach wie vor enge Freundinnen und können aufeinander zählen.

        Hmm, das ist nur eine Beschreibung meiner beiden sehr engen Freundinnen aber hilft dir vielleicht noch nicht in Bezug auf deine Fragen "Wie funktioniert Freundschaft und was macht echte Freundschaft aus?". Es ist gar nicht so einfach zu beschreiben. Es ist einfach etwas da, was bei anderen Personen, teils auch bei solchen, mit denen ich momentan viel mehr Zeit verbringe, nicht da ist, eine innere Verbundenheit, eine Ebene auf der wir miteinander sprechen können, einfach ein Wissen um die Freundschaft, Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft. Freundin 1 hat ohne es mich wissen zu lassen einen Wochenendkurztrip mit ihrer Familie abgesagt, weil sie wusste, dass wir im Umzugsstress versinken und hat uns das ganze Wochenende geholfen. Freundin 2 hat mitbekommen, dass wir im Sommer eine Kindergartenlücke haben, die schwierig zu überbrücken ist und ihren Urlaub um diese Brücke herum gebaut, um uns dann anzubieten, dass sie unseren Sohn 2 Wochen lang betreut. Sowas kommt ganz plötzlich und ungefragt von guten Freundinnen, nicht aber von Bekannten.

        Wir haben viele Bekannte und gute Freunde, aber nur wenige, die ich als "die Besten" bezeichnen würde :-)

        Darunter verstehe ich, dass sie, egal wie lange wir uns nicht gesehen oder gehört haben, immer für uns da sind. Auch, wenn die Zeiten etwas schwieriger sind.
        Meinen besten Freund habe ich seit 14 Jahren, meine beste Freundin (und gleichzeitig die Verlobte meines Besten #huepf) seit 10 Jahren. Wir haben diverse Ex-Freunde durchgemacht, Tod von seinem Papa und unsere Kinder. Sie selbst sind kinderlos.

        Wir sind gerne zusammen, können zusammen weggehen oder einfach zuhause hocken und quatschten. Helfen uns immer, wenn wir können und sind füreinander da. Können über alles miteinander reden.

        Sehen uns aber auch teilweise Wochen nicht. Aber das ist egal :-)

        Manchmal schreiben meine Freundin und ich und auch nur kurz, das wir uns lieb haben und dann ist gut :-p
        Sie sind meine Familie, die ich mir aussuchen durfte :-)

      • Komplett ohne Freunde? Wird man da nicht zum verbitterten Eigenbrötler? Ich habe eine Freundin, weiiit weg, aber wir hören/lesen uns fast täglich. :-) Meine langjährige Freundin, buchstäblich eine Seelenverwandte, habe ich 1 1/2 Jahre durch ihre schreckliche Leukämietherapie begleitet und sass dann doch an ihrem Sterbebett, das war so schlimm als ob ich eine Zwillingsschwester verloren hätte, aber unsere gemeinsamen 15 Jahre möchte ich um nichts in der Welt missen. Dann habe ich noch 2 Schulfreundinnen mit losem, aber dann doch herzlichem Kontakt und noch eine junge Familie, mit der ich regelmässigen Kontakt habe und die auch schon fast zur Familie gehören. Zu meinen beiden ältesten Nichten und ihren Männern besteht auch eher ein freundschaftliches als ein "Tanten-Verhältnis" sie sind nur 11 und 12 Jahre jünger als ich. Man muss sich nicht täglich hören oder sehen, aber wenn einer den anderen braucht, ist man da. Ein Leben ohne all diese Leute wäre entsetzlich leer.
        Es reicht schon, dass im Laufe des Lebens Menschen, von denen man Jahre glaubte, dass es Freunde sind, plötzlich wegfallen, weil sie Leute fanden, die ihnen mehr nutzten. Aber das ist eben so. LG Moni

        (8) 16.02.17 - 10:35

        Für mich persönlich ist echte Freundschaft nicht an der Häufigkeit des Kontaktes meßbar.

        Für mich gehört dazu, das man im Notfall(!) füreinander, ohne große Worte da ist. Das man sich auch monatelang überhaupt nicht sieht oder spricht....und man trotzdem verbunden bleibt. Das man auch akzeptiert und versteht, das man sich unterschiedlich weiterentwickelt und man trotzdem noch viel gemeinsam hat.

        Ich benutze eine echte Freundschaft nicht als seelischen Mülleimer. Man kann gnadenlos ehrlich zueinander sein, der andere versteht es richtig. Man hängt sich nicht an Kleinigkeiten auf. Man kennt die Marotten des anderen. Selbst weite Entfernungen lassen diese besondere Verbindung nicht einschlafen.

        Man kann sich richtig zoffen und weiß trotzdem, das die Funktsille nicht das Ende ist.

        Echte Freundschaften sind etwas sehr seltenes und besonderes. Und ich bin mir sicher, das man erst am Ende seines Lebens weiß, wer denn nun wirklich ein echter Freund war oder nicht.

        Und selbst wenn eine echte Freundschaft zerbrechen sollte, dann denkt man ohne Groll an diese besondere Zeit der "Zweisamkeit".

        • <<<<. Und ich bin mir sicher, das man erst am Ende seines Lebens weiß, wer denn nun wirklich ein echter Freund war oder nicht.<<<

          Ganz am Ende bin ich ja nicht, aber da ist etwas wahres dran.

          Gerade die jahrzehntelang bestehenden Freundschaften machen dankbar und glücklich.
          Was hat man nicht schon alles gemeinsam durchgestanden und erlebt.

          Überdies entlasten enge Freundschaften auch die Partnerschaft.

          Stimmt, Funkstille hatte ich mit meiner verstorbenen Freundin auch mal; wir waren beide Sternzeichen Zwilling und redeten wie wir dachten. Als es da mal funkte und wir beide bockten, griffen wir nach 48 Stunden beide gleichzeitig zum Telefon....und wunderten uns, dass die andere dauernd belegt hatte.... dann gingen wir parallel zum PC und fragten über ICQ, ob bei der anderen das Tel. kaputt wäre. Da mussten wir doch sehr über uns zwei komische Weiber lachen. Kam dann nicht wieder vor. LG Moni

          • (11) 17.02.17 - 06:47

            Oh ja, so etwas kenne ich auch.
            Und man hat auch nie ein "merkwürdiges Gefühl" im Bauch, egal wer dann den ersten Schritt macht. Man nimmt diese Hürde einfach und auch irgendwie immer im richtigen Moment.

      <<<Wie sieht eine "echte Freundschaft" für euch aus?>>>

      So wie unsere Nachbarschaft. Das hört sich jetzt blöd an, ist aber echt so. Wir sind nicht nur Nachbarn, sondern sie gehören schon zur Familie. Wir helfen uns immer, egal ob Tag oder Nacht. Egal mit welchem Problem. Das ist für mich schon ca. 15 Jahre und für meinen Mann ca. 10 Jahre so (er zog damals zu mir). Meine Eltern fanden es zum Anfang recht komisch, aber mittlerweile finden sie es richtig gut solche Freundschaft/Nachbarschaft. Sie haben solche Freunde nicht. Aber es sind auch unsere "fast" einzigen. Es gibt auch Tage (gerade im Winter), wo man sich dann nicht so oft sieht (bei Problemen natürlich schon). Aber sobald es warm draußen wird, werkelt jeder in seinem Garten und schon ist der Kontakt intensiver.

      <<<Was macht für euch eine echte Freundschaft aus? >>>

      Dass man sich seine Meinung sagen kann, ohne das der andere beleidigt ist. Dass man sich auf den anderen verlassen kann. Vielleicht auch mal beratschlagt oder einfach nur über jeden Müll lachen kann. Und ganz wichtig, dass man den anderen nicht ausnutzt, in keiner Lebenslage.

      Und diese Nachbarn/Freunde haben wir und sind auch ganz stolz drauf. Manche anderen Nachbarn sagen schon immer, warum habt ihr nicht zusammen ein Haus gebaut, dann müsstet ihr euch nicht immer gegenseitig besuchen gehen. :-p Ja warum eigentlich nicht.#kratz

      Ich denke nicht, daß man Fraundschaft analysieren oder an der Quantität der Treffen festmachen kann.

      Freundschaft hat etwas mit Vertrauen zu tun. Man fühlt sich dem anderen verbunden, hört zu oder schnackt selbst wie ein Wasserfall. Nicht immer ist man einer Ansicht und darf sie sich m. E. dann auch um die Ohren hauen ohne Furcht zu haben diese Freundschaft zu gefährden.

      Freundschaft wächst, sie ist kein wissenschaftliches Konstrukt - genau wie das was man "Liebe" nennt. Bei manchen Menschen bemerkt man recht schnell, daß die Chemie stimmt, bei anderen kann es länger dauern oder sich durch bestimmte Aktionen beweisen.

      In Deinem Falle würde ich empfehlen weniger analytisch an das Ganze heranzugehen. Um Menschen kennenzulernen sollte man sich ihnen zeigen und die Bereitschaft signalisieren sich mit ihnen zu beschäftigen. Kratzbürstige Einzelgänger haben zwar auch Freunde - aber selten so richtige Nette.

      Wahre Freunde sind wie Sterne, man kann sie nicht immer sehen, aber sie sind immer für einen da!

      Freundschaft hat nichts mit der Seh-, Hör-oder Treffintensität zu tun, sondern mit dem Vertrauen zu der Person und dem Gefühl, man hat sich gestern erst gesehen, auch wenn es vielleicht ein halbes Jahr her ist.

      (15) 16.02.17 - 13:16

      Ich habe seit 18 Jahren eine beste Freundin mit der ich über alles reden kann und wir sind immer füreinander da, aber wir sehen uns vielleicht alle drei Wochen mal und gehen dann was trinken oder mal gemeinsam essen. Ansonsten telefonieren wir hin und wieder, manchmal aber auch wochenlang gar nicht. Aber ich weiß, dass ich sie mitten in der Nacht anrufen könnte und sie wäre für mich da. Obwohl wir ganz unterschiedliche Leben führen. Sie hat keine Kinder, hat einen gutbezahlten Job, geht oft aus und kommt viel rum. Während ich im Familienleben sehr eingespannt bin. Trotzdem sind wir uns gefühlsmäßig sehr nah.

      Ich habe viele nette Nachbarinnen und Bekannte, die ich viel öfter sehe und mit denen ich auch mehr unternehme, weil sie eben auch Kinder haben, aber keine von ihnen hab ich so lieb, wie meine beste Freundin.

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